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Full text of "Jahrbücher des Nassauischen Vereins für Naturkunde"

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JAHRBÜCHER 



DES 



NASSAUISCHEN VEREINS 



FÜR 



NATURKUNDE. 



JAHRBÜCHER 



DES 



NASSAUISCHEN VEREINS 



FÜR 



NATÜEKUNDE. 

HERAUSGEGEBEN 

VON 

DR AMOLD PAGENSTECHEß, 

KÖNIGL. GEH. SANITÄTSRAT, DIREKTOR DES NASSAUISCHEN VEREINS FÜR NATURKUNDE. 



JAHRGANG 56. 



MIT 1 TAFEL. 



WIESBADEN. 

VERLAG VON J. F. BERGMANN. 

1903. 



Die Herren Verfasser übernehmen die Verantwortung 
für ihre Arbeiten. 



Druck von Carl Kitter in Wiesbaden. 



Inhalt. 



Seite 



I. Vereins-Nachricliten. 



Protokoll der Generalversammlung des Nassauischen 

Vereins für Naturkunde vom 14. Dezember 1902 ... IX 

Jahresbericht, erstattet in der Generalversammlung des 
Nassauischen Vereins für Naturkunde am 14. De- 
zember 1902, von dem Vereinsdirektor, Geheimer Sanitätsrat 
Dr. Arnold Pagenstecher .... X 

Neuere Gletscherforschuiig, Vortrag, gehalten in der General- 
versammlung des Nassauischen Vereins für Naturkunde 
am 14. Dezember 1902, von Dr. med. Böttcher, Wiesbaden XXII 



Verzeichnis der Mitglieder des Nassauischen Vereins für 

Naturkunde im November 1903 XL 



II. Abhandlungen. 

Wissenschaftliche Resultate der Reise desPreiherrn Carlo 
von Erlanger durch Süd-Schoa, die Galla und Soniali- 
länder in 1900 und 1901. Sphingiden und Bombyciden. 
Bearbeitet von Dr. Arnold Pagenstecher. Mit Tafel I . . . 1 

Die Waldohreulen des Mainzer Tertiärbeckens. Von Wilhelm 

Schuster 31 

Aprilsituationen am hessischen Rhein. Von Wilhelm Schuster 45 

Zwei neue Geometriden - Formen der paläarktischen Lepi- 
dopteren-Fauna, besprochen von August Fuchs, Pfarrer in 
Bomich 51 

Zwei Klein falter der europäischen Fauna, besprochen von 

August Fuchs, Pfarrer in Bomich 55 



rf?^, 



Vi" 



— VI — 

Seite 
Korrekturen und Zusätze zur IIT. Auflage des neuen 
S t a u d i n g e r - K a t a 1 g e s , I. T e i 1. Von August Fuchs, Pfarrer 
zu Bornich 65 

Über Ornithoptera Goliath Obth. Von Dr. Arnold Pagen- 

stecher, Wiesbaden 75 

Verzeichnis der von Hauptmann Holz im Jahre 1899 auf 
Ost-Java gesammelten Cetoniden. Von Paul Preiss in 
Ludwigshafen a. Rhein 85 

Die chemische Zusammensetzung der Emser Mineralquellen. 

Von Prof. Dr. H. Fresenius, Wiesbaden 99 

Über dreikantige Bandwürmer aus der Familie der Taeniiden. 

Von Dr. J. Vigener, Wiesbaden 113 



III. Nachrichten aus der Meteorologischen Station zu Wiesbaden. 

Ergebnisse der meteorologischen Beobachtungen der Station 
II. Ordnung Wiesbaden im Jahre 1902. Von Eduard 
Lampe, Gustos des Naturhistorischeu Museums, Vorsteher der 



meteorologischen Station Wiesbaden 



L 



Yereins-Naclirichten. 



Protokoll 

der General -Versammlung des Nassauischen Vereins für Naturkunde 

am 14. Dezember 1902. 



1. Herr Geh. San. -Rat Dr. Pagenstecher begrüsst die an- 
wesenden Mitglieder und Gäste und erstattete alsdann den Bericht über 
die Tätigkeit des Vereins im abgelaufenen Jahre. 

2. Hierauf hielt Herr Dr. med. Böttcher einen Vortrag »Über 
neuere Gletscherforschungen«, welcher mit lebhaftem Beifall aufgenommen 
wurde. 

3. Anträge und Wünsche seitens der Mitglieder liegen nicht vor^ 

4. Die ausscheidenden 3 Vorstandsmitglieder, der Vereinsdirektor 
Geh. San. -Rat Dr. A. Pagen Stecher, dessen Stellvertreter Prof. 
Dr. H. Fresenius, und Herr A. Vi gen er werden per Akklamation 
wieder gewählt. 

gez. Dr. A. Pagenstecher. gez. Dr. L. Grünhut. 



Jahresbericht 

erstattet in der 

Oeneralversammlung des Nassaiiischen Vereins für Natui-kunde 

am 14. Dezember 1902 

von 

Dr. Arnold Pagenstecher, Geheimen Sanitätsrat, Direktor des 
Nassauischen Vereins für Naturkunde. 



Hochgeehrte Versammlung! Werte Mitglieder und Gäste! 

Das Jahr 1902 neigt sich seinem Ende zu! Damit tritt an den 
Vereinsvorstand die Verpflichtung heran, Ihnen sowohl über die Tätig- 
keit des Vereins im Allgemeinen, wie über diejenige in unserem natur- 
historischen Museum Bericht zu erstatten. Indem ich Namens des Vor- 
standes dieser Pflicht in der heutigen Generalversammlung nachkomme, 
kann ich meinen Ausführungen die allgemeine Versicherung voraus- 
schicken, dass in beider Hinsicht sich unsere Verhältnisse in befrie- 
digender Weise fortentwickelt haben. 

Was zunächst unsere Personalverhältnisse betrifft, so sind 
hinsichtlich des Vereinsvorstandes keine Veränderungen im verflossenen 
Vereinsjahre eingetreten. Dagegen liegt nach § 9 unserer Statuten der 
Generalversammlung heute die Pflicht ob, eine Wahlhandlung für die 
drei ältesten Mitglieder des Vorstandes vorzunehmen, welche ihr Mandat 
in ihre Hände zurückzugeben haben. Es sind das die Herren Vi gen er, 
Pagenstecher und Heinrich Fresenius, von denen HerrVigener 
dem Verein seit 1876, dem Vorstand seit 1877, Herr Pagenstecher 
dem Verein seit 1855, dem Vorstand seit 1879 und Herr Heinrich 
Fresenius dem Verein seit 1873 und dem Vorstande seit 1879 an- 



— XI — 

gehören. In Anerkennung der 25jährigen Tätigkeit des Herrn Vigener 
überreichen wir ihm den verdienten Lorbeerkranz (Lebhafter Beifall). 
In die Zahl der korrespondierenden Mitglieder wurde vom Vorstand 
Herr Missionar C. Berger in Rietmond in Deutsch-Südwest-Afrika auf- 
genommen in Anerkennung der vielfachen Förderung, welche das natur- 
historische Museum diesem aus Wiesbaden stammenden Freunde unserer 
Bestrebungen verdankt. 

Als ordentliche Mitglieder wurden in den Verein aufgenommen 
die Herren: Amson, Dr. med. in Wiesbaden, Aronstein, Dr. med. 
in Wiesbaden, Baer, Bankvorstand daselbst, Bartling, Kommerzienrat 
daselbst. Berger, Magistratsassistent daselbst, Bender, Dr. med. 
daselbst, Bock, Chemiker daselbst, Dünkelberg, Dr., Geh. Rat 
daselbst, Leich, Apotheker daselbst, Lindholm, W. A., Kaufmann 
daselbst, h 1 e m a n n , Dr. med. daselbst, Römer, Buchhändler da- 
selbst, Schubert, Dr. med. daselbst. Ferner die Herren: Giebel er, 
W., HaujDtmann a. D. zu Montabaur, Realschule Biebrich, ver- 
treten durch Hr. Rektor Stritter, Fuchs, Dr. Alexander, Geologe in 
Berlin, Hannappel, Dr. med. in Schlangenbad, Milani, Dr. Kgl. 
Oberförster in Eltville. 

Ausgetreten sind die Herren : Beyer, Gräfl. Rentmeister in 
Nassau a. d. Lahn, Sommer, Major a. D. in Liegnitz, und verzogen 
Herr Rentner August Pagenstecher, jetzt in Berlin. Durch den 
Tod verlor der Verein die Hei'ren: Rentner Auf ermann in Wies- 
baden, Schulinspektor Rinkel in Wiesbaden, Geh. Reg.-Rat Rospatt 
daselbst , Sanilätsrat Dr. K r e k e 1 in Eppstein , Seminaroberlehrer 
S c h ü s s 1 e r in Dillenburg. 

Wir betrauern in den Dahingeschiedenen eifrige Förderer unserer 
Vereinsinteressen und wir werden denselben ein ehrendes Andenken be- 
wahren, zu dessen Zeichen ich Sie bitte, sich von ihren Sitzen erheben 
zu wollen. 

Unsere Vereinstätigkeit hat sich im vergangenen Jahre in den 
gewohnten Rahmen bewegt. 

Am 15. Juni unternahmen wir einen Ausflug nach Lorch a. Rhein 
und hielten dort eine gut besuchte, von günstigem Wetter begleitete 
Sektionsversammlung ab, bei der es neben den wissenschaft- 
lichen Mitteilungen der Herren Prof. Dr. H. Fresenius und Dozent 
Dr. G r ü n h u t auch nicht an heiterer, durch die Anwesenheit von 
Damen verschönten Geselligkeit fehlte. 



— XII — 

Herr Apotheker Vi gen er hat auch in diesem Jahre die beliebten 
botanischen Exkursionen in der gewohnten Weise unter reger 
Beteiligung weitergeführt. Derselbe hat sich auch an den Arbeiten für 
das forstbotanische Merkbuch bereitwilligst unterzogen. 

Unsere wissenschaftlichen Abendunterhaltungen haben 
in gewohnter Weise in den Wintermonaten allwöchentlich stattgefunden. 
Es ist mir eine angenehme Pflicht, allen den Herren, welche dieselben 
durch Vorträge und Demonstrationen gefördert haben, an dieser Stelle 
den Dank des Vereins auszusprechen. 

Das Jahrbuch für 1902, welches in Kurzem in unsere Hände 
gelangen wird, liegt vollendet vor. Dasselbe enthält eine Reihe von 
wissenschaftlichen Arbeiten, welche Ihnen den Beweis einer regen wissen- 
schaftlichen Tätigkeit nach verschiedenartigen Richtungen hin geben 
werden , in denen unsere Vereinsmitglieder arbeiten. Zu besonderem 
Danke sind wir dem Freiherrn Carlo von Erlanger verpflichtet, 
welcher die Kosten für die beiden kolorierten Tafeln übernommen hat. Unser 
Tausch verkehr mit den literarischen Produkten auswärtiger Institute 
und Gesellschaften fand auch in diesem Jahre rege Förderung. Neue 
Verbindungen haben wir angeknüjjft mit dem Museum für Naturkunde 
in Berlin, dem Musee Royale d'histoire naturelle de Belgique in Brüssel, 
dem Museum zu Bergen, der Biological Station der Universität Montana 
und dem Carnegie-Museum in Pittsburgh. Als Zugänge zu unserer 
Vereinsbibliothek, welche Seitens hiesiger, wie auswärtiger Mitglieder 
fleissig benutzt wurde, erhielten wir im Austausch gegen unsere Jahr- 
bücher über 400 Bände. 

Die unter Oberaufsicht des Vereinsvorstandes stehende meteoro- 
logische Station der Stadt Wiesbaden, als deren Beobachter Herr 
E. Lampe fungiert, hat ihre Jahresergebnisse für 1901 im Jahr- 
buch 55 veröffentlicht. Seit dem 1. April d. J. werden die täglichen 
Beobachtungen in einem eigenen Ausstellungskasten am Museumsgebäude 
und zwar früher mit Zuhülfenahme der Weilburger, jetzt der Aachener 
Wetterkarten und Berichte angeschlagen, welche vom Publikum vielfach 
benutzt werden. 

Am 13. und 14. Ajn'il revidierte der Director des Kgl. preussischen 
meteorologischen Instituts, unter welchem die hiesige Station steht, Herr 
Geh. Reg. -Rat Dr. von Bezold aus Berlin, die Station und fand Alles 
in bester Ordnung. 



— XIII — 

Ausser den am Museumsgebäude bekannt gegebenen Beobachtungs- 
resultaten werden tägliche Wetterberichte der Station wie seit langer 
Zeit im Wiesbadener Tagblatt und seit dem 30. Oktober auch im 
Rheinischen Kurier bekannt gegeben. Die meteorologischen Beobachtungen 
für das Jahr 1900 wurden für das statistische Jahrbuch deutscher Städte, 
und die für die Jahre 1871 bis 1900 für die im Jahre 1903 in Dresden 
projektierte deutsche Städteaustellung verwertet, wie auch verschiedene 
Behörden und Private Auszüge aus den meteorologischen Beobachtungen 
verlangten. 

Was unsere Tätigkeit im naturhistorischen Museum be- 
trifft, so kann ich mit grosser Freude berichten, dass dieselbe eine sehr 
rege und umfangreiche gewesen ist, und nicht allein zum Innern Ausbau 
unserer Sammlungen, sondern auch zu wesentlichen Bereicherungen der- 
selben beigetragen hat. 

Es ist mir zunächst eine angenehme Pflicht, der freiwilligen Tätig- 
keit zweier Herren zu gedenken. Es ist das die der Herren Dr. Grün- 
hut und Lindholm. 

Ersterer hat, wie im vergangenen Jahre, so auch in diesem sich 
der weiteren Ordnung und Aufstellung der grossen Vorräte, welche 
wir an Petrefacten und Mineralien besitzen, unterzogen und für diese 
mühevolle Arbeit manche Stunde seiner ihm kärglich zugemessenen freien 
Zeit verwandt. Herr Lindholm hat wiederum Herrn Lampe bereit- 
willigst bei der weiteren Ordnung der Rei^tiliensammlung unterstützt 
und mit ihm zusammen den im diesjährigen Jahrbuch niedergelegten 
zweiten Teil des erläuternden Katalogs der Reptilien- und Amphibien- 
sammlung ausgearbeitet. 

Wie in früheren Jahren, so haben wir auch in dem vergangenen 
zahlreicher und wertvoller Geschenke für das naturhistorische Museum 
uns zu erfreuen gehabt. Unter den zahlreichen Gönnern derselben habe ich 
besonders hervorzuheben Herrn Missionar B e r g e r , welcher aus Deutsch- 
Südwest-Afrika seiner Vaterstadt eine reiche Anzahl von Naturprodukten 
zusandte und weitere für unser Museum in Aussicht gestellt hat ; ferner 
Herrn Dr. Alexander Fuchs aus Bornich, welcher uns zahlreiche 
verschiedenartige Tiere, die er während seines Aufenthaltes in Sumatra 
gesammelt hatte, zuwies; und endlich Herrn Dr. med. Carl Götz von 
hier, welcher einen längeren Studienaufenthalt in Helgoland dazu be- 
nutzte, eine Reihe interessanter zoologischer Objekte aus der Nordsee 



— XIV — 

teils selbst zu sammeln, teils sammeln zu lassen und dem hiesigen 
naturhistorischen Museum zuzusenden. 

Auch durch Kauf konnten wir verschiedene passende Objecte für 
das Museum erwerben, welche Sie ebenfalls hier ausgestellt sehen. 

Es bestehen die neuen Erwerbungen aus folgenden Objekten : 

I. Säugetier Sammlung. 

A. Geschenke. 

Von Herrn Missionar C. Berger in Rietmond. Aus erster Sendung: 
Drei Gehörne von Oryx oryx (^ 9 ^"*^^ J**^-' ^^'^^ Gehörne von 
Bubalus caama cf 9 ^^^ W^-i ^"^^^ Gehörne von Antidorcas 
euchore cf 9 ^^^ J^^v ^'^^'^ Gehörne von Cephalophus grimmia, 
12 Gehörne von Raphicerus campestris, 1 Gehörn von Oreotragus 
saltator, 2 Gehörne von Capra domestica, 2 Schädel von 
Phacochoerus africanus ad. und juv., ein Fell von Hyaena 
brunnea, ein Fell vom Gepard. 

Aus zweiter Sendung : Zwei Gehörne von Oryx oryx, ein Gehörn von 
Bubalis caama, ein Gehörn von Antidorcas euchore, vier Ge- 
hörne von Raphicerus campestris. 

2. Aus dem Nachlass von Prof. Schulgin durch Dr. Dreyer: 
Zwei Menschenschädel, zwei Foetusschädel, ein Pferdeschädel, 
ein Hundeskelett, ein Ziegenskelett, ein Affenskelett und ver- 
schiedene kleine Objekte. 

3. Von Herrn Hofbüchsenmacher Seelig in Wiesbaden: Ein 
Geweih von Cervus spec. 

4. Von Herrn von Knoop hier: Ein ausgestopftes Wildschwein 
von hier. 

B. Durch Kauf: 

1. Von Herrn Missionar Berg er in Rietmond: Ein Schädel von 
Uncia (Felis) leo aus der Kalahari-Wüste. 

2. Von Herrn H. Schoetz hier: Eine Fledermaus von Jaunde 
in West-Afrika. 



— XV — 

II. Für die Vogelsammlung. 
A. Geschenke, 

1. Von dem Museum für Naturkunde in Berlin: Drei Vogel- 
bälge aus Ost-Afrika. 

2. Von Herrn Kommerzienrat Bartling hier: Ein ausgestopfter 
Tetrao urogallus. 

3. Von Herrn Missionar Berg er in Rietmond: Ein Balg von. 
Corvus scapulatus, ein Ei von Struthio camelus, zwei Eier von 
Otis spec, sämtlich aus D.-S.-W.-Afrika. 

III. Reptilien- und Amphibien -Sammlung. 
A. Geschenke. 

1 . Von Herrn Missionar B e r g e r in Rietmond : Drei Panzer und 
Rückenpanzer von Testudo pardalis, dreizehn Panzer von Testudo 
oculifera, drei Panzer von Pelomedusa galeata, sowie eine neue 
Schlangenart Prosymna (Pseudoprosymna) bergeri (^ Q, wovon 
die Typen im Jahrbuch beschrieben sind, 1 Psammophis furcatus, 
1 Gecko, 1 Skink, sämtlich aus D.-S.-W.-Afrika. 

2. Von Herrn Dr. phil. L. Dreyer hier: 1 Pseudaspis cana,. 

1 Trimerorhinus rhombeatus vom Cap, 1 Amblystoma tigrinum. 

3. Von Herrn Dr. A. Fuchs in Bornich 18 Schlangen aus 
Sumatra, nämlich 1 Python reticulatus, 1 Xenodermus javanicus^ 

2 Macropisthodon rhodomelas, 1 Dendrophis pictus, 1 Calamaria. 
javanica, 1 Cerberus rhynchops, 2 Psammodynastes pulvern- 
lentus, 2 Psammodynastes pictus, 2 Dryophis prasinus und 
1 Dryophis fasciolatus, 1 Naja tripudians var. sputatrix^ 
1 Haplopeltura boa, 1 Amblycephalus laevis. 

4. Von Herrn E. Lampe hier : 4 Lacerta muralis von St. Goars- 
hausen, 1 Tropidonotus natrix von der Walkmühle bei Wies- 
baden, 1 Coronella austriaca vom Chausseehaus, 2 Rana. 
esculenta aus dem Adamstal, 8 Rana temporaria aus dem Gold- 
steinbachtal, 1 Bufo vulgaris vom Schweizertal bei St. Goars- 
hausen, 6 Bombinator pachypus aus dem Adamstal, 6 Bombi- 
nator pachypus von der Fischzuchtanstalt, 1 Salamandra maculosa 
von der Platte, 8 Molge vulgaris vom Adamstal, 2 Molge cristatus 
(jung) vom Adamstal, 



— XVI — 

5. von Herrn W. Lindholm hier : 1 Damonia reevesi von China, 
2 Lacerta muralis var. tiliguerta aus Italien, 2 Lacerta agilis 
von Biebrich, 2 Chalcides tridactylus, zahlreiche junge Rana 
temporaria von Biebrich, 2 junge Hyla arborea vom Adamstal, 
1 Pelobates fuscus von Schwanheim. 

ß. Von den Herren Lampe und Lindholm hier, 1 Lacerta 
muralis von Lorch. 

7. Von Herrn Postsekretär Maus hier; 5 Lacerta muralis, 2 Lacerta 
viridis, 1 Coluber longissimus, sämtlich von Atzwang bei Bozen. 

S. Von Herrn Geh. San. -Rat Dr. Pfeiffer hier: 1 Sternothaerus 
sinuatüs von den Seychellen. 

9. Von Herrn Dr. med. Schubert hier: 2 Tiliqua scincoides von 
Australien, 1 Lachesis lanceolatus von Santos, 1 Paludicola 
bibroni von Chile. 

10. Aus dem Nachlass von Dr. Schulgin durch Dr. Dreyer: Ein 
Crocodilskelett, 1 Schildkrötenschädel, 1 Froschskelett. 

11. Von Herrn Emil Stender in Hamburg: 2 Bufo calamita von 
Eidelstedt bei Altona, 2 Pelobates fuscus von Alsterdorf bei 
Hamburg. 

12. Von Herrn Weiler in Hamburg: 1 Simocephalus guirali. 
1 Dendraspis jamesoni, 1 Bitis nasicornis, 1 Lacerta echinata, 

1 Uraeotyphlus seraphini, sämtlich von Kamerun. 

13. Von Herrn R. Weyh in Hamburg: 1 Vipera berus von Trittau, 
6 Rana arvalis vom Eppendorfer Moor, 4 erwachsene und 

2 liarven von Pelobates fuscus Alsterdorf bei Hamburg, 2 Molge 
cristata von Wellingsbüttel bei Wandsbeck. 

14. Von Herrn Dr. W. Wolterstor ff in Magdeburg, zwei erwachsene 
Rana esculenta var. ridibunda, zwei jugendliche Rana esculenta, 
1 Rana arvalis, 2 Bombinator igneus, sämtlich von Magdeburg. 

15. Von der Neuen Zoolog. Gesellschaft in Frankfurt a. M. : 
1 Cinosternum pensylvanicum, 1 Tarentola mauritanica. 

E. Kauf. 

1. Von Herrn Schoetz dahier: 1 Varanus niloticus, 2 Agama 
colonorum , 1 Chamaeleon parvilobus , 2 Gastropyxis sma- 
ragdina. 



— XVII — 

2. Von der Neuen Zoolog. Gesellschaft in Frankfurt a. M. : 

1 Sternothaerus niger, 1 Hydraspis wagleri, 1 Python spilotus 
var. variegata. 

IV. Für die Fisch Sammlung. 

A. Geschenke. 

1. Von Herrn Ed. Lampe hier: 2 junge Salmo fario. 

2. Von Herrn Dr. Schubert hier: Drei Fische. 

3. Aus dem Nachlass von Prof. Schulgin durch Dr. Dreyer: 

2 Schädel von Haifisch. 

B. Durch Kauf. 

Ton Herrn S p a r r e Schneider in Tromso : Ein Lycodes esmarckii 
von Ost-Finnmarken. 

V. Wirbellose Tiere. 
A. Geschenke. 

1. Von Herrn Missionar Berger in Rietmond: Eine Kollektion 
Mollusken und zwei Gläser mit diversen Gliedertieren, sowie 
eine Anzahl Schmetterlinge aus Deutsch-Süd- West-Afrika. 

2. Vom Museum für Naturkunde in Berlin: 36 Lepidoptera, 
24 Coleoptera, 10 Hymenoptera, 2 Orthoptera, 5 Rhynchota, 
2 Skorpione, 4 Landschnecken, 13 Süsswasser- und 6 Meer- 
mollusken aus Ost-Afrika. 

3. Von Herrn Eck hold in Biebrich: 4 Lepidoptera (Kallima sp.) 
aus der Provinz Setshuan, China. 

4. Von Herrn Bauassistent Ellenberger hier: Ein Stück Holz 
von Ameisen zerfressen vom Friedhof in Wiesbaden. 

5. Von Herrn Dr. A. Fuchs in Bornich: 6 Gläser mit Arthropoden 
verschiedener Ordnungen aus Sumatra. 

6. Von Herrn Postsekretär Maus hier: Eine Anzahl Schmetter- 
linge aus Tirol. 

7. Von Geh. San.-Rat Dr. Pagen Stecher hier: Land-Conchy- 
lien von Sumba, Sumbawa und Bali, und Orthoptera von Sum- 
bawa. 

8. Von Herrn Preiss in Ludwigshafen a. Rhein: 75 Stück 
Cetoniden in 22 Arten. 

9. Von Herrn Weiler hier: Zwei Krebse von Borkum. 

Jahrb. d. nass. Ver. f. Nat. 56. XI 



— XVIII — 

10. Von Herrn Weiler in Hamburg: Ein Glas mit Gliedertiereu 
von Kamerun. 

11. Von Hern Forstmeister Wendtland in St. Goarshausen: Eine 
Schnecke. 

B. Kauf. 
1. Von Herrn Missionar Hof f mann in Deutsch-Neuguinea (Stefans- 
ort), eine Partie Lepidoptera von dort. 
Von Herrn H. Schoetz hier: Ein Glas mit Spinnen, Käfern und 
Orthopteren von Kamerun. 

VI. Palaeontologische und Mineralien-Sammlung. 

A. G esc henke. 

1. Von der kgl. Eisenbah n- Bau- A b teilung hier: Geweih- 
stücke von Cervus elaphus und Oberschenkel von Elephas primi- 
genius aus dem Diluvium bei Mosbach. 

2. Von Herrn Missionar Berger in Rietmond: Mergel mit Den- 
driten, Bergkrystall. Golderz, Kupferschwärze, Granaten, Sand 
aus der Wüste Kalakari, Natronsalpeter von Deutsch-Süd-West- 
Afrika. 

3. Von Herrn Prof. Kinkelin in Frankfurt a. Main: Zwei Stücke 
aus Cyprenenmergelschicht von Offenbacher Hafenbau mit ver- 
kiester Planorbis cornuus, Limnaeus subpalustris und Unio 
flabellatus. 

4. Von Herrn Dr. Grünhut hier: 12 Stufen Gesteine und Mine- 
ralien von Markirch i. E., 3 Flussspath und Sericitschiefer 
von Dotzheim, 10 Quarzitpseudomorph nach Baryt vom Spitzen- 
stein bei Frauenstein, 5 Stufen Quarzit und 2 Stufen Ehlit auf 
Quarzit ebendaher. 

5. Von Landgerichtssekretär Carl Schauss hier: 8 Stufen kry- 
stallisierter Quarz vom Spitzenstein bei Frauenstein, 2 Stufen 
Ehlit von daher, 2 Quarzpseudomorph nach Baryt, 3 Schiefer 
mit Versteinerungen von Weilmünster. 

6. Von Geh. San.-Rat Dr. Pagen Stecher: Thon mit Gyps- 
krystalUn und Sand mit Conchylienresten von der Kahlenmühle. 

7. Von Prof. Dr. Ritterling hier: Ein Knochenfragment von 
Steeteu. 



— XIX — 

8. Von Dr. Dreyer aus Nachlass Schulgin: 26 Stufen diversei' 
Mineralien und Gesteine aus der Schweiz. 

9. 1 Unterkiefer aus der Friedrichstrasse. 

B. Kauf. 

1. Equus caballus (Ober- und Unterkiefer), Bos taurus (Hörn) 
Canis familiaris (Unterkiefer) Helix spec, sämtlich in der Markt- 
strasse ausgegraben. Bos taurus brachyurus aus Kanalbau in 
der ßurgstrasse. 

2. Von Herrn S c h ö t z hier : Diverse Versteinerungen von Weisenau 
bei Mainz. 

3. Von Herrn H. Hess hier: Halswirbel und Pferdezähne in der 
Aarstrasse ausgegraben. 

Für die botanische Sammlung endlich erhielten wir ein Stück 
Kaurigun von Neuseeland von Herrn Mandershausen in 
Berlin, von Herrn Lehrer Leonhard ein Exemplar einer für 
die hiesige Gegend neuen Pflanze: Senceo. 

Über die im natur historischen Museum von den Beamten 
ausgeführten Arbeiten habe ich Ihnen folgendes zu berichten: Die 
Bestimmung, Katalogisierung und Neuaufstellung der Reptilien- und 
Amphibien-Sammlung wurde beendet und der zweite Teil des Katalogs, 
die Schlangen und Batrachier umfassend, im 55. Jahrbuch veröffentlicht. 
Mit der Neubearbeitung der niederen Tiere wurde begonnen und hier- 
für die nötigen Kataloge angelegt. Ein Schrank mit Vertretern der ver- 
schiedenen Klassen ist bereits in der Schausammlung aufgestellt. Von 
Fachmännern bestimmt, aufgestellt und katalogisiert sind die Skorpione, 
Seeigel und Seesterne. Die weiteren in Spiritus befindlichen Vorräte 
an niederen Tieren wurde nachgesehen, die Gläser aufgefüllt oder ver- 
setzt und in einem besonderen Schrank systematisch aufgestellt. Die 
trockenen Krebse, Seeigel und Seesterne wurden desinfiziert und in 
Pappschachteln (statt wie bisher auf Brettehen aufgeleimt) neu etiquettiert 
in 8 Glaspulten aufgestellt. Die Petrefakten in 52 Glaspulten wurden 
gereinigt und die Pulte innen und aussen mit Ölfarbenanstrich versehen. 
Ebenso sind die unteren Sturzschränke und die grossen Amphibien- 
und Reptilienschränke, sowie die Schränke mit niederen Tieren innen 
und aussen mit Ölfarbenanstrich versehen worden. Auch ein Teil der 
Conchylienpulte ist bereits frisch mit ()lfarbenanstrich versehen. — Die 

II* 



— XX — 

Insekten-, Vogel- und Säugetiersammlung wurde nachgesehen und wo 
es nötig war, frisch desinfiziert. Die Säugetierschränke erhielten 
sämtlich zur besseren Übersicht der Besucher Etiquetten für die in 
den Schränken untergebrachten Ordnungen. Die oben erwähnten neuen 
Eingänge sind aufgestellt und katalogisiert und Vorbereitungen zur Kata- 
logisierung und Neuaufstellung der Nassauischen Vogelsammlung gemacht. 
An verschiedeue Spezialisten wurden Objekte zur Bestimmung abgesandt, 
was ebenfalls viel Zeit zur Vorbereitung in Anspruch nahm. Ebenso 
wurde eine Durchsicht und Neuordnung eines Teiles unserer Bibliothek 
vorgenommen, für welche über 400 neue Eingänge doppelt eingetragen 
werden mussten. 

550 Jahrbücher kamen zur Versendung. Der grösste Teil der 
notwendigen Schlosser-, Schreiner-, Glaser- und Anstreicher-Arbeiten 
konnten in der eignen Werkstatt des Museums mit unseren Kräften aus- 
geführt worden. — Wie bereits erwähnt, wurden wir in freundlicher 
Weise von auswärtigen Fachgelehrten beim Bestimmen unserer Vorräte 
unterstützt. So bestimmte Herr Matchie in Berlin einen Teil der 
afrikanischen Gehörne, Herr Oberlehrer Breddin eine Partie exotischer 
Hemiptera, Herr Prof. Dr. Ü o e d e r 1 e i n in Strassburg unsere Seesterue 
und Seeigel, Herr Prof. Kraepelin in Hamburg die Skorpione, Herr 
Oberstudienrat Prof. Dr. L a m p e r t übernahm die Bestimmung der 
Holothurien und Prof. Dr. Lenz in Lübeck die Crustaceen, welche 
unser Museum aus Amboina besitzt und Herr Dr. D u n c k e r im Hamburg 
die aus Amboina stammenden Fische. Endlich präparierte Herr Preiss 
in Ludwigshafen einen Teil der in Spiritus aufbewahrten exotischen 
Insekten. 

Das Museum war im Sommer vom 23. April bis 2. November 
geöffnet und zwar Sonntags von 10 bis 1, Montags und Dienstags von 
11 bis 1 Uhr, Mittwochs von 3 bis 5 und Donnerstags und Freitags von 
11 bis 1 Uhr; an den ersten Sonntagen der Monate auch von 3 bis 
5 Uhr nachmittags. Es wurde im ganzen von 8296 Personen, 2000 
mehr als im Vorjahr, besucht (einschliesslich 160 Schüler des Gym- 
nasiums unter Aufsicht des Herrn Gull). 

Von auswärtigen Gelehrten wurden unsere Sammlungen vielfach 
aufgesucht und von Mitgliedern sowohl, als von Nichtmitgliedern zum 
Bestimmen einschlägiger Objekte häufig benutzt. 

Unser Präparator Herr I- a ni p e machte mit einer Subvention aus 
der Kasse des Museums eine Informationsreise an die Museen in Dresden, 



— XXI — 

Leipzig. Halle, Magdeburg, Berlin, Hamburg, Altena, Lübeck, Kiel, 
Bremen, Hannover, Braunschweig und Cüln. Er suchte sich sowohl hin- 
sichtlich der Neuaufstellung von Objekten, als sonstiger Museumsein- 
richtungen auch im Interesse des künftigen Neubaues zu informieren und 
Spezialisten ^ur Bestimmung einzelner Tierklassen zu gewinnen, was 
ihm in erfreulicher Weise gelungen ist. Ich freue mich, Ihnen mit- 
teilen zu können, dass die eifrige Tätigkeit, mit der sich Herr Lampe 
allen ihm obliegenden Pflichten gewidmet hat, ihre verdiente Aner- 
kennung gefunden hat, indem Herr Lampe von den städtischen Be- 
hörden nicht nur in eine höhere Gehaltsklasse der technischen Beamten 
eingereiht worden ist, sondern ihm auch vom verehrlichen Magistrat der 
Titel „Gustos" verliehen worden ist. Auch die Stellung des Dieners 
Kuppinger wurde durch das freundliche Entgegenkommen der städti- 
schen Behörden eine gesichertere. Wir verfehlen nicht, von Seiten des 
Vereins für die erspriesslichen Förderungen unsern Dank zu erstatten. 
Meine Herren! Ich hoffe, dass es mir durch das Vorgetragene 
gelungen ist, Ihnen nicht nur den Beweis eines regen wissenschaftlichen 
Lebens innerhalb unseres Vereins , sondern auch den Nachweis einer 
zielbewussten Arbeit im naturhistorischen Museum gegeben zu haben. 
So möge es dem Verein unter der regen Unterstützung seiner Mitglieder 
und der freundlichen Ägide der Behörden beschieden sein, auch für 
die Folge den Mittelpunkt geistigen Strebens für die Naturwissenschaften 
zu bilden und das naturhistorische Museum zu einem der hervorragenden 
Anziehungspunkte zur Freude und Belehrung sowohl der Bewohner 
unserer Stadt, als der zahlreichen sie besuchenden Fremden zu ge- 
stalten ! 



Neuere Gletscherforscliung. 

Von 

Dr. med. Böttcher, Wiesbaden. 

Vortrag, gehalten in der Generalversammlung des Nassauischen Vereins für Naturkunde 

am 14. Dezember 1902. 

Meine Damen und Herren! »Über Fels und Firn«, so lautet, wie 
Sie wissen, ein in der alpinen Literatur beliebter Titel. Auch der 
berühmte Alpinist Pur tscheller hat ihn für eines seiner Bücher 
gewählt. Sicherer und schneller können wir in der Tat nicht in die 
Welt des Hochgebirges versetzt werden als durch jene beiden Worte. 
Weckt das erste die Vorstellung der Berge überhaupt, so bringt das 
zweite etwas Neues, Besonderes, was Harz und Scbwarzwald und alle 
die auderen Sterne zweiter Grösse entbehren, den Begriif des ewigen 
Schnees. Die weissen Firngipfel sucht unser Auge am Horizont, 
wenn Avir uns den Alpen nähern, und alljährlich empfinden wir, unge- 
schwächt durch die Wiederholung, das nämliche, sehnsuchtsvolle Ent- 
zücken, wenn wir sie auftauchen sehen, in prächtigem Kontrast mit dem 
Grün des Waldes und der Matten. 

Nicht nur der Naturfreund, nicht nur der waghalsige Tourist 
unterliegt dem Zauber jener Hochregionen , die uns den Winter im 
Sommer, die Polarwelt im Süden vor Augen zu führen bemüht scheinen. 
Sie haben seit langem auch den Forscher gereizt ihrer unwirtliclien 
Rauheit den Schlüssel zur Eigenart ihrer Erscheinungen abzutrotzen. 

M. H. ! Der Generalversammlung des D. u. (). Alpenvereins zu 
Wiesbaden konnte gemeldet werden, dass es am 21. August dieses 
Jahres den Professoren Blümcke und Hess nach mehrjährigen nur 
von halbem Erfolg gekrönten Bemühungen gelungen war, die Zunge 
des Hintereisgletschers in 2600m Meereshöhe vollkommen zu 
durchbohren. In 153 m Tiefe hatten sie den Boden erreicht. Der leb- 
hafte Beifall zeigte, welchen Wert man diesen Arbeiten beimisst. — Es 
handelt sich nun bei diesen Untersuchungen um kein isoliertes Unter- 
nehmen. Seit den 70 er Jahren in der Schweiz, seit den 80 er Jahren 



— XXIII — 

auch in den Ostalpen ist sozusagen kein Gletscher seines Lebens mehr 
sicher, Sie dürfen nicht mehr wie früher hin- und herrücken, wie es 
ihnen passt, bald Seen aufstauen, Dörfer verwüsten, bald sich ins Privat- 
leben zurückziehen, und ihr Exterieur so vernachlässigen, dass man ihre 
schmierige, unansehnliche Stirn kaum mehr anschauen mag. Marken 
auf dem Gestein umgeben sie allerorts in abgemessenen Entfernungen, 
die jeden ihrer Schritte kontrolieren. Den bedeutenderen rückt man mit 
Theodolit und Messstange auf den Leib, trigonometrisch und photo- 
grammetrisch werden sie bis in alle Winkel gemessen, farbige Steine 
legt man quer über ihre Zungen, um ihre Geschwindigkeit zu be- 
obachten, man bohrt sie, wie Sie eben gehört haben, sogar an. 

Es dürfte Sie vielleicht interessieren, meine Herren, an der Hand 
eines Gerüstes der Gletscherkunde zu hören, inwieweit all 
■diese Geschäftigkeit jenen interessanten Zw^eig der Erdwissenschaft ge- 
fördert hat. Mehr wie ein Gerüst und zwar ein sehr lückenreiches 
werden sie freilich nicht erwarten können von einem Gegenstand, dessen 
Behandlung schon das ältere Werk von Dollfuss-Ausset 13 dicke 
Bände widmet. 

Überall auf der Erde, wo es Berge von genügender Höhe giebt, 
"werden wir beim Anstieg in eine Zone gelangen, oberhalb welcher die 
Wärmemenge eines Sommers nicht mehr ausreicht, um die festen Nieder- 
schläge des letzten Winters in Wasser zu verwandeln. Wir kommen 
in die Region des ewigen Schnees. Wir haben die Schneegrenze oder 
S c h n e e 1 i n i e überschritten. Dieser theoretisch so einfache F^egriff 
der Schneelinie macht praktisch recht erhebliche Schwierigkeiten, ganz 
besonders, wo komplizierte Bodengestalt wie in den Alpen, ausser den 
klimatischen Faktoren noch sog. orographische einführt. Näher erörtern 
kann ich diese Schwierigkeiten hier nicht. Zur Ermittelung der als 
Tergleichswert allein brauchbaren klimatischen Schneegrenze der 
Alpen d. h. der Linie, wo der Schnee in ungeschützter Lage nicht mehr 
gänzlich fortschmelzen würde, haben Brückner, P e n c k und Richter 
in geschickter W eise die Vergletscherung benützt. Eine früher allgemein 
verbreitete Annahme, dass die Schneegrenze von Westen nach Osten in 
den Alpen anstiege, hat sich dabei als irrig erwiesen. Sowohl in der 
Schweiz wie in den Ostalpen steigt die Schneegrenze von allen Seiten 
gegen die Centralketten an. Die starke Vergletscherung der centralen 
Teile ist daher nur durch ihre bedeutende Höhe bedingt. So geht 
denn auch die Besiedelung der Täler in den mittleren Ketten meist 



— XXIV — 

höher hinauf als in den nördlichen und südlichen klimatisch ungünstiger 
gestellten Kalkalpen. 

Da in der Region des ewigen Schnees jedes Jahr einen 
Zuwachs an Masse der festen Niederschläge erzeugt, so 
müssten diese allmählich die Berge weiter und weiter erhöhen, wenn 
nicht irgendwie für Beseitigung des Überschusses gesorgt würde. Das 
geschieht nun aber, und zwar auf zweierlei Weise. Teils hilft die 
Natur sich periodisch in mehr akuter, gewaltsamer Weise, indem sie 
Lawinen zu Tal sendet. Als Staublawinen im Winter, als 
Schlag- oder Grundlawinen im Frühjahr donnern jene jahraus, 
jahrein, meist in bekannten Bahnen hernieder und führen ungeheure- 
Schneemassen der Schmelzung in wärmeren Regionen zu. Es sei hier 
nebenbei bemerkt, dass der Nutzen, den die Lawinen als klimatische 
Regulatoren biingen, viel höher einzusetzen ist, als der Schaden, den 
sie durch unglückliche Umstände gelegentlich verursachen. 

Einen anderen zum gleichen Ziele führenden Weg stellt die 
Gletscherbildung dar. Nicht überall sind für dieselbe die Be- 
dingungen gegeben. Sie tritt vielmehr nur da ein, wo die Gliederung- 
des Gebirges Mulden erzeugt, welche dem alten Schnee, dem Firn massen- 
hafte Aufhäufung in einer Art von Sammelbassins gestatten. Hier wird 
der Überschuss nicht in plötzlichem Sturze hinabgeschaft't. Besondere 
physikalische Verhältnisse verwandeln den Schnee in den tieferen Schichten 
zu einer kompakten Eismasse. Der ungeheuren Druck, der auf ihr 
lastet, verleiht dieser Eismasse einen gewissen Grad von Plasticität. 
Dem Zuge der Schwere folgend ergiesst sie sich in trägem Flusse 
talab. Dadurch gelangt sie tiefer und tiefer unter die Schneegrenze und 
immer mehr unter den Einfluss der schmelzenden Kräfte. Wo diese 
genügen, um die nachgepresste Zufuhr stets oline Rest in Wasser zu 
verwandeln, ist das Ende des Gletschers erreicht. Bei den grossen Eis- 
strömen der Schweiz finden wir dasselbe etwa 1500 m, in den Ostalpen 
1000 m und weniger unterhalb der Schneegrenze. Kein Wunder, dass 
da bereits Matten und Baumwuchs rechts und links die Berghänge 
zieren und die schönen Gegensätze erzeugen helfen, die uns das Hoch- 
gebirge so lieb machen. 

Sehen wir uns nun das ganze Gebilde etwas genauer an, am besten, 
indem wir in den Alpen einen Punkt ersteigen, der einen nniurlichst 
vollkommenen Überblick gestattet. Da nehmen wir denn wahr, wie 
hoch oben ein Grat und seine Zweige ein ungefähres Halbrund um- 



— XXV — 

geben, das von einer schräg abwärts geneigten Schneefläche bedeckt, 
wird. Sie bildet die Oberfläche der Ausfüllung eines Kessels. In 
diesem Kessel hat der flüchtige, staubartige Hochschnee, den die 
bekannten, zierlichen hexagonalen Kryställchen zusammensetzten, eine 
Ruhestätte gefunden. Dabei ist er aber unter Temperatur- und Druck- 
verhältnisse gelangt, die ihm die Beibehaltung der ursprünglichen Gestalt 
nicht erlaubten. An Stelle der feinen Kryställchen treten rundliche 
Körner, die sogenannten Firn körn er, die Ooiithenform der 
Krystallisation. Dringen wir weiter in die Tiefe, so hat gestautes und 
wieder gefrorenes Schmelzwasser die bereits weiter vergrösserten Firn- 
körner durch einen blasenreichen, daher trüben Eiscement zusammen- 
geschweisst. Aus dem Firn ist das Firneis geworden. Unter denü 
Firneise aber lagert eine weitere Schicht. Da sind die Körner bis z« 
Haseluuss- ja Hühnereigrösse angewachsen. Der Cement ist geschwunden. 
Ein Korn berührt das andere. Das Ganze erscheint als eine homogene^ 
bläuliche, durchsichtige Eismasse. Nur bei der Schmelzung treten in 
Form eines Haarspaltennetzes die Grenzen der einzelnen Oolithe wieder 
hervor. Das eben geschilderte letzte Stadium des Umwandlungsprozesses. 
der sich nunmehr nur noch in fortschreitender Vergrösserung der Körner 
offenbart, nennt man das Gletschereis. Auf die Physik des Eises,. 
deren Kenntnis zum vollen Verständnis dieser Metamorphose nötig 
wäre, kann ich hier nicht eingehen. Hierfür wären auch berufenere 
Kräfte in unserer Mitte vorhanden. Ich will nur bemerken, dass das 
stete Schwanken um den Gefrierpunkt, der gewaltige Druck 
Bedingungen geben, die für das Walten molekularer Kräfte besonders- 
günstig sind. Lassen wir jetzt die Blicke vom Firnfelde — so nennt 
man jenes Sammelbecken — nach tieferen Regionen schweifen, so- 
ändert sich das Bild. Aus dem Kessel ist eine Talfurche geworden^ 
rechts und links von Bergwänden eingeschlossen. Aus dem Firn- 
felde aber geht, den Boden der Talfurche füllend, unter allmählicher 
Verschmäleruug ein Gebilde hervor, dessen Name Gletscherzunge 
auch am besten seine Gestalt bezeichnet. An Stelle des Firnes sehen 
wir eine rauhe, im Sommer schneefreie oder wie man alpin sich aus- 
drückt, apere Eisfläche. Denn die Zunge besteht nur noch aus Gletscher- 
eis, das sich bereits in den angrenzenden unteren Teilen des Firnfeldes 
stark der Oberfläche genähert hatte. — 

An der Zunge arbeiten fast unausgesetzt die zerstörenden 
Kräfte, an der Oberfläche direkte Sonnenstrahlung, 



— XXVI — 

"Wärme und Feuchtigkeit der Luft, Taubildung und Schmelz- 
wässer. Das muntere Sprudeln dieser krystallklaren Bächlein in 
ihren selbst geschaffenen Furchen gewährt an warmen Tagen ein an- 
mutiges Bild rastloser Geschäftigkeit. Wasser und durch Spalten 
und Schlote eindringende Luft minieren auch im Innern und am 
Boden tritt als mächtiger Faktor noch die Er d wärme hinzu. Eine 
Fülle der interessantesten Formveränderungen ist die Folge der 
Arbeit aller jener Schmelzkräfte. Ein eigener Vortrag wäre nötig, 
um auch nur die wichtigsten eingehender zu besprechen. Nur an 
ganz weniges will ich kurz erinnern. Die Mitte der Zunge ist gewölbt, 
sie fällt der Quere nach gegen die Ränder ab. Die Ursache hierfür ist in 
der Rückstrahlung der stärker erwärmten Felswände zu suchen, die 
sich zur Sonnenstrahlung summiert, ausserdem noch schmelzend fortwirkt, 
Avenn die Sonne nicht mehr scheint. Ich erinnere ferner an die G 1 e t s c h er- 
tische. Sie bilden sich, wenn ein Steinblock seine Unterlage schützt, 
die sich da durch schliesslich wie ein Stiel über die stärker fort 
schmelzende Umgebung erhebt. Den ganzen Verlust, den der Gletscher 
durch die Abschmelzung erleidet, nennt man dieAblation. Man misst 
sie durch die Dickenabnahme und zwar vermittelst von Pfählen, die 
man in Bohrlöcher einlässt. Der Verlust beträgt an der Zunge meist 
«twa 1 ^'2 — 3 m pro Jahr, was bei der gewaltigen Oberfläche ein er- 
kleckliches Quantum Eis repräsentiert. Die Schmelzwässer des 
Grundes, trübe im Gegensatz zu den klaren der Oberfläche durch- 
brechen in einer halbrund gewölbten Öffnung, dem sogenannten 
Gletschertore, die Stirn des Gletschers und liefern den milchigen 
Oletscherbach, der infolge der unablässig schmelzend wirkenden 
Erdwärme auch im Winter sprudelt. Die Gestalt des Zungenendes 
hatten wir noch nicht besprochen. Dasselbe, die sogenannte Gletscher- 
stirn, bildet eine talab konvexe Linie, zu der die Gletscheroberttäche 
in mehr oder weniger steilem Abfalle allseitig horniedersteigt. 

Wir hatten also im Firnfclde, wo es den Schmelzkräften nicht 
mehr gelaug die Jahreseinnahme an festen Niederschlägen zu verbrauchen, 
das Nährgebiet erkannt, desgleichen in der Zunge, wo die Ausgaben 
die Einnahmen übersteigen, das Zehr gebiet. Die Grenze zwischen 
beiden, wo der Neuauftrag vollständig verbraucht wird, also kein Firn 
sich mehr bildet, Ein- und Ausgaben balanzieren, hcisst die Firn- 
linie. — Denjenigen, der au die Hochgebirgsdimensionen nicht gewöhnt 
ist, wird es überraschen zu hören, welche Quanta Eis die Zungen grosser 



— XXVII — 

Gletscher repräsentieren. Aus der des Gornergletschers könnte die 
Stadt London dreimal nebeneinander aus Eis erbaut werden. Die 
Masse der Zunge des Aletsc hgletschers schätzt man auf 10.800 
Millionen Kubikmeter. Etwa 60 mal so gross mag der Haupt- 
gletscher Islands sein. Ich habe die von dem alpinen Type viel- 
fach abweichenden Vergletscherungsformen der nördlichen Gebiete ab- 
sichtlich nicht in Betrachtung gezogen. — Als wir uns das Gesamt- 
bild eines alpinen Gletschers vergegenwärtigten, wurde zweier durch ihre 
typische und eigenartige Anordnung auffallender Erscheinungen nicht 
gedacht, der Spalten und der Moränen. Beide stehen mit der 
Bewegung in so innigem Zusammenhange, dass ich mich vorher diesem 
wichtigen Kapitel zuwenden möchte. Hier werden sie mir nun etwas 
längeres Verweilen gestatten müssen. Denn wenn auch die Tatsache 
an sich seit langem bekannt ist, so sind doch alle Aufschlüsse darüber, 
welcher Art die Gletscherbewegung ist, mit welcher Geschwindig- 
keit sie erfolgt, welche inneren Vorgänge sie ermöglichen und welche 
Kräfte sie verursachen, der neueren Forschung zu danken. Auch ein 
knapper historischer Excurs wird sich hier nicht ganz umgehen 
lassen. Kurz lässt er sich fassen, denn vor der touristischen Erschliessung 
der Hochregionen war Forscherarbeit daselbst ein mühseliges und sehr 
gefährliches Gewerbe, zu dem nur sehr wenige besonders mutige sich 
herbeiliessen. Exaktere Untersuchungen datieren kaum weiter zurück als 
in das mittlere Drittel des 19. Jahrhunderts. Interessant für die Be- 
wegungsfrage ist hier eine Beobachtung von Hugi aus Solothurn, weil 
sie die erste primitive Geschwindigkeitsmessung darstellt. Hugi hatte 
1827 auf der Mittelmoräne des ünteraargletschers im Berner 
Oberland eine Hütte erbaut. 1830 fand er dieselbe um 100 m thal- 
abwärts gerückt. In die 40 er Jahre fallen dann die Untersuchungen 
an dem nämlichen Unteraargletscher von Agassiz, dem berühmten 
Schweizer Naturforscher, und seinen Genossen. Ihre Unterkunftsliütte, 
das »Hotel des Neufchatelois« hat historische Berühmtheit erlangt. Denn 
die Agassiz 'scheu Arbeiten bilden die Basis der ganzen neueren 
Gletscherforschung. Unmittelbar an Agassiz schlössen sich die eng- 
lischen Physiker Forbes und TyndaU. Sie wählten vor allem den 
grossen M. Blanc-Gletscher, die M er de Glace zum Arbeitsfelde. Noch 
durch Decennien blieb dann die Schweiz der klassische Boden für 
Gletscherforschung. Deren neueste Ära kann man seit 1874 datieren. 
Denn seit jenem Jahre wird in einem vorher nie erreichten Umfange 



— XXVIII — 

der Rhonegletscher auf Veranlassung des Schweizer Alpenklubs und 
des Schweizer Militärdepartements vermessen und beobachtet. Vom 
Beginne der 80 er Jahre ab haben aber auch die Ostalpen angefangen 
mit der Schweiz in Wettbewerb zu treten und wie es scheint mit grossem 
Erfolge. Einen mächtigen Förderer haben die Arbeiter daselbst an dem 
D. und (). Alpenvereiu. Von den naturgemäfs meist bayrischen 
und österreichischen Erforschern der Ostalpengletscher greife ich nur 
einige der meist genannten Namen heraus: Penck, den Moränenkenner, 
Ed. Richter, den allumfassenden Grazer Geographen, Prof. Fin ster- 
walder aus München, dessen neue sehr bedeutsame Monographie über 
den Ötztaler Vernagtferner ich hier vorlege, und Blümcke und Hess, 
deren Forschungen am Hinter eisferner, gleichfalls einem Ötztaler 
Gletscher, ich schon früher erwähnte. 

Ich kehre jetzt zur Frage der Bewegung zurück. Schon eine 
aufmerksame äussere Betrachtung eines Gletschers hatte seit langem dem 
Beobachter die auffallende Ähnlichkeit mit einem Flusslaufe auf- 
gedrängt. Wie ein solcher folgt der Gletscher den Windungen seines 
Bettes, umfliesst inselförmige Hervorragungen desselben. Wie ein Fluss 
beim Fliessen über eine Steilterrasse aufschäumt, so reisst über einer' 
solchen das Eis in wilder Zerklüftung, um sich unten allmählich wieder 
zu ruhigem Laufe zu sammeln. Am Fusse der Stromschnelle entstehen 
Stauuugswellen, sie finden ihr vollkommenes Analogon in Stauungswülsten 
des Gletschers. Beobachten wir ferner die Strömung an einem im Wasser 
stehenden Pfahle oder einem Brückenpfeiler, so sehen wir das Wasser 
oberhalb des Hindernisses sich stauen, an ihm emporsteigen, unterhalb 
desselben zu einer Höhlung einsinken. Genau dasselbe tut das Gletschereis, 
wo es auf eine isolierte Felsklippe stösst. — Vereinigen sich zwei Arme 
eines Wasserlaufes, dann erhebt sich eine Strecke weit längs der Ter- 
cinigungslinie ein kleiner Wall, oberhalb desselben bildet sich eine Grube. 
Das nämliche Phänomen bietet das Gletschereis an der Vereinigungsstelle 
zweier Eisströme. Solcher ohne weitere Hilfsmittel wahrnehmbarer 
Parallelismen giebt es noch viele, sie macheu es verständlich, dass ein 
guter Beobachter wie Reu du schon vor den Agassiz 'sehen Unter- 
suchungen in seiner Schrift: »Theorie des Glacier de la Savoie den 
Ausspruch tun konnte: 

»Zwischen derMer de Glace und einem Flusse besteht 
eine so vollständige Ähnlichkeit, dass es unmöglicli ist, 



— XXIX — 

in dem letzten einen Umstand zu finden, der nicht auch 
in dem erste ren besteht«. 

Nun fragt sich's jedoch, ob auch die Resultate exakter Methoden 
zu jener Annahme einer fliessenden Bewegung, d. h. einer solchen mit 
gegenseitiger Verschiebung der kleinen Teile, sich günstig stellen. 

Zu den Messungen benutzte man anfangs Pfähle, die in gewissen 
Distanzen ins Eis gelassen wurden. Schon dadurch ergab sich, dass 
in verschiedenen Partieen einer Querlinie ungleiche Geschwindigkeit 
herrschte und zwar blieben beide Ränder hinter der Mitte zurück. 
Da bei der Pfahlmethode noch ein Zweifel möglich war, ob die Änderung 
kontinuierlich oder ruckweise erfolgte, so benutzte man später zwischen 
2 am Ufer angebrachten Fixpunkten quer über den Grletscher gezogene 
zusammenhängende St ein reihen. Heute finden sich solche in grosser 
Zahl auf den vielen unter ständiger Beobachtung stehenden Gletschern. 
Man pflegt die Steine durch verschiedenfarbigen Ölanstrich zu kenn- 
zeichnen, ausserdem in bestimmten Distanzen einzelne durch Nummern 
hervorzuheben. Wenn Sie in Berichten lesen: No. 13 — 50m, so heisst 
das: Der Stein, der die Nummer 13 trägt, ist seit dem vorigen Jahre 
um 50 m vorwärts gerückt. Sehr genaue Geschwindigkeitsmessungeu 
sind neuerdings von Blümcke und Hess am Hintereisferner im oberen 
Ötztal ausgeführt. Immer wieder müssen wir auf diese noch im Gange 
befindlichen Arbeiten zurückkommen. 

Ausnahmlos hat es sich nun gezeigt, dass die Steinreiheu sich in 
stets zunehmenderKrümmung allmählich zu talab konvexen Bogen- 
linien ausziehen. Die Mitte läuft schneller als die Ränder. Also 
sofort ein Verhalten, wie es genau den Gesetzen einer Flüssigkeits- 
strömung entspricht. Noch weiter geht die Übereinstimmung. Schlängelt 
sich das Bett, so macht die Reihe der Punkte grösster Geschwindigkeit 
die Schlängelungen in verstärktem Mafse mit, d. h. sie verlassen in 
abwechselnder Richtung die Mittellinie, um sich jedesmal der konkaven 
Uferseite zu nähern. — Vergleicht man einen Punkt der Oberfläche 
mit einem senkrecht darunter gelegenen, wo Bohrlöcher oder Spalten 
dies ermöglichen, so finden wir abermals eine Änderung der Geschwindig- 
keiten und zwar in Form allmählich zunehmender Verlangsamung 
gegen die Tiefe hin. Nur nahe der Oberfläche besteht zuerst für einige 
Meter Beschleunigung. Diese Unregelmäl'sigkeit haben Blümcke und 
Hess bei ihren Bohrversuchen recht unbequem durch pressende Ver- 



— XXX — 

engerungen des Bohrloches empfunden. Die oberste Decke unterliegt 

weder dem Drucke noch den günstigen Temperaturbedingungen wie die 

Tiefe, sie ist spröder und vermag der Gesamtbeweguug nur zögernd 
zu folgen. 

Ich brauche kaum zu erwähnen, dass auch die Abnahme der 
Greschwindigkeit gegen die Tiefe den gewöhnlichen Strömung s- 
ge setzen entspricht. Ich will Sie nicht mit mehr Einzelnheiten be- 
helligen. Es bleibt eben einem Wasserlaufe gegenüber, wenn man vom 
gelegentlichen Vorkommen rein gleitender Bewegungen unter besonderen 
Verhältnissen absehen will, als Hauptunterschied nur die grössere Schwer- 
fälligkeit der Masse übrig, die ungleich bedeutendere innere Reibung. 
Ein Fluss von der Mächtigkeit des Aletschgletschers und dem nämlichen 
Gefälle, den es freilich nicht giebt, würde mit geradezu wahnsinniger 
Geschwindigkeit daher brausen. 

Wie rasch bewegt sich nun ein Gletscher? Wir wollen 
nur die Geschwindigkeit in der Mitte der Oberfläche berücksichtigen, 
wie sie in den mittleren Teilen der Zunge gemessen wurde. Da beträgt 
sie bei den grösseren Gletschern der Alpen und ihnen ähnlicher Gebirge 
unter gewöhnlichen Verhältnissen 1 bis einige Dezimeter pro Tag und 
etwa 40 — 100 m pro Jahr. Eine bessere Vorstellung als diese Zahlen 
giebt vielleicht den Vergleich, den Heim in seinem ausgezeichneten 
Handbuche der Gletscherkunde braucht. Der Gletscher bewegt sich 
etwa in dem nämlichen Tempo wie die Spitze des kleinen Zeigers 
einer Taschenuhr. Viel langsamer als die grossen strömen die kleinen, 
die Gletscher zweiter Ordnung. Das entgegengesetzte Extrem bieten 
die Ausläufer des grönländischen Inlandseises dar. Sie können bis 
6 Kilometer im Jahre zurücklegen. Heim vergleicht die Geschwindig- 
keit ihrer Bewegung mit dem Kriechen einer ganz kleinen Schnecke. 

Vergleicht man die Geschwindigkeiten in verschiedeneu Höhen, so 
findet man die schnellste Strömung etwas unterhalb der Firulinie. 

Es drängen sich nach allem obigen nun folgende beiden Fragen auf: 

Welche Kraft setzt die Massen in Bewegung? Wie ist 
die für das Fliessen notwendige Verschiebung kleiner 
Teile gegen einander möglich? Heim, der eine ungefähre 
Gruppierung der Gletscherbewegungstlieorien bringt, sagt, zur er- 
schöpfenden Behandlung des Themas würde ein dicker Band kaum 
genügen. Da jedoch so gut wie alle älteren Theorien, die meist mit 
Umgehung der Schwerkraft die bewegende Kraft in Vorgängen im 



~ XXXI — 

Gletscher selber suchten, heute verlassen sind, so genügt es für uns fest- 
zustellen, dass man heute eben einzig und allein in der Schwerkraft 
das treibende Agens sieht. Um die innere Beweglichkeit des- 
Gletschereises, das vermöge seiner gewaltigen Masse einem ungeheuren 
Drucke und Zuge unterliegt, zu verstehen, muss man sich zunächst 
der allgemeinen Tatsache erinnern, dass es überhaupt keine absolut 
festen Körper giebt. Im übrigen zeigt eine nähere Betrachtung^ 
dass das Gletschereis sich unter physikalischen Bedingungen 
befindet, die ihm den denkbar höchsten Grad von Plastizität zu 
verleihen geeignet sind. Bekanntlich nimmt die Sprödigkeit des- 
Eises um so mehr ab, je wärmer dasselbe ist, und ist bei der Schmelz- 
temperatur am geringsten. Nun schwanken aber nur die oberstert 
Schichten des Gletschereises in ihren Temperaturverhältnissen, die weit- 
aus grösste Masse befindet sich ständig auf dem Schmelzpunkte. Ich 
erinnere hierbei an das Gesetz, dass Druck den Schmelzpunkt erniedrigt 
und zwar entspricht einer Athmosphäre eine Erniedrigung um 0,007 ^ C. 
— Die Tiefenbohrungen am Hintereisferner haben unter 
anderem auch die Möglichkeit geschaffen, Temperaturm essungen 
in den verschiedensten Tiefen vorzunehmen. Von einer gewissen Tiefe 
ab fand sich stets die Temperatur, die den Schmelzpunkt für den an 
der Messstelle herrschenden Druck nach obigem Gesetz bezeichnete. 
Emden, von dem die neuesten Forschungen über die Kornstruktur des- 
Gletschereises herrühren, fand das Gletscherkorn unter solchen Verhält- 
nissen biegsam und glaubt ohne Änderungen des Aggregatzustandes 
durch »Kornverbiegungen« allein die ganze fliessende Bewegung 
erklären zu können. Die meisten Autoren denken sich den Vorgang- 
jedoch so : Wenn der Schmelzpunkt erreicht ist, dann bewirkt jede Druck- 
vermehrung Verflüssigung. Bei Druckschwankungen, denen das Gletscher- 
eis ja ständig ausgesetzt ist, wird daher an den Stellen des stärksten 
Druckes sich Wasser bilden. Dies wird nach Stellen geringeren Druckes 
gepresst, während benachbarte Eisteile, dem Zuge der Schwere folgend» 
nachrücken. Das Wasser aber wird, sobald die Ursache für Ver- 
flüssigung aufhört, wieder gefrieren. Völlige Einigkeit ist in der 
schwierigen Frage noch nicht erzielt. — Ich möchte nun von der Be- 
wegung selbst auf einige ihrer wichtigsten Folgeerscheinungen übergehen. 
Zunächst muss ich wohl den Spalte nbildungen auch in dieser kurzen 
Übersicht ein paar Worte widmen, obwohl ich die Spalten hier eher unge- 
straft ignorieren dürfte als bei meinen touristischen Gletscherexkursionen. 



— XXXII — 

Da die Plastizität des Gletschereises, das mehr einer dickflüssigen 
als einer zähflüssigen Masse entspricht, sich in höherem Grade dem 
Drucke als dem Zuge gegenüber bewährt, so wird bei Ausdehnung des 
Zuges über ein gewisses Mal'sEinriss erfolgen und zwar naturgemäfs 
senkrecht zu den Richtungen des stärksten Zuges. Am wenigsten 
charakteristisch pflegt das Firn fei d sich zu gestalten. Hier ist eigent- 
lich nur die Randkluft einigermafsen typisch, ein langer bogen- 
förmiger Spalt, mit dem die in Bewegung geratene Hauptmasse sich 
von den obersten meist an die Felswand gefrorenen Randschichten trennt. 
Die Zugrichtungen gehen strahlenförmig nach dem Beginn der Zunge 
hin. Senkrecht dazu, also in konzentrischen Bogen sind die Spalten zu 
•erwarten, aber, wie gesagt, nicht sehr regelmäl'sig. Mehr System herrscht 
im Gebiete der Zunge. Die mächtigsten pflegen die Querspalten zu 
sein. Sie gehören der Mitte an und bilden sich, wo diese durch stärkere 
Neigung des Bodens einen gesteigerten Zug erfährt. Hat die Spalte im 
Laufe der Bewegung die steile Stelle passiert, dann schliesst sie sich 
wieder, während oben an ihrem Entstehungsorte eine neue sich öfi'net. 
Terrassen mit bedeutender Böschung liefern jene herrlichen Bilder wildester 
Zerklüftung, die wir an vielen bekannten Gletschern bewundern, deren 
Tolle Romantik sich freilich nur dem Hochtouristen erschliesst. Ich habe 
wohl in frischester Erinnerung den prächtigen Gletscherbruch des 
Bif ertenfirnes , des Tödigletschers, der bei der Besteigung des 
Königs der Glarner Alpen manche Xuss zu knacken gab. — Die Yer- 
langsamung der Gletscherbewegung gegen den Rand hin bedingt einen 
Zug von letzterem her schräge abwärts gegen die Mitte. Er führt zur 
Entstehung der Randspalten. Ihre Richtung steht wiederum senk- 
recht auf der der Spannung, sie laufen also vom Rande schräge auf- 
wärts gegen die Mitte. Auch sie machen natürlich die Bewegung des 
ganzen Gletschers mit. Ihr innerer Teil rückt dabei infolge der 
■dort herrschenden Beschleunigung der Bewegung schneller abwärts, es 
kommt eine Art Drehung um den Randteil als Achse zu stände. 
Oewohnlich erfolgt, ehe die rein quere Richtung erreicht wurde, der 
Schluss, Am Ende des Gletschers, wo die Massen wie ein Kuchenteig 
auseinander fliessen, ordnen die Zuglinien sich in konzentrischen Bogen 
und demgemäfs die Spalten in divergierenden Strahlen. 

Eine zweite, überaus wichtige Erscheinung, die in ursächlichem 
Yerhältuisse zur Gletscherbewegung steht, ist die Moränenbildung. 
Ich hätte diese gern in der Beleuchtung vorgeführt, die sie durch eine 



— XXXIII — 

neue in vieler Hinsicht fruchtbringende Theorie Finsterwalder^s 
erfahren hat. Ich habe aber diese Theorie, welche die Gletscherströmung 
auf rein geometrischer Basis analysiert, hier nicht besprechen können, 
obwohl sie besonders durch mehrere glücklich bestandene Proben aufs 
Exempel sehr interessant ist. Einige Daten über die Moränen werden 
aber den weniger mit Gletscherverhältnissen Vertrauten vielleicht auch 
in der gewöhnlichen Darstellungs weise willkommen sein. 

Moräne ist der gemeinsame Name für allen Schutt jeglicher Her- 
kunft, den der Gletscher infolge seiner Bewegung talab schafft oder 
früher talab geschafft hat. Sie wissen, wie die Verwitterung 
chemisch die Gesteine des Gebirges zum Zerfall bringt, deren Trümmer 
dann in Form von einzelnen Steinfällen, grösseren Bergstürzen, Muren 
und dergleichen von den Höhen hinabrollen. Von allen umgebenden 
Bergwänden fallen nun Steine, Sand und Geröll auch auf den Gletscher. 
Geschieht dies im Firngebiet, so wird der stetig neu erfolgende Auf- 
trag von Schnee sie mehr und mehr in die Tiefe sinken lassen und erst 
nach langer Wanderung am Grunde werden sie geschrammt und in ihrer 
Form verändert im Abschmelzungsgebiet -wieder auftauchen. Anders wird 
«in Stein sich verhalten, der von der Bergwand auf den Rand der Zunge 
fällt. Ihn werden die Eismengen einfach nach abwärts tragen. Ein nach 
ihm gefallener wird oben seine Stelle einnehmen u. s. w. fort, bis allmählich 
der lange Geröllstreifen entstanden ist, den wir als Randmoräne die Zunge 
beiderseits begleiten sehen. Vereinigen sich zwei Gletscherströme, nachdem 
sie bereits Randmoränen gebildet haben, so werden die beiden inneren 
Randmoränen nach der Vereinigung neben einander hinabziehen und bilden 
•dann eine Mittelmoräne. Eine Vermengung der Steine tritt dabei 
natürlich nicht ein. Jede Hälfte enthält eine Sammlung der Gesteinsarten, 
die an der Bergwand, von der sie stammte, vorkommen. Ebenso leicht 
verständlich ist es, dass Rand- und Mittelmoräuen in der Regel Blöcke 
jeder Grösse ungeordnet neben einander zeigen und zwar unver- 
ändert in ihrer ursprünglichen Form, also meist eckig und kantig. 
Ist das Ende des Gletschers erreicht, dann können die bis dahin ge- 
schafften Trümmer nicht weiter rücken. Sie sammeln sich zu einem 
Walle, der sogenannten Stirnmoräne, deren allmähliche Beseitigung 
anderen Kräften vorbehalten bleibt. An den Seiten giebt man den zur 
Ruhe gelangten Teilen der Raudmoräne noch den besonderen Namen 
Ufermoräne. ^y<\ r M^ 

Jahrb. d. nass. Ver. f. Nat. 56. HI /T\^ }^^^ /^ 



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— XXXIV — 

Doch nicht nur an der Oberfläche, auch an seinem Boden, schiebt 
der Gletscher Trümmermassen nach abwärts. Sehr verschiedenen Ur- 
sprunges können dieselben sein. Einmal kann sichs um Geröll handeln. 
das den Talboden bereits bedeckte, bevor er von Gletschermasseu 
eingebettet wurde. Ferner waren bereits die im Firnfeld herab- 
gefallenen Steine erwähnt. Dazu kommen Bestandteile der Obermoränen, 
sei es der Rand- oder Mittelmoräne, die durch Spalten in die Tiefe 
geraten sind. Und endlich bricht sich der Gletscher auf seinem "Wege 
vorstehende und vielleicht bereits gelockerte Felsteile los. Alles dies 
zusammen nennt man Untermoräne. — Hatte der Gletscher in seiner 
Obermoräne nur so zu sagen eine Ladung verfrachtet, deren Transport 
ihm oblag, so liefert die Untermoräne mit ihrer Schicht von Schlamm, 
Sand und Steinen ihm einen Hobel- und Schleifapparat, mit dem 
er sich an der Umgestaltung des Talprofiles betheiligen kann, indem 
er seine Bahn aushobelt. An den anstehenden Felswänden entstehen 
dabei die bekannten Gletscherschliffe. Aber auch das Handwerkszeug- 
selbst nutzt sich ab und so erscheinen denn die Trümmer der Unter- 
moräne, sobald sie zu Tage treten, abgerundet und geschrammt. Die 
Ablagerungen alter Untermoränen, die sogen. Grundmoränen , bilden 
die für die Erkennung früherer Vergletscherungen so wichtigen »gekritzteu 
Geschiebe«. In grösserer Ausdehnung sichtbar wird Untermoränenmaterial 
hauptsächlich in Rückzugsperioden der Gletscher. Gewisse Teile der 
am Boden hingewälzten Steinmassen schmelzen aber auch stetig am 
Rande aus und mengen sich den ganz anders gearteten Obermoränen 
bei. Ja, es kann Obermoränen geben, die sich nur aus solchen Bestand- 
teilen ursprünglicher Untermoräne zusammensetzen. Die nennt man 
dann falsche Obermoränen. Dies kommt bei Gletschern vor, deren 
Umrandung nicht aus verwitterndem Fels besteht, denen also das Material 
für ächte Obermoränen fehlt. 

Wir haben bisher die Gletscher so betrachtet, als ob sie ihre ein- 
mal erlangte Grösse und Gestalt dauernd beibehalten. Dem ist jedoch 
nicht so und ich komme damit zu einem heute wieder ganz aktuellen 
Gebiete, den Gletscher seh wankungen, und damit gleichzeitig zum 
letzten Punkte meines Vortrages. 

An sich ist es erklärlich genug, dass ein Gletscher in seinem 
Volumen, seiner Oberfläche und Länge nicht konstant sein kann, 
denn dazu wäre eine so weitgehende Gleichwertigkeit von Auftrag und 
Abschmelzung zu erwarten, wie die wechselnden Witterungsverhältnisse 



— XXXV — 

sie unmöglich zulassen. Jene geringeren Differenzen, wie sie die Jahres- 
zeiten und die Unterschiede einzelner Jahre im Gefolge haben, sind von 
mir absichtlich wie so vieles Andere übergangen worden. Ganz anders 
aber ist folgende merkwürdige Erscheinung. 

Ein Gletscher, dessen weit über seine jetzigen Grenzen vorge- 
schobenen Moränenablagerungen man es anmerkt, dass er einst bessere 
Tage gesehen, hat Jahre hindurch ein relativ bescheidenes Dasein ge- 
fristet. Da beginnt er sich ganz sachte zu blähen. Seine unansehn- 
liche, Üache, schmutzbedeckte Stirn fängt an zu schwellen, sie zeigt 
mehr und mehr ihr ursprüngliches Weiss, hebt sich in schöner Wölbung. 
Ihre Eismassen schieben sich talab. Die Endmoräne wird vorgestossen oder 
auch überschritten. So geht es weiter jahraus, jahrein in stets sich gleich- 
bleibender fortschreitender Tendenz. Über Wiesen wälzt sich der Eisstrom, 
selbst Waldbestand kann er erreichen und angreifen. Man weiss nicht, was 
noch kommen mag. Und tatsächlich ist die Vorstossperiode gewisser 
Gletscher - so nennt man sie — in den benachbarten Hochtälern ge- 
fürchtet. Auf zweierlei Art vor allem kann sie zu Katastrophen führen. 
Wenn nämlich das Ende des eigenen Tales erreicht ist, so durchqueren 
die Eismassen das nächste Tal, mit dem ihr eigenes zusammentrifft und 
dämmen den Wasserabfluss desselben ab. Ein See staut sich auf und, 
wenn ihm nicht rechtzeitig ein Ablauf geschaffen wird, oder er ihn sich 
zu wühlen vermag, so sind verheerende Durchbrüche die Folge. Das 
Ötztal bietet hierfür mit der durch Verstösse des Vernagtferners 
bedingten periodischen Bildung des Rofener Sees und seinen Aus- 
brüchen eines der bekanntesten Beispiele. — Eine andere Gefahr tritt 
ein , wenn der Gletscher bei seinem Vorrücken an eine Steilwand 
gerät, wo das Eis den Halt verliert und sich als Lawine hinabstürzt. 
Die Verwüstungen des Dorfes Rand er s im Zermattertale durch den 
Biesgletscher, der dort von den Firnmassen des Weisshornes herab- 
zieht, fallen jenem Vorgange zur Last. — 

Das geschilderte Vorrücken der Gletscher geht nun natürlich nicht 
in infinitum weiter, denn sonst wären in einer gewissen Zahl von Jahren die 
Verhältnisse der Eiszeit erreicht und vor einer solchen scheint doch unser 
Planet einstweilen noch verschont bleiben zu sollen. Nach einigen Jahren 
des Wachstums also bleibt der Gletscher stehen. Er hat, wie man sagt, 
seinen Hoch stand oder Maximalstand erreicht. Er hält sich 
nun einige Jahre annähernd stationär, dann beginnt er zu schwinden, 
erst langsam, dann schneller und schneller. Die Moränen: Geröll, Schlamm 

in* 



— XXXVI — 

und Sand bleiben liegen und bilden für den Kenner deutliche Marken 
dessen, was vorangegangen. Immer flacher und unansehnlicher wird das 
Ende und schliesslich ist der Zustand erreicht, von dem wir ausgegangen 
waren und das geschilderte Spiel kann von neuem beginnen. Als Gegen- 
satz zum Hochstand spricht man vom Tiefstand oder Minimalstand. 
Kolossale Eismassen können in einer Rückgangsperiode 
eingeschmolzen werden. So verlor der Pasterzengletscher 
am Gr. Glockner in einer solchen etwa 218 Millionen cbm, der 
Vernagtferner zwischen 1848 — 89 sogar 239 Millionen cbm an Volum. 

Diesen Schwankungen sind nun alle Gletscher der Alpen und 
wahrscheinlich alle Gletscher überhaupt unterworfen. Doch scheint bei 
oberflächlicher Betrachtung grosse Regellosigkeit im einzelnen zu 
herrschen. In nahe benachbarten Gebieten sehen wir einen Gletscher 
vor-, den anderen zurückgehen, den einen langsam, den anderen 
rapide vorstossen. Erst die Sammlung sehr zahlreicher Daten, das 
sorgfältigste Studium des Vorganges an vielen Gletschern hat Ordnung 
in den Wirrwarr gebracht und gezeigt, dass trotz aller scheinbaren 
Widersprüche die Schwankungen der einzelnen Gletscher sich grossen 
Perioden gleicher Tendenz unterordnen. Nur eilen die einen dem Be- 
ginne der gemeinsamen Periode voraus, die anderen hinken etwas hinter- 
her. In den verschiedenen orographischen Bedingungen, in verschiedener 
Grösse lassen sich die Gründe für das jeweilige Verhalten oft unschwer 
finden. Demgemäfs sind denn auch die scheinbaren Paradoxe am 
häufigsten an der Grenze des Umschlages von einer Tendenz in die 
andere. Auf der Höhe kann es Zeiten ganz gleichmäfsigen Verhaltens 
geben. Dann haben eben alle Nachzügler Zeit gehabt, das Versäumte 
nachzuholen. So waren z. B. in den Jahren von 1871 — 1875 sämt- 
liche Gletscher der ganzen Alpen ausnahmslos im Rückzuge begriffen. 
— Sehr verschieden ist die Intensität der Verstösse gewesen, die 
man im Laufe der Jahrhunderte beobachtet hat. Der bedeutendste 
Maximalstand, der bekannt geworden ist, fiel gegen 1820. Die Gletscher 
der Alpen müssen damals einen unbeschreiblich imposanten Anblick dar- 
geboten haben. Gegenwärtig befinden wir uns am äussersten Ende eines 
nicht sehr bedeutenden Verstosses, der 1875 in der M. Blanc-Gruppe 
begann, dann allmählich nach Osten vorschreitend ei'st in den 90er Jahren 
die Ostalpen ergrift'. Eingeholt hat dieser neueste Verstoss nicht, was 
die vorhergehende Rückzugsperiode gesündigt hat. 

Wo liegen nun die Gründe für das merkwürdige Phänomen? 
Der Schweizer Professor Forel, einer der drei Männer, die hier vor 



— XXXVII — 

allen anderen aufldärend gewirkt haben, hat zuerst in aller Schärfe 
darauf hingewiesen, dass es sich um die Wirkung von Ursachen handeln 
müsse, die Zeit gehabt haben, sich anzuhäufen, ehe sie einen nach 
aussen sichtbaren Effekt hervorriefen. Wenn ein Gletscher seinen Vor- 
stoss fortsetzt auch in oder nach einem warmen, trockenen Jahr, so 
kann das Material hierfür nur in früheren feuchten und kühlen Jahren 
gewonnen sein. Der Gletscher ist in seiner Trägheit eben viel weniger 
abhängig von der Witterung als vom Klima, d. h. dem Durchschnitte 
aus längeren Witterungsperioden. So hat auch schon Sonklar als 
einzige Erklärung für die periodischen Gletscherschwankungen das 
Vorhandensein periodischer Klimaschwankungen wenigstens für die 
Alpen gefordert und Daten dafür zu sammeln gesucht. Höchst will- 
kommen war es daher den Gletscherforschern, als Brückner im 
Jahre 1890 seinen auf ganz anderen Wegen gewonnenen Nachweis der 
Klimaschwankungen veröffentlichte. Ihm dienten meteorologische 
und hydrographische Beobachtungen bis 1750, Weinerntentermine bis 
1400, Notizen über kalte Winter sogar bis zum Jahre 1000. ferner 
das Verhalten von gewissen Seebecken u. dergl. m. Die Verarbeitung 
des gesamten Materials ergab, dass auf der ganzen Landoberfläche 
der Erde stets Reilien von Jahren mit kühler, feuchter Tendenz von 
solchen mit trockener, warmer Tendenz abgelöst worden sind und zwar 
so, dass Gesamtperioden von durchschnittlich 35 Jahren darous ent- 
standen. 

Mit Bezug auf die Verquickung von Klima- und Gletscher- 
schwankungen war Brückner selbst zunächst sehr vorsichtig. Bei 
der Langsamkeit der Eisbewegung musste es ja Dezennien dauern, ehe 
ein vermehrter Auftrag im Firnfelde am Ende der Zunge anlangen und 
dasselbe zum Vorstosse bringen konnte. Da treten nun Forel und 
Richter ergänzend ein. Richter stellte alle Nachrichten über 
Gletschervorstösse zusammen und zwar unter strengster Prüfung der 
Quellen, Dabei ergab sich zunächst auch für die Gletscherschwankungen 
eine durchschnittliche Dauer der Gesamtperioden von 35 Jahren. Es 
waren ausserdem aber die Verstösse den kühlen, feuchten Witterungs- 
perioden nicht um Dezennien, sondern um wenige Jahre gefolgt. Wie 
war eine Erklärung dafür möglich? Forel und Richter geben sie 
folgendermafsen : 

Wenn die durch feuchte Winter und kühle Sommer erzeugte Über- 
lastung des Firnfeldes so gross geworden, dass sie den Widerstand 
der vorlagernden träge fliessenden Eismassen der Zunge 



- XXXVIII — 

überwindet, dann wulstet sie diese auf. Die dadurch erzeugte 
Vermehrung des Querschnittes im oberen Zungenteile bewirkt nicht 
nur Besclileunigung der Bewegung, sondern es sclireitet die Wulstung 
wie eine Welle über die Zunge hin und bringt deren alte Massen 
schon zum Verstoss, ehe neues Material das Ende erreicht hat. — Der 
Einfiuss des ganzen Vorganges äussert sich auf das Gesamtvolumen des 
Gletschers um so bedeutender, als die Abschmelzung Zeit braucht 
und das Eismaterial um so weniger abnagen kann , je schneller es 
vorübergeschoben wird. Der rasche Rückgang nach einer Eeihe 
warmer und trockener Jahre ist noch leichter verständlich, denn der 
Verlangsamung der Bewegung steht kein solches Hindernis entgegen wie 
der Beschleunigung. Das immer schneller werdende Tempo, wie es 
ein Gletscherrückzug aufzuweisen pflegt, erklärt sich wiederum aus 
der gegenseitigen Unterstützung von Verkleinerung und Abschmelzung. 
Die Verkleinerung bewirkt Verlangsamung der Bewegung, diese giebt 
mebr Zeit für die Abschmelzung, die Abschmelzung bedingt weitere 
Verkleinerung u. s. f. — Es scheint nun, als ob die Tatsachen sich 
mehren, die geeignet sind, obige Erklärungsversuche zu stützen. Nicht 
nur werden ganz bedeutende Beschleunigungen der Bewegung überall 
an vorstossenden Gletschern konstatiert, die nach Erreichung des Maximal- 
staudes einer Verlangsamung Platz machen; die neueren genauen Me- 
thoden haben an dem Glieder ferner im Zillerthaler Gebiet im Be- 
ginne des Verstosses auch das wellenartige Talabwandern einer Schwel- 
lung nachzuweisen gestattet. — Dem sorgfältigsten Studium der Schwan- 
kungen ist heute die Hauptarbeit an den Gletschern, so wie ich sie 
am Eingange meines Vortrages andeutete, gewidmet. Genaue Mes- 
sungen in einem gegebenen Moment und alljährliche Nachmessungen, 
darauf kommt es an, auch heute noch eine mühselige und oft nicht un- 
gefährliche Beschäftigung. 

Seit 1894 sammelt überdies eine internationale Gletscher- 
kommission Daten aus der ganzen Welt. Immer mehr scheint es 
sich dabei bewahrheiten zu wollen, dass das Phänomen, das uns eben 
beschäftigte, allen Gletschern des Fa-dballes gemeinsam ist. 

M. D. u. H.! Wie die physikalische Geographie es an so vielen 
Beispielen lehrt, muss auch von den relativ kurzperiodischen Klima- 
und Gletscherschwankungen angenommen werden, dass sie sich 
wieder grösseren Perioden unterordnen. Als solche Schwankungen 
höherer Ordnung kann man die Eiszeiten betrachten. Auch ein nur 



— XXXIX — 

üüchtiger Ausblick in diese Epochen der Erdgeschichte verbietet sich 
hier naturgeraäfs. Eines aber werden Sie schon ersehen haben, dass es 
keiner bedeutenden Erniedrigung der gesammten Temperaturverhältnisse 
bedürfte, um ein Vorrücken der Gletscher im Mafse der Eiszeit zu 
erzeugen. Brückner berechnet die Differenz des eiszeitlichen Tempe- 
raturmittels gegen das heutige auf 3 ° C. — Ferner liegt es auf der 
Hand, dass nur eine genaueste Kenntnis der heutigen Gletschererschei- 
nungen den Geologen befähigt, die Folgen der eiszeitlichen Vergletscherung 
zu erkennen und richtig zu deuten. 

Die Gletscherkunde giebt Anregung nach allen Richtungen hin, sie 
führt uns unwillkürlich zu Exkursionen in fast alle Zweige der Natur- 
wissenschaften. In dem Rahmen, in dem ich mich heute habe halten müssen, 
konnte dies freilich nur unvollkommen zum Ausdrucke kommen. Trotzdem 
werden Sie bemerkt haben, in wie innigem Konnexe die Gletscherkunde 
mit der Geologie im allgemeinen, mit der Physik, der Klimatologie 
und noch vielen anderen Wissenszweigen steht und es gilt auch von 
ihr, was Tyndall in seinem Werke über die Gletscher der Alpen 
sagt: »Kein Bruchteil der Natur kann für sich studiert 
werden; jeder Teil ist mit jedem anderen Teile ver- 
bunden; und daher kommt es, dass der Naturforscher, 
wenn er den Gliedern der Gesetze folgt, die die Phäno- 
mene verbinden, oft weit über die Grenzen seiner ersten 
Absichten hinaus geführt wird; diese Gefahr nimmt zu 
in direktem Verhältnis zu dem Wunsche des Forschers, 
sich sichere und vollständige Kenntnisse zu erwerben.« 



Verzeicilnis der Mitglieder 

des 

Nassauischen Vereins für Naturkunde (E.V.) 

im November 1903.*) 



I. Torstand. 

Herr Geh. Sanitätsrat Dr. ArnoldPagenstecher, Direktor. 

« Professor Dr. Heinrich Fresenius, Stellvertreter. 

« Apotheker A. Vi gen er. 

« Rentner Dr. L. Dreyer. 

« Garteninspektor Dr. L. Cavet. 

« Professor Dr. Wilhelm Fresenius. 

« Dozent Dr. Grünhut, Schriftführer. 

« Oberlehrer Dr. Kadesch. 



II. Ehrenmitglieder. 

Herr v. Baumbach, Landforstmeister a. D., in Freiburg i. B. 

« Dr. Erlenmeyer, Professor, in Aschaftenburg. 

« Graf zu Eulen bürg, Ministerpräsident a. D., in Berlin. 

« Dr. H a e c k e 1 , Professor, in Jena. 

« Dr. L. V. Hey den, Professor, Königl. Major a. D., Frank- 
furt a. M. 

« Dr. W. Kobelt, Arzt zu Schwanheim. 

0= Dr. V. Kölliker, Professor, f^xc, in Würzburg. 

* Dr. Wentzel, Ober-Präsident, Hannover. 



*) Um Mitteilung vorgekommener Änderungen im Personenstand wird 
freundlichst gebeten. 



XLI — 



III. Korrespondierende Mitglieder. 

Herr C. Berger, Missionar in Rietmond, Deutsch-Süd-West-Afrika. 
« Dr. 0. Böttger, Professor, in Frankfurt a. M. 
« Dr. Buddeberg, Rektor, in Nassau a. Lahn. 
« Dr. V. Canstein, Königl. Ökonomierat und General-Sekretär, 

in Berlin. 
« Dr. Ludw. Döderlein, Professor der Zoologie, in Strassburg. 
« Freudenberg, General-Konsul, in Colombo. 
« Dr. B. Hagen, Hofrat, in Frankfurt a. M. 
« Ernst Herborn, Bergdirektor, in Sydney. 
« Dr. Hueppe, Professor der Hygiene, in Prag. 
« Dr. L. Kaiser, Provinzialschulrat, in Cassel. 
« Dr. Kays er, Professor der Geologie, in Marburg. 
-< Dr. F. Kinkelin, Professor, in Frankfurt a. M. 
« Dr. Knoblauch, August, prakt. Arzt, in Frankfurt a. M. 
« Dr. Karl Kraepelin, Professor, Direktor des Naturhistorische« 

Museums, in Hamburg. 
« Dr. K. Lampert, Professor, Oberstudienrat, Direktor des KgL 

Naturalien-Kabinets, in Stuttgart. 
« Dr. H. Lenz, Professor, Direktor des Naturhistorischen Museums^ 

in Lübeck. 
« Dr. C. List, in Oldenburg. 
« Dr. Ludwig, Professor, in Bonn. 
« Dr. Reichenbach, Professor, in Frankfurt a. M. 
«: V. Schönfeldt, Oberst z. D., in Eiseuach (Villa Wartburg). 
« Dr. A. S e i tz , Direktor des Zoologischen Gartens, in Frankfurt a. M. 
« Siebert, Direktor des Palmengartens, in Frankfurt a. M. 
« P. T. C. Snellen, in Rotterdam. 
« Dr. T h m a e , Gymnasiallehrer, in Elberfeld. 



IV. Ordentliclie Mitglieder. 

A. Wohnhaft in Wiesbaden. 

Herr Ab egg, Rentner. 

« Ahrens, Dr. med., prakt. Arzt. 

« Albert, H., Kommerzienrat. 

« Albrecht, Dr. med., prakt. Arzt. 

« Altdorf er, Dr. med., prakt, Arzt. 

« Amson, A., Dr. med., prakt. Arzt. 

« Aronstein, Dr. med., prakt. Arzt. 



— XLII — 

Herr Baer, S., Bank -Vorstand. 

« Bartling, Ed., Kommerzienrat. 

« Bartmann, G., Fischerei-Direktor. 

'< Berger, L., Magistrats-Assisteut. 

« Berle, Ferd., Dr., Banquier. 

« Berle, Bernhard, Dr., Banquier. 

« Becker, Dr. med., prakt. Arzt. 

« Bender, E., Dr. med., prakt. Arzt. 

« Bergmann, J. F., Verlagsbuchhändler. 

« Bier bäum, Kgl. Amtsrichter. 

« Bischof, Professor Dr., Chemiker. 

« Boettcher, Dr. med., prakt. Arzt. 

« Bohne, Geh. Rechnungsrat. 

« Borggreve, Professor Dr., Oberforstmeister. 

« V. Born, W., Rentner. 

« Brauneck, Dr., Geh. Sanitätsrat. 

« Bresgen, Dr. med., prakt. Arzt. 

« Brömme, Ad., Tonkünstler. 

« Buntebarth, Rentner. 



Caesar, Reg. -Rat. 

Gas pari IL, W., Lehrer. 

Gau er, Buchhändler. 

Gavet, Dr., Königl. Garteninspektor. 

Chelius, Georg, Rentner. 

Glouth, Dr. med., Sanitätsrat. 

Goester, Dr. med., prakt. Arzt. 

Gonrady, Dr., Geh. Sanitätsrat. 

Guntz, Wilhelm, Dr. med., prakt. Arzt, Sanitätsrat. 

Guntz, Friedrich, Dr. med., prakt. Arzt. 

Guntz, Adolf, Rentner. 

Gzapski, A., Dr., Ghemiker. 

Dahlen, Kgl. ükonomierat, Generalsekretär. 
D e n e k e , Ludwig, Rentner. 
Doms, Leo, Rentner. 
Dreyer, L., Dr. phil., Rentner. 
Dünschmann, Dr. med., prakt. Arzt. 
Düukelberg, Dr. Geh. Rat. 

Ebel, Adolf, Dr. phil. 
E i c h m a n n , Kaufmann. 
Elgershausen, Luitpold, Rentner. 



— XLin — 

Herr Flor schütz, Dr., Sanitätsrat. 

« Frank, Dr., Dozent und Abt.-Vorst. am ehem. Laboratorium 

von Fresenius. 

« Fresenius, H., Dr., Professor. 

« Fresenius, W., Dr., Professor. 

« Frey tag, 0., Rentner, Premierleut. a. D. 

« Fuchs, F., Dr. med., Frauenarzt. 

« Fuchs, A., Direktor a. D., Privatier, 

« Funcke, prakt. Zahnarzt. 

« Gallhof, J., Apotheker. 

f Geissler, Apotheker. 

« Gessert, Th., Rentner. 

« Gleitsmann, Dr. med., Medizinalrat, Kgl. Kreisarzt. 

« Groll, G., Lehrer. 

« Groschwitz, C, Buchbinder. 

« Groschwitz, G., Lithograph. 

« Grün hu t, Dr., Dozent am ehem. Laboratorium von Fresenius. 

« Gull, J., Lehrer. 

« Gygas, Dr. med., Oberstabsarzt a. D. 



Hackenbruch, Dr. med., prakt. Arzt. 

Hagemann, Dr. phil., Archivar. 

Hammacher, G., Rentner, 

Heck er, Ewald, Dr. med., prakt. Arzt. 

Heime rdinger, M., Hof-Juwelier. 

He n sei, C, Buchhändler. 

Herold, Dr. phil., Rentner. 

Herrfahrdt, Oberstleutnant z. D. 

Herrmann, Dr. phil. Renter. 

Hertz, H., Rentner. 

Hertz, R., Badhausbesitzer. 

Hess, Bürgermeister. 

Hessenberg, G., Rentner. 

H e y d r i c h , Rentner. 

H e y e 1 m a n n , G. , Kaufmann, 

Hintz, Dr. phil., Professor. 

Hiort, Buchbinder. 

Hirsch, Franz, Schlosser. 

Honigmanu, Dr. med., prakt. Arzt. 



V. Ibell, Dr., Ober-Bürgermeister. 
Jordan, G., Lehrer. 



— XLIV — 

Herr Kadesch, Dr., Oberlehrer. 

« Kalle, F., Stadtrat, Professor. 

« Kessler, Landesbank-Direktor. 

« Kiesel, Dr. phil. 

« Klärner, Carl, Lehrer. 

« Knauer, F., Rentner. 

« Knauer, Dr. med., Augenarzt. 

« Kobbe, F., Kaufmann. 

« Koch, G., Dr. med., Hofrat. 

« Koch, Kommerzienrat. 

« König, Dr. med., prakt. Arzt. 

« Körner, Beigeordneter. 

« Kugel, Apotheker. 

« Lampe, E., Custos des Naturhist. Museums. 

« Lande, Dr. med., prakt. Arzt. 

« Landow, Dr. med., prakt. Arzt. 

« Laquer, Dr. med., prakt. Arzt. 

« Lautz, Professor. 

« Leich, L., Apotheker. 

« Leo, Rentner. 

« Leonhard, Lehrer a. D. 

« Levi, Carl, Buchhändler. 

« Leyendecker, Professor. 

« Lindholm, W. A., Kaufmann. 

« Lossen, Dr. phil., Rentner. 

« Lugen buhl, Dr. med., ^n-akt. Arzt. 



Mahlinger, Dr. phil., Oberlehrer. 
Marburg, F., Rentner. 
Mayer, Dr. J., Apotheker. 
Maus, W., Postsekretär. 
Meyer, Dr. C, prakt. Arzt. 
Michaelis, Fr., Schlachthausdirektor, 
Moxter, Dr. med., prakt. Arzt. 



Neuendorff, August, Rentner. 

Neuendorff, W., Badewirt. 

V. Niessen, Max, Dr., prakt. Arzt. 



Oberrealschule. 

Herr Opitz, Bruno, Kaufmann. 



— XLV — 

Herr Pagenstecher, Arnold, Dr. med., Geh. Sanitätsrat. 

« Pagenstecher, H., Dr., Augenarzt. 

« Pagen stech er, Ernst, Dr., prakt. Arzt. 

« Pfeiffer, Emil, Dr. med.. Geh. Sanitätsrat. 

« Plessner, Dr. med., prakt. Arzt. 

« Pröbsting, A., Dr. med., prakt. Arzt. 

« Ramdohr, Dr. med., prakt. Arzt. 

« Ricker, Dr. med.. Geh. Sanitätsrat. 

« Ricker jun., Dr., prakt. Arzt. 

« Ritter, C, Buchdrucker. 

« Roemer, H., Buchhändler. 

« Romeiss, Otto, Dr., Justizrat, Rechtsanwalt. 

« Roth, Apotheker, Rentner. 

« Rudioff, Dr. med., prakt. Arzt. 

« Rühl, Georg, Kaufmann. 

« Sartorius, Landeshauptmann. 

« Scheele, Dr., Geh. Sanitätsrat. 

« Schellenberg, Apotheker. 

« Schellenberg, Hof-Buchdruckereibesitzer. 

« Schellenberg, Dr. med., prakt. Arzt. 

« Schild, W., Kaufmann. 

« Schlichter, Joseph, Rentner. 

« Schnabel, Rentner. 

« Schreiber, Geh. Regierungsrat. 

« Schubert, Max, Dr. med., prakt. Arzt. 

« Schulte, Rentner. 

« Schultz, Arthur, Dr. med. 

« Schweisguth, H., Rentner. 

« V. S e c k e n d r f f , Telegraphendirektor. 

« Seelig, Hofbüchsenmacher. 

« S e i p , Gymnasiallehrer. 

« Seligsohn, Dr. L., Rechtsanwalt. 

« Siebert, Gg., Professor. 

« Sjö ström, M., Rentner. 

« Spamer, Gymnasiallehrer. 

« Spieseke, Dr., Oberstabsarzt a. D. 

« Staffel, Dr. med., prakt. Arzt. 

« Stein, A., Lehrer. 

« Stengel, Major a.D. 

« Stoss, Apotheker. 

« Strecker, Dr. med., prakt. Arzt. 

« Strempel, Apotheker. 



— XLVI — 

Herr Tetzlaff, Dr. phil., Chemiker. 

« Thönges, H., Dr., Justizrat. 

« Touton, Dr. med., prakt. Arzt. 

« Vi gener, Apotheker. 

« Vigener, J., Dr., prakt. Arzt. 

« Vogelsberger, Oberingenieur. 

« Voigt, Dr. med., prakt. Arzt. 

« Wächter, L., Rentner. 

« Wagemann, H., Weinhändler. 

« Wehmer, Dr., prakt. Arzt und Frauenarzt. 

« Weiler, Ingenieur, Rentner. 

« Weintraud, Professor, Dr. med., Oberarzt. 

« Westberg, Kais. Russ. Hofrat. 

« Westphalen, Geh. Regierungsrat. 

« Wibel, Dr. med., prakt. Arzt. 

« Winter, Kgl. niederl. Oberstleutnant a. D. 

« Winter, Ernst, Baurat. 

« Witkowski, Dr. med., prakt. Arzt. 

« Z i e g 1 e r , Heinrich, Rentner. 

« Zinsser, Dr. med., Professor. 



B. Ausserhalb Wiesbaden (im Regierungsbezirk). 

« Bastelberge r, Dr. med., Eichberg i. Rheingau. 
« Beck, Dr., Rheinhiltte in Biebrich. 

« Christ, Dr. phil., Geiseuheira. 

« Dyckerhoff, R., Fabrikant, in Biebrich. 

«: Esau, Realschuldirektor, in Biedenkopf. 

« Frickhöffer, Dr. med., Hofrat, in Langenschwalbach. 
« Fuchs, Pfarrer, in Bornich. 

« Genth, C., Dr., Sanitätsrat, in Langenschwalbach. 

« Giebeler, W., Hauptmann a. D., Montabaur. 

* Goethe, Direktor des Königl. Instituts für Obst- und Weinbau in 

Geisenheim, Landes-Ökonomierat. 
Gräfl. V. d. Gröbensche Rentei, Vcrtr. Schwank. Major a.D., 

Nassau. 



— XLVII — 

Herr Haas, Rudolph, Hüttenbesitzer, zu Neuhoffnungshütte bei Herborn- 
« Hannappel, J., Dr. med., Schlangenbad. 
« Hilf, Geh. Justizrat, in Limburg. 

« Keller, Ad., in Bockenheim. 

« Klau, Director des Progymnasiums Limburg a. d. Lahn. 

« Künzler, L., in Freiendiez. 



V. Lade, Freiherr, Eduard, in Geisenheim. 

Lauben heimer, Professor, Geh. Reg.-Rat, Höchst a. M. 

Linke nbach, Generaldirektor, in Ems. 

Lotichius, Eduard, Dr., in St. Goarshausen. 

Lüstner, Dr. phil., Geisenheim. 



Milani, A., Dr., Kgl. Oberförster, in Eltville. 
Müller, Dr., Georg (Institut Hofmann) Institutsvorsteher, in 
St. Goarshausen. 



« Oppermann, Dr., Reallehrer, in Frankfurt a. M. 

« Passavant, Fabrikant, Michelbach. 
« Peters, Dr., Fabrikbesitzer, Schierstein. 

Real-Schule, in Biebrich. 

Real-Schule, in Geisenheim. 

Herr v. Reinach, A., Baron, Frankfurt a. M. 

« Schlegel, Reallehrer, St. Goarshausen. 

« Seibel, Postverwalter, Nastätten. 

« Speck, Dr. med., Sanitätsrat, in Dillenburg. 

« Sturm, Ed., Weinhändler, in Rüdesheim. 

« Thilenius, Otto, Dr. med., Sanitätsrat, in Soden. 

« Voll, Chr., Lehrer in Biebrich. 

« Wendlandt, Kgl. Forstmeister, St. Goarshausen. 
« Wort manu, Prof. Dr. in Geisenheim. 
« Winter, Lithograph, Frankfurt a. M. 



— XLYin — 

C. Ausserhalb des Regierungsbezirks Wiesbaden. 
Herr Alefeld, Dr. pliil., in Darmstadt. 

Bibliothek, Königl., in Berlin. 

Herr Fuchs, A., Dr., Geologe, in Berlin. 

« Geisenheyner, Oberlehrer, in Kreuznach. 

« Leppla, Dr., Landesgeologe, Berlin, Invalidenstr. 43. 

< Maurer, Fr., Rentner, in Darmstadt. 
« Meyer, H., Dr., Professor, in Marburg. 

Königliches Oberbergamt, in Bonn. 

Herr Preiss, Paul, Eisenbahnbeamter, in Ludwigshafen a. Rh. 

« Schuster, Wilh., cand. theol. u. phil., Mombach. 
« Steffen, Apotheker, in Friedrichsthal bei Saarbrücken. 

* V. Thompson, Generalmajor, Rittergut Ludwigshof, Kreis 
Ziegenrück. 



II. 



Abhandlungen. 



"Wissenschaftliehe Resultate der Reise des Freiherrn Carlo 
-von Erlanger durch Süd-Schoa, die Galla- und Somaliländer 

in 1900 und 1901. 



SPHINGIDEN UND BOMBYCIDEN. 



BEARBEITET VON 



Dr. ARNOLD PAGENSTECHER 

(WIESBADEN). 



HIEEZÜ TAFEL I. 



Jahrb. d. nass. Ter. f. Nat. 56. 



im Jahrgang 55 des Jahrbuches des Nassauischen Vereins füi 
Naturkunde (1902) S. 113 bis 204 gab ich eine Übersicht der Tag- 
falter, welche P'reiherr Carlo von Erlanger auf seiner 1900 und 
1901 unternommenen Reise in Nordostafrika erbeutete. 

Ausser den dort aufgeführten 181 Arten war eine kleine Anzahl 
von Lepidopteren angetroffen worden, deren Bestimmung noch ausstand. 
Ich kann nunmehr die nachfolgenden näher bezeichnen, bei welchen 
Herr Professor Dr. Kar seh mich unterstützte. 

1. Alaena Oberthuri Aurivillius, Rhop. Aeth. p. 256. Von Wahl 
Mane 3. III. Ol liegen mehrere Exemplare vor, welche ich dieser 
Art zugeselle. Die Tierchen haben eine Spannweite von 25 mm. 
Fühler, Brust und Hinterleib sind oben schwarz, unten heller, Hals- 
kragen und After gelblich. Oberseite der Vorderflügel schwarz, 
Fransen weisslich. Die Unterseite der hier mehr aschfarben er- 
scheinenden Vorderflügel zeigt ausser discalen weissen Flecken eine 
marginale Reihe, die der Hinterflügel eine marginale, sowie eine 
aus etwas grösseren Flecken bestehende discale, sowie einige Flecke 
längs der costa. 

2. Stugeta bowkeri Trimen §. Das 28. VII. 1901 gefangene Exem- 
plar zeigt nur geringe Unterschiede von S t a u d i n g e r s Ab- 
bildung. 

3. Cupido sigillalus Butler. Von Maki 21. XI. 00. 

4. Cupido anatossa Mab. Von Ginir 15. III. Ol. 

5. Celaenorrhinus spec. Vom Abassa See 15. XII. 00. 

6. Sarangasa maculata Mab. Von Mombassa 29. VII. Ol. 

7. Baorls latuellus HopflP. Mombassa 29. VII. Ol. 

8. Perlchoris alblcornis Butl. Abassa See 9. XII. 00. 

9. Parnara dedecta Trim. Ganale 10. IV. Ol. 

Den (190) Tagfalterarten reiht sich eine nicht unbeträchtliche 
Zahl von Sphingiden und Bombyciden an, von denen sich verschiedene 

1* 



als neu ergeben. Einige der ersteren hatten die Herren von Roth- 
schild und Jordan, welchen ich sie zur Begutachtung zugesandt 
hatte, die Güte, in ihrem neuesten treif liehen Werke: »Revision of the 
Lepidopterous Family Sphingidae« in den Novitates Zoologicae Band IX. 
Suppl. 1903 bereits aufzuführen und zu beschreiben, während ich die 
Bestimmung einiger mir unbekannter Bombyciden der Freundlichkeit des 
Herrn Professors Aurivillius in Stockholm verdanke. 

In der Aufzählung der Sphingiden folge ich den Herren von 
Rothschild und Jordan; hinsichtlich der Bombyciden benutze 
ich verschiedene Schriften der Herren Aurivillius, Karsch und 
Hampson. 

Sphingidae, 

A. Splnngidae asemanophorae. 

Subfam. Acherontiinae. 
Trib. ISphiiiginae. 

Genus XVIII Poliaiia von Eothsch. u. Jord. 
(Nov. Zool. IX Suppl. p. 38.) 

1. Poliana micra v. Rothsch. u. Jord. 1. c. p. 809. Siehe Tafel I, 
Fig. 6. 
Von dieser interessanten Art liegen 2 cf cf von 42 mm Spannweite 
vor. Das eine, 13. IV. 1901 am Ganale erbeutete hatte ich Herrn 
von Rothschild eingesandt und wurde nach ihm die am angegebenen 
Orte aufgeführte Beschreibung der Art vorgenommen, auf welche ich 
verweise. Das andere ganz gleiche wurde am Ganale 10. IV. Ol erbeutet. 
Die Autoren vergleichen die Art mit P. Buchholtzi, von welcher sie eine 
Duodezausgabe darstellt und mit der von ihm 1. c. Taf. V. f. 16 ab- 
gebildeten Praedora marshalli, der sie allerdings sehr ähnelt, wie die 
angefügte Abbildung auf Taf. I anzeigt. 

Genus XVII Ellenbeckia v. Rothsch. u. Jord. 
(Novit. Zool. IX Suppl. p. 809.) 

Als Repräsentant dieser von den genannten Autoren neu aufge- 
stellten Gattung liegt nur ein einziges aber wohl erhaltenes Exemplar vor. 



— 5 — 

2. Ellenbeckia moiiosplla v. Rothsch. u. Jord. Nov. Zool. IX Suppl. 
p. 810. 

Das Exemplar dieser ausgezeichneten Art, ein 9 von 40 mm Aus- 
mafs, wurde bei Farro Gurabi 22. IV. Ol erbeutet. Hinsichtlich ihrer 
Eigentümlichkeiten verweise ich auf die angegebene Stelle in den 
Nov. Zool. IX Suppl. p. 810. Die Abbildung auf Taf. I Fig. 7 erläutert 
dieselben. 

Subfam. Ambulicinae. 
Genus LX. Polyptychus Hübn. 

(von Eothsch. u. Jord. Nov. Zool. IX Suppl. p. 232.) 

3. Polyptychüs grayi Walker, List. Lep. Ins. Br. Mus. VIII, p. 249 
(1856). 

Smerinthus grayi Boisduval, Spec. Gen. Lep. Het. I p, 26 n. 13 

(1875.) 
Polyptychüs grayi Butler, Trans. Ent. Soc. IX, p. 584 (1877): 

Natal; Butler, Proc. Zool. Soc. 1898, p. 431: Brit.-C.-Afr. ; 

von Rothschild u. Jordan 1. c. p. 241. 

Es liegt ein Exemplar 9 ^on Finno 8. IV. Ol vor, von welchem 
ich eine Abbildung auf Taf. I, Fig. 4 gebe. 

4. Polyptychüs erlangeri von Rothschild u. Jordan, Nov. Zool. IX. 
Suppl. p. 810. 

Hinsichtlich dieser neuen Art verweise ich auf die ausführliche 
Beschreibung in den Nov. Zool. Es lagen den Autoren drei ihnen von 
mir zugesandte Stücke von Djalela cT 25. IV. Ol, Gogoro 9 20. IV. Ol 
und Daroli 9 6. III. Ol vor. Siehe die Abbildung auf Taf. I, Fig. 2. 

B. Spliingidae semanopliorae. 

Subfam. Sesiinae 

Trib. fSesiicae. 

Genus CX. Cephonodes IIb. 

(von Eothsch. u. Jord. Nov. Zool. IX Suppl. p. 460.) 

5. Cephonodes hylas L. 

Sphinx hylas Linne, Mant. Plant, p. 539 (1771); Donovan 
Ins. Chin. Taf. 43 f. 2 (1799). 



— 6 — 

Sesia hylas Fabr. Syst. Ent. H, p. 547 n. 2 (1771); Walker, 

List. Lep. Het. Br. Mus. VIII, p. 84 (partim). 
Cephonodes hylas Hubner, Verz. p. 131 <'1822) partim. 
Macroglossa hylas Koch, Indo Austr. Lep. Fauna p. 52 (1865); 

Boisduval, Spec. Gen. Lep. Het I p, 376 n. 72. 
Hemaris hylas Butler, Trans. Zool. Sog. Lond. IX, p. 722 

(1877) partim. 
Macroglossa picus Möschler, Schmett, Caffr. p. 288 (1884.) 
Macroglossa apus Guerin, Lefeb. Yoy. Abyss. YI, p. 386 (1885): 

Natal. 
Cephonodes hylas Butler, Proc. Zool. Soc. 1893 p. 674. Br.-C.-Afr.; 

Holland, Proc. Un. St. Nat. Mus. 1895, p. 264; Walsingham 

and Hampson, Proc. Zool. Soc. 1896, p. 265: Somaliland; 

Butler, Proc. Zool. Soc. 1896 p. 843: Nyassaland; Auri- 

villius Ofversigt Sv. Akad. Förhandl. 1900 u. g. n. 1081 : 

Congo. 
Cephonodes hylas virescens, von Rothsch. u. Jord. Nov. Zool. IX. 

Suppl. p. 467: Afrika south of Sahara; Madagascar. 

Ist in der Ausbeute zahlreich vorhanden. Von Djelenda 19. IV. Ol, 
Gale 19. VL Ol, Sidimum 28. V. Ol, Gobwin 9. VIL Ol. 

Subfam. Philampelinae. 

Trib. ^N^ephelinae. 
Genus CXXXI Nephele Hübn. 

(von Rothsch. u Jordan Nov. Zool. IX. Suppl. p. 550.) 

6. Nepliele argentifera Walker List. Lep. Ins. Br. Mus. VIII. p. 194 
(1856.) 

Zonilia argentifera Walker List. : Natal ; Boisduval Spec. Gen. I. 
p. 146 n. 12. 

Nephele argentifera Butler, Trans. Zool. Soc. Lond. IX. p. 662 
n. 6 (1886); Kirby, Trans. Ent. Soc. Lond. 1877. p. 239; 
Westwood in Gates, Matabeleland p. 355 (1881); Kirby, 
Cat. Het. I p. 679 n. 5 (1892): Natal: Pagenstecher, 
Jahrb. Ilamb. Wiss. Anst. X. 2 p. 38 u. 100 (1893); von 
Rothschild u. Jordan, Nov. Zool. IX. Suppl. p. 561: O.-Afr. 

Es liegt ein Exemplar von Mombassa 24. VII. Ol vor. 



— 7 — 
Genus CXXXII Temuora Hb. 

(von Eothsch. u. Jord. Nov. Zool. IX. Suppl. 564.) 

7. Temnora Stigma v. Rothsch. u. Jord. 1, c. p. 811 (1903.) 

Es ist ein Exemplar (9) dieser Art vorhanden ohne genaueren 
Fundort. Ich verweise auf die Beschreibung am genannten Orte p. 811 
•und auf die von mir gegebene Abbildung Taf. I, Fig. 1. 

Genus CXXXV Odontosida v. Rothsch. u. Jord. 

(von Rothsch. u. Jord. Nov. Zool. IX. Suppl. p. 586.) 

8. Odontosida erlangen von Rothsch. u. Jord. 1. c. p. 811. 

Ein ^ von "Wahl Mane 1. IV. Ol ist am angegebenen Orte be- 
schrieben, worauf ich verweise. Abbildung auf Taf. I Fig. 5. 

Genus CXXXVI Sphingoiiaepiopsis Wallengr. 
(von Rothsch. u. Jord. Nov. Zool. IX. Suppl. p. 590.) 

9. Spbingonaepiopsis nanum Walker. 

Lophura nana Walker, List. Lep. Het. Br. Mus. VIII. p. 107 

n. 4 (Natal) 1856. 
Sphingonaepiopsis gracilipes Wallengren, Wien. Ent. Mon. IV. 

p. 42 (1860); Kgl. Sv. Vet. Ak. Handl. 186.5, p. 19, Kaffr. 
Pterogon nanum Boisduval, Spec, Gen. Lep. Het. I. p. 305 

Taf. 9 Fig. 3 (1875.) 
Boisduval, Voy. Beleg. Afr. p. 594 n. 96 ; Walsingham u. Hampson, 

Proc. Zool. Soc. 1896 p. 268: Somaliland. 
Sphingonaepiopsis nanum v. Rothsch. u. Jord. Nov. Zool. IX. 

Suppl. p. 592: South Arabia to Natal. 
Es findet sich ein Exemplar in der Ausbeute von Gedid 3. VI. Ol. 

Genus CLII Leucostrophus v. Rothsch. u, Jord. 

(von Eothsch. u. Jord. Nov. Zool. IX. Suppl. p. 671.) 
10. Leucostrophus hirundo Gerst. 

Macroglossa commasiae Walker, List. Lep. Het. Br. Mus. VII. 
p. 90 (1856) partim. 

Macroglossa hirundo Gerstäcker, Wiegm. Arch. Nat. XXXVII, 
p. 360 (1871); Gerstäcker in von der Decken's Reise III, 2, 
p. 375 n. 30 Taf. 15 Fig. 7 (1873): Mombassa; Westwood 
in Gates. Matabelaland p. 355 (1881): Holland, Proc. Un. 
St. Nat. Mus. Vol. XVIII. p. 247 (1895). 



- 8 - 

Aellopus hirundo Butler, Trans, Zool. Soc. Lond. IX. p. 53 1> 
(1877); Butler, Proc. Zool. Soc. 1893. p. 674: Zomba; 
Butler, Proc. Zool. Soc. 1898 p. 31: Brit.-Centr.-Afr. 

Leucostrophus hirundo v. Rothscb. u. Jord. Nov. Zool. IX, 
Suppl. p. 671: Natal to Brit.-C.-Afr. 

In der Ausbeute sind zahlreiche Exemplare vorhanden, so vom 
Sidimum 48. V. Ol, Bardera 9. V. Ol, 30. V. Ol, Gedid 2. VI. Ol,. 
3. 6. Ol, 4. VI. Ol. 

Genus CLVI Celerio Oken. 

(von Eothsch. u. Jord. Nov. Zool. IX. Suppl. 713.) 

11. Celerio lineata Fabr. Syst. Ent. p. 541 u. 18 (1775) livornia 
Hübn. Verz. p. 157 (1822). 

Celerio lineata livornica v. Rothscb. u. Jord. Nov. Zool. IX. 
Suppl. p. 732 Afrika, Europa into China und South India; 
Möschler, Schmett. Kaffernl. in Verb. zool. bot, Ges. 1884; 
p. 287; Butler, Proc. Zool. Soc. 1884. p. 492: Aden; 
Walsingham und Hampson, Proc. Zool. Soc. 1896, p. 268: 
Aden; Direy, Proc. Zool. Soc. 1900, p. 20: Somaliland. 

Ein hellgefärbtes Exemplar von Malka Re I V. Ol. 

Genus CLXII Hippotioii Hbn. 

12. Hippotioii celerio Linne Syst. Nat. ed. X. p. 491 (1758), von-. 
Rothscb. u. Jord. 1. c. p. 751. 

Der weit verbreitete Schwärmer wird aus Afrika gemeldet bei Guerin 
Meneville, Voy. Abyss. 386; Boisduval, Faune Ent. Madag. p. 72 (1830); 
Boisduval, Voy. Deless, II, 575 (1847), Wallengren, Het. Caffr. p. 18 
(1865); Walker, List. Het. Br. Mus. VIII, 121; Wallengren, Ins. 
Transvaal, p. 93 (1875); Oberthur, Ann. Mus. Genov. XV. p. 171, 
XVIII p. 756; Butler, Proc. Zool. Soc. 1884, p. 494: Aden; Möschler, 
Schmett. Kaff. 1884, p. 287; Aurivillius Ent. Tidskrift 1892, p. 181: 
Gabun; Walsingham und Hampson, Proc. Zool. Soc. 1896, p. 268: 
Aden. 

Lebhaft gefärbte, indes nicht sehr grosse Exemplare wurden ge- 
fangen: Daroli 4. IIL Ol, 5. III. Ol; Ginir 17. IV. Ol. 



— 9 - 

13. Hippotion rosae Butler. 

Darapsa rosae Butler, Ann. Mag. Nat. Hist. (5) X, p. 433 
(1882) Delagoa Bay; von Rotlisch, u. Jord. Nov. Zool. IX. 
Suppl. p. 761. 

Ein Exemplar 9 Malke Re. 1, V, Ol. Siehe die Abbildung Taf. I, 
Fig. 4. 

Farn. Agaristidae. 

(S. Aurivillius, Ent. Tidskvift 1892, p. 188, Karsch, Ent. Nachr. 1895 p. 343.) 

Genus Aegocera Latr. 

(Harapson. Cat. Phal. Br. Mus. III, p. 595.) 

14. Aegocera brevivitta Hampson, Cat. Lep. Phal. Br. Mus. III, p. 60O 
pl. LH, Fig. 10: Brit.-O.-Afr. ; Angola. 

Von dieser hübschen Art liegen zahlreiche Exemplare vor. Sie 
unterscheiden sich untereinander dadurch, dass bei einigen der Hinter- 
rand der Hinterflügel verwaschen rotbraun eingefasst ist, bei anderen 
schwärzlich und scharf abgegrenzt erscheint. Die vorhandenen Stücke 
stammen sämtlich von Songoro Uuri 1. VII, Ol. 

15. Aegocera mahdi, nov. spec. 

Eine, sowohl Herrn Prof. Aurivillius, als Prof. Karsch 
unbekannte, im Berl. Mus. nicht vertretene Art, die wohl noch unbe- 
schrieben ist, findet sich in einem 9 Exemplar vonHanadscho 18. IV. Ol 
in der Ausbeute vor. 

Sie ist 30 mm gross und der vorigen Art in Färbung und Zeich- 
nung verwandt, aber grösser, schlanker und spitzflügiger. Die Oberseite 
der Vorderflügel ist bräunlichgrau, der Aussenrand etwas heller, weiss- 
lich bestäubt, mit einer schmalen dunklen submarginalen Linie. Im 
Flügelgrunde ein schmaler wagrechter, distal sich verbreitender weisslicher 
Streifen, bis zur Flügelmitte sich erstreckend und sich hier mit einem vier- 
eckigen, von nahe dem Apex herabkommenden weissen Streifen ver- 
einigend und etwa ^,'3 des Flügelgrundes am Vorderrande freilassend. 

Hinterflügel goldgelb mit schwarzem, nach dem Afterwinkel sich 
zuspitzendem Aussenrande. — Unterseite schwärzlich, auf den Vorder- 
flügeln gleiche Zeichnung wie oben, aber gelblich gefärbt, wie die 
Hintei-flügel, welche schwarzen Aussenrand und gelbliche Fransen zeigen. 
Fühler bräunlich, Brust graubraun, Hinterleib gelblich. Vergleiche die 
Abbildung auf Taf. I, Fig. 3. x'T \o>4/^" 



— 10 — 

Farn. Syntomidae. 
Subfam. Automolidinae. 

(Aurivillius, Ent. Tidskrift 1892, p. 189.) 

Aurivillius stellt (1. c. p. 189) die den Wallengren'schen 
Hexaneuridae entsprechende Unterfamilie der Automolidae wegen der 
fehlenden Costalrippe der Hinterflügel nicht zu den Arctiidae, wozu sie 
andere Autoren rechnen, sondern zu den Syntomidae. 

Gattung Metarctia, Walker, Hampson. 

(Automolis Hbn. Herr. Schaff. Hexaneura Wallengr., Decimia Wlk.) 

16. Metaretia meteus Stell, Pap. Exot. IV, Taf. 347, Fig. B. (1782). 
Decimia bicolora Walker, List. VII, p. 1718 n. 1. (1856); S.-Afr. 

Automolis meteus Möschler, Schmett. Kaff., p. 1881 (1884); 

Kirby, Cat. Het., p. 220 (1892) (Arctiidae). 
Metarctia meteus Hampson, Cat. Lep. Phal, Br. Mus. I, p. 148: 
Natal, Cape-Colony (Syntomidae) ; Hampson, Moths of S.- 
Afr. I, p. 40 (1900). 
Von dieser charakteristischen Art finden sich Exemplare in der 
Ausbeute von: Maki 23. XI. 00; Schedama 7. 11. Ol und Ginir 

16. III. Ol. 

Gattung Trichaeta Swinhoe. 

17. Trichaeta fiilvescens Walker. 

Syntomis fulvescens Walker, List. I, 132 (1854); Butler 111. 

typ. Het. Br. Mus. I, p. 17, Taf. 7, Fig. 2. 
Thyretes caffraria Heinrich Schäffer, Aussereurop. Schmett. I, 

Fig. 271 (1855). 
Naclia thyretiformis Wallengren, Wien. Ent. Mon. IV, p. 40 (1830). 
Syntomis moloana Wallengreu, Öfv. Sv. Vet. Förh. 1876, p. 94. 
Trichaeta fulvescens Hampson Cat. Phal. Br. Mus. I, p. 54 ; 

Hampson, Moths of S.-Afr. p. 36: Congo, Natal, Cape 

Colony (1900). 
Ein Exemplar von Laku 23. XII. 00. 

Gattung Syntomis Ochs. 

18. Syntomis cerbera Linne. 

Sphinx cerbera Linne, Mus. Ulr., p. 363 (1763); Drur. III. 
Exot. Ent. I, pl. 26, Fig. 2; Cramer, Pap. Exot. I, pl. 83, 
Fig. F; Boisduval, Voy. Delless. II, 396 (1847). 



— 11 — 

Zygaena cerbera Fabricius, Ent. Syst. III, I, 391; Walker 
List I, p. 121 ; Wallengren, K. Sv. Vet. Handl. 1865, 
p. 11: Caffraria; Wallengren, Ins. Transvaal, p. 95 u. 75 
(1875). 

Syntomis fantasia Butler, Journ. Linn. Soc. XII, p. 349 (1876); 
Butler, Proc. Zool. Soc. 1895, p. 738. 

Syntomis francisca Butler, Journ. Linn. Soc. XII, p. 349 (1876). 

Syntomis costiplaga Mabille, Ann, Soc. Ent. Fr. (6) X, p. 71, 
(1891). 

Syntomis cerbera Boisduval, Voy. Afr. Deleg, II, 596 (1867). 
Hampson, Cat. Phal. Br. Mus. I, p. 83 ; Hampson, Moths of 
S.-Afr. I, p. 37 : West-Afr., Delagoa-Bay, Zululand, Natal, 
Cape Colony; Aurivillius, Ent. Tidskrift 1881, p. 46: 
Gabun; Oberthur, Ann. Mus. Genov. XVIII, p. 733 n. 85: 
Afr. Equat. 

Stücke dieser Art sind in der Ausbeute vorhanden von Maki 
25. XIL 00, Abassa-See 16. XII. 00 und von Mane 21. IIL Ol. 

19. Syntomis alicia Butler, Journ. Linn. Soc. XII, p. 148 (1876), 
Oberthur, Ann. Mus. Genov. XV, p. 173 (1880); Hampson, 
Cat. Lep., Phal, I, p. 83, pl. III, Fig. 4 : Abyssinia. Rogen- 
hofer, Ann. Hofmus. Wien 1891, p. 463: von Mane 3. IV. Ol 

vertreten. 

20. Syntomis velatipennis Walker, List. XXXI, p. 67(1864); Hampson, 
Cat. Phal. Br. Mus. I, p. 84, pl. III, Fig. 6: Abessyuia. Ein 
Exemplar von Abeba, Oct. 1900. 

21. Syntomis clirysozona Hampson, Cat. Phal. Br. Mus. I, p. 90, 
pl. HI, Fig. 21. Ost-Africa (1895). Von Arbe 1. IL Ol und 
von Lodja 10. IL Ol, 11. IL Ol in der Ausbeute vorhanden. 

Fani. Chalcosiidae. 

Gattung Anoinoeotes Feld. 

22. Anomoeotes elegans nov. sp. 

Nahe verwandt mit A. levis Felder, Reise Novara Lep. IV, 
Taf. 100, Fig. 5 von Natal und A. nigrovenosa Butler, Proc. Zool. 
Soc. 1893, p, 676, pl. 40, Fig. 10 und Butler, Proc. Zool. Soc. 1895, 
p. 266. 



— 12 — 

cf 18 mm. Die hell glasartigen durchsichtigen von dunklen Adern 
durchzogenen Flügel sind am Grunde leicht gelblich gefärbt, sonst rauch- 
grau erscheinend. Fühler gekämmt, schwärzlich. Brust schwärzlich, 
Hinterleib gelblich mit schwärzlichen Ringen. Beine gelblich. 

Von Kismaju 10. VIT. Ol und Mombassa 29. VII. Ol. 

Fam. Arctiidae. 

(Hampson, Moths of S.-Afr. p. 41 ; Aurivillius, Ent. Tidskvift 1899, p. 233). 

Subfam. Nolinae. 
Gattung Nola Leach. 
Ich rechne zwei in der Sammlung vertretene Arten hierher, die 
möglicherweise noch unbeschrieben sind. 
23. IVola spec, 

Ein 18 mm grosses Exemplar von Gorgoru 24. IV. Ol, hat weiss- 
graue Vorderflügel mit einem breiten discalen, braunen, schwärzlich be- 
stäubten und eingefassten Streifen mit schwarzem Mittelpunkt und einem 
zweiten submarginalen schwärzlich gewellten schmalen Streifen, neben 
welchem der Aussenrand dunkler ist, sowie einem Innern schmalen schwärz- 
lichen. Die Hinterflügel sind weisslich mit dunkler Marginallinie. 

24. IVola spec. 

Zwei weitere wohl zusammengehörende Exemplare von Dogge, 
10. VI. Ol (o") und von Umfudu 18. VI. Ol (9) sind je 12 und 
1 5 mm gross. Die Vorderflügel sind weisslichgrau bestäubt mit undeut- 
licher, äusserer, schmaler Querlinie, breiter bräunlichschwarz eingefasster 
Querbinde mit schwarzem Mittelpunkt und stark bestäubtem Flügel- 
grunde sowie schwach gelbgrau gefärbten Hinterflügeln mit dunkler 
Randlinie. 

Subfam. Lithosianae. 

Gattung Lepista Wallengr. 

25. Lepista pandula Boisduval, Voy. Deleg. II, p. 597 n. 131 (1847); 
Wallengren, liandl. V, 4, p. 42 (1865) Kaflfr. Holland, Proc. Unit. 
Stat. Nat. Mus. 1896, p. 248: Ost-Africa. Hampson, Moths of 
S.-Africa I, p. 44; O.-Africa, Brit. Centr.-Atrica; Delagoa-Bay, 
Natal, Capc-Colony ^ Dysphlebia Trimenii Felder, Reise Nov. pl. 106, 
Fig. 32 ; = Dysphlebia limbata Butler, Proc. Zool. Soc. 1888, p. 98. 



- 13 — 

Die in der Ausbeute vorhandenen Exemplare sind gefangen : 
Daroli 13. III. Ol, Giuir 14. III. Ol und 15. III. Ol. 

26. Lepista seniiochracea Felder Reise Nov. Lep., pl. 106, Fig. 31 (1874) ; 
Hampson, Moths of S.-Afr., p. 44: Natal; Cape-Colony. 

Ein Exemplar: Ilani 19. III. Ol gehört zu dieser oder einer sehr 
nahe verwandten Art. 

Gattung Chioraema Heinr. Schäffer. 

27. Chionaenia praetoriae Distant, Ann. Mag. Nat. Hist. (6) XX, p. 198 
(1877); Hampson, Cat. Lep. Phal. Br. Mus. II, p. 324, pl. 27, 
Fig. 24; Hampson, Moths of S.-Afr., p. 49: Natal, Transvaal. 
Ein Exemplar: Ilani 19. III. Ol. 

28. Chlonaema rejecta Walker List. II, 521 (1854); Hampson, Cat. 
Lep. Phal. Br. Mus. II, p. 326, pl. 27, Fig. 22, Sierra Leone, 
Natal. Ein Exemplar: Abbai-See 28. XII. 00. 

Subfam. Arctianae. 
Gattung Amsacta Walk. 

(Acantharctia Auriv. Eni Tidskrift 1899. p. 234, 241). 

29. Amsacta radiosa nov. spec. 

Von Darassum 8. IV. Ol findet sich ein Exemplar, welches Herr 
Aurivillius zu Acantharctia, ja vielleicht auch in ein neues Genus stellen 
zu müssen glaubte. Es ist leider nur mangelhaft vorhanden. 

9 25 mm Ausmafs. Verwandt mit A. flavicosta Hampson. 
Fühler ?, Kopf weisslich mit rötlichem Halskragen, Brust weisslich, 
an den Seiten schwärzlich eingefasst. Hinterleib oben purpurrot 
mit verbreiterten schwärzlichen Rückenflecken, an den Seiten 
weisslich mit schwarzen Flecken. Afterbüschel weisslich, Unterseite 
des Hinterleibs weisslich mit zwei schwarzen Fleckenreihen. Beine 
schwarz und weiss. Vorderfiügel schmal, langgestreckt, silberweiss. 
Costa schwach rötlich, schwärzlich eingefasst. Mediana und ihre Ver- 
zweigungen gelblich beschuppt, von schwärzlichen Flecken in Form 
eines Längsstreifens in der Flügelmitte begleitet. Gleiche Flecken bilden 
auch einen ringförmigen Flügelraittelpunkt und stehen längs des röt- 
lichen Costaistreifens in der äussern Flügelpartie, wo sie einen unter- 
brochenen schwarzen Fleckenstreifen parallel mit dem Aussenrande auf 



— 14 — 

^/g des Flügels bilden. Fransen gelblichweiss mit submarginalen 
schwarzen Punkten. Hinterflügel silberweiss mit schwarzem Flügel- 
mittelpunkt und einzelnen schwarzen Flecken am Rande. Auf der 
Unterseite finden sich die gleichen Zeichnungen wie oben. Der Costal- 
rand des Vorderflügel ist mehr gelblichrot. 

30. Amsacta niediopiinctata nov. spec. 

Yon Arbarone 24. V. Ol ist ein Q Exemplar von 30 mm Aus- 
mafs vorhanden , das ich zu Amsacta stellen zu dürfen glaube. Es 
zeichnet sich durch gleichmäfsig strohgelbe Färbung aus. Die Vorder- 
flügel führen drei schwarze in Dreieck in der Flügelmitte stehende 
kleine Punkte, welche noch von einem oberhalb nach der Costa hin 
stehenden vierten begleitet sind. Hinterflügel oben und unten einförmig 
gelb. Brust und Hinterleib tief goldgelb. Beine gelb. 

Ein weiteres wohl hierher gehöriges Exemplar Doli 29. IV. Ol 
hat nur 25 mm Ausmafs und gleicht in Aussehen und Färbung dem 
vorigen völlig, trägt aber auf den Hinterflügeln einen kleinen schwarzen 
Mittelpunkt. 

Gattung Estigmene Hb. 

31. Estigmene pura Butler. 

Alpenus purus Butler, Proc. Zool. Soc. 1898, p. 282. Estigmene 
pura Hampson, Cat. Arct. HI, p. 343, Br. O.-Africa. 
Mehrere Exemplare: Ganale 16. X. Ol und Gorgoro 23. IV. Ol 
gefangen. 

Gattung Diacrisia Hb. 

(Spilosoma Steph., Saenura Wallgr.) 

32. Diacrisia maculosa Stoll, Pap. Exot. IV, pl. 370, B. (1781); 
Oberthur, Ann. Mus. Genov. XVIII, p. 733 n. 93: Afr. Equ. 
Hampson, Cat. Arct. Br. Mus. (1901), p. 276 n. 1730, Hamp- 
son, Moths of S.-Africa, p. 56: Sierra Leone, Br. O.-Africa, Ma- 
shonaland (= Ecpantheria assimilis Hb. = Ecpautheria iudeter- 
minata Wlk. = Spilosoma punctulatum Wallengr. = Halesidota 
macularia Wlk.); Aurivillius Öfversigt Vet. Förhandl. 1900 n. 9, 
p. 1057: Congo. Ein 9 von Abaki 4. XI. 00. 

33. Diacrisia lliieata Walker III, 672 (1855). 

Aloa Simplex Walker List. HI, 699 (1855). 

Saenura alba Wallengren, Wien. Entomol. Mon. IV, p. 162 

(1860). 



— 15 — 

Spilosoma maculosum Aurivillius, Öfv. Vet. Ak. Förh. 1900 

n. 9, p. 1057. 
Diacrisia lineata Harapson, Cat. Arct. p. 314, pl. XLVI, Fig. 3; 

Hampson, Moths of S,-Africa, p. 56: Br. O.-Africa, Dela- 

goa-Bay, Natal, Cape-Colony. 
Saenura lineata Butler, Proc. Zool. Soc. 1894, p. 584, Br. 

O.-Africa. 
Spilarctia puella Bruce Ann. M. Hist. (7) 1, p. 210 (1898). 

Exemplare dieser Art wurden erbeutet: Karo Lola 8. V. Ol und 
Hanole 29. VI. Ol. 

34. Diacrisia scioana Oberth. Ann. Mus. Genov. XV, p. 176, pl. 1, 
Fig. 8: Harapson, Cat. Arct. III, p. 281; Aurivillius, Ent. 
Tidskr. 1899, p, 239. 

Spilarctia Abbottii Holland, Proc. ün. St. Nat. Mus. XVIIl, 
p. 248. 

Von Adis Abeba Oct. 1900 und Saki 28. XII. 00. 

35. Diacrisia lutescens Walker List. III, 672 (1855). 

Spilosoma screabile Wallengr. Öfv. Vet. Ak. Förh. XXXII (1), 

p. 102 (1876). 
Buina penicillata Walker, List. XXXI, p. 319 (1864). 
Diacrisia lutescens Wlk., Hampson, Moth of. S.-Africa, p. 57^ 

(1900): Sierra Leone, Old Calabar, Mashonaland, Transvaal, 

Natal. 

Es wurden Stücke dieser Art gefunden: Ginir 14. III. 02 und Huluga 
19. IV. Ol. 

Gattung Amphicallia Aiir. 

(Aurivillius Ent. Tidskr. 1899, p. 235, 238). 

36. Amphicallia tigrls Butler. 

Callimorpha tigris Butler, Ann. Mag. Nat. Hist. 5, vol. XII, 
p. 106; Ann. Mag. N. Hist. 1883, p. 186. 

Pleretes tigris Butler, Proc. Zool. Soc. 1894, p. 584; 1895, 
p. 740: Brit. Ost. Afr. 

Amphicallia tigris Aurivillius, Ent. Tidskr. 1899, p. 238. 

Von Sequala 16. XI. 00 und Ginir 2. III. Ol. 
Siebe die Abbildung auf Taf. 1, Fig. 10. 



— 16 — 

Gattung Rhodogastria Hb. 

37. Rhodogastria vidua Gramer, Pap. Exot. III. Taf. 264, Fig. C 
(1779). 

Aurivillius Öfv. Vet. Ak. Förh. 1900, p. 1057; Hampsou, 
Cat. Arct. III, p. 503 : Lagos ; Old Calaber ; Gold Const ; 
Cougo. 
Von Abakare 14. IL Ol und Daroli 6. III. Ol. 

Gattimg ütetheisa Hb. 

38. Ütetheisa pulchella Linne. 

Tina pulchella Linne, Syst. Nat. ed. X, p. 534 (1758). 
Ütetheisa pulchella Hampson, Cat. Arct. III, p. 483 ; Hampson, 
Moths of S.-Africa, p. 61: Old World, Mashonaland, Trans- 
vaal, Natal, Cape-Colony. 
Zahlreich vertreten: Sequala 17. XL OL Suruli 26. XL 00, 
Abbai-See 28. XII. 00, Mane 26. III. OL Burka 6. IV. Ol, Dakale 
26. IV. Ol, Malka Re 2. V. Ol, Haro Guta 3. V. Ol, Karo 5. IV. Ol, 
Gogore 24. V. Ol, 26. V. Ol. Die Stücke sind meist gross, mit leb- 
haft roten Flecken, einige kleiner und blasser, mit wenig Rot der 
Vorderflügel und weniger Schwarz der Hinterflügel. 

Gattung Secusio V^^alker. 

39. Secusio strigata Walker List. IL 559 (1854); Hampson, Moths of 
S.-Afr., p. 62: South India, Aden, East.-Afr., Natal; Hampson. 
Moths of India II, p. 86; Hampson, Cat. Arct. III, p. 491: 

O.-Afr., Natal, Aden. Coimbatore. 
Nyctemera hymenaea Gerstäcker, Arch. f. Naturgesch. XXXVI, 
p. 360 (1871); Gerstäcker in: von der Decken's Reise HI 
(2), p. 377, pl. 16, Fig. 1 ; Butler, Proc. Zool. Soc. 1898, 
p. 417 (Br. O.-Afr.) 
Secusio parvipuncta Hampson, 111. Typ. Het. Br. Mus. VIIL 
p. 46, pl. 139, Fig. 16 (1891). 
Wurde gefunden: Daroli 5. III. Ol, 8. HL Ol, 10. HL Ol, 
Denek 18. HL Ol, 19. HL Ol, Gorobube 21. XL 00, Mane 2. IV. Ol, 
Burka 8. IV. Ol. 

Die weissen Streifenflecke sind bei den einzelnen Exemplaren ver- 
schiedentlich stark entwickelt, bei meinem Exemplare von Mane 27. III. Ol 
sind sie auf zwei kleine Flecke reduziert. 



— 17 — 

40. Secusio cinerea nov. sp. 

Diese, wohl noch unbeschriebene Art ist in zwei Stücken vertreten : 
Gogoru 24. X. Ol (24 mm) und Dolo Lodscha 10. V. Ol (28 mm). 

Aehnlich Phryganeopsis sordida Felder, Nov. Lep. Taf. 106, Fig 30. 
9 Fühler gewimpert, schwärzlich. Kopf. Thorax grau aschfarben mit 
kleinen schwarzen Punktfiecken. Halskragen gelblich mit schwarzen 
Flecken, Beine grau, Hinterleib gelblich mit schwarzen Rückenflecken. 
Yorderflügel aschfarben mit kleinen schwarzen Flecken im Grunde und 
der Flügelmitte und zwei weiteren zwischen beiden, sowie mit 2 schwach 
ausgebildeten im äussern Flügeldrittel. Hinterflügel gelb. Unterseite 
wie oben. 

Gattung Rhanidophora Wallengr. 

(Enydra Walker.) 
Aurivillius, Ent. Tidskr. 1899, p. 235, 239 stellt die Gattung 
zu den Arctiiden, während Hampson Moths of S.-Afr., p. 369 (1902) 
sie zu den Noctuen setzt. Hierher gehören zwei sehr ähnliche und 
von den Autoren öfters vereinigte Arten, welche Aurivillius trennt; 
ebenso unterscheidet sie Hampson nach der Länge des dritten Palpen- 
gliedes, das bei (Enydra) cinctigutta lang, bei (Rhanidophora) phedonia 
lang sei. 

41. Rhanidophora cinctigotta Walker. Trans. Ent. Soc. (3) 1, p. 77 (1862). 

Isochroa eburneigutta Felder, Reise Nov. Lep. Taf. 100, Fig. 26 

(1868). 
Hampson, Moths of S.-Afr. 11, p. 370 : Br. O.-Afr. Br. C.-Afr., 
Natal. 
Ausgezeichnet durch eine submarginale weissliche gezackte Binde 
und kleinere weissliche Flecke der Vorderflügel. 
Vor Mane 27. IH. Ol. 

42. Rhanidophora phedonia Gramer Pap. Exot. Taf. 347, Fig. C(1782); 
Aurivillius, Ent. Tidskr. 1899 p. 241; Holland, Proc. Un. St. 
Nat. Mus. XVII, p.759: Ost-Afr. ; Wallengr. Sv. Ak. Handl. 1865, 
p. 48: Kaffr. ; Vet. Ak. Förhandl. 1895, p. 98: Transvaal; Butler, 
Pr. Z. S. 1894, p. 584: Br. O.-Afr. 

Hampson, Moths of S.-Afr. II, p. 370: Natal, Cape-Colony. 
Die Flecke der Vorderflügel grösser, weisslich und schwärzlich 
umzogen; keine submarginale Binde. 
Von Fanole 26. VI. Ol. 

Jahrb. d. nass. Ver. f. Nat. 56. 2 



— 18 — 
Gattung Eligma Hb. 

(Aurivillius, Ent. Tidsk. 1899 p. 235, 238.) 

Hampson stellt diese Gattung zu den Lithosinae, Aurivillius 
zu den Arctiinen. 

43. Eligma hypsoides Walker. 

Surina hypsoides Walker, Trans. N. H. Glasgow I, p. 333 

(1869). 
Eligma hypsoides Aurivillius, Ent. Tidskr. 1890 p. 195,. 

1892 p. 190 n. 246 p. 191, Fig. la: Gabun, Camerun. 
Panglima gloriosa Butler, Trans. Ent. Soc. Lond. 1875 
p. 325; Aurivillius, Ent. Tidskrift 1891 p. 228, Taf. 1, 
Fig. 2. 
Die nahe verwandte Art Eligma duplicata Auriv. (Ent. Tidskrift 
1892 p. 191, Fig. 1 b) ist nach Aurivillius verschieden durch die 
breiten und anders geformten Vorderflügel, durch die weniger gebrochene 
innere und die doppelte äussere schwarze Querlinie der Vorderflügel, 

Es ist von El. hypsoides Wlk. ein Exemplar vorhanden, von 
Laku 12. XII. 1900, das sich an die Abbildung von Aurivillius 
anschliesst, aber dadurch etwas verschieden erscheint, dass der weisse 
Mittelstreifen durch die äussere gezackte Querlinie wie durch die 
Grundfärbung in zwei Hälften zerfällt. 

Farn. Hypsidae. 

Grattung Digama Moore. 

44. Digama albicusta nov. spec. 

9 40 mm, Ginir 14. III. Ol. 

Fühler bräunlich, Kopf und Halskragen schmutzig-weisslichgelb 
mit kleinen weissen Flecken. 

Palpen abwechselnd schwärzlich und weisslich, Beine hellgelb, 
Hinterleib goldgelb. Die Oberseite der Vorderflügel fahlgelb, die Costa 
zeigt vom Grunde bis über die Flügelmitte drei weissliche schmale 
Flecke, der letzte nahe dem Apex mehr dreieckig. Ein schwarzer 
kleiner Punkt in der Flügelmitte, ein undeutlicher am Zellende, und 
eine undeutliche gewellte bräunliche submarginale Linie von der Costa 
zum Innenrand. Hiutcrflügel goldgelb. Unterseite aller Flügel gold- 
gelb, die Vorderflügel mit schwarzem Flügelmittelpunkt. 



— 19 — 

Gattung Egybolis Boisd. 

45. Egybolis vaillantina Stoll Gramer Suppl. p. 142, Taf. 31, Fig. 3 
(1790). 

Egybolis natalica Boisd. Voy. Deleg. II p. 555 (1862). 
Walker, List. III, p, 754; Hopffer, Peters Reise Mozamb. 

p. 428; Rogenhofer in: Baumann, Massailand p. 17 u. 174; 

Butler Proc. Zool. Soc. 1896 p. 890; Proc. Zool. See. 1898, 

p. 58: Port. O.-Afr. ; p. 428: Brit. O.-Afr. Wallengren, 

Het. Caffr. 1865, p. 8. 

Es liegen Exemplare vor von: Kismaju 12. VII. Ol und Mom- 
bassa 27. VII. Ol, 28. VII. Ol und 29. VII. Ol. 

Farn. Nyctemeridae. 

Gattung Nyctemera Hb. 

46. Nyctemera apicalis Walker List. II, p. 395. 

Pagenstecher, Jahrb. Nass. Ver. f. Nat. 1901 p. 145. 
Leptosoma tricolor Felder Reise Nov. Lep. Taf. CHI, Fig. 3 : 

Natal. 
Leptosoma apicale Butler, Proc. Z. S. 1896, p. 847 : Nyassaland. 
Nyctemera leuconoe Hopffer, Mon. Ak. Wiss. 1857 p. 682 ; 
Peters Reise Mozamb. p. 472, Taf. 28, Fig. 3 (1862). 
Ein vom Abassa-See 8. XII. 00 stammendes Exemplar entspricht 
der Felder 'sehen Abbildung, doch ist die Querbinde unten weisslich- 
gelb gefärbt. 

Farn. Nycteolidae. 

Gattung Earias Hb. 

47. Earias insulana Boisduval, Faune Eut. Mad. p. 121 Taf. 16, 
Fig. 9; Walsingham und Hampson, Proc. Zool. Soc. 1896 p. 258: 
Aden, Somaliland. 

Von Anole 6. VL Ol, Salakle 7. VI. Ol, Lowida 9. VL Ol, 
10. VL Ol, Umfudu 18. VL Ol, 23. VL Ol, 24. VL Ol. 

48. Earias plaga Felder Reise Nov. Lep. Taf. CVIII, Fig. 20 (1893). 
Von Umfudu 9. VI. Ol. 

Hampson, Moths of S.-Afr. p. 343 stellt die Nycteolinae zu den 
Noctuiden nach Calpe. 

2* 



20 



Fam. Lcisiocampidae. 

Gattung Aiiadiasa Auriv, 

49. Anadiasa simplex nov. spec. 

Es liegen drei leider verflogene Exemplare einer hierher gehörigen 
mit nadata und obsoleta verwandten Art vor: von Hanadscho 18. IV. Ol 
20 mm Ausmafs. Palpen rötlichbraun, Brust und Hinterleib schwärz- 
lichbraun. Vorderflügel graubraun mit undeutlicher Querlinie. Hinter- 
flügel heller graubraun, im Hinterraud und im xifterwinkel dunkler 
beschattet. 

Unterseite wie oben. 

Gattung Chileua Walker. 

50. Chilena Marshalli Aurivillius, Ent. Tidskrift 1901, p. 123, 124, 
Fig. 24: Mashunaland. 

Ein Exemplar von Salakle 8. VI. Ol glaube ich zu dieser Art 
stellen zu sollen. 

Gattung Nadiasa Auriv. 

51. IVadiasa? sanguicincta Aurivillius Ent. Tidsk. 1901, p. 124. 
Fig. 25: Mashunaland. 

Ein Exemplar von Ladjo 10. II. Ol ziehe ich unter Reserve 
hierher. 

Gattung Baralada Walker. 

52. Baralada spec. 

Ein auch Herrn Aurivillius nicht bekanntes Stück: Ginir 24.11.01 
scheint einer noch unbeschriebenen Art anzugehören. 

30 mm. Fühler mit bräunlichen Karamzähnen und hellerem 
Schaft. Kopf, Brust dunkelgrau, Hinterleib hellgrau. Vorderflügel 
dunkelgrau mit postmedialer schwärzlicher geschwungener Querlinie und 
dunklen Fransen ; Hinterflügel weissgrau mit dunklerer Marginallinie 
und dunkel gefärbtem Hinterwiukel. 

Gattung Taragaiiia Moore. 

53. Taragania spec. 

Von Dannehl 18. III. Ol liegt eine 45 mm (cT) grosse T.-Art vor 
in einem verflogeneu Exemplar. Vorderflügel dunkel, braungrau, am 
Grunde und in den oberen durch liellere Querstreifen abgegrenzten 



— 21 — 

Dritteln dunkler, das untere Drittel heller am Innenrande und über 
dem Aussenwinkel. Hinterflügel braunrot. Brust dunkelbraun, schwärzlich 
beschattet, Hinterleib braunrot. 

Gattimg Labea Wallengr. 

54. Labea fulvostriata nov. spec. 

Djehle 24. IV. Ol. cf 25 mm Ausmafs. Fühler hellbraun, Stirn 
und Halskragen weiss, Brust weiss mit bräunlicher Einlage, ebenso 
Hinterleib. Vorderflügel weiss mit zwei parallelen geschwungenen 
bräunlichen Querlinien vom Apex nach dem Grunde. Subcostaladern 
bräunlich beschuppt. Hinterflügel weisslich mit dunkler Marginallinie. 
Unterseite der Vorderflügel weiss. Die Costaladern bräunlich, die Quer- 
linien undeutlich. Hiuterflügel rein weiss. 

Farn. StripllUOpterygidae. Wallengr. 

Aurivillius (Öfversigt Vet. Akad. Handl. 1900 p, 1047 und 
Bihang tili K. Sv. Vet. Akad. Handl. 27. IV. N. 7 (1901) giebt eine 
Übersicht über die Familie und charakterisiert ihre beiden Subfamilieu 
und Gattungen. 

Subfam. Striphnopteryginae. 

Gattung Phiala Wallengr. 

(Heteromorpha Herr. Schaff., Aurivillius Bihang etc. p. 15.) 
54. Phiala piinctulata nov. spec. 

Nahe verwandt mit costipuncta Herr. Schaff. cT 40 mm, von 
Ladjo 7. III. Ol. Vorderflügel schmutzig graugelb mit zahlreich ein- 
gelagerten schwärzlichen Punkten, welche sich besonders am Grunde 
anhäufen und sich zu einem schwärzlichen undeutlichen postmedialen 
schiefen Querstreifen von nahe dem Apex zur Mitte des Hinterrandes 
verdichten. Hinterflügel graugelb mit zerstreuten schwarzen Pünktchen, 
besonders am Hinterwinkel. Fühler gelblichbraun, Brust oben schwärz- 
lich mit grauen Haaren; Hinterleib gelblichbraun mit dunklen Ringen. 
Unterseite einfarbig gelblichbraun. — 

Ein von Djare 15. IV. Ol vorliegendes Exemplar, 45 mm mit 
rötlichbrauneu, weisslich übergossenen und von mehreren leicht ge- 
bogenen zarten Querlinien durchzogenen Vorderflügeln und gelblich- 
roten Hinterflügeln, rötlichbraune Brust und gelbrötlichem Hinterleib 
scheint mir zur Gattung Poloma Walk. Aur. Bih. p. 11 zu gehören. 



- 22 — 

Gattung Sabalia Walker. 

Karsch Ent. Nachr. 21 p. 343 (1895), Bd. 24, p. 289 (1898); 
Aurivillius Bihang Sv. Vet. Ak. Handl. Bd. 27, IV. ii. 7, 
p. 7 u. 18 (= Heteranaphe Sharpe, Hyperanaphe Kirby 
und Conventia Weymer). 

55. Sabalia sericaria Weymer, Berl. Ent. Zeitschr. Bd. 41 p, 89 
(1896); Karsch, Entom. Nachr. Bd. 24 p. 292, 294 (1898); 
Aurivillius Bihang p. 19 (1901): D.-O.-Afr. 

Ein Exemplar von Guna 17. IV. Ol entspricht der Weym er- 
sehen Beschreibung, doch reicht die bräunliche Randbinde der Vorder- 
flügel bis zum Hinterwinkel und steht in leichtem Zusammenhang mit 
der Mittelbinde. 

S. die Abbildung auf Taf. I, Fig. 8. 

2. Subfam. laninae. 

(Aurivillius Bihang 1. c. p. 19.) 

Gattung Hoplojana Auriv. 

(Auriv. 1. c. p. 20 und 24.) 

56. Hoplojana rhodoptera Gerstäcker, Arch. f. Naturg. Bd. 37, p. 361 
(1871); von der Beckens Reise p. 381, Taf. 16, Fig. 3 (1873) 
Oberthur, Ann. Mus. Genov XV p. 177; Aurivillius, Bihang etc. 
p. 25: German and Brit.-O.-Afr. 

Es liegen Exemplare von Daroli 10. III. Ol vor. 

Farn. Lyinaiitriidae. 

Gattung Aroa Wlk. 

57. Aroa bistigmaria Butler, Pr. Zool. Soc. 1896, p. 847, pl. XLII, Fig. 7. 

Nyassa-Land. 
Ein Exemplar von Akaki 1. IX. 00. 

58. Aroa qiiadriplagata nov. spec. 

cf 28 mm von Galata 13. XII. 00. Nahe verwandt mit Aroa 
discalis Wlk (Butler, Proc. Zool. Soc. 1893, p. 678). Vorderflügel 
schwärzlich mit grossem weisslichgelbeu fast quadratischen Discalfleck ; 
Hintorflügel etwas dunkler mit hellen Fransen und lichtgelblichem 
viereckigen schmäleren nahezu discal gelegenen Streifeuflcck. Unterseite 



— 23 — 

■der Vorderflügel heller gelblichbraun mit weisslichem Discalfleck, welcher 
schwärzlich umsäumt ist ; Hiuterflügel gelblich, braun mit verwaschenem 
Streifenfleck, gelblichem Hinterwinkel und schwarzem Mittelpunkt, Kopf 
und Brust oben schwärzlich; Hinterleib oben gelblich mit schwarzen 
Ringen, unten weisslich, ebenso Brust und Beine. 

Gattung Lymantria Hb. 

59. Lymantria spec. 

Drei leider verflogene Exemplare gehören wohl zu einer hier zu 
registrierenden Art. Sie stammen von Hanadscho 19. IV. Ol (^) Damasso 
15. V. Ol (cT) und Karo Lolo 8. V. (9). 

cf 30 mm. Fühler schwärzlich. Brust graurötlich, Hinterleib 
rötlich. Vorderflügel dunkelgrau, rötlich überhaucht; in der Mitte des 
Vorderrandes nach dem Discus hin ein weisslicher halbmondförmiger Fleck. 
Hinterrand rötlich. Hinterflügel licht rötlich, am Rande verdunkelt. 

9 40 mm. Vorderflügel schmutzig grau mit mehr verwaschenem 
weisslichem Fleck der Vorderflügel und rötlichem Hinterrand. Hinter- 
flügel stärker rot als beim cf, 

60. Lymautria spec. 

Ein Exemplar von Haro Ali 7. X, Ol dürfte vielleicht einer be- 
:sonderen Gattung zugehören. 

25 mm. cf. Fühler grau mit starken doppelten Kammzähnen. Brust 
und Hinterleib grau, unten heller. Vorderflügel graubraun mit kleinem 
schwärzlichem discalen Fleck; die Adern dunkler angelegt, Fransenlinie 
von schwärzlichen Punkten gebildet, Fransen grau. Das costale Drittel 
der Vorderflügel ist weisslich behaucht, die hintern zwei lichtgelblich. 
Hinterflügel weissgrau mit dunklerem Aussenrand, Unterseite wie oben, 
die der Hinterflügel weisslicher. 



*ö^ 



Gattung Lacipa Wlk. 
(L p a r a) 

61. Lacipa impunctata Butler, Proc, Zool. Soc. 1898, p. 427 pl. 31 Fig. 6. 
Ein cf von Ginir 2. 1. Ol. 

Gattung Euproctis Hb. 

62. Euproctis cateja Wallengr, 

Wallengren, Wien. Ent. Mon. IV. u. 6 (1868), (Hypogyne). 
Aroa crocata Walker List. 10, p. 793. 



— 24 — 

Liparis crocata Boisduval, Voy. Deleg. II, p. 879 (1847.) 
Lopara crocata Butler, Pr. Z, S. 1896, p. 135: Nyassa-Land. 
Porthesia cateja Wallengr., Lep. Het. Caffr, p. 37 (1865)^ 

Wallengr. Öfv. Sv. Vet. Forh. 1872, p. 51. 
Euproctis cateja Herrich Schäfer, Lep. Exot. Fig. 112. 

Ist von Wate 6. V. Ol (9) und Salakle 7. VI. Ol (cT) vertreten. 

Genus Dasychira Hb. 

63. Dasychira nora nov. spec. 

9 Ganale 16. IV. Ol von 80 mm Ausmafs. In Färbung und 
Zeichnung an D. fascelina erinnernd. P"'ühler, Palpen, Kopf, Brust und 
Beine dunkelgrau, ebenso der Hinterleib, der gegen den After hin dunkler 
wird. Vorderflügel violettgrau mit helleren und dunkleren Einlagerungen 
einer inneren schwärzlichen, mehr geraden Querliuie auf ^/^ und einer 
äusseren schiefen. Diese ist nach aussen rötlich und nach innen 
schwärzlich eingefasst, welche Einfassung sich gegen die Costa hin spaltet 
und nach innen rundliche Verlängerungen aussendet. Die äussere Flug- 
partie heller beschattet, namentlich als Begrenzung der äusseren Quer- 
linie. Schwärzliche submarginale Linie. Hinterflügel grau, im Vorder- 
winkel und Aussenrande dunkler. Vorderflügel unten dunkelgrau, die 
Hinterflügel etwas heller mit dunklem Mittelpunkt und stärkerer Be- 
stäubung des Aussenrandes und Afterwinkels. 

64. Dasychira grlsea nov. spec. 

Von einer zweiten Art ist ein Exemplar 9 ^'O^^ Bone 18. 1. Ol 
vorhanden. 

55 mm Ausmafs. Fühler? Brust bräunlich, ins Gelbliche schimmernd, 
Hinterleib am Grunde schwärzlich, dann gelbbraun mit schwärzlichen 
Ringen und schwärzlichem After, Beine schwärzlich, weiss gefleckt. 
Unterseite der Brust und des Hinterleibs grau, schwärzlich gemischt. 
Vorderfltigel aschfarben grau; Flügelgrund weisslichgrau durch dunklen 
inneren Querstreifen vom dunkelgrauen Mittelteil und Aussenteil ge- 
trennt. Eine weissliche, nach innen und aussen dunkel abgegrenzte, an 
der Costa dreieckig crbreitcrte weissliche Querbinde, in welcher ein 
dunkler Flügelmitteli)unkt, durclizieht den mittleren Teil des Vorder- 
flügel und ist durch eine undeutliche dunkle Querbinde vom Aussendrittel 
abgegrenzt. Fransen grau, schwärzlich gescheckt mit schwärzlicher 
Marginallinie. Hinterflügel am Grunde grau, nach aussen dunkler mit 



— 25 — 

aus schwarzen Punktflecken gebildeter Marginallinie, dunklem Flügel- 
mittelpunkt und nach dem Hinterwinkel hin verbreiteter Submarginal- 
binde. Unterseits der Flügel ähnlich wie oben, die Zeichnungen der 
Vorderflügel verwaschener, die der Hinterflügel dunkler. 

Farn. HoUaiidiidae. 

(Karsch Ent. Nachr. 1896, p. 135.) 

Gattung Metarbela Holland. 

(Holland, Psyche VI. 1893, p. 535; Karsch Ent. Nachr. 1896, p. 188.) 

65. Metarbela (?) umtaliana Aurivillius, Ent, Tidskr. 1901, p. 127: 
Mashunaland. 

Exemplare von Ginir 24. H. Ol und Ganale 12. IV. Ol. 
Gattung Marshalliana Auriv. 

(Aurivillius Ent. Tidskrift 1901, p. 126.) 
Aurivillius (1. c. p. 126) hat diese Gattung als von Metarbela und 
Arbelodes Karsch verschieden abgetrennt wegen dem Fehlen der An- 
hangzelle. 

66. Marshalliana bivittata Aurivillius Ent. Tidskrift 1901, p. 126, 

Fig. 28 : Mashunaland. 

Einige Exemplare: Dscharro 19. IV. Ol und Mane 31. III. Ol ge- 
hören wohl hierher, wenn sie auch eine etwas helle Grundfärbung und 
weisslichen Thorax haben. 

Farn. Psycliidae. 

Herr von Erlanger brachte eine Anzahl von Psychidensäcken 
mit, welche nach Gestalt und Zusammensetzung zu urteilen, verschiedenen 
Arten angehören. Eine Anzahl ist aus einer glatten papierähnlichen 
Masse gefertigt, entweder gleichmälsig cylindrisch bis 45 mm lang (von 
Umfudu 24. VI. Ol, 25. VI. Ol) oder am einen Ende gleichmäfsig er- 
weitert (Sarigo 8. V. Ol, Sidimum 28. V. Ol, Fanole 24. VI. Ol, 
28. VI. Ol) oder flaschenförmig bauchig anschwellend (Bordera 1. VI. 01^ 
Hanole 1. VII. Ol) und dunkler gefärbt. 

Eine andre Partie ist aus kleinen Holzstückchen zusammengesetzt, bis 
50 mm lang und cylindrisch (Abrone 25. V. Ol) oder etwas zugespitzt mehr 
oder weniger langer Aststückchen bestehend (Djida 13. V. Ol, Karo 
Busar 21. V. Ol, Aberone 23. V. Ol, 24. V. Ol, Kota Seriro 29. V. Ol). 



— 26 — 

Wieder andre sind mehr unregelmäfsig, von platter Gestalt und aus 
kürzeren und längeren vegetabilischen Stückchen gebildet, (Djida 13. V. Ol, 
14. V. Ol, Wante 17. V. Ol) Schmetterlinge, Avelche dazu gehören 
könnten, fanden sich nicht in der Ausbeute. 



') 



Farn. Limacodidae. 

Für die aethiopischen Limacodidae hat Kar seh (Entom. Nachr. 
1896, p. 261 ff. und 1899, p. 129 ff.) wertvolle Aufschlüsse gegeben, 
Avelchen sich die Arbeiten von Aurivillius (Entom. Tidskrift 1899, 
p. 248 ff.) anschliessen. 

Gattung Ctenocompa Karsch. 

(Karsch. Ent. Nachr. 1896, p. 267.) 

67. Ctenocompa ganale Pagenst. 

Verwandt mit Omocena aegrota Butler, 20 mm. 9. IV. Ol Darassum 
und 22. IV. Ol Fadu Gumbi erbeutet. Kopf, Brust und Hinterleib 
bräunlich, der Grund der Vorderflügel ebenso, der Aussenteil weisslich 
grau, lichtviolett schimmernd mit schmaler, ihn abtrennender, schiefer 
discaler und submarginaler Linie. Hinterflügel bräunlich, am Aussen- 
rande dunkler. Unterseite einfarbig bräuulichgrau, Vorderbeine mit Silber- 
üecken. Siehe die Abbildung Taf. 1, Fig. 9. 

Gattung Paryphaiita Karsch. 

(Karsch, Ent. Nachr. 1896 p. 267.) 

68. Paryplianfa bisecta Butler, Proc. Zool. Soc. 1898, p. 437, Taf. 32, 
Fig. 10; Karsch, Ent. Nachr. 1899, p. 127. 

Von Wahi Mane 28. III. Ol, 29. IH. Ol, 2. IV. Ol. 

Gattung Parasa Moor. 
(Karsch, Ent. Nachr. 1896, p. 268.) 

69. Parasa vivida Walker, List. 32, p. 478 (1865). Karsch, Ent. 
1896, p. 284; Aurivillius Öfversigt 1900, p. 1054; Ilaro Ali 
6. IV. Ol erbeutet. 

70. Parasa fulvicorpiis Walsingham u. Hampson, Proc. Zool. Soc. 1896. 
p. 276 pl. X, Fig. 12: Aden: Dixey, Proc. Zool. Soc. 1900, 
p. 21 : Somaliland. 

Es sind zahlreiche Exemplare vorhanden: Ilulugo 19. HI. Ol, 
Burka 5. IV. Ol, Karo 7. V. Ol, Ganale 10. V. Ol. 



— 27 — 
Gattimg Niphadolepis Karscli. 

(Karsch, Ent. Nachr. 1896. p. 268.) 

71. Niphadolepis lactea nov. spec. 

cT 9 15 bis 20 mm. Kopf weiss, Fühler weisslichgelb, Brust weiss, 
Hinterstück gelblich, die Ringe rötlich gelb. Vorderflügel weiss mit 
vier nahezu parallel laufenden gewellten, bräunlichgelben Querlinien und 
schwärzlichem Flügelmittelpunkt. Am obern Aussenrande kleine schwarze 
Flecke. Fransen weiss, bräuulichgelb gescheckt. Hinterflügel am Grunde 
weiss, nach aussen braunlich beschattet, der Hinterrand und die Fransen 
weiss, am Apex schwarze Pünktchen. Hinterflügel weiss, am Vorderwinke] 
schwarze Punkte. Beine weisslich, Tarsen schwarz und weiss gefleckt. 

Von Ganale 13. IV. Ol, Fado Gumbi 21. IV. Ol. Siehe die Ab- 
bildung Taf. I, Fig. 11. 

Gattung Gavara Walker. 
Ist nach Aurivillius Ent. Tidskrift 1899, p. 251 = Pletura Wallgr. 

72. Gavara velutlna Walker, List. XII, p. 471 (1887.) 

Aurivillius, Ent. Tidskr. 1899 p. 251; Karsch, Ent. Nachr. 
1896, p. 784; 1899, p. 129; Butler, Proc. Zool. Soc. 1898, 
p. 437; Brit.-C.-Afr. (= Pletura squamosa Wallgr. = ?Hetero- 
lepis leprosa Felder.) 

Von Umfudu 23. VI. Ol. 

Einige weiteren Arten mussten bis jetzt unbestimmt bleiben. 

Farn. IVotodontidae. 

In der Ausbeute finden sich auch einige Stücke, welche als Noto- 
dontidae angesehen sind. Eine nähere Bestimmung war mir bis jetzt 
nicht möglich. 

Farn. Saturiiidae. 

Gattung Henioclia Hb. 

(Aurivillius Öfv. K. Sv. Ak. Förh. 1899. p. 49.) 

73. Heniocha terpsicliore Maassen u. Weymer, Beitr. V, Fig. 113/114, 
Gefangen Bardera 2. VI, Ol. 

Gattung Gynanisa Wlk. 

74. Gynanisa maja Klug, neue Schmett. etc. Taf. 5, Fig. 1 (1836.) 

Butler, Proc. Zool. Soc. 1893, p. 679; 1894, p. 587; Br. O.-Afr. 
Gefangen Molka 3. IV. Ol. 



— 28 — 

Gattung Cicina Walker. 

75. Cicina cana Felder Reise Nov. Lep. Taf. 88, Fig. 3 (1874.) 
Von Daroli 4. III. Ol, 8. III. Ol, 2. III. Ol. 

Farn. Zeuzeridae. 

Gattung Brachylia Feld. 

76. Brachylia terebroides Felder, Nov. Lep. IV, Taf. 82, Fig. 77 (1874.) 
Von Arbarone 23. \'. Ol. 

Farn. Sesiidae. 

Es sind zwei bemerkenswerte Arten vertreten, doch vermochte ich 
dieselben noch nicht zu bestimmen. 



Aus den vorstehenden Mitteilungen über die von Herrn von Erlanger 
aufgefundenen, allerdings nicht sehr zahlreichen, Sphingiden und Bom- 
byciden ergeben sich für ihre geographische Verbreitung im allge- 
meinen dieselben Verhältnisse, wie ich sie für die Ausbreitung der von 
von Erlanger erbeuteten Tagfalter habe mitteilen können. (Jahrb. 
N. V. f. Nat. Bd. 55, p. 117 ff., 1902). 

Die meisten derselben sind in einem sehr grossen Teil des schwarzen 
Kontinents vorkommend nachgewiesen. Ein besonderes Interesse bieten 
die von von Rothschild bereits beschriebenen, von mir abgebildeten 
neuen Sphingiden. — 

Ich benutze diese Gelegenheit, um den Herren Prof. Aurivillius 
in Stockholm und Prof. Karsch in Berlin für ihre freundliche Unter- 
stützung zu danken, wie auch Herrn von Erlanger für die bereit- 
willige Übernahme der Kosten für die beigegebene Tafel. 



I 



Erklärung zu Tafel I. 

Fig. 1. Temnora stigma v. Eotlisch. u. Jord. 

Fig. 2. Polyptychus Erlangeri v. Kothsch. u. Jord. 

Fig. 3. Aegocera nialidi Pagenst. 

Fig. 4. Hippotion rosae Butler. 

Fig. 5. Odontosida Erlangeri v. Eothsch. u. Jord. 

Fig. 6. Poliana micra v. Kothsch. u. Jord. 

Fig. 7. Ellenbeckia monospila v. Eothsch. u. Jord. 

Fig. 8. Sabalia sericaria Weymer. 

Fig. 9. Ctenocompa ganale Pagenst. 

Fig. 10. Amphicallia tigris Butler. 

Fig. 11. Niphadolepis lactea Pagenst. 



DIE 



WALDOHREULEN 



DES 



MAINZER TERTIÄRBECKENS. 



VON 



WILHELM SCHUSTER. 



I 



JJas warme Mainzer Tertiärbecken beherbergt verhältnismässig sehr 
viele Waldohreulenpärchen (Otus sylvestris). Wo immer ich dieselben 
bisher zur linden Sommerszeit suchte: im Vogelsberg (Sommer 1898), 
im Fuldatal (S. 1899), in den üppigen Tahveiten des Elsass um 
Strassburg (S. 1900), im herrlichen Wiener Wald, vornehmlich in der 
Umgebung Wiens (S. 1901), im Lahntal (S. 1902) — nirgends fand 
ich meine alte Bekannte, die »Horneule«, so zahlreich wie im Mainzer 
Tertiärbecken. Hier sind sie ganz besonders in den Kiefernpartieen des 
Ober-Olmer Waldes, in dem weitgestreckten Lenne-Forst, in den Kiefern 
der Gaualgesheimer Höhen u. s. w. zu Hause. Es ist mit der hier 
registrierten Tatsache nicht gerade bewiesen, dass ihnen unser Ländchen 
besonders zusagt; aber es ist jedenfalls dargetan, dass ihnen hier eine 
reiche Vermehrung möglich und gesichert ist — zufolge jedenfalls einer 
reichen Nahrungsfülle. Und tatsächlich liegt auch dieses letzte Ge- 
dankenmoment bei einer selbst nur oberflächlichen Überblickung unserer 
faunistischen Verhältnisse zu nahe, um nicht sofort daraufzukommen: 
Wer würde nicht sogleich an den unendlichen Mäusereichthum unseres 
Ebengeländes denken und hier den Grund finden für das starke Auf- 
treten der Eulen, der Waldohreulen insbesondere?! Hier haben wir 
einen ursächlichen Zusammenhang, einen intimen Conex zwischen der 
Nahrung eines Vogels und der Stärke seines Auftretens : ein Zusammen- 
hang, dessen Beachtung so oft vernaclilässigt wird.^) Sobald ein Vogel 
sich reichlich vermehren kann, tut er es mehr als zur Genüge. 

Auch der Laie, welcher Ausgangs Februar oder iu den ersten 
Märztagen durch die vogelreichen Wälder des Mainzer Tertiärbeckens 
streicht, wer nur immer die Waldecken sorglich begeht, wo das Laub- 



1) Über den grossen Mäuseschaden a. 1902, welcher den rheinischen 
Bauern einige Millionen Mark gekostet haben soll, hat mein Bruder Ludwig 
genauere Untersuchungen angestellt und bekannt gegeben („Zool. Gart. J. 1903, 

No. 7). 

Jahrb. d. iiass. Ver. f. Nat. 56. 3 



— 34 — 

gehölz ins Feld vorspringt, wo der spitz auslaufende Waldzügel mit ein 
paar frischen, kräftigen dunkelgrünen Kiefern gesäumt ist, wer da 
hinaufschaut in die Bäume mit waldgeübtem Blick, wird sicherlich ein- 
mal das Glück haben, ein Waldohreulenpärchen im Schlafe zu über- 
raschen ; er wird es, wenn er nur einiges Geschick hat, die Natur zu 
beobachten. 

Schon mit Beginn des Februars hält das Waldohreulenpärchen eng 
zusammen. Tagsüber sitzen die beiden Gatten ziemlich nahe — jedoch 
nicht so nahe, dass sie sich mit dem Federkleid berührten — beisammen 
auf dem nadeldichten Ast eines Kiefernbaumes. Das Federkleid wird 
im Schlafe dicht angelegt, so dass die Eule recht schmal aussieht. Des 
Abends gehts mit Geheul und Gepfeif — mit »Bu — Bui — u — ^ju — ug — 
huik — fi — üb« — in das Feld. Gerade die U-Laute spielen eine grosse 
Rolle in den Nachtgesängen unserer Eulen ; diese Laute passen sehr 
gut zu der gesamten Stimmung der Nacht, da sie der Ausdruck 
der Trauer, der Klage, des Wehmütigen und Weichen sind. Die 
ganze gesangliche Leistung der Waldohreule, des Steinkauzes, der 
Schleiereule u. s. w. besteht eigentlich nur in einer Vokalisation des u 
mit einem beliebigen konsonantischen Rückgrat : hier haben wir wieder 
eine intime harmonische Beziehung in der Natur, wo der Charakter 
zweier an und für sich ganz verschiedener und weit auseinanderliegender 
Erscheinungen (Eulenruf und Nachtstimmung) auffallend gleichartig und 
übereinstimmend ist. Erklärt sich diese Übereinstimmung aus dem 
rein physischen Werden allein? Ich glaube wohl. Denn mit dem 
Werden in-, mit- und durcheinander, bei einer Entwicklung, in der 
sich (in Darwin 'schem Sinne) das Eine aus dem Anderen ergiebt und 
ergänzt, ist Abhängigkeit eine Bedingung a priori; ein Postulat 
der Abhängigkeit im und beim Werden ist aber eine spezitische 
Gleichartigkeit oder wenigstens Ähnlichkeit der rein äusserlichen, leib- 
lichen und auch — auf unseren Fall übertragen — der ästhetischen 
»Struktur«. 

Ein jeglicher Uhl, soweit er wenigstens ein Angehöriger unseres 
rheinischen Beckens ist, betreibt die Jagd auf dem Felde für sich. 

Je näher nun im Ausgange des Winters die eigentliche Minuezeit 
kommt, um so heller, lauter nnd lebhafter wird des Abends das Otus- 
Geschrei. Klangvoll schallt es von den Feldern herüber; es klingt 
herüber von den jungen Apfelbäumchen auf der Ackerbreite, von der 
Feldscholle, von einem Ilolzpfahl am Wege, klingt hell durch die märz- 



— 35 — 

liehe Frühlicgsnacht, von dem Bellen eines Fuchses beantwortet. Jenes 
obligate Fauchen aber und das Knappen mit dem Schnabel, welches 
den Eulen allein eigen ist, hört man nur aus der Nähe. 

In dem Kiefernwurf an der Waldecke steht ein altes Krähennest 
vom vorigen Jahre. Das wird zum Horsten benutzt. Die dünne feuchte 
Erdschicht, welche der Rabe im vorigen Lenz eingetragen, ist zu gelb- 
braunem Sand geworden — so brütet es sich ja gut auf der molligen 
Unterlage. Die weiche Innenausfütterung des Nestes ist vom Winde 
längst schon hinweggetragen worden. 

Die alten Raben-, Elstern- oder Turmfalkenhorste — Mäusebussard- 
nester kommen kaum in Betracht, da die Mauser, echte Wald- und 
Bergvögel, in unseren rheinhessischen Gauen (im Gegensatz zu den Wald- 
partieen um Wiesbaden, zu dem Rheingau, dem Niederwald) kaum oder 
garnicht vertreten sind — alle alten Horste müssen hoch stehen, wenn 
sie brauchbar sein, d. h. von den Ohreulen in Beschlag genommen 
werden sollen ; sie befinden sich durchweg auf Kiefern ; nur an einsamen 
stillen Orten stehen sie auch gelegentlich einmal auf niedrigeren Bäumen. 
Am besten eignen sich hochstehende Elsternnester (sobald sie die Haube 
verloren haben), weil diese Nester sehr stark und umfangreich 
— massiv — gebaut sind und also mehrere Jahre hindurch sich nicht 
verändern bezw. ihre Haltbarkeit nicht einbüssen.^) Wie die anderen 
Ohreulen trägt auch die »Waldeule« keine neuen Reiser zum Nest, 
keine Federchen und Halme in die Nestmulde; gerade dieser charak- 
teristische Umstand — die totale Unfähigkeit zu jeder Art von Nest- 
bauen — zeigt so recht deutlich, dass es, wenigstens wenn man auf 
die Jahrmillionen der Erd- oder auch nur der Lebensentwicklung blickt, 
noch garnicht so lange her ist, dass Otus sylvestris ihr Nest aus der 
Höhle bezw. vom überdachten Felsengestein (denn hier ist das Vorstadium 
jener Entwicklung, die zum Höhlenbrüten führt, zu suchen) auf die 
alten vorjährigen Nester der Waldbäume verlegt hat.'^) Wenn sich ir 
der Nestmulde des Waldeulennestes — vielleicht neben zwei, drei 
dürren, von oben hineingefallenen Laubblättchen — schon einmal einige 
Federfiockchen finden, so sind sie der Eule ausgefallen. Dagegen finden 



1) Elsternnester wird es mit der Zeit immer weniger gehen, da diese Vogel- 
art in ihrem Bestände zurückgeht. 

2j Der Höhlenbrüter Thurmfalke hat es schon vortrefflich gelernt, Nester 
zu bauen, die Höhlenbrüterin Taube nur erst sehr mangelhaft. 

3* 



— 36 — 

sich bald im Nest Mausgewöllstückchen und Fetzchen von Mausfellen 
zusammen. Eins der von uns aufgefundenen Nester war vor Alter 
halbwegs »in die Brüche gegangen«; der Ast, auf dem es aufsass, war 
im N estinnern zum Vorschein gekommen, da sich das Nest, das aber 
freilich immer noch gut genug zusammenhielt, gewissermafsen in zwei 
Hälften geteilt und diese sich beiderseits gesenkt hatten. Die brütende 
Eule nahm auf diesem Nest immer nur eine bestimmte Sitzlage ein und 
zwar, wie die Lage des Sandes und die ganze Verfassung des Nestes, 
welchem das einseitige Sitzen der Eule einen bestimmten habitus (näm- 
lich den Reiserchen in ihrer Lage eine gewisse »Fliehrichtung«) auf- 
geprägt hatte, veranschaulichte, mit dem Kopf nach dem Freien zu. 

Nur ein Nest stand merkwürdigerweise auf einem jungen Eichbaum 
(im Ober-Olnier Forst) und nur in der unbeträchtlichen Höhe von 7,20 m. 
Es war von dem Eulenpärchen dieser alte Krähenhorst aus Mangel an 
anderen Nestern gewählt worden ; und das Krähennest war seinerseits 
wieder so niedrig angelegt worden, weil es in dem ganzen Bezirk, einem 
jungen Laubenschlag beim Leyen-Hof — an höheren Bäumen mangelt. 

Wir glauben die sichere Beobachtung gemacht zu haben, dass ein- 
mal ein Otus-Pärchen am Boden genistet hat. Zu Pfingsten 1902 kamen 
wir in eine kleine Kiefernparzelle, die dem Ober-Olmer Forst nach 
Südwesten vorgelagert ist. Unversehens flatterten mit einem Male drei, 
vier junge Waldohreulen von demselben Fleck unter einem Waldgebüsch 
heraus. Ein altes, von den Ohreulen event. benutztes Nest fand sich 
in den wenigen Bäumen nicht vor ; was d a war, waren verschiedene 
neu augelegte, erst halb fertig gebaute Rabennester, ein geplündertes 
Turmfalkennest, welches bei unserem letzten Besuch 2 Eier enthielt, 
und ein Rabennest mit Eiern. Eierschalen von dem hypothetischen Eulen- 
gelege fanden wir nicht am Boden, wo die Jungen herausflogen ; aber 
die Eierschalen pflegen ja alle Vogelarten bekanntlich mehr oder weniger 
weit fortzutragen (es ist eine zweckmäfsige instinktive Handlung). Die 
Nestmulde entdeckten wir auch nicht mehr. Und doch sind gewiss 
wohl die jungen Ohreulcn hier auf dem Pjoden ausgebrütet und gross- 
gezogen worden. Analogieen dazu gicbt es übrigens auch : einer unserer 
jetzt lebenden Ornithologen fand in Pommern einen Waldkauz (Syruium 
aluco) auf der Erde brüten (siehe Abbildung im »neuen Naumann«!), 
dasselbe beobachtete Förster Bläser in Rohrsen bei Hameln (»Orn. 
Mon.« 1893, S. 192); Staats von Wacquant- G eozeUes sah 
andererseits verschiedene Male den Waldkauz in Krähennestern (in dem 



— 37 — 

Hauben bei Hameln) brüten und ist der Ansicht, dass »dieser arme 
Höhlenbrüter selbst schon zur »Höhle« des Fuchses oder Dachses seine 
Zuflucht genommen« habe; Rudolf Müller sah den Waldkauz in 
einem Nistkasten brüten. (»Orn. Mon.« 1893, S. 474). Adolf 
Müller, der jetzt 83jährige Nestor der hessischen Naturforscher, 
schreibt, dass er ein Waldkauzpärchen auf einem Bussardhorst, einem 
Elsternest, unter einem Storchuest und schliesslich in einem Rabennest 
auf einer der hohen Weisstannen dicht vor dem Wohngebäude der 
Asslarer Hütte bei Wetzlar habe brüten sehen. Die Sperbereule (Surnia 
nisoria) horstet ebenso am blossen Boden wie auf Bäumen. Die Sumpf- 
ohreule (Otus brachyotus) nistet nur am Erdboden. Umgekehrt nehmen 
dann wieder einmal in rückfälliger Weise Waldohreulen vorlieb mit 
Baumhühlen, wofür direkte Tatsachenerweise vorliegen. Dies alles be- 
weist, dass für die Eulen bezüglich der Anlage des Nestes ein gewisses 
unsicheres Schwanken, ein tastendes Versuchen, ein xiusprobieren an der 
Tagesordnung ist. Heraufbeschworen wurde dieses Versuchen und 
Probieren, soweit es nicht alte Entwicklung ist (und dies ist es beispiels- 
weise in dem Verlegen des Nestes aus der Felsspalte in die Baumhöhle: 
Uhu) durch die moderne Forstkultur; im Vogelsberg, wo die Eulen 
noch immer genügend Baumhöhlen vorfinden, fällt es durchaus keinem 
Höhlenbrüter ein, auf der Erde die Eier abzulegen. 

Um das Brut- und Zuchtgeschäft der Waldohreulen in seinem nor- 
malen Gang weiter zu verfolgen, müssen wir zu den Märztagen zurück- 
kehren. Wenn die Hälfte dieser ins Land gegangen ist, schickt sich 
die weibliche Ohreule zum Eierlegen an ; das erste Ei fanden wir gelegt 
am 11, März. Sobald die Eule nur ein Ei gelegt hat — was des 
Abends, in der Nacht oder gegen Morgen geschieht — sitzt sie am 
nächsten Tage schon auf dem Nest ; nach dem Legen dos zweiten Eies 
beginnt die Eule schon das Brutgeschäft, das will sagen, sie sitzt nun 
auch schon einen grossen Teil der Nacht über auf dem Nest und 
geht nunmehr nur in den Dämmer- und ersten Nachtstunden auf xitzung 
und zur lustigen Minnefahrt aus. Denn noch dauert die goldene 
»Flitteizeit'< — — bis alle 4 Eier gelegt sind; manchmal sind es auch 
fünf, höchst selten sechs. Die Eier sind rein weiss und recht grob- 
körnig. ^) 

1) Den matten Glanz erhält der kohlensaure Kalk der Eischale erst in der 
„Kloake"; ich besitze ein glanzloses Ei, welches einer Eule beim Sezieren ent- 
nommen wurde. 



— 38 — 

Nun beginnt die Brutzeit. Sie hat für alle Vögel ihre Leiden 
und Freuden. Denn einmal ist der Vogel, der luftbeschwingte, luft- 
geborene, an das eine Nest gebunden : andererseits aber erholt sich das 
Vogelweibchen, es bedarf der Ruhe, da die Produzierung und Ablage 
der Eier den Aufwand einer grossen Kraftsumme bedeutet, ganz abge- 
sehen von dem physischen Kräfteminus, das die gesteigerte äussere 
Lebenstätigkeit und auch die Nerven - Erregungen der Minnezeit zur 
Folge haben. ^) Die Waldohreule brütet recht eifrig. Am Tage bleibt 
sie äusseren störenden Einflüssen gegenüber ziemlich kalt. Man darf 
z. B. schon recht kräftig an den Nistbaum klopfen, ohne dass die Eule 
bei dem ersten Versuche auffliegt. Anders steht es freilich, wenn sie 
schon öfter gestört wurde: dann fliegt sie in der Regel beim erstmaligen 
Klopfen schon auf. Sie bleibt immer in der Nähe und kehrt, wenn 
sie den Störenfried verschwunden glaubt, mit demselben leisen geräusch- 
losen Flug, mit dem sie abstrich, zum Horst zurück. Beim Abstrich 
ist oft insofern eine augenfällige Erscheinung zu bemerken, als die Eule, 
wenn sie eben das Nest verlassen hat, aus Schreck ihr dünnflüssiges 
Exkrement von sich giebt, welches dann in einem langen Strahl hinter 
ihr her zu Boden zieht (was übrigens fast immer auch bei aus dem 
Schlafe geschreckten Eulen zu beobachten ist). Das Männchen hält 
tagsüber in einem dem Nest nahen Kieferngipfel seinen Schlaf. 

Das Weibchen brütet 4 Wochen. Bechstein, Naumann. 
F r i d e r i c h , B r e h m , A. und K. Müller u. a. geben alle in ihren 
Werken 3 Wochen oder eine ähnliche unbestimmte Zahl an. Der 
»neue Naumann«, das Standard work der deutschen — oder besser 
gesagt: europäischen -— Ornithologie, wiederholt die alte Angabe des 
jüngeren Naumann; freilich bezweifelt schon Otto v. Riesen thal 
in einer Fussnote zum Text (und zwar auf Grund eines Analogieschlusses 
vom etwas grösseren Waldkauz aus) diese kurze Brütezeit, konnte aber 
keine sichere Angabe machen, da er sich auf keine tatsächliche Be- 
obachtung stützen konnte; er hatte keine diesbezügliche Erfahrung in 
der Praxis. Wir haben die vierwöchentliche Brutzeit der Waldohreule 
untrüglich ausgemacht. Am Samstag, den 19. April 1902, entdeckten 



1) Die bei weitem geringste Leistung, das Produzieren der Eierfarben — 
ein Vorgang, welclier unzweifelhaft der Menstruation bei verschiedenen Säuge- 
geschöpfen entspricht und nur eine Verlegung der Blutungserscheinuugen in 
den inneren Hau des Tieres bedeutet — fallt bei den Eulen weg. 



— 39 — 

wir das oben schon genannte Nest, das seinen abnormen Stand auf 
«inem jungen Eichbaum hatte. Es hatte damals zwei Eier. Die Eule 
strich beim Anklopfen an den Stamm von dem Nest. Als wir am Sonn- 
tag, den 18. Mai, wo es uns zum ersten Mal wieder möglich war, das 
Nest von neuem aufsuchten, lagen in der seichten Mulde des Baues 
drei kleine, blinde Junge nebst einem Ei, dessen Schale von dem Jungen 
im Inneren an einer Stelle schon etwas zerbrochen war. 

Die Eule hatte am 20. April das dritte, am 21. April das vierte 
Ei gelegt, denn die Waldohreule legt immer einen Tag um den andern 
ein neues Ei. Da der Vogel ferner auf den zuerst gelegten Eiern so- 
gleich zu brüten begonnen hatte, fielen aus diesen die Jungen früher 
aus. Der vierte junge Vogel konnte frühestens in der Nacht vom 
18. /19. Mai ausschlüpfen, also genau 28 Tage oder 4 Wochen nach 
■dem Legen des Eies. 

Da unsere Eule ihre Eier ungleichmäfsig bebrütet, indem sie das 
Brutgeschäft beginnt, ehe alle Eier gelegt sind, so fallen auch die erst- 
bebrtiteten Eier früher als die anderen aus. Daher kommt es, dass in 
fast jedem Waldohreulennest die Jungen auffallend in der Entwicklung 
und Grösse unterschiedlich sind. Denn indem die ersten nicht allein 
eher gefüttert werden, sondern auch durch ihre anfängliche grössere Statur, 
Kraft, Lebhaftigkeit u. s, w. den Eltern (auch später noch) die meisten, 
stärksten und besten Bissen wegnehmen, bekommen sie vor den jüngeren 
Geschwistern einen bedeutenden Vorsprung. Im Wald am Kahlenberg 
bei Wien fand ich im Sommer 1901 in einem Waldohreulennest vier 
Junge, von denen zwei fast noch einmal so gross waren wie die beiden 
anderen. Später holen freilich die jüngeren Eulchen das Versäumte 
ziemlich rasch nach. Als jene vier zum Ausfliegen kamen, war der 
Unterschied kaum noch zu bemerken.^) 



1) Dieser Grössenuiiterschied der Jungen kommt auch bei anderen Eulen 
vor, scheint sogar fast Eegel zu sein. Der thüringische Ornithologe Liebe 
erhielt aus einem „Taubenhöhler" unter dem Dachrand eines Bauerngehöftes 
bei Gera vier Waldkauzjunge, von denen das jüngste wallnussgross war, während 
dem ältesten schon die Kiele sprossten. Die ungleiche Jungen - Entwicklung 
erklärt sich bei den Eulen daraus, dass sie schon von dem 1. Ei an den ganzen 
langen Tag auf dem Neste sitzen und nur während der wenigen Stunden der 
Nacht umherfliegen ; die ersten Eier werden dadurch natürlich sogleich regel- 
recht bebrütet. (Ganz richtig kann übrigens die Liebe 'sehe Angabe nicht sein, 
■da schon das Waldkauzei fast mehr als wallnussgross ist.) 



— 40 — 

Die jungen Ohreulchen sehen, wenn sie den ersten Flaum bekommen 
haben, ganz weiss aus. In den ersten Tagen wie auch später bestehen 
ihre Exkremente wenigstens zur Hälfte aus weisser Harnmasse, 

Nach wenigen Tagen schon zeigt sich auf dem weissen Wollkleid 
eine graue Färbung in Form von Streifen und Wellenlinien, insbesondere 
auf den Flügeln, dem Rücken und der Brust. Von Tag zu Tag wird 
diese Zeichnung deutlicher. 

Der Schnabel und die Krallen sind von allem Anfang au sehr 
stark ausgebildet ; denn sie sind gar wichtige und notwendige Körper- 
teile (Gliedmafsen) der Eulen und als solche auch ganz besondere 
Charakteristika für die gesammte Sippe. Der innere Rachen hat nicht 
ganz die dottergelbe Farbe wie etwa derjenige junger Schwarzamselu, 
bei denen man geradezu die vor Kurzem erfolgte Umsetzung der Dotter- 
substanz in die Fleischsubstanz aus der gelben Farbe des inneren Rachens 
noch nachträglich herauslesen kann. Auch die typischen Ohrstutzen 
treten bei den jungen W^aldeulen schon nach 2, 3 Tagen recht deutlich 
hervor; bei den kurzohrigen Sumpfeulen erst einige Zeit später. 

Nach 14 Tagen sind die Eulchen in ihrem weissen, graubraun ge- 
fleckten Federflaum recht hübsche Tierchen. Sie hocken wie kleine 
Raubritter in dem Nestraum nebeneinander, zwar ziemlich gleichgültig, 
aber erliobenen Kopfes und immerhin schon interessiert in die Welt 
hinausschauend. Die Jungen haben noch nicht so lichtempflndliche 
Augen wie die Alten. Kommt ein Menschenkind zu dem Nest gestiegen, 
so liegen die Jungen, wenn sie noch nicht 8 Tage alt sind, ruhig da : 
sind sie aber älter, so beginnen sie zu fauchen und mit dem Schnabel 
zu knappen, wenn sie eine Menschenhand oder den Kopf sich nahen 
sehen. Aber sie lassen sich in der Regel auch mit 14 Tagen noch 
mit der Hand in die Höhe heben, ohne sich weiter aufzuregen, ja ver- 
gessen womöglich, wenn sie eine Minute lang in der Hand gehalten 
worden sind und alles ruhig und still geblieben ist, ihre Lage 
und schliessen — das beste Zeichen für ihre sorglose Gleich- 
gültigkeit ! — die Augen. Sie entfalten eine grosse Wärme : vor 
allem fühlt man in der Hand den grossen weiten umfangreichen ]\Iagen- 
sack, der bei allen Vogeljungen fast ein Drittel des Körpers einnimmt 
und geradezu das erste, zweite und dritte Hauptstück ihres ganzen 
Daseins ist. Haben nun aber die Eulenkinder erst einmal ihr voll- 
ständiges Federkleid, so werfen sich diese Nesthocker — wie natürlich 
instinktiv ! — bei dem Nahen der menschlichen Hand sogleich auf den 



( 



— 41 — 

Rücken und schlagen mit den scharfen Krallen und dem spitzigen Schnabel 
recht heftig und geschickt — ■ d. h. im rechten Augenblick — nach 
dem nahenden feindlichen Gegenstand. 

Während das vom Nest fortgescheuchte Eulenweibchen, wenn es. 
Eier hat, nie zurückkehrt, solange das störende menschliche Wesen bei 
dem Neste verweilt, geschieht es dagegen oft, dass es, wenn Junge in 
dem Nest liegen, sogleich zurückkehrt, auf den nächsten Bäumen in 
der Umgebung des Nestes Stand nimmt, durch Bücken, Flügelbreiteu, 
Kopfwendungen die denkbar drolligsten und ängstlichsten Stellungen ein- 
nimmt und dazu in heulendem Tone kreischt. Dazwischen kommt es 
wieder einmal in die Nähe des Nestes geflattert, umfliegt den Baum 
und fusst darauf auf einem anderen nahen Ast. So geht es fort, bis 
der Eindringling, nämlich der Mensch — anderen Eindringlingen gegen- 
über dürfte sich der Vogel viel energischer und aggressiver verhalten — , 
verschwunden ist. Bei weitem nicht alle Eulenweibchen entschliesseii 
sich jedoch zu diesem Vorgehen , immer nur besonders mutige , und 
den Jungen gegenüber sehr anhängliche (wobei ich freilich immer nur 
an das naturgegeben Instinktive in dem ganzen Verfahren denke). Nur 
ganz selten mischt sich auch das Männchen bei solchen Gelegenheiten 
einmal ein, indem es das Weibchen im Klagegeschrei und Possenspiel 
unterstützt. Nur einmal, bei dem oben erw^ähnten Nest am Kahlenberge 
bei Wien im Sommer 1901, beobachtete ich ein solches Verhalten des 
Männchens, als ich Morgens zwischen 8 und 9 Uhr zu dem Nest auf 
die Kiefer stieg, wo jedenfalls die Eulen von der Nacht her noch ziem- 
lich munter waren. 

Im Mainzer Tertiärbecken werden die Jungen in der Hauptsache 
mit Mäusen gefüttert. Die kleinste der Mäuse und die schädlichste 
zugleich, die Feldmaus, wird am häutigsten — ■ und weil so klein, in 
um so grösserer Zahl — zum Horst gebracht, wie denn überhaupt den 
echten Nagern von den Eulen entschieden der Vorzug gegeben wird ; 
ein nicht geringes Kontingent stellen auch die Wühlmäuse (Waldwühl- 
maus, Reitmaüs u s. w.). Ratten dürften der Waldohreule nur selten 
zum Opfer fallen, da diese scharfbewehrten Raubritter für gewöhnlich 
im Forst, am lauschigen Waldsaum und auf der Ackerbreite nichts zu 
suchen haben. Auch Maulwürfe und Vögel erwischt unsere Eule nur 
in geringer Zahl; dagegen erhascht sie gar manchen steif dahinbrum- 
menden Mistkäfer — daher die zahlreichen stahlblauen Chitinstückchen 
in den Gewöllen! — , viele Mai- und Brachkäfer, auch viele Maulwurfs- 



— 42 — 

grillen. Auch gar manches junge und vielleicht auch alte Kaninchen 
greift die Waldohreule mit auf, wenn sie dieselben beim nächtlichen 
Feldbummel überrascht — — und das ist nur sehr gut, denn die 
Legionen von Wild-Kaninchen im Mainzer Tertiärbecken bilden eine un- 
leidliche Plage für den Bauer und Winzer. 

Nach 4 — 5 Wochen fliegen die Jungen aus. In den ersten Tagen, 
nachdem sie das Nest verlassen haben, sitzen sie da und dort auf den 
Ästen der nächsten Bäume oder auch, wenn sie heruntergeflattert sind, 
im Waldgebüsch. Noch kann sie hier die menschliche Hand, die vor- 
sichtig naht, der Fuchs, der sich heranschleicht, mit leichter Mühe 
fassen. Freilich darf man sie nur vom Rücken her angreifen; denn 
mit den scharfen Krallen der Füsse können sie jetzt schon ganz empfind- 
liche Wunden schlagen. Einen Versuch, zu entfliehen, machen sie 
immerhin noch kaum; nur verständnislos schauen sie den Menschen 
mit ihren grossen gelben Augen an. Klettern sie im Gezweig etwas 
höher, so nehmen sie dann und wann, wie die Papageien, ihren krummen 
Schnabel zu Hülfe, indem sie mit ihm ein oberes Astchen fassen und 
sich festhalten und unterdes mit den Beinen nachgreifen, mit dem 
Schnabel dabei ihren Körper schon selbst höher ziehend — — welche 
Entwickelungskluft zwischen diesem sinnigen Gebrauch des Schnabels 
und der Unbeholfenheit der Astrilde, beispielsweise etwa der Blau- 
bändchen, welche nicht einmal ein kleines Salatkeimblättchen zerkleinern 
und fressen können. 

Bald kommt aber die Zeit, wo die jungen Waldohreulen frei und 
selbständig werden. Der Sommer vergeht, der Herbst zieht ins Land 
— — und die jungen Ohreulen streichen wie Alte über Wald und Feld. 

Wir haben bisher noch nie Eulen bei einem Saudbad belauscht : 
aber wir fanden schon oft ihre Federchen an den iieimlichen Stellen, 
wo sich der intim häusliche Vorgang vollzog. 

Der Winter bringt für die bleibenden Waldohreulen manche Not. 
Die Nahrung wird knapp — — jetzt wird bei einmal reicherem Fang 
da und dort in den bohlen Löchern der Bäume eine Vorratkammer 
angelegt. Im Mainzer Becken, wo die Waldohreulen überwintern, findet 
man öfters in den Höhlungen der Chausseebäume (Pariser Chaussee) 
zusammengetragene, schon angefressene oder halbverzehrte Feldmäuse. 
Die grimmigsten Feinde der Waldeulen sind aber die Marder; sie 



— 43 — 

beissen mancher Eule, die sie im Schlafe auf einem Baumast tiberraschen 
die Kehle durch und saugen ihr das Blut aus. Jeder aufmerksame 
Waldgäuger findet im Nachwinter und Vorfrühling auf solche Weise 
zu Tode beförderte Waldeulen. 

Aber auch der Winter vergeht — — und es kommt wieder die 
schöne Zeit des Lenzes und der Minne. Wieder beginnen die lauten 
hellen Freudenrufe auf den Feldern — — — es streicht beim Abend- 
licht der schwarze Schatten über den Weg, er fusst im Mondschein auf 
dem Holzpfahl am Wiesenrain: es ist unsere Waldohreule, die wieder 
gute Tage hat. 

Giessen, im Mai. 



APRILSITÜATIONEN 



AM 



HESSISCHEN RHEIN. 



VON 



WILHELM SCHUSTER. 



Am 19. April waren die Rheinufer von Bingen bis Budenheim 
von ihren beiden typischsten Aprilgästen schier überall besetzt, von der 
graugelben Bachstelze^) und dem W i e s e n p i e p e r. 

Der Wiesenpieper ist ein kleiner grauer Kerl. Obwohl in der 
Zugzeit so ungemein häufig — an dem Rheinufer zwischen Nieder- 
Ingelheim und Heidesheim lagen z. B. am 19. April mehrere Hunderte — , 
ist er doch nur wenigen Naturbeobachtern recht eigentlich bekannt, 
zufolge seiner Uuscheinbarkeit vor allem und auch seines scheuen 
Wesens. p]s ist jener tiüchtige Vogel, der überall, wo man nur hin- 
tritt am Rheinufer (in den ersten und mittleren Apriltagen), sofort 
herausstösst aus der Crescenz oder von der trockenen Bodenlage weg, 
ein hastiges, feines, scharf markiertes »ist — ist« ruft und in kurzen 
Absätzen, im schwachen unsicheren Zickzack, davonstürzt. Der Flug 
trägt so sehr den Charakter des Unruhigen, Unsicheren, Flüchtig- 
hastigen wie kaum der eines zweiten Singvogels ; dabei sind die eckigen 
Stüsse, in denen der Vogel vorwärtsstrebt, sehr kurz. 

Der Wiesenpieper ist durchaus scheu und ängstlich, wenngleich 
er den Menschen ziemlich nahe kommen lässt; so lange drückt er 
sich still verborgen ; dann schiesst er mit einem Male fort. Ohne 
»ist — ist« geht dies Letztere nie ab. Mit den graugelben Bachstelzen 
hat er das (bei ihm langsamere) Auf- und Niederschwibben des Schwanzes 
gemein. Mit den graugelben Bachstelzen hält er tatsächlich eng zu- 
sammen; er zieht mit ihnen und ruft mit ihnen; manchmal giebt es 
kleine Reibereien: Ein gegenseitiges Anpicken oder Anfliegen zweier 
Vögel. Überall, auf jeder Steinpartie oder 'Sandlage am Ufer, auf 
jeder »Steiukrippe« (den Verbindungsdämraen von Insel und Ufer), iu 
jedem (sparsam stehenden) Rohrgebüsch, das sich in matter schwacher 
Linie am Ufer hinzieht, an jedem Saum von gruppenweis stehenden 



1) Im Journal für Ornithologie habe ich vorgeschlagen, den Vogel so und 
nicht „gelbe B." bezw. „graue B." (Mot. alba „grau weisse B.", Mot. flava 
„goldgelbe B.") zu nennen ; die derzeit gebräuchlichen Namen sind (schon dem 
äusseren Gesamteindruck der Farben des Vogels nach) ungenau. 



— 48 — 

Feldbäumen, Feldhecken, Feldwäldchen, sobald sie nur an das Wasser- 
ufer stossen, sitzen in langer Reihe die Wiesenpieper, immer zwei, drei 
zusammen. Sie gehören alle zusammen; doch bilden sie keine Schar, 
keine Grui^pe, keinen Schwärm : Es ist eine lange durchbrochene Kette 
Yon Einzeltieren oder Pärchen, eine ununterbrochen fortlaufende Reihe, 
vergleichbar einer ordnungsmäfsig ausgeschwärmten Schützenlinie. Diese 
Aprilgäste ziehen Nachts durchaus mehr als am Tage; an diesem 
ruhen sie. Rohrammer, deren Weibchen den Wiesenpiepern recht ähn- 
lich sehen, an Grösse auch gleichkommen, aber nicht kurz abge- 
brochen »ist, ist« rufen, sondern lang gedehnt »zieh«, ziehen immer 
in kleinerer Zahl mit den Piepern ^). 

Mit diesen sind eines Morgens alle die graugelben Bachstelzen 
eingetroffen; dann bleiben sie (oder über Nacht neu eingetroifene Durch- 
zügler) noch einige Tage oder gar etliche Wochen in der Talweite 
und dann sind sie alle wieder plötzlich verschwunden. Diese gleich- 
mütige schöne Bachstelze sitzt oder trippelt den ganzen Tag über auf 
dem ebenen Sand herum hart am Wasser; wenn schwacher oder 
massiger Wellengang ist (wie an den Ostertagen 1903), lässt sie sich 
von der herankommenden Flut nicht behindern, sondern diese unter 
sich durchgehen, soweit es eben möglich. Kommt es einmal wider Er- 
warten etwas stärker, so trippelt sie mit ihrem schnellen Gang — sie 
hat Lauffüsschen, so recht angepasst den Sandbänken am Wasserrand 
— vor dem leicht aufgebauschten Wellenkamm her nach der Trocken- 
lage des Sandes zu. Dabei pickt sie fortwährend mikroskopisch kleine 
Lebewesen auf, Käferchen, Saprolegnien und Anderes. Wenn sie sich 
putzt oder nicht nach Nahrung sucht, fusst sie auch auf den Steinen. 
Die gelbe Bachstelze und der Wiesenpieper sind im April für die 
Rheinstrecke des Mainzer Tertiärbeckens ebensolche Charaktervögel wie 
die Hausrotschwänzchen in den Sommermonaten für das Nahetal von 
Bingen bis Münster am Stein und das Rheintal von Bingen bis 
Koblenz. 

Wir haben zwei S a a t r a b e n - C o 1 o n i e n im Mainzer Tertiärbecken, 
eine auf der Ilmer Au (bei Gaulsheim), die andere auf der Mönchsau 



1) Auch im Maintal liegen im Herbst sehr viele Wiesenpieper. Zwischen 
Offenhach und Mülilheim trieb ich im Oktober 1902 ganze Scharen aus den 
Sumi)fbrüchen, Wiesen und vor Allem den (Kraut- und Stoppel-)Ackern auf: 
diese sind ihnen das liebste Absteigequartier. Auf dem Vogelsberg und bei 
Giessen (27. April 1903) traf ich sie immer nur spärlich, in kleinen Scharen. 



— 49 — 

(oberhalb Klein-Weinheims). Jene hatte am Sonntag Quasimodogeniti 
(19. April) schon Junge, in der Mehrzahl noch Eier. Am folgenden 
Dienstag (21. April) wurden ihre Nester auf kreisamtliche Verfügung 
— leider, sage ich (da die Saatraben zum überwiegenden Teil nütz- 
lich sind!) — ausgehoben. Am nächsten Sonntag (26. April) bauten 
die Raben schon wieder frisch und lustig an den alten Nestern. Bald 
werden sie wieder Junge haben. 

An der Westspitze der westfälischen Au hielten in der Mitte 
des April noch fünfzehn Stück Schellenten; diese Tiere sind überaus 
leicht an dem vielen Weiss ihres Gefieders zu erkennen. Sie sind 
unstreitig auf dem Rhein und Main die häufigsten Wintergäste von 
allen Enten, welche aus dem Norden kommen ; freilich ziehen im Herbst 
und Frühjahr an Zahl noch mehr Pfeifenten durch. 

Der Zwergtaucher und die Krickente^) brüten an der west- 
fälischen Au. Ein Pärchen Flussseeschwalben nistet ebendaselbst; 
mit »Kirri«, »Kirrä!« treibt sich dieser mövenartige, aber viel eleganter 
gebaute Vogel, die »Kirrmöve« der kurischen Nahrung, auf dem Wasser 
herum. Sie fliegt fast immer eilends schnell vorbei, wenn ein unbe- 
kanntes Wesen durch ihre Heimatsreviere streicht. Auch bei ihrem 
schnellsten Flug erkennt man die tiefschwarze Kopfplatte deutlich. Der 
punktierte Wa sserläufer, nur vereinzelt anf dem Zuge, ist überall 
ein alter Bekannter. 

Auf der westfälischen Au nisten zwei Turmfalken pärchen. 
Da aber nur etliche (3?) Kiefernbäume am westlichen Ende der Insel 
stehen, sind die Vögel hier gezwungen, auf kahle laubleere Eichen- 
bäume zu bauen. Es ist dieselbe Zwangsanpassung, welche bei dem 
Storch und Reiher, die auch dieses Jahr wieder auf dem Erdboden 
des Zoo^) in Frankfurt brüten, oder bei der Schwarzamsel, welche 
tatsächlich in der neu erbauten, noch leer stehenden Giessener Biblio- 
thek nistet, zu konstatieren sind. Der Höhlenbrüter Turmfalke baut 
auf der Au ebenso starke, schöne, haltbare Nester wie im Olmer Forst 
bei Mainz. 

Einzelne rote und rotbraune Milane schweben über dem Wasser 
und benachbarten Wald herum, noch ungewiss, wo sie ihren Bau an- 



1) M. E. nicht „Krück"-Ente, da es von dem mittelhochdeutschen 
Kriechel-, Kriekel-Ente kommt und Krackel- oder Schwatz-Ente bedeutet. 

2) Diese leichte Abkürzung des schwerfälligen „Zoolog. Garten" sollte 
überall eingeführt werden, wie es schon teilweise geschehen ist. 

Jahrb. d. nass. Ver. f. Nat. 56. 4 

/ 



— 50 — 

legen sollen. Nattern- und kleine Schreiadler sind gar spärlich, 
Elstern nisten da und dort; auch sie nehmen ab: eine Tatsache, 
die man aus verschiedenen Gründen mit gemischten Gefühlen wahr- 
nehmen kann. 

In einer Rheinbeschreibung von 1822 heisst es, dass die einsamen 
wilden Trümmer der Ruine Falkenstein nur von Steindrosseln belebt 
wären. Diese Situation besteht wohl jetzt nicht mehr; auch auf dem 
Rochusberg bei Bingen lässt sich die Drossel nicht mehr sehen. Für 
neue Nachweise dieser Drossel wie des Nattern- und Schreiadlers wäre 
ich jedem dankbar. — 

Im Strandsande der westfälischen Au fand ich ein tertiäres 
Molluskengehäuse, eine Ceridium-Art. Die Körnelung war stark abge- 
plattet, als ob das Gehäuse starken Druck ausgestanden habe. Ich 
nahm desgleichen eine Paludina fasciata mit, eine Abart der lebendig 
gebärenden Sumpfschnecke (Pal. vivipara). Kobelt verzeichnet sie in 
der »Fauna der Nassauischen Mollusken -< nicht für unser Gebiet, 
sondern die Mosel und den Oberrhein. Sie kann von hier aus fort- 
getragen und bei uns angeschwemmt worden sein. — 

Der Verwalter der Au sammelte die prächtigsten Speisemorcheln, 
die jetzt gerade in voller Jugendkraft stehen. Obwohl sie auf reinem 
Sandboden entsprossen sind, haben sie die regehnäfsige Farbe, das 
Dunkelgraubraun (während sie sonst zuweilen gelbbraun sind). 

Auch zwischen Nieder-Ingelheim und Heidesheim fand ich die 
wilde Hyazinthe, das kleine nette Frühlingsblümchen; es ist die 
Traubenhyazinthe, also die gebeugt-blätterige Art. Sie gedeiht auch 
im Ober-Olmer Forst und bei Osthofen- Worms, Um Darmstadt soll sie 
gemein sein. 

Ende April 1903. Villa -Finkenhof«, 

Gonsenheim bei Maiaz. 



ZWEI NEUE 



GEOMETEIDEN-FOEMEN 



DER 



PALÄAKKTISCHEN LEPIDOPTEßENFAÜNA, 



BESPROCHEN VON 



AUGUST FUCHS, 

Pfarrer zu Bornich bei St. Goarshausen a. Rh. 



4.* 



1. Thalera flmbrialis Sc. 

ab. (var.?) magnata: multo major, alis elongatis, raargine 
posterior um brevius bidentata, strigis alarum 
angustioribus, obsoletis, ciliis non nisi sub radice 
pallide rhusio-maculatis. 

Unter dem Listennamen var. magna, nach Herrn Bang-Haas zur 
Bezeichnung solcher asiatischen Stücke, die durch besondere Grösse her- 
vorragen, erhielt ich von dem Genannten, eine ausgezeichnete Fimbrialis- 
Form, die auch vor dem Forum der Wissenschaft einen Namen behaupten 
kann. Ihr Charakter wird hauptsächlich durch drei sofort in die Augen 
fallende Merkmale bestimmt: 1. Die ungewöhnliche Grösse (19 mm 
Vorderflügellänge gegen nur 16 mm unserer deutschen Stücke); 2. durch 
die in die Länge gezogenen Flügel; 3. durch die Beschaffenheit der 
Franzen, welche nicht wie bei deutschen Stücken rostbraun gescheckt, 
sondern nur an der Wurzel verloschen bräunlich gefleckt sind. Dazu 
kommt noch Folgendes: Die beiden Ecken der Hinterflügel sind weniger 
ausgebildet, kürzer, namentlich auch die untere, die bei deutschen 
Fimbrialis stets scharf vortritt, während die obere in dieser Hinsicht 
allerdings variiert. Die weisslichen Querstreifen schmal, undeutlicher 
als bei meinen Sammlungsexemplaren. 

Da die var, chlorosaria Graes. nach der im neuen Katalog ge- 
gebenen kurzen Diagnose im Gegenteil breitere Querstreifen haben 
soll, so kann Magnata mit ihr nicht zusammenfallen. Über die Grösse 
des Falters und die Beschaffenheit seiner Franzen wird zwar nichts 
gesagt; man sollte aber denken, dass, wenn Chlorosaria in dieser Hin- 
sicht bemerkenswerte Abweichungen zeigte , dies um so weniger un- 
erwähnt geblieben wäre, als ausdrücklich für sie ein etwas anderer 
Farbenton konstatiert wird. 

Mein ^f der Magnata ist aus Tura. 



— 54 — 

2. Gnophos Iveni Ersch. 

ab. rf peiTuptata: alis striga exteriore nigra, intus dentata. 

Zwei meiner 4 cf der Iveni führen diesen Streif, während bei den 
übrigen, davon eines zur var. clarior Stgr. gehört, der eintönige Charakter 
der Flügel durch keine Zeichnung unterbi-ochen wird. Der Streif beginnt 
etwa bei ^j^ der Vorderflügellänge, ist unter dem Vorderrande wurzelwärts 
gebrochen und tritt darauf in einer Ecke weit gegen den Saum vor, 
um von hier an abwärts, sich allmählich vom Saum entfernend, in 
regelmäfsigem Zuge den Innenrand hinter der Mitte zu erreichen. In 
seinem unteren Verlauf, also von der Ecke an, ist er im Ganzen gleich- 
mäfsig gezähnt, und es sind die auf den Rippen sitzenden Spitzen der 
Zähne wurzelwärts gerichtet, die flachen Bogen dagegen saumwärts — 
also gerade umgekehrt wie bei anderen mit Zahnstreifen versehenen 
Grnophos- Arten. Auch der innere Querstreif ist ein wenig angedeutet : 
er tritt unter dem Vorderrande, sich saumwärts wendend, in die Flügel- 
fläche ein, ist dann scharf gebrochen oder gebogen, um mit starker 
Neigung wurzelwärts den Innenrand an einer Stelle zu treffen, die dem 
Körper weit näher liegt als sein Ausgangspunkt am Vorderrande. Nicht 
unerwähnt kann endlich bleiben, dass die Flügel auch einen zwar feinen, 
aber deutlichen kleinen Mittelring führen, der sich bei anderen Iveni 
ja wohl ebenfalls erkennen lässt, aber nicht gut ausgeprägt ist. 

Die Unterseite zeigt den äusseren Querstreif und den Mitteljjunkt 
deutlich, während der innere Streif fehlt. 

Zwei ,3^ aus dem Alexander-Gebiet ^). 



1) Staudinge r's Urteil über meine Gnophos- Aberration Milvinaria. 
Nass. .Tahrb. LX, p. 148, von der ich ihm vor Herausgabe des Catalogs eines 
meiner vier Originalien mit anderen Geometriden auf seine Aufforderung zur 
Einsicht übersandt hatte, lautet kurz und wörtlich: Gnophos var. (ilumbearia 
ab. milvinaria (beides war unterstrichen). Dieses Urteil triift die Sache voll- 
kommen: Milvinaria ist eine bemerkenswerte Aberration der am ]\littelrhein 
die Stelle der Glaucinaria vertretenden Plunibearia Stgr.. also die Aberration 
einer vicarierenden Form, die sich durch eine Reihe guter Merkmale von Plumbearia 
ebenso sehr unterscheidet, wie letztere von Glaucinaria — ihrerseits natürlich 
auch wieder von dieser. Solch eine gute Aberration nun, wie im Katalog 
No. 3940a geschehen, ohne jede die Unterschiede festst;dlende Diagnose ledig- 
lich als ein schlichtes Synonym mit Plumbearia zu vereinigen, während doch 
andere unter ähnlichen Verhältnissen gcniischt lebende Varietäten und Aberrationen 
richtig getrennt werden, z. B. die bekannten Zatinia-Aberrationen u. s. w. u. s. w., 
ist eine Inkonsequenz und verdunkelt die Sachlage. 



NEUE 
KLEINFALTER DER EUROPÄISCHEN FAUNA. 



BESPEOCHEN VON 



AUGUST FUCHS, 

Pfarrer zu Bornich bei St. Goarshausen a, Rhein. 



1. Acalla (Teras) contaminana Hb. 

ab. UDicolorana ? dimidiana Rbl. Cat. Ed. III, p. 83, No. 1480b. Vorder- 
flügel einfarbig rotbraun, fast unbezeichnet. 

Diese kurze Diagnose cbarakterisiert die auffallende Aberration so 
deutlich, dass kaum etwas hinzuzufügen sein dürfte : Die Vorderflügel sind 
eintönig dunkelrotbraun, einschliesslich der Franzen, und fast zeich- 
nungslos; nur aus der Mitte des Vorderrandes zieht ein Schattenstreif^ 
hinter welchem der Vorderrand kaum merkbar aufgehellt ist, schräg in 
die Flügelfläche hinein auf den Hinterwinkel zu. Die Spitze der Franzen. 
bleibt weisslich, doch ist dies viel weniger deutlich als bei anderen 
Contaminana. 

Ich habe gezweifelt, ob die hier benannte Form vielleicht identisch 
mit der von Herrn Dr. Rebel im Katalog durch die Worte: »alis 
anterioribus fere unicolo ribus, violaceo brunneis« charakterisierten ab. 
dimidiana sein möge, die ich nicht für die gleichnamige Form Froelich'& 
— er wird ihr als Autor beigesetzt — halten kann. Aber abgesehen 
davon, dass die Einschränkung »fere« auf die wirklich einfarbige 
Unicolorana nicht passt, weist der F r o e 1 i c h 'sehe Namen Dimidiana. 
auf einen Falter hin, dessen Vorderflügel 2 verschieden gefärbte Felder 
zeigen, — und so habe ich nach Roe ssler 's Bestimmung Dimidiana 
in der Sammlung : das braun gegitterte und von einer saumwärts ge- 
brochenen (sodass die Spitze saumwärts gerichtet ist) durchquerte erste 
Feld ist rotgelb, das zweite Feld dagegen in scharfem Kontrast, abwärts^ 
bis vor den Innenrand dunkel rotbraun, bei frischen Stücken bläulich 
getönt; nur ein kleiner Costalfleck behält die Grundfarbe bei, und der 
Saumgürtel ist wieder ockergelb, braun gegittert. Da mir auch Herr 
Disque auf meine ausdrückliche Bitte um Aufklärung ganz denselben 
Falter als Dimidiana sandte mit dem Hinzufügen, dass er eine Conta- 
rainana-Form wie die im neuen Katalog als ab. b. charakterisierte noch 
nicht gesehen habe, so könnte man die R oessler 'sehe Bestimmung^ 



— 58 — 

meiner Falter für zutreifend halten, — wenn nicht von Heinemann 
Tortric, p. 29 wieder eine andere Contaminana-Form als ab. dimidiana 
Froel. bespräche: nach ihm ist bei letzterer »die ganze Fläche der 
Vorderflügel veilbraun überzogen und nur der Vorderrand ist gelb 
mit dunkleren Rippen •^^, also Aveder so, wie die Diagnose des 
Herrn Dr. Rebel besagt (da ausdrücklich ein Farbenkontrast zweier, 
wenn auch offenbar nicht gleichgross angenommenen Felder der Vorder- 
üügel behauptet wird, worauf ja schon der Froelich'sche Name 
Dimidiana hinweist), noch auch so, wie unsere von Ro essler für 
Dimidiana erklärten Falter es zeigen: die kontrastierenden Felder sind 
ganz anders abgeteilt. Was nach R o e s s 1 e r Dimidiana sein soll, 
"beschreibt von Heinemann offenbar als ab. ciliana: »vom Vorderrande 
gehen, sagt er von dieser, aus der Mitte und vor der Spitze 2 breite 
Scbrägbinden bis zum Queraste, verbinden sich hier in der Regel und 
ziehen vereinigt vertikal zum Innenrande ; sie sind rostbraun oder veilbraun, 
am deutlichsten ausgeprägt bei den hellgelben Stücken« — was alles 
auf Dimidiana Roessl. passt, sodass man also meine Sammlungsexemplare 
als Ciliana Hein, anzusehen hätte. Im Katalog aber wird ab. ciliana 
wiederum anders charakterisiert mit den Worten : alis anterioribus 
«chraceis, minus signatis, fascia media abbreviata — also eine leichte 
Abänderung, die durch das minus signatis sich von der charaktervollen 
ab. ciliana Hein, weit entfernt. 

Nach dem Allen v\'ird man nicht sagen können, dass über den 
•Charakter derjenigen Falter, die als ab. ciliana oder ab. dimidiana 
Froel. aufzufassen sind, unter den Autoren Übereinstimmung bestünde — 
noch weniger wahrscheinlich in den Sammlungen. Vorläufig halte ich mich 
berechtigt, der ohne Frage ganz eintönig rotbraunen Aberration, für 
welche doch der in diesem Falle sinnlose Name Dimidiana Froel. (gemittelt) 
nicht geprägt sein kann — die alten Autoren wählten keine sinnlosen 
Bezeichnungen — den unmissverständlichen Namen Unicolorana beizulegen. 

Ab. unicolorana bei Bornich sehr selten unter der Stammart, ab. 
•ciliana Hein, (dimidiana Roessl.) manchmal fast häufig. 

2. Cerostoina parentheselhiin L. 

«I). pai'icostclla ! V o r d e r f 1 ü g e 1 einfarbig gelbbraun, ohne den 
sonst üblichen weissen Vorderrandstreif. 

Eine »neue« Faltcrform ist dies ja freilich nicht, sondern die schon 
von Heinemann Tin. p. 123 kurz erwähnte ganz einfarbige Pareuthe- 



~ 59 — 

sellum-Forni (bei Hein, führt die Ai't noch den Namen Costella F.): 
einigen Stücken, heisst es dort, die eine selir lichte Grundfarbe haben, 
fehlt jede Spur eines helleren Yorderrandes. Das Letztere ist richtig; 
aber nicht einige Stücke sind es, welchen die weisse Vorderrandstrieme 
fehlt, sondern von meinen 18 Stücken zeigen 8 dieses Merkmal, also 
beinahe die Hälfte, was vielleicht daher rühren mag, dass ich diese 
Form als eine von der üblichen Beschreibung abweichende bei der Aus- 
wahl für meine Sammlung bevorzugte; und dass bei diesen 8 Stücken 
die Grundfarbe besonders licht sei, wie H e i n e m a n n für die eintönige 
Form behaui)tet, kann ich nicht sagen: ein 1902 von Eichen erzogenes 
O ist schön gelbbraun, ganz dunkel. 

Da alle später gegebenen Namen (Ochrella Hb. Vögel 50, ludei- 
chella Ratzb. AValdv. Taf. 4, Fig. 6) im Katalog von 1901 als schlichte 
Synonyme zu Parenthesellum (a.) L., der Form mit breit weisser Vorder- 
randstrieme, gezogen werden, so scheint die eintönige Form noch unbe- 
nannt. Vielleicht aber käme doch, was ich augenblicklich nicht zu 
beurteilen vermag, der Name Fissella 9 l^up- XI, 293, 7 in Frage, 
welcher Name dann als der ältere einzutreten hätte, da Fissella Hb. 
zu Radiatella Don. gezogen wird, der Name Fissella Dup. also eventuell 
für eine andere Crostoma-Art vacant ist. 

3. Scythris (Butalis) caiiiolella n. sp. 

Grösser, V o r d e r f 1 ü g e 1 lang gestreckt, graubraun, durch 
dicht gelagerte Haarschuppen matt gelblich, die 
Hinterflügel wenig schmaler, gestreckt und von 
der Mitte an lang zugespitzt, rein grau, an der 
Wurzel lichter, mit längeren feinen Franzen, der 
Hinterleib des (f schlank, k e g e 1 f ö i- m i g , dunkel- 
grau, unten gelb li chgr au mit mä fsig langem, seit- 
lich zusammengestrichenem After husch. 7^2^^ 
Vorderflügellänge. 

Mein verstorbener Freund Dr. Hinneb erg glaubte in dieser Art, 
um deren Namen ich ihn befragte, die Aerariella H. S. zu erkennen : 
in Heinemauns Beschreibung p. 442, schrieb er, findet sich nichts, 
was widerspräche. Ich habe aber Aerariella selbst und zwar aus der 
zuverlässigsten Quelle, von Zell er (cT $ aus Kärnthen mit dem von 
Zellers Hand geschriebenen Zettel: Mann 3. 9. 49), aus derselben 



— 60 — 

Quelle auch ein ([f" der nächstverwandten Subaerariella Stt. ; daher darf 
ich mir wohl ein Urteil zutrauen. In die von Hinneberg ange- 
nommene Verwandtschaft gehört ja die neue Art augenscheinlich; aber 
sie unterscheidet sich von Aerariella durch bedeutendere Grösse und 
länger gestreckte Vorderflügel, vor allen Dingen aber durch andere 
Gestalt der Hintertlügel. Diese, die bei Aerariella den Vorderflügeln 
an Breite gleichkommen, sind entschieden schmaler, sehr gestreckt und 
viel länger zugespitzt, reingrau, ohne den Purpurschimmer der Aerariella, 
mit längeren und feinen Franzen — eine ganze Reihe von Merkmalen, 
welche die Artrechte der Caniolella sicher begründen. 

Vorderflügel in der Grundfarbe graubraun, doch lichter als Aerariella, 
durch dicht gelagerte Haarschuppen matt lehmgelblich grau, etwa wie 
SchneideriZ. ^) doch gleichmäfsiger matt als diese, in gewisser Richtung 



^) Im Katalog ist Butalis Schneiden Z. als einfaches Synonym zu Fusco- 
aenea Hw. gezogen. Ich besitze von Zell er selbst ein (^ dieser Art, welches 
noch heute den von seiner Hand geschriebenen Zettel trägt: Schneideri Z. 
Linnaea X. 194 und auf einem kleineren, der ihm beigegeben ist, die ebenfalls 
von Zeller hingesetzte Notiz: Chr. (istoph) 65. Brieflich bemerkte Zeller bei 
der Übersendung: „Ich weiss freilich nicht mehr, wer das Stück so bestimmt 
hat" — also wenn nicht er, so doch wohl Christoph, der es ihm unter diesem 
Namen übersandt haben wird. Das Stück steht der Fusco-aenea, die ich von 
Sttainton, Zeller, Hofmann und Dr. Petry habe, also aus unanfechtbaren 
Quellen, absolut fern, dafür aber der oben als Caniolella beschriebenen Art uui 
so näher; doch kann es mit ihr wegen des abweichenden Flügelschnittes, der 
gröberen Btschuppung seiner Vorderflügel und des anders gearteten Hinterleibs 
nicht vereinigt werden. Um keinen Zweifel über seine Artberechtigung zu lassen, 
gebe ich eine genaue Beschreibung: 

Kleiner, Vorderflügel gestreckt und schmal mit g le ichniii fsig 

nach der Spitze gebogenem I n n e n r a n d e , ganz ohne 

H i n t e r w i n k e 1 , m i t k ü r z e r e n u n d b r e i t e r e n H a a r s i: h u p )i e n 

dicht belegt und dadurch aufgehellt. Die Hinterf Itigel 

gleich breit, von der Mitte an lang und scharf zugespitzt; 

der Hinterl eib des ö" schlank, kegelförmig, graubraun, 

oben am Ende der Segmente schwach gelblich geringt, 

unten ganz lelungelblicli , mit längerem und dichterem, 

durchaus 1 ehni gelbli ch grauem Afterbusch. 6V2nim. 

Die Vorderflügel von der Wurzel an gleicbmäfsig schmal, noch sclimaler 

als bei Caniolella, ohne Erweiterung an der Stelle des in Wegfall gekommenen 

Hinterwinkels, die Haarschuppen kürzer und breiter, rein lehmgelb, ganz ohne 

grünlichen Schimmer. Die Hinterflügel dunkel graubraun, an der Wurzel nicht 

aufgehellt und kein Purpuranflug, ihre Franzen ebenfalls graubraun, an der 

Wurzel nicht gelblich, sodass keine Linie entsteht, sondern die Färbung der 



— 61 — 

mit etwas metallischem Glänze und dann grünlich schimmernd, was aber 
für gewöhnlich nicht auffällt. Die Hinterflügel wie oben angegeben, ihr 
Unterschied von Aerariella in Gestalt und Färbung sofort zu erkennen, 
reingrau, an der Wurzel in gewisser Richtung heller, einzelne gelbliche 
Haarschuppen sind über die Fläche ausgestreut, was ich an Aerariella 
nicht sehe, mit längeren, dicht stehenden, aber sehr feinen Haarfranzen. 
Diese sind an der Wurzel gelblich, sodass eine helle Wurzellinie ent- 
steht, die Aerariella nicht zeigt, sonst grau, heller als die Hinterflügel; 
einzelne bis zur Hälfte gelbliche Haarfranzen sind eingemengt. Kopf, 
Hals und Thorax mit den Schulterdecken wie die Vorderflügel gefärbt, 
die kurze Behaarung dieser Teile, besonders des Nackens, scheint 
sperriger und mehr aufgetrieben als bei Aerariella. Letztes Palpenglied 
deutlich abgesetzt, schmal kegelförmig, vorn zugespitzt und etwas auf- 
gehoben. Der Hinterleib wie bei Aerariella, aber heller grau, nicht 



Hinterflügel setzt sich auf die Franzen fort; die einzelnen Franzenhaare 
scheinen gröber. Palpen gelblich grau, letztes Glied stark abgesetzt, schmal 
kegelförmig, lang ausgestreckt. Hinterleib wie bei Caniolella gestaltet, aber 
seine Färbung ist ganz anders: das Grau hat einen lehmgelblichen Schimmer, 
und diese Färbung der hellen Haarschuppen verstärkt sich am Ende der Seg- 
mente so sehr, dass an dieser Stelle auf dem Rücken in gewisser Eichtung ein 
lehnigelblicher Gürtel, entsteht. Unten ist der ganze Bauch lehmgelblich auf- 
gehellt, am stärksten gegen das Ende hin. Der Afterbusch scheint etwas 
länger als bei Caniolella, seine Behaarung ist durchaus lehmgelblich grau, was 
sehr auffällt; sonst ist er ebenso regelmäfsig gestrichen, wie bei der ver- 
wandten Art. 

Bei einer Korrespondenz über die Verwandtschaft der Fusco-aenea, in die er 
nach den ihm vorgelegten männlichen Exemplaren — das durch seine Zeichnung 
an die Knochella-Gruppe erinnernde 9 kannte ich damals uoch nicht — auch 
meine Flavilaterella gestellt wissen wollte, teilte mir Wocke mit, dass die 
Originalia der But. Schneideri Z. sich in seinem Besitze befänden. Wie diese 
Stücke aussehen, weiss ich nicht; dass sie möglicher Weise nur Fusco-aenea sein 
könnten, davon schrieb Wocke kein Wort; wenn sie aber wirklich mit dieser 
Art identisch sein sollten, so schlage ich selbst nach Christophs Vorgang 
für das mir von Zeller unter dem Namen But. Schneideri mitgeteilte cT' aus 
Sarepta den in diesem Falle vakant gewordenen Namen Schneideri auf's Neue 
vor, sodass dann die Art im System der an Aerariella H. S. und Subaerariella 
Stt. sich anschliessenden Caniolella nachzufolgen hätte mit dem Citat: Schneideri 
(Christ, in litt.) Fuchs, nass. Jahrb. 1903, p. 60 ?Z. Linnaea X, 194. Sollte 
aber, was ich für möglich halte, But. Schneideri coli. Wocke doch noch als 
eine gute Art der nächsten Fusco-aenea-Verwandtschaft erkannt werden, so müsste 
das vorstehend beschriebene cT anders benannt werden und könnte dann Scythr. 
(But.) degenerella heissen. 



— 62 - 

dunkel graubraun, und ohne Purpuranflug, am Bauche gelblich, welche 
Färbung gegen das Ende zunimmt, Beine grau, die Schienen gelblich, 
besonders die dichte Behaarung der Hiuterschienen. 
Ein tadelloses cf von Eriwan ^). 

4. Scythris Disqueella ii. sp. 

Klein, die Vorderflügel gestreckter, dunkel erzgrün, 
schwach glänzend, die Hinterfltigel schmaler, ganz 
gleichmäfsig zugespitzt, dunkel braungrau. Der 
Hinterleib länger und schlanker, am Ende kegel- 
förmig zulaufend, bei Y" und 9 beiderseits dunkel- 
braungrau, bei dem ,^ mit kurzem, dichterem After- 
busch. 6 mm. 

Aus der Verwandtschaft der Succisae Roessl., unterschieden durch 
den längeren und schlankeren Hinterleib, welcher den Afterwinkel der 
Hinterflügel ziemlich überragt, vor allen Dingen aber durch den in 
beiden Geschlechtern gleich dunklen Bauch, der bei dem 9 von Succisae 
an den letzten Ringen gelblich weiss aufgehellt ist. 

Bedeutend kleiner als Fusco-cuprea, die Vorderflügel schmaler, noch 
gestreckter, dunkel erzgrün, in gewisser Richtung schwach goldig oder 
goldbräunlich (9) glänzend. Die Hinterflügel noch schmaler und 
gestreckter als die Vorderflügel, ganz gleichmäfsig zugespitzt, der Saum 
bei dem cf schon vom Aftervvinkel an, bei dem einzigen 9) ^^^^ ^^^ii' 
vorliegt, ist der Saum in der Mitte etwas gebogen, aber nur wenig; 



1) Der neue Katalog lässt noch But. ericetella Hn. als eine besondere Art 
auf Tabidella H. S. folgen. Der Hauptuntersdiied liegt in der Färbung: alles 
andere, was Hein eman n- Wo cke p. 444 sonst noch sagen, will wenig be- 
deuten und greift nicht durch; aber auch in der Färbung finden sich alle Über- 
gänge, sodass belle Stücke aus hiesiger Gegend von den eisten Autoritäten 
Frey, Z e 1 1 e r , Wecke unbedenklicli für Tabidella erklärt wurden und letzterer, 
als ich ihm eine Anzahl verschieden gefärbter Exemplare meiner Samndung zur 
Ansicht sandte, zustimmte und wörtlich schrieb: „Der Name Ericetella kann 
als var. fortbestehen bleiben". Die männlichen Genitalien habe ich nicht unter- 
sucht. 

Auf sonnigen Haideplätzen der Eheinberge von Juni bis Mitte August 
nicht selten, ausnahmsweise aui h schon Ende Mai, am luiufigsten Ende Juli 
und Anfangs August, einmal auch in den vom Rhein abgelegenen Kergwäldern ; 
gewöhnlich im dunkeln Gewände, ganz belle Stücke wie 'i'abidella sehr selten, 

Tabidella H. S. (^ aus Kärntben besitze ich von Zell er. 



— 63 — 

die Farbe der Hiuterflügel ist graubraun, ohne metallischen Schimmer, 
Kopf und Thorax mit den Schulterdecken sind wie die Vorderflügel 
gefärbt. Zweites Palpenglied am Ende durch Beschuppung verdickt^ 
das 3. viel dünner, deutlich abgesetzt, schmal, am Ende kegelförmig^ 
zugespitzt. Der Hinterleib überragt den Afterwinkel ziemlich weit; 
er ist bei dem cT schlanker als ihn die verwandten Arten (Fusco-cuprea 
und Succisae) haben, bei dem 9 dagegen auffallend dicker als beim <^ 
und lang, in beiden Geschlechtern hinten kegelförmig verengt, graubraun, 
der Bauch des Q wie die Beine nur schwach erzglänzend, sonst grau- 
braun wie der Rücken, nicht aufgehellt. Der Afterbusch des cT scheint 
etwas länger als bei Fusco-cuprea, seine Behaarung ist ziemlich dicht. 
Bei Speyer im Juni und Anfangs Juli auf einer sumpfigen Hoch- 
wiese. Ich sah 4 Exemplare: 3 cf 1 9- I^i^ ^^^'t ist benannt za 
Ehren ihres Entdeckers , des verdienten Microlepidopterologen Herrn 
H. Disque zu Speyer. 



KORREKTUREN UNI) ZUSÄTZE 



ZUR 

III. AUFLAGE 

DES 



NEUEN STAUDINGER-KATALOGES, 

I. TEIL. 



vox 



AUGUST FUCHS, 

Pfarrer zu Bornich bei St. GoarsLausen a. Rhein, 



Jahrb. d. nass. Vev. f. Nat. 56. 



I. Lycaena Semiargus Rott. 

[Kat. p. 89, No. 637]. 

ab. caeca Fachs Sfelt. ent. Ztg. 1883, p. 253 : alis subtus non ocellatis 
caecis. 

Meine ab. caeca wird zwar iu der neuen Katalog-Auflage mit den 
hier zitierten Worten, die ich vorstehend noch durch den Zusatz »caecis« 
weiter erklärt habe, ganz richtig charakterisiert, aber in eckigen Klammern, 
also ungetrennt gelassen : ein Geschick, welches sie mit nocli anderen 
gleichwertigen Aberrationen des Genus Lycaena teilt, z. B. mit der 
wenig bekannten L. Eumedon ab. Speveri Husz. Ent. Nachr. p. 244 
[»subtus sine ocellis«]^) und Pheretes Hb. ab. Maloyensis Rühl Soc. 
ent. VII, p. 181 [subtus sine punctis], während doch zwei nicht eben 



1) Der Mangel der Augenreihe auf der Unterseite aller Flügel, den diese 
kurze Diagnose allein betont, ist ja vielleicht das entscheidende Merkmal dieser 
interessanten Form, aber mein Exemplar — ich erhielt es als ab. Speyeri Husz 
— zeigt noch weitere Unterschiede vom gewöhnlichen Eumedon, die ich, da ich 
die Beschreibung des Autors nicht kenne, hier festlegen will: 1. Die Färbung 
der Unterseite ist durchaus rauchgrau, ohne jeden Stich ins Rostbraune. 2. Der 
Mittelfleck [auf der Unterseite aller Flügel, von der hier allein die Rede ist] 
ist sehr gross und breit weiss umzogen. 3. Der weisse, richtiger weissgraue 
Längsstrahl vom Mittelfleck der Hinterflügel auf die rotgelben Randmonde zu, 
welcher sonst zwischen den [bei der Aberration ja fehlenden] Augen in Zelle 4 
und 5 endet, ist auffallend breit ; er liegt in 2 Zellen und wird von der schwarz- 
grauen Rippe der Länge nach geteilt. 4. Die schwarze Saumlinie ist auf allen 
Flügeln viel dicker als sonst bei Eumedon. 5. Zwischen ihr und den rostbraunen 
Randflecken [die hier rauchbraun getrübt sind] unmittelbar vor letzteren liegen 
in wasserblauer Füllung namentlich auf den Hinterflügeln runde schwarze Flecke 
von kräftiger Ausprägung. Wurzelwärts werden die raucbbraunen Randflecke 
von schwarzen Spitzbogen begrenzt, die ihrerseits auf den Hinterflügeln noch- 
mals weisslich gesäumt sind, und es führt aus der Spitze dieser Bogen ein 
matt weisslicher Strahl rückwärts in die Flügelfläche hinein, ganz deutlich an 

5* 



— 68 -- 

charakteristischere Abänderungen von genau derselben Richtung in einer 
eigenen Si^alte aufgeführt werden : L. Corydon Poda ab. Cinnus Hb. 
[alis posteriorilus subtus non ocellatis: nur die Hinterflügel sind 
unten ungeäugt!] und die von Staudinger selbst im Katalog be- 
nannte Bellargus Rott. ab. Cinnides Stgr. : also der schon frühe ge- 
gebene Namen eines der ältesten Autoren wird anerkannt und ein ganz 
neuer Name auf den Leuchter gestellt, welch letzterer freilich in den 
Addendis hat zurückgezogen und durch den um wenige Monate älteren 
ab. Kordeli Gillmer 111. Zeitschr. f. Ent. V, p. 50, Fig. 6—9 ersetzt 
werden müssen. Namentlich bei der Behandlung der in dieser durch 
die Verarmung an Augen bezeichneten Richtung sich bewegenden Corydon- 
Aberrationen ist die Inkonsequenz frappant : Die ganz augenlose ab. 
Sohni Rühl Soc. ent. VII, p. 190 [subtus inocellata : alle Flügelunten 
ungeäugt] wird zwar nicht ohne Charakterisierung gelassen, aber doch 
dadurch, dass sie ungetrennt bleibt, an eine minderwertige Stelle ge- 
rückt, während die unten nur auf den Hinter flu gel n un ge- 
äugt e, also halbwertige ab. Cinnus des alten Hübner in eigener 
Kolonne aufmarschiert! Man fragt, wenn man das liest, unwillkürlich 
wo bleibt da die wissenschaftliche Konsequenz? und steht vor einem 
Rätsel, das durch eine Andeutung auf p. IX der Vorrede, wonach, wie 
es scheint, die Namen der ungetrennt gebliebenen Formen keineswegs 
alle als von den Autoren eingezogen zu betrachten sind, nicht voll- 
kommen gelöst werden kann. Vielleicht aber wird man, wenn auf diese 
wissenschaftliche Inkonsequenz einmal der Finger gelegt wii'd, hoffen 
dürfen, dass der Katalog der Zukunft eine etwas gleichmäfsigere Be- 
handlung wissenschaftlicher Formen eintreten lässt. 

ab. caeca Fuchs ist neuerdings auch von Herrn Pastor S I e v o g t 
in Bathen, Kurland, gefunden Avorden [12. Juli 1895 cf. die Gross- 
schmetterlinge Kurlands im Archiv der Kurländischen Gesellschaft für 
Literatur und Kunst, Mitau 190o, p. 50, No. 99], also weitverbreitet, wenn 
auch wohl überall sehr selten. Aus dem Nassauischen sind noch keine 
Beobachtungen verzeichnet, mein Exemplar stammt von Eperjes. 

den ersten 2 Bossen unterhalb des breiten Längswisches der Hinterflügel. — 
Diese Merkmale in ilirer Vereinigung^ geben meinem Exemplar ein recht merk- 
würdiges Aussehen, so dass zunächst nicht einmal das Fehlen der Augeiireihi' 
allzusehr in die Augen fällt. 

Bei Eperjes, nach Herrn Dahlstroem. von dem icli mein Exemplar 
erhielt, nur auf einer sumpfigen Wiese unter Eumedon. 



— 69 — 
IT. Aphantliopus Hyperanthus L. 

[Kat. p. 61, No. 401.] 

ab. caeca Fuchs Stelt. ent. Ztg. 1884, p. 253: alis omnibus subtus 
Ulli coloribus, insignatis [sine uUis ocellis vel 
punctis albis]. 

Nicht besser als der vorstehend besprochenen Form ist es einer 
anderen ab. caeca Fuchs ergangen, der unten ganz eintönig-zeichnungs- 
losen Hyperanthus-Aberration, welche a. a. 0. (des Kat.) noch dazu die irre- 
führende Diagnose [in eckigen Klammern] erfahren bat: »ocellis sub- 
nullis«, nicht einmal mit dem keineswegs unnötigen [da das 9 ^-uch 
oben Augen führt] Zusatz subtus, so dass nicht erkennbar wird, ob 
die Ober- oder die Unterseite gemeint ist oder vielleicht gar beide 
Seiten. Doch nehmen wir an, es soll, wie in meiner Besprechung des 
einzigen männlichen Exemplares, das ich habe, ausdrücklich betont ist, 
die Unterseite gemeint sein: »unten wenig geäugt« [mit nur wenig 
Augen versehen] = fast ungeäugt — das würde noch keine ab. caeca 
[»blind«] sein. Aber die 1. c. in der Stettiner entomologischen Zeitung 
beschriebene seltene Abänderung, die nach freundlicher Mitteilung 
des Herrn Elwes auch in England beobachtet wurde, ist unten 
nicht »wenig geäugt«, sondern ganz einfarbig zeichnungslos, 
ohne die sonst üblichen Augen [Hyperanthus] oder weissen Punkte 
(Arete) der Vorder- und Hinterflügel, und erst dieser Umstand be- 
rechtigt, sie ab. caeca zum Unterschiede nicht bloss von der Stammart, 
sondern auch von der ab. x4.rete Müller zu nennen, der sie bei Auf- 
zählung der Hyperanthus-Forraen im Katalog als Kategorie nach zu 
folgen hat. Ich habe sie ja später nicht mehr beobachtet, aber doch wohl 
nur darum, weil ich auf diese P'ormen, über die man schliesslich einmal 
hinauskommt, überhaupt nicht weiter achtete; in dem Jahre 1881, wo 
ich nicht bloss aus eigener Neigung, sondern auch durch Zell er auf 
die Veränderlichkeit der Arten und die Grenzen, in denen sie sich be- 
wegt, aufmerksam geworden, die grosse Schar unserer im Sommer 
Wald und Wiese belebenden Hyperanthus-Falter mit Hintansetzung 
mikrolepidopterologischer Fragen untersuchte, fand ich nicht bloss die 
eine charakterische ab. caeca. sondern es war auch ab. Arete, die ich 
bis dahin nur aus Österreich besass, in allen Übergängen zur Stammart 
gar nicht so selten : einzelne Falter zeigten unten überall weisse Flecke 



— 70 — 

statt der gewöhnlicheu Augen, bekannten sich also zur ausgeprägten 
Aberration, andere hatten sie nur auf den Hinterfiügeln , bei noch 
anderen wechselten Augen, grossere und kleinere, mit weissen 
Fleckchen ab. 

III. Spilosoma menthastri Esp. 

[Kat. p. 365, No. 4163.] 

ab. paucipiincta Fuchs, IVass. Jahrb. 45 (1892), p. 89^): alis anteriori- 
bus minime nigropunctatis eo modo quo viciua 
species Urticae Esp. posterioribus plerumque non 
nisi in medio semel maculatis. 

Das Exemplar dieser bemerkenswerten Aberration, welches ich 
Staudinger zur Prüfung vorlegte, kam zurück, ohne dass auf meiner 
wieder beiliegenden Sendungsliste, wie dies doch bei den Geometriden 
geschehen, eine Bemerkung mit Rotstift zu ihm gemacht worden war. 
Staudinger scheint diese Form also nicht weiter beachtet zu haben. 
Ihr Charakter wird durch die oben gegebene Diagnose so klar gestellt, 
dass jede weitere Bemerkung zu ihr unnötig scheint. Bei der ersten 
Beschreibung habe ich die Vermutung ausgesprochen und hege sie noch, 
dass wir es in ab. paucipuncta mit der von Alexander Schenck 
für Spilos. urticae angesehenen und als häufig bei St. Goarshausen be- 
zeichneten Falterforra (cf. Roessl. Verz.) zu tun haben, zumal über 
Urticae, trotzdem jetzt in St. Goarshausen fleissig gesammelt wird, nur 
eine einzige neuere, nicht einmal absolut sichere Angabe vorliegt. An 
letztere Art erinnert ja ab. paucipuncta durch die Verarmung der 
Vorderfitigel an schwarzen Punkten allerdings [2 Stücke haben nur 5 
regellos an verschiedenen Stellen der Vorderflügel zerstreut]; aber sie 
unterscheidet sich von ihr durch 2 für Menthastri wesentliche jNIerkmale, 
die auch ab. paucipuncta aufweist, so dass ihre Zugehörigkeit zu dieser 
bei uns gemeinsten Spilosoma-Art nicht bezweifelt werden kann: 1. durch 



1) In der Tlbersrhrift ist bei der ersten Besprechung 1. o. aus Versehen ein 
störender Druckfelder (Spil. urticae anstatt, wie es heissen sollte, Spil. men- 
thastri) stehen geblieben, welcher vielleicht veranlasst haben masr, dass S t a u - 
dinger die doch gut begründete Falterfonn als zunächst unsicher im Katalog 
übergeben zu müssen mi.i)ite. Aber die dann folgende Beschreibung zeigt, dass 
sie schon damals richtig als zu Menthastri gehörig erkannt wurde, 



— 71 — 

die breiteren Vorderflügel; 2. durch den schwarzen Mittelfleck [bei ab, 
pauciimncta ist es nur ein stark reduzierter Punkt] der Hinterflügel, 
den Urticae niemals führt. 

Bei Bornich in manchen Jahren nicht eben selten. 



IV. Stilpnotia Salicis L. 

[Kat. p. 117, No. 925.] 

ab. nigiociliala Fuchs, ^ass, Jahrb. 53, (1900), p. 44; alarum ciliis 
utrinque nigricantibus. 

Staudinger 's aus Tientschan stammende var. nigripennata, die 
lange Zeit in den bekannten Listen hochpreisig gewertet wurde, ist im 
neuen Katalog endlich gefallen, wenn auch vorerst noch mit dem durch 
eine Klaramerdiagnose verdeckten Rückzuge : antennis nigricantioribus. 
Aber davon zeigen meine 2 Exemplare, die doch auch zur [früheren] 
var. nigripennata gehören sollen, nichts: ihre Fühler haben vor denen 
unserer hiesigen Falter keine Auszeichnung. Es könnte später also auch 
noch diese Klammerdiagnose in Wegfall kommen. 

Eine andere gut begründete Aberration, die vor gewöhnlichen 
Salicis durch eine ungleich wesentlichere Ditferenz ein charakteristisches 
Aussehen gewinnt, hätte im Katalog aber nicht übergangen werden 
dürfen, wenn S t a u d i n g e r sie auch nicht in natura, sondern nur aus 
meiner ihm übersandten Beschreibung kannte, ab. nigrociliata : die 
Franzen aller Flügel, einschliesslich der Vorderrandfranzen der Vorder- 
flügel, schimmern bei ihr in gewisser Richtung schwarzgrau, die Saum- 
franzen der Vorderflügel sind auf der Oberseite schwarz gescheckt, 
unten an der Wurzel schwarz gefleckt. Dadurch macht der Falter, 
dessen weisse , seidenglänzende Flügel wie von einem schwarzen 
Bilderrahmen eingefasst sind, auf den Beschauer einen aparten 
Eindruck. 

Meine zwei Exemplare sind von Newiges, wo die schone Aberration 
öfter beobachtet wurde ; nach einer Mitteilung meines inzwischen ver- 
storbenen Freundes, Herrn Boeder zu Wiesbaden, ist sie aber auch 
bei dem nahe gelegenen Mainz, das Ro essler zusammen mit dem 
Mombacher Wald in unsern nassauischen Faunenbezirk eingliedert, ge- 
fiinden worden, 



— 72 — 
V. Drepana cultraria F. 

[Kat. p. 129, No, 1053 a.] 

gen. IL aestiva Spr. Stett. en(. Ztg. 1869, p. 83, min r Fuchs ibidem 1884, 
p. 259: minor, obscurius brunnea, magis unicolor 
[alis anterioribus interdum binis punctis mediis 
fuscis]. 

In der 1. c. gegebenen Diagnose der auch bei uns beobachteten 
Sommerform dieser Art müssen die Worte : alis anterioribus binis punctis 
mediis fuscis, die übrigens nicht von Staudinger herrühren, sondern 
aus der von Speyer selbst gegebenen kurzea Charakteristik [Stett. e. 
Ztg. 1872, p. 169] herübergenommen sind, gestrichen, zum mindesten 
wie oben geschehen, mit dem Zusatz interdum eingeklammert werden, 
da von allen hiesigen Stücken nur ein einziges die von Speyer so 
stark betonten Punkte (der Binaria Hufn.) andeutet, noch dazu in 
wenig auffälliger Form. Ich selbst habe, besonders in heiss-trockenen 
Sommern, wo die Entwickelung von der Raupe zum Schmetterling rapid 
verläuft, nur die 3 in meiner Diagnose vorangestellten Merkmale be- 
obachten können, nicht das gleichzeitige Auftreten der beiden charakte- 
ristischen Binaria-Punkte, wie wahrscheinlich auch Staudinger, was 
ihn veranlasst haben mag, den Wert der Sommerform durch den Zusatz: 
vix nominauda herabzudrücken. Mit Unrecht: denn die relative 
Kleinheit, die trübbraune gleichmäfsigere Färbung verleihen, wenn 
sie sich vereinigen, solchen Faltern ein von der Frühjahrs- 
generation recht abweichendes Aussehen ; wodurch sie sich das Recht 
erwerben, ihren bescheidenen Namen zu tragen. Allerdings — jene 
Merkmale treten , wie schon durch die gesperrt gedruckten Worte 
angedeutet ist, nicht immer zusammen auf, was auch Speyer 's erst- 
malige Ausführungen bereits durchblicken Hessen und die späteren 
trotz der Reduktion der Diagnose auf vermeintlich nur konstante Merk- 
male [in denen die oben richtig gestellten 2 Binaria-Punkto ihre Rolle 
spielen] nicht ausschliessen ; es wird vielmehr daran festgehalten werden 
müssen, dass wir es, in unseren Gegenden wenigstens, nur mit einer 
Aberration der Sommergeneration zu tun haben, die sich unter 
besonders günstigen Verhältnissen vielleicht irgendwo und irgendwann 
auch einmal zur völlig ausgeprägten var. entwickeln mag. Sie kann, 
wie im Katalog geschehen, bei der Aufzählung der Formen als eine 



— 73 — 

Kategorie behandelt werden, aber mit dem Zusatz : ab., also entweder 
gen. II aestiva Spr. [ab.] oder noch besser (da die var. nicht mit 
Sicherheit nachgewiesen ist) gleich voran : ab. gener. (ationis) sec. 
(undae) aestiva Spr. 

VI. Agrotis margaritacea Till. 1' 

[Kat. p. 141, No. 1215.] 

ab. Immaculata Fuchs, iVass. Jahrb. 53, (1900) p. 216: alis anteriorlr *> 
b u s s u p r a u n i c o 1 o r i b u s , i n s i g n a t i s [d u a r u m m a c u - 
larum intervallo nigro deficiente]. 

Auch diese charaktervolle Abänderung, von der ich ihm eins 
meiner 2 Originalia zur Einsichtnahme sandte, scheint Staudinger, 
der zuletzt ganz von dem Abschluss der Georaetriden-Arbeit in Anspruch 
genommen war — nur um solche, speziell um meine 2 neuen Gnophos- 
Arten Finitimata und Lutipennaria hatte er mich ersucht — nicht 
mehr genau angesehen zu haben, da sie weder im Texte eingestellt ist, 
noch auch in den Addendis, bei welchen er die Verwendung des 
Materials in Aussicht gestellt hatte, nachgetragen wird. Sie ist aber 
der von Staudinger selbst in einem anderen Genus aufgestellten 
gleichnamigen Orrhodia vau punctatum Esp. ab. Immaculata Stgr. [»alis 
anterioribus maculis uigris nullis«] vollkommen ebenbürtig, da sie die- 
selben charakteristischen Merkmale führt wie letztere : die Vorderflügel 
sind ungefieckt, nur wird zum Unterschiede von der Orrhodia- Aberration, 
bei welcher die schwarzen Fleckchen innerhalb der Makeln fehlen, 
der eintönige Charakter der Vorderflügel bei meiner Aberration da- 
durch hervorgebracht, dass der bei gewöhnlichen Margaritacea tief- 
schwarze Zwischenraum fleck zwischen den [kaum angedeuteten] 
Makeln ausfällt. Eins meiner Exemplare ist auch am Vorderrande der 
Vorderflügel ungefleckt, also ganz zeichnungslos; das andere zeigt am 
Vorderrande die üblichen 3 Fleckchen nur ganz blass. 

Aus dem Lennig bei Bornich, doch auch in St. Goarshausen be- 
obachtet. 

Nur im Vorübergehen sei eine andere, in den Katalog nicht auf- 
genommene Agrotis- Aberration gestreift, die gleichzeitig mit der vorher- 
gehenden beschrieben ist: Agr. plecta L. ab. rubricosta Fuchs, die 
Staudirger ja nicht mehr eingesehen hat. Über ihren Charakter 



— 74 — 

gibt der Name gebührende Auskunft: Der Vorderrand der Vorderflügcl. 
auf dessen Rippe bei gewöhnlichen Plecta ein breiter, weissgelber Streifen 
liegt, wodurch der Vorderrand gegen die andere Flügel färbung so auf- 
fallend absticht, ist bei dieser Plecta-Aberration stark gerötet, so 
dass die Dissonanz der Farben aufgehoben wird. 



YII. Orthosia macilenta Hb. 

[Kat. p. 206, No. 2123.] 

ab. nigrodentata Fuchs, IVass. Jahrb. LH. p. 135 (1899): alis autc- 
rioribus binis strigis nigris, priorc intus, pos- 
teriore extus dentata. 

Staudinger hat diese Aberration auf Grund der ihm eingesandten 
Beschreibung zwar mit einem vorausgeschickten ab. dem Namen nach 
erwähnt, aber ohne die bei bemerkenswerten Formen sonst [in Klammern] 
übliche kurze Diagnose — das letztere zweifellos nur darum, weil er 
sie in natura nicht kannte. Denn ab. nigrodentata erhält durch die 
2 stark ausgeprägten schwarzen Zahnstreifen ein vor anderer Macilenta, 
welche dieser Streifen entbehren, sehr charakteristisches Aussehen. 

In früheren Jahren wiederholt abends im Lenuig geködert; seitdem 
ich diese einträgliche Fangweise aus Bequemlichkeitsrücksichten auf- 
gegeben, ist sie nicht wieder vorgekommen. 



ÜBER 



ORNITHOPTERA GOLIATH OBTHR. 



vox 



Dr. ARNOLD PAGENSTECHER 

(WIESBADEN). 



L/er Name Ornithoptera Goliath wurde zuerst im Jahre 1888 von 
Charles Obert hur in Reimes in die Wissenschaft eingeführt. Dieser 
so eifrige nnd verdienstvolle Entomologe bezeichnete als Ornithoptera 
arruana var. goliath in den Etud. d'Entom. XII, p. 1 und 2 (1888) 
ein von dem bekannten Reisenden Laglaize (Weigeu?, Neuguinea?) 
gesammeltes Weibchen einer besonders grossen Ornithoptera. In den 
Etud. d'Entom. XI, p. 3, Taf. IV, Fig. 19 (1894) bildete er diesen 
bemerkenswerten Schmetterling ab. Er bemerkte, dass die Vorderflügel 
desselben beinahe schwarz, die gewöhnlichen weisslichen Flecke sehr 
reduziert seien, während die Hinterflügel den grossen gelblich weissen 
Fleck von schwarzen Atomen überstreut, mit vier runden schwarzen 
Flecken versehen zeigten. Als Grösse der Vorderflügel vom Grunde 
bis zum Apex giebt er 125 mm und als Ausmafs des gespannten Exem- 
plars 205 mm an. 

1895 erwähnte von Rothschild in seiner bekannten Arbeit 
über die indomalayischen Papilioniden (Novit. Zool. Bd. II, p. 190) unter 
Troides priamus poseidon Doubl, die Aberration goliath Obthr. und sucht 
die angeblich richtige Stellung bei dieser Art durch den Verlauf der 
Subcostaläste der Vorderflügel nachzuweisen. 

1896 gab Roeber in den Entomol. Nachrichten XXII, p. 289 ff. 
ein männliches Exemplar einer neuen Ornithoptera-Art bekannt, welches 
ihm von Herrn von Schönberg in Naumburg a. S. zur Beschreibung 
anvertraut worden wsr. Dieses Exemplar war von dem bekannten, auf 
Anregung und mit Unterstützung des Herrn von Schönberg in den 
fernen ost indischen Gebieten tätigen Sammlers Wahnes in den Bergen bei 
Bongu bei Constantiiihafen gefangen worden. Herr Roeber bezeichnete 
den schönen I'alter als Ornithoptera Schönbergi oder, falls die von mir 
unter diesem Namen, wie als Ornithoptera paradisea Staudinger (Schön- 
bergia paradisea Pagenst.) beschriebene Art den Namen Schönbergi 
behalten sollte, als Ornithoptera supremus Roeber. Die Doppelbezeichnung 



— < 



^8 



I 



Roeber's beruht auf folgenden Verbältnissen. Herr von Schünberg 
hatte das beregte, von Roeber beschriebene Exemplar mir zuerst zur 
Beschreibung unter der erneuten Verwertung des Namens Schönbergi 
übergeben wollen, was ich aber natürlich nicht durchführen konnte, da 
ich die als paradisea Stgr. bezeichnete Art bereits als Schönbergi in 
dem Jahrb. des Nassauischen Vereins für Naturkunde 1893, p. 29, 
Taf, I und II, p. 83 auf Grund des mir gleichfalls von Herrn von 
Schönberg anvertrauten, jetzt noch durch seine Güte in meiner 
Sammlung befindlichen, ursprünglich von Dr. Hagge in Neu-Guinea von 
Eingeborenen acquirierten und für 25 M. an Wahnes verkauften Exem- 
plars beschrieben hatte. Bekanntlich hatte Dr. Staudinger sich 
damals beeilt, in den Entom. Nachr. 1893, S. 177 auf Grund der 
ihm von mir anvertrauten Photographie des typischen, zuerst nach 
Deutschland gekommenen Exemplars, das er garnicht in natura gesehen 
hatte (vergl. Staudinger in Iris VI, p. 359), mir die Beschreibung 
dieser Art vorwegzunehmen, um, wie er p, 360 sagt, derselben den 
passendsten Namen paradisea zu »retten«. So konnte ich den von mir 
bereits verbrauchten Namen Schönbergi nicht zum zweiten Male für 
eine Ornitlioptera-Art verwerten. Ich konnte ihr diesen Namen aber 
so weniger zukommen lassen, als es für mich damals schon ohne ZAveifel 
war, dass das beregte, von Roeber beschriebene Exemplar das gesuchte 
Männchen zu Ornithoptera Goliath sei, wie dies Hagen in seinem 
schönen Artikel über die von ihm in Kaiser Williclmsland gesammelten 
Schmetterlinge bereits 1897 (Jahrb. Nass. Ver. f. Naturk. p. 42) bei 
Erwähnung von Troides Goliath mittheilt. 

Das von Roeber 1. c. p. 289 als Schönbergi Roeb. und p. 292 als 
supremus Roeb. bezeichnete, noch jetzt in Herrn von Schönberg's 
Sammlung befindliche Exemplar hat eine Flügelspannung von 175 mm. 
Roeber beschreibt die Vorderflügel als oberseits grün mit stärkerer 
gelber Beimischung als bei paradiscus, doch geringer als bei tithonus de 
Haan, mit breiter sammetschwarzer Binde und breit schwarzem Aussenrand : 
die Hinterflügel als glänzend goldgelb mit Ausnahme des in der Mitte 
etwa 14 mm breiten sammetschwarzcn Analfeldcs und drei schwarzen, 
grün gesäumten Submarginalflccken : Die Rippen sind grün gesäumt, der 
Rand am Vorderrand schmal, am Aussenrand bedeutend breiter schwarz, 
auch innen Zacken bildend. Der Analteil des Hinterflügcls ist mehr 
vorgezogen, als bei priamus und am Innenrand mit langen, bräunlich 
gelben Haaren versehen. Die im Aussenteil grihiliclie, sonst goldgelbe 



-^ 79 -^ 

Unterseite der Vorderflügel hat einen etwa 4 — 5 mm breiten scliwarzeü 
Vorder-, Innen- und Aussenrand und schwarze Rippen, im äusseren 
Flügelteil zwischen SM bis UR eine submarginale Binde zusammen- 
hängender schwarzer mondförmiger Flecke und vor diesen zwischen U R 
und A oder R und S Cg je einen schwarzen Fleck. Die Unterseite 
des Hinterflügels ist, wie oben, glänzend goldgelb, aber es fehlt, mit 
Ausnahme des Vorderrandes bis zur Costalie und eines sehr schmalen 
Saumes des Aussenrandes, sowie der Rippenbestäubung und der drei 
Submarginalflecke die schwarze Färbung auf den oberseits schwarz ge- 
färbten Flügelscheiben und wird diese durch grüne und im Analfeld 
geldgelbe Färbung ersetzt. Die drei schwarzen Submarginalflecke sind 
grösser wie oberseits und sind grün umsäumt. Der dritte Subcostalast 
zweigt sich nahe am Schlüsse der Mittelzelle, der Stil des 4. und 5. 
Supcostalastes ist dreimal so lang. R ob e r hält das von ihm beschriebene 
Männchen wegen der Rippenbildung und des von ihm wohl fälschlich 
angenommenen Vaterlands des Ob erthur 'sehen Exemplars von Goliath 
nicht für das Weibchen dieser Art ; wenn ihm auch die viel erheblichere 
G-rösse von Goliath und von Schönbergi als wichtig für die Zusammen- 
gehörigkeit erschienen. 

Diese aber ist durch das von Biro am 4. Oct. 1898 in Neua in 
der Gegend vom Finschhafen in einer Höhe von 500 M. in Copu- 
lation gefangene Paar erwiesen, welches Horvath uud Moczary 
in der Termeszetrajzi Fuzetek XXHI, p. 160, pl. 1 cT und 2 9 (1900) 
aus dem ungarischen Nationalmuseum beschrieben und abgebildet haben, 
freilich als Ornith. Elisabethae reginae v. H. und M. und als angeblich 
verschieden von dem als Ornith. Goliath 9 ebendaseist Taf. HI abge- 
bildeten Weibchen, welches 1808 in Simbang am Huongolf ebenfalls von 
Biro gesammelt und dem ungarischen Nationalmuseum in Buda Pesth 
tibergeben war. Denn die beregten Exemplare gehören unzweifelhaft 
sämtlich zu einer Art, wenn auch das von Horvath und Moczary 
als Elis. reginae abgebildete Männchen etwas von der Beschreibung 
Roebers abweicht. Zunächst geht auf den Vorderflügel die schwärzliche 
Färbung von der Mittelbinde aus in die Zellen hinüber und auf den 
Hinterflügeln zeigen sich keine submarginalen schwarzen Punkte. Die 
Unterseite entspricht dagegen besser der Beschreibung Ro eher 's. Das 
Weibchen bei Horvath und Moczary nähert sich dem Goliath 9? 
ist aber kleiner. Namentlich ist auch der Diskoidalfleck der Vorder- 
flügel kleiner und keilförmig, statt dreigeteilt. Ebenso sind die 



^ BO -^ 

übrigen weisslich-gelben Flecke kleiner, als bei Goliath und sind mehr 
gelblich. 

Das von Horvath und Moczary als ein Weibchen von Goliath 
angesehene und abgebildete Exemplar hat grössere weisse Flecke der 
Vorderflügel und auf den Hinterflügeln entstehen durch Reduktion der 
schwarzen Färbung sieben isolierte schwarze Flecke, während bei dem 
Oberthur'schen Exemplar das Schwarz etwas weiter geht und so durch 
Einschluss einiger Flecke nur 3 isolierte verbleiben. Es liegt meines 
Erachtens kein Grund vor, dieses Stück von den übrigen zu trennen 
und als zu einer besonderen Art gehörig anzusehen. 

Grose-Smith (Rhop. Exot. III, Ornith. IV, Febr. 1901) bildet 
als Ornith. Goliath var. Titan ein männliches Exemplar ab, dessen Vater- 
land vermutlich das britisch Neuguinea ist. Bei ihm sind Fühler. 
Thorex und Beine schwarz, der Hinterleib gelb mit kleinen schwarzen 
Flecken auf jeder Seite, das letzte Segment schwarz. Auf den Vorder- 
flügeln gehen die schwarzen Färbungen von dem Mittelbande aus weniger 
weit in die Zellen hinein ; die Hinterflügel haben schwarze Flecke mit 
grauer Umgebung in goldnem Grunde. Die Unterseite zeigt die Adern 
der Vorderflügel weniger stark bestäubt und die schwarzen submarginalen 
Flecken weniger entwickelt; die Hinterflügel drei submarginale Flecke, 
von denen der obere und mittlere durch eine freie Zelle getrennt 
werden. 

P'assl gibt in der Insektenbörse 1903 No. 13 vom 26. März eine 
kurze Notiz über ein Männchen von 0. Goliath aus Deutsch-Neu-Guinea, 
welches auf den Hinterflügeln drei sehr grosse (lo mm) Randpunkte 
zeigt, welche auf der Unterseite rein sammtschwarz sind. Wenn Fassl 
angibt, dass es erst vor ganz Kurzem Herrn Oberthur gelungen sei, 
das Männchen zu dem früher gefangenen Weibchen festzustellen, so ist 
dies nicht der Fall. Denn Herr Oberthur schreibt mir unterm 
3. Sept. 1903, dass er sich nicht erinnere ausser dem, was er über 
Ornith. Goliath in den Ed. d'Ent. XII und XIX mitgetheilt habe, etwas 
darüber publiziert zu haben. Er selbst besitze das Männchen nicht und 
habe auch kein anderes Weibchen empfangen, als das in den Etudes 
beschriebene. Er habe von Herrn Ney (dem jetzigen Besitzer des von 
Fassl erwähnten Exemplars) eine kolorierte Photographie des als (f zu 
Goliath angesehenen Tieres empfangen. Da er kein 9 o^it einem 
cf vereinigt gesehen habe, vermöge er die Identität mit Goliath noch 
nicht festzustellen. 



~ 81 — 

Ich selbst teile nun, wie bereits bemerkt, diese Zweifel nicht. 
Denn drei in meinem Besitze befindlichen Exemplare, 2 Männchen und 
ein Weibchen aus Neu-Guinea, scheinen mir den Zusammenhang der 
sämtlichen bis jetzt als Ornith. Goliath, Titan, Schönbergi oder Supremus 
und Elisabethae regiuae beschriebenen und abgebildeten Stücke in einer 
Art zu beweisen. Die kleinen Abweichungen, welche den Autoren zu 
ihrer Trennung Veranlassung geben, sind nur als durch lokale Einflüsse 
bedingt anzusehen. 

Die beiden Männchen, welche von Eingeborenen in Burumane bei 
Stephansort etwa 400 m hoch gefangen wurden , kommen dem von 
Horvath und Moczary als Elisabethae reginae abgebildeten Exem- 
plare sehr nahe, während das in Dschuugumane an der Astrolabebai 
ebenfalls von Eingeborenen erbeutete Weibchen mehr dem von den 
genannten Autoren als Goliath ^ abgebildeten Stück entsiDrechen. Es 
zeigen sich folgende Differenzen. Das eine, stark geflogene Männchen 
hat eine stärkere schwärzliche Bestäubung besonders in Zelle 1 b der 
Vorderflügel, als das andere sehr wohl erhaltene Männchen, welches noch 
lebend in die Hände deutscher Missionäre kam. Auf der Oberseite der 
Hinterflügel zeigt sich nur ein schwarzer submarginaler Fleck in grüner 
Umgebung auf goldenem Grunde und zwischen Costaiis und Subcostalis 
zwei grüne Flecke, während sie sich auf der Unterseite als drei grosse, 
nur leicht grün eingefasste rundliche oder längliche submarginale Flecke 
darstellen. Die Vorderflügel sind auf der Unterseite weniger stark 
schwarz auf den Adern angelaufen, als dies die Abbildung von Elisa- 
bethae reginae (j^ zeigt, während die Flecke der Hinterflügel ungefähr 
so gross erscheinen, als dies bei Elisab. reginae angegeben ist. Die 
Adern sind schwarz, grünlich eingefasst, der Aussenrand schmal schwarz. 
Der Hinterleib ist am Grunde schwarz, sonst goldgelb mit seitlichen 
schwarzen Flecken und Segmenten. 

Bei dem wohl erhaltenen männlichen Exemplar ist die Oberseite 
der grünen, bei gewisser Beleuchtung goldig schimmernden Vorderflügel 
weniger stark bestäubt in den Zellen ; namentlich erscheint Zelle 1 b 
ganz grün. Auf den Hinterflügeln zeigen sich oben drei kleine sub- 
marginale schwarze Flecke, grün umfasst, in goldnem Grunde, die Adern 
lebhaft grün. Auf der Unterseite sind die drei schwarzen, grün ein- 
gefassten submarginalen Flecke etwas kleiner, als beim ersten Exemplar. 
Die Vorderflügel sind grün, leicht gelblich, die Adern stärker schwarz 
bestäubt. Der Hinterleib ist im ersten Segment schwarz, oben mit 

Jahrb. d. nass. Ver. f. Nat. 5G. ß 






— 82 — 

gelbem Fleck, wie dies von 0. Elisabethae leginae q^ angegeben ist. 
Die Ausdehnung der dreieckigen goldgrünen oder mehr grünen Partie 
des Vorderflügels ist wie bei dem Grose-Smith 'sehen Exemplar, aber 
das Schwarz der Mittelbinde wird auch in den Zellen von schwarzer 
Bestäubung begleitet. Die Vorderflügel sind vom Grunde bis zum Ai.)ex 
90 mm lang, der Hinterrand 50 mm, der Aussenrand 60, das Ausmafs 
des gespannten Tieres 165 mm. Der 6 mm lange Stil des 3. und 4. 
Subcostalastcs entspringt nicht wie bei paradiseus (^ an der Spitze der 
Zelle, sondern zwischen seinem Ursprung und dem des 2. Subcostalastcs. 

Das mir vorliegende Weibchen ist ein riesiges Exemplar von 210 mm 
Spannweite. Es entspricht mit leichten Abweichungen der Abbildung 
von Goliath 9 bei Horvath und Moczary, bis auf die Grösse und 
Färbung der weisslichen Flecke. Es erscheinen auf den Vorderflügeln 
in der Mittelzelle drei getrennte weisse Flecke an der Stelle eines 
dreigespaltenen. Ausserdem zeigt der Flügel neun äussere, submarginale 
weissliche Flecke und vier nach innen vor denselben gelegene. Der 
Stil des 3. Subcostalastcs, welcher 3 mm vom Ursprung des 2. ent- 
siiricht, ist so (6 mm) lang, also nicht ganz so lang, wie es bei Goliath 
von Horvath und Moczary dargestellt ist, mehr wie bei Elisabethae 
reginae §. Die Oberseite der Hinterflügel ist fast wie bei Goliath 9 
bei Horvath und Moczary, doch ist der oberste schwarze Fleck mit 
dem schwarzen Grunde vereinigt, ebenso wie der zweite, die fünf unteren 
sind getrennt. Die Unterseite der Vorderflügel zeigt neun äussere und 
vier innere weisse Flecke, Avie bei Horvath und Moczary, Die 
Unterseite der Hinterflügel ist wie dort, doch die oberen schwarzen 
Flecke mit dem schwarzen Grunde zusammengeflossen. Fühler, Kopf uud 
Brust sind schwarz, letztere karmoisinrot cingefasst, die Beine sind 
schwarz, der Hinterleib goldgelb, am Grunde schwarz, wie an den Seg- 
menten, die Augen weiss gcrandet. 

Somit zeigt mein weibliches Exemplar Übergänge zwischen den 
beiden abgebildeten Formen in der Zahl der Grösse und Färbung der 
weisslichen oder weisslich-gelben Flecke, wie dies übrigens bei allen 
Ornithoptcra-Weibchen der Fall ist. Die männlichen Exemplare zeigen 
ebenfalls l'lbergänge von dem als Ornith. Elisabetliae reginae von 
Horvath und Moczary abgebildete Exemplare, zu dem von Grosc- 
Smith als Goliath var. Titan dargestellten. Das von Fassl erwähnte 
Stück ist leider zu dürftig beschrieben. Es ist anzunehmen, dass alle 
nur Formen einer etwas variierenden Art darstellen, die als Ornith. Goliath 



— 83 — 

Oberth. zu bezeichnen ist. Das Vorkommen dieser Art in lokalen 
Varietäten könnte seinen Grund haben in der bereits von Hagen (Jahrb. 
Nass. Ver. f. Naturk. 1897, p. 30) in trefflicher Weise urgierten Er- 
scheinungsweise der Lepidopteren infolge klimatischer Einflüsse auf 
geringe Entfernungen hin. Die Regen- und Trockenzeiten treten in 
Neu-Guinea in nahe gelegenen Orten ganz verschieden auf im Zusammen- 
hang mit den herrschenden Winden, was nicht ohne Einfluss auf die 
Verbreitung und Eigenart der Schmetterlinge bleiben kann, wie dies 
Hagen nachweist. So steht nach Hagen der Huongolf und Simbang 
ausschliesslich dem Südpassat offen , während die Astrolabebucht den 
Einflüssen von Nordosten her ausgesetzt ist. Ob übrigens die bis jetzt 
bekannten Formen Trockenzeit- oder Regenzeitformen darstellen oder 
aus anderen Ursachen entstehen, oder nur individuelle Variationen sind, 
bleibt unentscliieden. Hagen bemerkt ausdrücklich, dass er Saison- 
varietäten bei Lepidopteren nicht habe nachweisen können und dass das 
Kleid der im ganzen Jahr fliegenden Schmetterlinge sich sowohl in der 
Regen- als in der trockenen Zeit stets gleich blieben. Es mögen 
also noch andere, uns unbekannte Momente hinwirken, dass auch bei 
Ornithoptera Goliath die, indes nicht wesentlichen, Differenzen sich 
zeigen, auf welche die verschiedenen Autoren ihre verschieden benannten 
Formen begründeten. 

Die bis bekannt gewordenen Exemplare dieser Art sind die 
folgenden : 

1 9 (0. Arruana var. Goliath Obthur. Etüde d'Entom. XH, p. 1 (1888) 
XIX, Taf. 4, Fig. 15 (1892)] von Laglaize in ? gefangen, 
in Oberthur's Sammlung. 

1 cT (Ornith. Schönbergi Roeber Ent. Nachr. XXH, p. 289 (1896) = 
0. supremus Roeber) von Wahnes in Bongu an der Astrolabebai 
gefangen, in Herrn von Schönberg 's Sammlung. 

1 cf (0. Goliath var. Titan Grose-Smith Annal. Mag. N. H. 1900, 
p. 369, Rhop. Exot. HI, Ornith. IV, 1901) in Brit. Neu-Guinea? 
gefangen, in Herrn Grose-Smith's Sammlung. 

1 cf 9 (Ornith. Elisabethae reginae Horvath und Moczary Term. 
Fuz. 1900), von Biro in Neuo bei Finschhafen in D. Xeu- 
Guinea gefangen 300 m hoch, im ungarischen Nationalmuseum 
in Eudapesth. 

6* 



— 84 — 

1 , ^ :(Ornitlit. Goliath Ilorvath und Moczary Term. Fuz. 1900), von 
Bjro in Simbang am Huongolf in D. Neu-Guinea gefangen, 
im ungarischen Nationalniuseum in Budapesth. 

1 gT (Ornith. -Goliath cf Fassl Insectenbörse 1903, p. 1900) in der Samm- 

lung des Herrn Ney in Berlin, gefangen in D. Neu-Guinea. 

2 cT. cT 1 9 Ornith. Goliath, die Männchen gefangen in Burumane am 

Friedrich Wilhelmshafen von Enigeborenen 400 m hoch. In der 
Sammlung Pagen Stecher, ebenso wie das in Dschungumane 
an der Astrolabebai in D. Neu-Guinea von Eingeborenen ge- 
fangene Weibchen. 



I 



VERZEICHNIS 




DER VON 



HAUPTMANN HOLZ IM JAHRE 1899 AUF OST- JA VA 



GESAMMELTEN 



CETONIDEN. 



VON 



PAUL PREISS 

m LUDWIGSHAFEN A. RHEIN. 



Aus den in einer Reihe früherer Bände des Jahrbuchs niedergelegten 
>' Beiträgen zur Lepidopteren-Fauna des malayischen Archipels«, welche 
wir der fachkundigen Feder des Herrn Geheimen Sanitätsrat Dr. Arnold 
Pagenstecher in Wiesbaden zu verdanken haben, ersehen wir, dass 
das Material zu diesen wertvollen , umfassenden Arbeiten nicht zum 
geringsten Teile von Herrn Hauptmann Holz beschafft worden ist, 
welcher sich damit um die lepidopterologische Erschliessung jenes Gebietes, 
insbesondere von Java und einigen östlich davon gelegenen kleinen 
Inseln, sehr verdient gemacht hat. 

Das Gleiche wird auch mit Bezug auf seine ebendort des öfteren 
mitgesammelten Koleopteren ausgesprochen werden dürfen, welche zwar 
nicht eine gleiche Bearbeitung, wie die Falter, gefunden haben, von 
denen aber des Neuen und Interessanten genug der Wissenschaft ohne 
Quellenangabe zugeführt worden sein mag. 

Vor einigen Jahren wurde mir die Freude zu Teil , aus zwei 

Insekten-Sendungen des Herrn Holz die in denselben vorgefundenen 

Vertreter der Cetoniden, bekanntlich eine der schönsten Käfergruppen, 
für meine Sammlung erwerben zu können. 

Es sei mir heute gestattet, die Aufzählung der zumeist aus Ost-Java 
und vereinzelt auch von -Sumba, Sumbawa und Bawean stammenden 
Arten hier folgen zu lassen. 

Goliathidae. 

Genus Mycteristes. 

Castelnau. Hist. nat. II, p. 162 (1837). — (Philistina Mac Leay 1838.) 

1. M. rhinophyllus Wiedem. Zool. Mag. IL 1819, p. 82 c^. Java. — 
Gory et Perch. Mon. d. Cet. 1833, p. 311, pl. 62, Fig. 5. — 
Buquet. Ann. Soc. Ent. t. V. 1836, p. 203 9. — Burm. 
Handb, III, 1842, p. 175. — Westw. Arcan. Ent. I, 1843, 



— 88 — 

p. 2, Taf. 1, Fig. 3 cT: Taf. 29, Fig. 1 Q. — Schoch. Gen. 
u. Spec. m. Ceton., p. 4. — A. Heyne. Die exot. Käfer in 
Wort u. Bild, Taf. 18, Fig. 21. 
Männchen in Mehrzahl und ein Weibchen. Ost-Java. 

Genus Prigenia. 

Mohnike. Arch. f. Nat. XXXVIL 1871, p. 228. 

2. P. Vollenhoveni Mohnike. 1. c, p. 23, Taf. V, Fig. 1 cT et 2 9 

Java. 
Ein kleines Pärchen. Das Männchen misst einschliesslich Clypeus- 
hörner nur 21, und das Weibchen 25mm. Mohnike, welcher den heute 
noch seltenen Käfer a. a. 0. erschöpfend beschreibt, gibt die Länge 
für das Männchen mit 32 — 34, diejenige für das Weibchen mit 26 bis 
28 mm an. Ost-Java. 

Coryphoceridae. 

Genus Diceros. 

Gory et Perch. Mon. de Cet., 1883, p. 300. 

3. D. Peteli Buquet. Ann. Fr. 1836, p. 206. Java. — Westw. Arcan. 

Ent. I, p. 141, Taf. 36, Fig. 4 9. — decorus Gory et Perch. 
Mon., p. 301, Taf. 58, Fig. 4 9. — decorus Burm. Handb. 
in, 1842, p. 219. — Schoch. Gen. u. Spec. m. Ceton. Slg., 
p. 18. — Heyne. Die exot. Käfer in Wort u. Bild. Taf. 19, 
Fig. 25. 
Beide Geschlechter in Mehrzahl vertreten. Ost-Java. 

4. D. VVestwoodi Schoch. Mittheil. d. Schweiz, ent. Ges. 1897, IX, 

p. 457, Sumbawa. 
Auch von dieser Art liegen Männchen und Weibchen in Anzahl 
vor. Sumbawa. 

Genus Coryphocera. 

Burm. Handb. III, 1842, p. 220. 

5. C. imperatrlx Mohnike. Arch. f. Nat. XXXVII, 1871, I, p. 238, 

Taf. V, Fig. 4. Java. — Schoch. Genera u. Spec. m. Cet., p. 17. 
Drei Exemplare. Ost-Java. 

6. C. sylhetica Thoras. Mus. scient. 1860, I, p. 30. Sylhet. — Schoch. 

Genera u. Spec. m. Cet., p. 72. 
Einige mehr oder weniger rotgoldcn glänzende Stücke. Ost- Java, 



— 89 — 

7. C. laeta Fabr. Syst. El. II, p. 150. Java. — Gory et Perch. Mon., 

p. 135, Tai. 20, Fig. 6. — Schoch. Gen. u. Spec. m. Cet., 
p. 18. — Heyne. Die exot. Käfer iu Wort u. Bild, Taf. 19, 
Fig. 27. 
Ein Exemplar. Ost-Java. 

MacroDotidae. 

Genus Taumastopeus. 

Kraatz. Deutsche Entom. Zeitschr. 1887. 
Heller. Deutsche Entom. Zeitschr. 1899, p. 353. 

8. T. Irlstls Ritsema. Notes Leyden Mus. II, 1880, p. 241. Sumbawa. 
In beiden Geschlechtern von der Insel Sumba vorliegend. 

9. T. pullus Billberg. Schönh. Syn. Ins. I. 3. App., p. 46. India or. — 

Schaum. Ann. Fr. 1849, p. 261. — anthracina Wiedem. Zool. 
Mag. II, 1, p. 83. Penang. — ebena Burm. Handb. III, 1842, 
p. 315. Ins. Philipp. — uigrita Fröhlich. Naturf. 26, Taf. 3, 
Fig. 5. Bengal. — Schoch. Gen. u, Spec. m. Cet., p. 36. 
In Mehrzahl von Ost-Java. 

Genus Chalcothea. 

Burm. Handb. III, 1842, p. 319. 

10. Ch. sraaragdina Gory et Perch. Mon. 1833, p. 311, Taf. 61, Fig. 2. 

Java. — smaragdula Burm. Handb. III, p. 319. — Schoch. 
Gen. u. Spec. m. Cet., p. 38. — Heyne. Die exot. Käfer in 
Wort u. Bild, Taf. 20, Fig. 26. 

Die grüne Färbung des in Anzahl vorliegenden schönen Käfers 
nimmt bei manchen Exemplaren, insbesondere im weiblichen Geschlecht, 
einen schwachen, rotgoldenen Schimmer an. Ost-Java. 

11. Ch. resplendens Gory et Perch. Mon. de Cet., 1833, p. 311, Taf. 61, 

Fig. 3. Bengal. — Burm. Handb. III, 1842, p. 320. — 
Mohnike, Arch. f. Nat. 1871 (Separ., p. 44). — Schoch. 
Genera u. Species m, Cet., p. 38. 

Im Gegensatz zu der vorigen zeigt diese zweite auf Java nicht 
seltene Art in der Färbung eine weitgehende Veränderlichkeit, von 
welchem Umstände wir indessen erst in den letzten Jahren mehr 
Kenntnis erhielten. Lange Zeit hindurch kannte man nur die grüne Form 



— 90 — 

mit rotgelben Beinen, welche Gory und Percheron a. a. O. zuerst 
besehrieben und abgebildet haben. Denn weder in Burmeisters 
trefflichem Handbuch der Entomologie (1842), noch in den beiden Ver- 
zeichnissen der Lamellicornia melitophila von Schaum (Paris 1842 und 
Stettin 1848), wie auch ferner in dem in den Transactions of the London 
Entomological Society 1868 von Wallace gegebenen Catalogue of 
the Cetoniidae of the Malayan Archipelago und dem bekannten grossen 
Catalogus coleopterorum von Gemminger und v. Harold (1869), 
finden wir etwas Neues über diese zierliche Cetonide angegeben. 

Erst Dr. Mohnike, welcher als holländischer Sanitätsoffizier 
längere Zeit auf den Sunda-Inseln verlebte und daselbst die Cetoniden 
mit Eifer sammelte und studierte, gibt uns a. a. 0. folgende erste 
Kunde von einer anders gefärbten resplendens: »Ich besitze von dieser 
Art eine prachtvolle oben und unten ultramarinblaue, sehr glänzende 
Varietät mit bronzefarbigen Beinen.« Die Benennung derselben hat 
Mohnike aber unterlassen. Dagegen wurde eine etwa 20 Jahre 
später von Fruhstorfer am Tengger-Gebirge (2000') in Ost-Java auf- 
gefundene, schwarzblaue Form mit dunklen Beinen von Dr. Kraatz 
als eigene Art aufgefasst und mit einem gewissen Vorbehalt als solche 
unter dem Namen Fruhstorferi Krtz. in der Deutschen Entomologi- 
schen Zeitschrift 1891, p. 315 beschrieben. 

Eine gleichgefärbte Varietät, aber mit rotgelben Beinen, wird dann 
von Dr. Kraatz in derselben Fachschrift 1897, p. 411, als var. 
r u f i p e s Krtz. eingeführt, während Prof. Dr. S c h o c h eine dunkelblau- 
grüne Varietät mit braunen Fühlern und dunklen Beinen als var. 
laeta Schoch in den Mitteilungen der Schweizerischen Entomologischen 
Gesellschaft, Bd. X, Heft 2, p 81, bekannt gibt. 

Endlich werden auch von Fruhstorfer in der Gubener Entomo- 
logischen Zeitschrift 1898/99 auf Seite 27 noch vier weitere Varietäten 
beschrieben, welche sich in einer demselben aus Ost-Java zugegangenen 
grösseren Käfer-Sendung vorfanden. Wir lassen die Originalbeschrei- 
bungen im Wortlaut hier folgen: 

»var. coerulea Frühst. 

Thorax und Flügeldecken hell amethystfarben, Beine gelbrot. 
Fühler rot. 

var. niicans Frühst. 

Thorax metallisch blau oder dunkel meergrün. Flügeldecken 
schwärzlich oder blau mit grossen suturalen roten Flecken, 



— 91 — 

welche sich bei einigen Exemplaren bis fast zur Flügelspitze 
ausdehnen. Beine und Fühler gelbrot, bei einigen Stücken 
rötlich und oben grün gesäumt. 

var. viridipeunis Frühst. 

Dunkelgrün, Fühler braunrot, Beine ebenso. 

var. aeruginosa Frühst. 

Das ganze Tier ist dunkelrot kupferig, Beine und Fühler 
rotbraun. 

Sämtliche Varietäten stammen vom Kawi, wo sie in einer Höhe 
von ca. 4000 Fuss gefangen wurden.« 

Unter dem von Herrn Holz gesammelten, reichlichen Materials 
von replendens sind bis auf var. laeta Schoch und var. coerulea Frühst, 
die vorgenannten Varietäten ebenfalls vertreten, doch bilden auch viele 
Stücke darunter — insbesondere innerhalb des Varietätenkreises von 
Fruhstorferi, laeta und viridipennis — , in der Färbung Abstufungen 
und Übergänge, von denen es schwer zu sagen ist. welcher Varietät 
sie eigentlich beizuziehen sind. Denn auch die dunkle oder helle Färbung 
der Beine und Fühler bildet nicht immer eine Besonderheit der jeweiligen 
Farbenvarietät, Avie dies nach den Beschreibungen anzunehmen wäre, 
vielmehr dürfte wohl jede derselben in diesem Punkte einer grösseren 
Veränderlichkeit unterworfen sein. Ein bekanntes Beispiel hierfür liefert 
die schwarzblaue Form, welche mit dunklen Beinen (v. Fruhstorferi 
Krtz.) und mit hell gefärbten (v. rufipes Krtz.) vorkommt. 

Mir liegen ausserdem noch von var. micans Frühst. (Beine gelb- 
rot) Exemplare mit dunklen , sowie von der Stammform resplendens 
Gory (Beine rotgelb) zwei Stücke mit schwarzen Beinen vor. Bei 
diesen letzteren fällt der Gegensatz in der Färbung der Beine infolge 
der hellgrünen Körperfarbe des Käfers ganz besonders auf und 
erscheint deshalb eine Benennung derselben nicht für überflüssig: var. 
nigripes ra. 

Erwähnenswert scheinen mir auch vier Exemplare zu sein, welche 
zwischen resplendens Gory und var. aeruginosa Frühst, stehen. Dieselben 
sind gelblich- bis olivengrün gefärbt und durch einen mehr oder 
weniger kräftigen, kupferig-roten Glanz ausgezeichnet: var. cupri- 
fulgeus m. 



— 92 — 

Ferner fanden sich unter einer grösseren Anzahl von var. micans 
Frühst, zwei Exemplare vor, bei denen auch der Thorax an den Seiten 
hinter der Mitte je einen kleinen, roten Flecken aufweist: var. macu- 
llcollis m. Derartig abändernde Stücke scheinen selten vorzukommen, 
Herr Dr. Kraatz in Berlin teilte mir (i. litt.) mit, dass solche in 
seiner Sammlung nicht vertreten seien. 

^Nachstehend eine Übersicht der Varietäten in systematischer 
Reihenfolge : 

resplendens Gory form, typ Bengal. Java. 

var. nigripes Preiss Ost-Java. 

var. cuprifulgens Preiss « 

var. aeruginosa Frühst « 

var, viridipennis Frühst « 

var. laeta Schoch Java. 

var. Fruhstorferi Krtz Ost-Java. 

var. rufipes Krtz « 

var. coerulea Frühst « 

var. micans Frühst « 

var. maculicollis Preiss « 

Genus Clerota. 

Burm. Handb. III. 1842, p. 317. 

12. C. Budda Gory et Perch Mon. d. Cet. 1833. p. 310, Taf. 61, Fig. 1. 

Java. — Burm. Handb. IH, p. 317. — Fruhstorfer. Entomol. 

Zeitschr. Guben 1898, p. 27. — Schoch. Gen. u. Spec. m. Cet. 

p. 34. 
In Mehrzahl. Auch von dieser Art hat Fruhstorfer a. a. 0. 
mehrere Varietäten beschrieben, von denen var. decorat a Frühst, in 
einigen Exemplaren vorliegt. Ost-Java. 

Genus Plectrone. 

Wallace. Trans, ent. Soc. 3. Ser. IV, 1868, p. 545. 

13. P. tristis Westw. Arcan. Ent. I, p. 104, Taf. 28, Fig. 5 9. Java. — 

Schoch. Gen. u. Spec. m. Cet.. p. 37. 

Ein Männchen und zwei Weibchen von tief blauschwarzer Färbung. 
Ost-Java. 



93 



Genus Taeniodera. 

Burm. Handb. III. 1842, p. 325. 

14. T. moiiaclia Gory et. Percli. Mon., p. 323, Tai. 64, Fig. 1. Java. 

— Burm. Handb. III, p, 326. — Luxerie Buquet. .\nn. Fr. 
1836, p. 204. Java. — Schoch. Gen. u. Spec. m. Cet., p. 39. 

Nur in zwei weiblichen Exemplaren vertreten. Dieselben sind 
wesentlich grösser und lebhafter gefärbt, wie einige aus Sumatra (Soeka- 
randa) stammende und mir von Herrn Dr. H. Dohrn in Stettin freund- 
lichst mitgeteilte Stücke, welche mit der Gory 'sehen Abbildung über- 
einstimmen. Ost-Java. 

15. T. variegata Wallace. Trans, ent. Soc. 3. Ser. IV, 1868, p. 552, 

Taf. 12, Fig. 7. Penang. — Schoch. Gen. u. Spec. m. Cet., 
p. 39. 
In Anzahl. Ost- Java. 

16. T. quadrilineata Hope, Gray Zool. Mise. 1831, p. 24. Java. — Gory 

et Perch. Mon., p. 32, Taf. 63, Fig. 5 9. — Burm. Handb. 
m, p. 329. — cT scenica Gory et Perch. Mon. p. 322, Taf. «3, 
Fig. 6. Java. — Schoch. Gen. u. Spec. m. Cet., p. 39. 

Ein Exemplar. Ost-Java. 

17. T. cluerea Gory et Perch. Mon., p. 324, Taf. 64, Fig. 3. Java. 

— Burm. Handb. III, p. 328. — Schoch. Gen. u. Spec. m. 
Cet., p. 39. — Heyne. Die exot. Käfer in Wort u. Bild. 
Taf. 20, Fig. 37. 

Mehrere Stücke. Ost-Java. 

Genus Carolina. 

Thomson. Le Naturaliste II, p. 277. (Ataenia Schoch, Gen. u. Spec. m. Ceton. 

Slg. 1895.) 

18. C. biplagiata Gory et Perch. Mon. p. 319, Taf. 63, Fig. 2. Java. 

— egregia Burm. Handb. HI, p. 327. — Kraatz. Deutsche 
Entom. Zeitschr. 1891, p. 253 u. 1898, p, 385. — Schoch. 
Gen. u. Spec. m. Cet., p 40. — Heyne. Die exot. Käfer in 
Wort u. Bild. Taf. 20, Fig. 42. 

Dr. Kraatz hat a. a. 0. in dankenswerter Weise eine Klarstellung 
dieser und der folgenden Art nebst ihren Varietäten herbeigeführt, welche 



— 94 — 

es gestattet, die so oft mit einander verwechselten Käfer mit Sicherheit 
auseinander zu halten. 

Das von Holz vorliegende Material der biplagiata muss insgesamt 
auf jene Formenreihe bezogen werden, von welcher Dr. Kr a atz hervor- 
hebt, dass sie durch besondere Entwickelung der Streifen neben der 
Naht sich auszeichne. Von -meinen Stücken gibt der genannte Autor 
ausserdem an, dass sie vom Kawie-Gebirge stammen und auffallend kleiner 
sind, als solche aus anderen Lokalitäten. Übrigens machen die vor- 
liegenden, ebenfalls kleinen Exemplare, mit ihrer eigenartig entwickelten 
Zeichnungsanlage und der weniger lebhaften Färbung, gegenüber 
einer von Fruhstorfer in verschiedenen Varietäten erhaltenen 
grösseren Form vom Berge Gede (4000'), einen höchst fremdartigen 
Eindruck. 

Vertreten sind folgende benannte Varietäten : var, funesta Krtz., 
var. ornata Krtz., var. pygidialis Krtz. und var. rufipennis 
Krtz. Ost-Java. 

19. C. egregia Gory et Perch. Mon., p. 319, Taf. 63, Fig. 1. Java. — 

Kraatz. Deutsche Ent. Zeitschr. 1891, p. 253 u. 1898, p. 385. 

Von dieser weniger variablen Art liegen je einige Stücke von der 
Stammform und der var. albopunctata Krtz., sowie ein Exemplar 
von var. quadrimaculata Krtz. vor, bei welchem das charakteristische 
schneeweisse Fleckchen auf der Deckennaht vorhanden ist. Ost-Java. 

Genus Meroloba. 

Thonisün. Naturaliste 1880. 

20. M. antiqua Gory et Perch. Mon., p. 317, Taf. 62, Fig. 4. Java. 

- Burm. Handb. III, 1842, p. 328. — Dej. Cat. 3. ed. p. 1.^9. 
Schoch. Gen. u. Spec. m. Cet., p. 40. 

Mehrere Exemplare von Ost-Java. 

Genus Clinteria. 

Buiin. Ihiiidb. III. 1842, p. 2:t9. 

21. C. flavoninrgiii<i(a Wiedem. Zool. Mag. II, 1. p. 84. Java. — Burm. 

Ilandb. III, p. 302. Java. — Schoch. Gen. u. Spec. m. Cet. 
p. 61. — Kraatz. Deutsche Ent. Zeit. 1898, p. 397. 



- 05 — 

In kleiner Anzahl, worunter zwei kleine Stücke, bei denen neben 
dem weissen Seitenraude der Flügeldecken hinter dem Humeralbuckel 
ein gleichgefärbter Flecken auftritt (var. laterimarginataKrtz. ?). Ost-Java. 

22. C. Bowringi Wallace. Trans, ent. Soc. 3. Ser. IV. 18G8, p. 351. 

Java. — Schoch. Gen. u. Spec. m. Cet., p. 62. — Kraatz. 
Deutsche Ent. Zeit. 1898, p. 399. Sumatra. 

In Mehrzahl von Bavvean. 

23. C. decoiM Janson, Cist. Ent. 11, p. 603. India. 

Diese hübsche Clinteria liegt von der Insel Sumba vor. 

Glycyplianidae. 

Genus Protaetia. 

Burm. Hiindb. III, 1842, p. 

24. P. acuniinata Fabr. Syst. Ent. App. p. 50. Sumatra. — Gory et 

Perch. Mon. p. 203, Tat". 37, Fig. 1. — Burm. Handb. III, 
1842, p. 479. Java. — Schaum. Ann. Fr. 1849, p. 277. — 
Daldorffi Schönh. Syn. Ins. I. 3. p. 138. Java. — marmorata 
Fabr. Syst. El. II, p. 154. Java. — marmorea Weber, Obs. 
Ent. p. 69. Java. — Schoch. Gen. u. Spec. m. Cet., p. 115. 
Java. 
Einige Stücke von Bawean und Sumba. 

25. P. soloriensis Wallace. Trans, ent. Soc. 3. Ser. IV, 1868, p. 586. 

Ins. Solor. — sumbawana Kraatz. Deutsche Ent. Zeit. 1900, 
p. 221. Sumbawa. 

Die vorliegenden Stücke weichen in der Grösse, Färbung und 
Zeichnung so beträchtlich von einander ab, dass man bei geringem Ver- 
gleichsmaterial dieselben sehr wohl für verschiedene Species halten könnte. 
Insbesondere sind es zwei kleine, grüne Exemplare — das eine davon 
misst nur 1 3 mm — , mit breitem weissen Seitenrande des Halsschildes 
und kräftig entwickelten weissen Flecken auf den Flügeldecken, welche 
jenen Gedanken aufkommen Hessen; aber Herr Hauptmann Moser 
in Berlin, welchem eines dieser Stücke vorgelegen hat, war so 
liebenswürdig mir zu schreiben, dass dasselbe sicher soloriensis Wall, 
sei. Jedenfalls bedarf es eines weit grösseren Materials, als es mir zur 
Verfügung steht, um sich über diese variable Art ein sicheres Urteil 



— 96 — 

bilden zu können. Nach den Ausführungen, welche Dr. Kraatz a, a. 0. 
über die Varietäten derselben gibt, wären jene beiden kleinen Stücke 
zu var. minor Krtz. und einige gelbbraune zu var. brunnea Krtz. 
zu ziehen. Von Sumba und Sumbawa. 

26. P. mlxta Fabr. Syst. El. II, p. 152. Sumatra. — confusa Gorj- et 

Perch. Mon. p. 266, Taf. 51, Fig. 4. — Burm. Haudb. III, 
p. 486. 
Zwei Exemplare von Bawean. 

27. P. ciliala Oliv, Entom. Vol. I, 6, p. 90, Taf. 12, Fig. 112. Sumatra. — 

Burm. Handb. III, p. 488, — lunulata Fabr. Syst. El. II, 
p. 152. Java. — Schoch. Gen. u. Spec. m. Cet. p. 117. 

Ein einziges Stück von Bawean. 

28. P. mandarinea Weber, Obs. ent., p. 68. -- Burm. Haudb. III.p. 481. 

China. — atomaria Fabr. Syst. El. 11, p. 153. — atomaria 
Gory et. Perch. Mon. p. 204, Taf. 37, Fig. 3. Ins. Philipp. 
— fictilis Newmau, Ent Mag. V, p. 169. Java. — fusca Herbst, 
Käfer III, p. 257, Tai. 32, Fig. 4. India or. — Schoch. Gen. 
u. Spec. m. Cet., p. 117. — Reitter, Bestimmungstabelle XXXVIII, 
p. 44. 
Diese weit verbreitete und häufige Art liegt in Anzahl von Bawean 
und Sumba vor. 

29. P. inanis Wallace, Trans, ent. Soc. 3. Ser. IV, 1868, p. 580. Java. 

Schoch. Gen. u Spec. m. Cet. p. 116. 
Drei Exemplare. Ost-Java. 

Genus Oxyperas. 

Thoms. Naturaliste 1880. 

30. 0. speetabilis Schaum, Analect. ent. 1841, p. 43. Sumatra. — Burm. 

Handb. HI, p. 473. 
Ebenfalls drei Exemplare von Ost-Java 

Genus Glycyphana. 

Burm. Handb. III, 1842, p. 345. 

31. (J. malaycnsis Guer, Rev. Zool. 1840, p. 81. Java. — malayana 

Schaum. Ann. Fr. 1844 p. 373. Borneo. — Schoch. Gen. u. 
Spec. m. Cet. p. 120. 
Zwei Stücke. Ost-Java. 



^ 97 -- 

32. G. palliata Mohnike, Arch. f. Nat. XXXVII, 1871. — p. 279, 
Taf. VI. Fig. 4. Java. 

Einige Exemplare von Ost-Java und ein Stück von Bawean. 

3o. G. torquata I'ahr. Syst. El. II, p. 157 Java. -- binotata Gory et 
Percb. Mon. p. 250, Taf. 47, Fig. 5. Java. — Burm. Handb. 
III, p. 347. Java. — bisignata Sturm, Cat. 1826, p. 113. Java. — 
Sehe eh. Gen. u. Spec. m. Cet. p. 119. 

Drei Exemplare. Ost-Java. 

34. G. albomacula(a Mohnike, Arch. f. Nat. XXXVII. — 1871, p. 287, 

Taf. VI, Fig. 6. Java 

Ein einziges, vorzüglich erhaltenes Exemplar von Ost-Java. 

35. G. Burmeisteri Kraatz, Deutsche Ent. Zeit. 1898, p. 382. — Javamer 
Auch von dieser Art liegt nur ein Stück vor, welches Herr Haupt- 
mann Moser in Berlin zu bestimmen die Freundlichkeit hatte. Ost- Java. 

36. G. pygldialis Kraatz. Deutsche Ent. Zeit. 1898, p. 383. 

Es ist nur die a. a. 0. p. 384 ebenfalls beschriebene var. fas- 
ciic Ollis Krtz. in einigen Stücken vertreten. Ost-Java. 

37. G. Macquarti Gory et Percb. Mon. p. 251, Taf. 47, Fig. 7. Java. 

— Burm. Handb. III, p. 347. 

Einige Stücke von Ost-Java. 



atrb. d. iiass. Ver. f. Kat. 06. 



1 



DIE 



CHEMISCHE ZUSAMMENSETZUNG 



DER 



EMSER MINERALaUELLEN.) 



VON 



Professor Dr. H. FRESENIUS 

(WIESBADEN). 



1) Aus tler von der Königlichen Staatsregierung den Theilnehmern der 
?>. ärztlichen Studienreise am 12. September 1903 überreichten Festschrift ^Ems". 



I 



I 



I 



Tjs gibt wenige Kurorte, deren Mineralquellen in Bezug auf ihre 
chemische Zusammensetzung so genau studiert worden sind wie Ems. 

Schon Struve hat vor 1832 das Kränchen und den Kesselbrunnen 
chemisch analysiert. Von diesen beiden Quellen hat Kastner 1838 
chemische Untersuchungen ausgeführt. 1839 hat Jung das Kränchen, 
den Kesselbrunnen und den Fürstenbrunnen chemisch analysiert. 1851 
hat S t a m m e r eine chemische Untersuchung des Mineralwassers der 
neuen Badequelle vorgenommen. 

Die zahlreichsten und zuverlässigsten Analysen der Emser Mineral- 
quellen hat in der Zeit von 1851 bis 1878 mein verstorbener Vater, 
Geh. Hofrat Professor Dr. R. Fresenius, ausgeführt und ver- 
öffentlicht, und zwar hat er zweimal ausführlich analysiert, in den 
Jahren 1851 und 1871. das Kränchen, den Kesselbrunnen, den Fürsten- 
brunnen und die neue Badequelle. 

Einmal hat R. Fresenius ausführliche Analysen ausgeführt 
von folgenden Emser Mineralquellen : 

1865: Augustaquelle | König -Wilhelms - Felsenquellen; damals in 
1869 : Victoriaquelle j Privatbesitz, jetzt vom Fiskus erworben. 

1870: Römerquelle (in Privatbesitz) 

1876: Wappenquelle 1 

} fiskalische Quellen. 
1878: Kaiserbrunnen I 

Später hat R. Fresenius noch mehrfach weniger umfassende 
Analysen namentlich mancher fiskalischen Mineralquellen vorgenommen, 
welche sich nur auf die Hauptbestandteile erstreckten und den Zweck 
hatten, festzustellen, in wie weit die fiskalischen Quellen Schwankungen 



— 102 — 

in ihrem Gehalte unterworfen sind. Veröffentlicht wurden diese Ana- 
lysen nicht. 

Seit dem Tode meines Vaters im Jahre 1897 habe ich wiederholt 
im Auftrage Königlicher Regierung weniger umfassende Analysen der 
wichtigsten iiskalischen Mineralquellen (Kränchen, Kesselbrunnen, Fürsten- 
brunnen, Kaiserbrunnen, neue Badequelle) und der vom Fiskus erworbeneu 
Mineralquellen des Hospitalbades (Hospitalbad-Kränchen, Hospitalbad- 
Kesselbrunnen und Hospitalbad-Victoriaquelle) ausgeführt. Diese Ana- 
lysen, bei welchen nur die Hauptbestandteile bestimmt wurden, hatten 
teilweise den Zweck, festzustellen, in wie weit die Hospitalbadquellen 
den alten fiskalischen Quellen in ihrer chemischen Zusammensetzung 
ähnlich sind, teilweise wurden sie während der durch Herrn Ingenieur 
Seh error mit grosser Sachkenntnis und gutem Gelingen ausgeführten 
Neufassung der auf dem rechten Lahnufer befindlichen fiskalischen 
Hauptquellen zu verschiedenen Zeiten vorgenommen, um die chemische 
Beschaffenheit der einzelnen Mineralquellen in verschiedenen Stadien 
der Fassungsarbeiten festzustellen. Diese Analysen sind nicht veröffent- 
licht worden. 

Nachdem die Neufassung des Kränchens, des Kesselbrunnens, des 
Fürstenbrunnens und des Kaiserbrunnens vollendet ist, hat mich die 
Königliche Regierung mit der Vornahme ganz ausführlicher chemischer 
und physikalisch-chemischer Untersuchungen dieser vier wichtigsten fis- 
kalischen Mineralquellen beauftragt. 

Zur Zeit sind die ausführlichen chemischen Untersuchungen des 
Kränchens und des Kesselbrunnens bereits vollendet, die des Fürsteu- 
brunnens und des Kaiserbrunnens sind in der Ausführung begriffen. Die 
physikalisch-chemischen Untersuchungen sind noch nicht zum Abschluss 
gelangt. 

Auf Grund dieses reichen analytischen Materials, welches mir, auch 
soweit es nicht veröffentlicht ist, vollständig zu Gebote steht, weil die 
betreffenden Untersuchungen sämtlich im chemischen Laboratorium 
Fresenius ausgeführt worden sind, werde ich die chemische Zusammen- 
setzung der Emser Mineralquellen im Folgenden besprechen, und zwar 
speziell im Hinblick auf die Interessen der Arzte. 

Wie alle bisher ausgeführten chemischen Untersuchungen der Emser 
Mineralquellen übereinstimmend dargetan haben, gehören dieselben 



— 103 — 

sämtlich zu denjenigen Quellen, welche man in der Balneologie als 
alka lisch- muriatisc he Säuerlinge bezeichnet. Diese Mineral- 
quellen sind dadurch charakterisiert, dass sie ausser einem erheblichen 
Gehalt au freier Kohlensäure und an doppeltkohlensaurem Natron 
noch eine mehr oder weniger beträchtliche Menge von Kochsalz ent- 
halten. 

Die Emser Mineralquellen zeichnen sich vor den meisten übrigen 
Quellen ihrer Gruppe dadurch besonders aus, dass sie warm sind (28'' 
— 50'' C), weshalb sie mit Recht als alkalisch-muria tische 
Thermen bezeichnet werden. 

Stimmen auch hinsichtlich der Feststellung des Charakters der Emser 
Mineralquellen alle bisher ausgeführten chemischen Untersuchungen über- 
ein, so ergibt doch eine kritische Prüfung, dass von den vor 1851 
ausgeführten älteren Analysen nicht alle als Vergleichsmaterial von Wert 
sind, insbesondere nicht, wenn es sich darum handelt, festzustellen, ob 
die Emser Mineralquellen in Bezug auf Art und Menge ihrer Bestand- 
teile Schwankungen unterworfen sind. Von den älteren Analysen 
können zum Vergleich herangezogen werden Stammers Analyse der 
neuen Badequelle von 1851 und Struves vor 1832 ausgeführte Ana- 
lysen des Kränchens und des Kesselbrunnens. Namentlich die Struve- 
schen Analysen sind mit grosser Sorgfalt ausgeführt und weisen eine 
überraschend gute Übereinstimmung mit den von R. Fresenius und 
mit den später von mir ausgeführten Analysen auf. 

Die seit 1851 von R, Fresenius und die seit 1897 von mir 
ausgeführten Untersuchungen geben dagegen ein um so klareres Bild 
der chemischen Zusammensetzung der Emser Mineralquellen, als die in 
Betracht kommenden analytischen Methoden hinsichtlich der in wägbarer 
Menge vorhandenen Bestandteile keine so wesentlichen Veränderungen 
erfahren haben, dass die Ergebnisse aller dieser Analysen nicht direkt 
vergleichbar sind, wenn man sie nach denselben Grundsätzen und in der 
gleichen Weise zur Darstellung bringt. 

Im übrigen tritt dem Chemiker, wenn er die veröffentlichten 
Analysen an der Hand der vorliegenden Druckschriften vergleicht, 
deutlich entgegen, wie sich die Mineralwasseranalyse seit der Mitte des 
vorigen Jahrhunderts entwickelt hat, und wie die Anforderungen ge- 
stiegen sind, welche man an eine Mineralwasseranalyse stellt. Doch 
hierauf soll an dieser Stelle nicht näher eingegangen werden. Nur einen 



- 104 - " 

Punkt, die Darstellung der Analysenresultate, werde ich gleich kurz 
erörtern. 

Die älteren Analysen, auch die besten derselben, von Struve und 
von Stammer, geben quantitative Bestimmungen nur der Hauptbe- 
standteile an (Kohlensäure, doppeltkohlensaures Natron, Chlornatriuni, 
doppeltkohlensauren Kalk, doppeltkohlensaure Magnesia, schwefelsaures 
Natron, doppeltkohlensaures Eisenoxydul, Tonerde, Kieselsäure) und 
führen als qualitativ nachgewiesen noch auf Lithium, Strontium und 
Mangan. 

Die quantitativen Bestimmungen sind meist angegeben in Granen 
im Pfund Mineralwasser, also in einer uns jetzt ganz fremden Gewichts- 
einheit. 

Bereits bei seinen ersten, im Jahre 1851 ausgeführten ausführlichen 
Analysen hat K. Fresenius eine Anzahl bis dahin noch nicht quanti- 
tativ bestimmter Bestandteile in den Emser Mineralquellen quantitativ 
bestimmt (schwefelsaures Kali, doppeltkohlensauren Baryt und Strontian, 
doppeltkohlensaures Manganoxydul und Phosphorsäure) und ferner quali- 
tativ nachgewiesen Jod und Brom. Von besonderer Wichtigkeit ist aber, 
dass er die quantitativen Bestimmungen in zweierlei Weise angegeben 
hat, einmal — des Vergleiches wegen — nach der alten Art, als Grane 
im Pfund Mineralwasser, dann aber in Grammen in 1000 Gramm 
Mineralwasser. 

Diese letztere Darstellungsweise ist die heute noch übliche, und auch 
die Grundsätze, nach denen die Berechnung der ermittelten Einzelbe- 
standteile auf Salze (die Bindung der Basen und Säuren zu Salzen) 
damals vorgenommen worden ist, sind dieselben geblieben für den Fall, 
dass man heute überhaupt diese Darstellungsweise der Mineralwasseranalysen 
anwendet. ^) Dass ich dies hier tun werde, ist naturgemäfs, einmal 
der direkten Vergleichbarkeit aller seit 1851 von meinem Vater und 
von mir ausgeführten Analysen wegen und dann, weil alle Ärzte diese 
Darstellungsweise genau kennen. 

Seit 1851 hat sich unsere Kenntnis der chemischen Zusammen- 
setzung der Emser Mineralquellen erweitert, und zwar nach zwei 
Richtungen hin, 



') Daneben sind, teilweise schon seit längerer Zeit, auch andere Dar- 
stellungsweisen, in neuerer Zeit besonders die nach Ionen, in Gebrauch, 



— 105 — 

1) sind infolge der Anwendung neuer anal3"tischer Methoden 
(namentlich der Spektralanalyse) in den Emser Quellen Bestandteile 
neu nachgewiesen worden, deren Vorkommen in denselben früher nicht 
bekannt war, 

2) wissen wir durch die seit 1851 von meinem Vater und von 
mir ausgeführten Analysen, dass die Emser Mineralquellen kleinen 
Schwankungen in Bezug auf die in ihnen enthaltenen Bestandteile 
unterliegen, dass diese Schwankungen aber nur sehr gering sind. 

Was den ersten Punkt anbetrifft, so sind, und zwar bereits 1871 
durch R. Fresenius, in den Emser Mineralquellen neu nachgewiesen 
worden : Cäsium und Rubidium (auf spektralanalytischem Wege), ferner 
Borsäure und Fluor, sowie in einzelnen Quellen Spuren von Stickstoff 
und sehr geringe Spuren von Schwefehvasserstoff. 

Hinsichtlich des zweiten Punktes — und dies ist für die Ärzte 
von besonderer Wichtigkeit — hat sich eine geradezu überraschende 
Konstanz in der Zusammensetzung der Emser Mineralquellen ergeben, 
wie ich an zwei Beispielen (dem Kräneheu und dem Kesselbrunnen) 
zeigen werde. ^) 



1) Eine tabellarische Zusammenstellung der neuesten veröffentlichten Ana- 
lysen sämtlicher ausführlich untersuchten Emser Mineralquellen hier zu geben 
halte ich um so weniger für nötig, weil die betreffenden Druckschriften leicht 
zu erhalten und daher den meisten Ärzten genau bekannt sind. 



^f^XA 






— 106 



I. Krauchen. 

In der folgenden Tabelle stelle ich zusammen die ausführlichen 
Analysen des Kränchens von E. Fresenius aus den Jahren 1851 und 
1871 und von mir aus diesem Jahre (1903). 

lOOO Gewichtsteile Mineralwasser des Kränchens enthalten in 
wägbarer Menge vorhandene Bestandteile (die kohlensauren Salze als 
wasserfreie Bicarbonate und sämtliche Salze ohne Krystallwasser be- 
rechnet ') : 



R. Fresenius 



1851 
1,93198 



0,01794 
0,92241 



Doppeltkohlensaures Natron . . 

» » Lithiou 

» » Amnion 

Schwefelsaures Natron . . . 

Chlornatrium 

Bromnatrium 

Jodnatrium 

Phosphorsaures Natron . . . 
Schwefelsaures Kali .... 
Doppeltkohlensauren Kalk . . 

» » Strontian | 

» » Baryt ) ' 

Doppeltkohlensaure Magnesia . 
Doppeltkohlensaures Eisenoxydul 
Doppeltkohlensaures Mauganoxydul 0,00094 
Phosphorsaure Tonerde .... 0,00042 

Kieselsäure 0,04945 

Summe 3,38879 

Kohlensäure, völlig freie . . . 1,08398 

Summe aller Bestandteile 



0,04279 
0,22456 

0,00015 

0,19598 
0,00217 



1S71 
1,979016 
0,004047 
0,002352 
0,033545 
0,983129 
0,000340 
0,000022 
0,001459 
0,036773 
0,216174 
0,002343 
0,001026 
0,206985 
0,001989 
0,000173 
0,000116 
0,049742 

3,519231 
1,039967 



H. Fresenius 
1903 
1,955414 
0,003732 
0,001883 
0,023890 
1,026032 
0,000487 
O.00Ü020 
0,001353 
0,047326 
0,234073 
0,002050 
0,001059 
0,207920 
0,003633 
0,000166 

0,047299 

3,556337 

1.099528 



4,47277 4,559198 4,655865 



1) Icli gebe in dieser Zusaniinenstclluug absichtlich die kohlensauren Salze 
als wasserfreie Bicarbonate an, weil diese Darstellungsweise in den balneo- 
logischen Werken und in den seitens der Kurverwaltung an die Arzte ver- 
schickten Drucksachen bevorzugt wird. 



— 107 — 

Von in unwägbaren Spuren vorhandenen Bestandteilen hat 1851 
R. Fresenius Lithion, Jodnatrium und Bromnatrium aufgeführt, 
Bestandteile, Avelche aber 1871 unter Anwendung grösserer Mengen 
Mineralwasser quantitativ von ihm bestimmt wurden. 1871 führt er als 
nur qualitativ nachgewiesen auf: Cäsium und Rubidium, Borsäure, Fluor, 
Stickstoff. 1903 habe ich im Eindampfungsrückstand von 60 Litern 
Krünchenwasser qualitativ nachgewiesen : Cäsium und Rubidium, Bor- 
säure, Fluor, sowie ferner eine sehr geringe Spur Nickel, welche aber 
offenbar nicht aus dem Mineralwasser stammt, sondern von dem Nickel- 
hahn, durch welchen das Wasser zum Auslauf kommt. Die der 
Kränchenquelle entströmenden Gase habe ich nicht untersucht, deshalb 
auch die von R. Fresenius 1871 aufgeführte Spur Stickstoff nicht 
nachgewiesen. 

Betrachtet man die Übersichtstabelle, so erkennt man, dass — 
Avie dies auch sonst bei Minerakiuellen beobachtet worden ist — das 
Mineralwasser des Kränchens hinsichtlich aller Bestandteile Schwankungen 
unterworfen ist, die aber relativ gering sind. 

Die Gesamtmenge aller Bestandteile und die völlig freie Kohlen- 
säure habe ich jetzt etwas höher gefunden als mein Vater 1851 und 
1871, desgleichen die Summe der gelösten Salze, den doppeltkohlen- 
sauren Kalk, das Kochsalz und besonders das doppeltkohlensaure Eisen- 
oxydul. ^) Dagegen steht die 1903 gefundene Zahl für das doppelt- 
kohlensaure Natron fast genau in der Mitte zwischen den 1851 und 
1871 gefundenen. Die übrigen geringen Schwankungen, die man ja 
direkt aus der Tabelle ersieht, will ich nicht weiter erörtern. 

Setzt man bezüglich der Hauptbestandteile jedesmal die höchste 
überhaupt gefundene Zahl = 100, so ergeben sich folgende prozeutische 
Schwankungen : 

1851 

Summe aller Bestandteile 96,07 

» der gelösten Salze .... 95,29 
Doppeltkohlensaures Natron . . . . 97,62 
Chlornatrium 89,90 



1871 


1903 


97,92 


100 


98,96 


100 


100 


98,81 


95,82 


100 



1) Die zn verschiedenen Zeiten^während der Neufassungsarbeiten von mir 
vorgenommenen Untersuchungen auf die Hauptbestandteile haben einen noch 
etwas höheren Gehalt an doppeltkohlensaurem Eisenoxydul ergeben als meine 
vollständige Analyse von 1903, 



— 108 — 

Die mehr zurücktretenden Bestandteile, besonders die, welche in 
einem Kilogramm Mineralwasser nur in Milligrammen und Bruchteilen 
von Milligrammen enthalten sind, lassen prozentisch stärkere Schwankungen 
erkennen, doch sind diese nur von untergeordneter Bedeutung, weil 
eben die absoluten Mengen so gering sind. 

Ich greife deshalb nur ein Beispiel heraus, und zwar das auch in 
kleinen Mengen medizinisch nicht unwichtige doppeltkohlensaure Eisen- 
oxydul. In der gleichen Weise wie oben berechnet, ergeben sich folgende 
prozentische Schwankungen : 

1851 1871 1903 

Doppeltkohlensaures Eisenoxydul . . 59,73 54,75 100 

Bei der völlig freien Kohlensäure könnten nach einer Neufassung 

der Mineralquelle erheblichere Unterschiede nicht auffällig erscheinen, 

ich hebe deshalb besonders hervor, das solche nicht hervorgetreten 

sind. Die prozentischen Schwankungen sind nämlich, in obiger ^yeise 

berechnet : 

1851 1871 1903 

Völlig freie Kohlensäure 98,59 94,58 100 

also nicht grösser als oben bei den Hauptbestandteilen, ja sogar er- 
heblich geringer als beim Chlornatrium. 



— 109 



II. Kesselbruimen. 



Die ausführlichen Analysen des Kesselbrunnens von R, Fresenius aus 

den Jahren 1851 und 1871 und von mir aus dem Jahre 1903 stelle 

ich in nachstehender Tabelle zusammen. 

1000 Gewichtsteile Mineralwasser des Kesselbrunnens enthalten in 
wägbarer Menge vorhandene Bestandteile (die kohlensauren Salze 
als wasserfreie Bicarbonate und sämtliche Salze ohne Krystallwasser 
berechnet ^) : 



R. Fresenius 



Doppeltkohlensaures Natron 
» » Lithion 

» » Ammon 

Schwefelsaures Natron 

Chlornatrium .... 

Bromnatriura .... 

Jodnatrium 

Phosphorsaures Natron 

Schwefelsaures Kali 

Doppeltkohlensauren Kalk 
» » Strontia 

» » Baryt | 

Doppeltkohlensaure Magnesia 

Doppeltkohlensaures Eisenoxydul 
» » Manganoxydul 

Phosphorsaure Tonerde 

Kieselsäure 

Summe 
Kohlensäure, völlig freie . 

Summe aller Bestandteile 



1851 
1,97884 



0,00080 
1.01179 



0,05122 
0,23606 

0,00048 

0,18699 
0,00362 
0,00062 
0,00125 
0.04750 



3,51917 

0,88394 



1871 
1,989682 
0,005739 
0,007104 
0,015554 
1,031306 
0,000454 
0,0000035 
0,000540 
0,043694 
0,219605 
0,001815 
0,001241 
0,182481 
0,003258 
0,000330 
0,000200 
0,048540 

3,5515465 
0,920171 



H. Fresenius 
1903 
1,911837 
0,005876 
0,002354 
0,007997 
1,068839 
0,000622 
0,000011 
0,000675 
0,048479 
0,232982 
0,001724 
0,001191 
0,191814 
0,006487 
0,000257 

0,043035 

3,524180 
1.173814 



4,40311 4,4717175 4,697994 



Als in unwägbarer Menge vorhandene Bestandteile hat R. Fresenius 



1851 Lithion. 



Jodnatrium und Bromnatrium aufgeführt. 



1871 wurden 



1) Vergl. die Anmerkung zu der Tabelle über die ausführlichen Analysen 
des Kränchens (Seite 106). 



— IIÖ — 

diese Beständteile unter Benutzung grösserer Mineralwassermengen quanti- 
tativ bestimmt. Nur qualitativ nachgewiesen wurden 1871 Cäsium und 
Rubidium, Borsäure, Fluor, Stickstoff, Schwefelwasserstoff, 1903 die- 
selben Bestandteile, abgesehen vom Stickstoff, da 1903 die der Quelle 
entströmenden Gase nicht näher untersucht wurden. 

Ein Blick auf die Übersichtstabelle ergibt, dass auch das Mineral- 
wasser des Kesselbrunnens hinsichtlich aller Bestandteile Schwankungen 
aufweist, welche sich in ähnlichen Grenzen bewegen wie diejenigen beim 
Mineralwasser des Kränchens. 

Die Gesamtmenge aller Bestandteile und die völlig freie Kohlen- 
säure habe ich — gerade wie beim Kränchen — 1903 etwas höher 
gefunden als R. Fresenius 1851 und 1871, desgleichen das Chlor- 
natrium und besonders das doppeltkohlensaure Eisenoxydul. Dagegen 
ist das doppeltkohlensaure Natron jetzt etwas niedriger als 1851 und 
1871, während die Zahl für die Summe der gelösten Salze 1903 zwischen 
den 1851 und 1871 gefundenen Zahlen liegt. Auf die übrigen, 
mehr zurücktretenden Bestandteile braucht nicht näher eingegangen zu 
werden. 

Drückt man die Schwankungen der Hauptbestandteile, sowie die 
des doppeltkohlensauren Eisenoxyduls und der völlig freien Kohlensäure, 
in der gleichen Weise wie oben beim Krauchen, prozentisch aus, so er- 
hält man folgende Übersicht: 

Summe aller Bestandteile . . 
Summe der gelösten Salze . . 
Doppeltkohlensaures Natron . 

Chlornatrium 94,66 

Doppeltkohlensaures Eisenoxydul . 
Völlig freie Kohlensäure . 

Die prozentischen Sclnvankungen bewegen sich bei dem Kessel- 
brunnen in einzelnen Fällen in engeren Grenzen als beim Kränchen, 
und zwar bei der Summe der gelösten Salze und beim Chloruatrium ; 
hinsichtlich der übrigen verglichenen Bestandteile in etwas weiteren 
Grenzen. 



1851 


1871 


1893 


93,72 


95,18 


100 


99,09 


100 


99,23 


99,45 


100 


96,09 


94,66 


96,49 


100 


55,80 


50,22 


100 


75,30 


78,39 


100 



— 111 - 

Den Erörterungen über die Schwankungen im Gehalte des Kränchens 
und des Kesselbrunnens an der Hand der drei ausführlichen Analysen 
jeder Quelle, zwischen deren Ausführung 20 und 22 Jahre liegen, kann 
ich zufügen, dass auch die in den Jahren zwischen 1871 und 1903 
wiederholt ausgeführten Bestimmungen der Hauptbestandteile keine 
grösseren Schwankungen ergeben haben als die zahlenmäfsig vorge- 
führten. 

Die Königliche Regierung beabsichtigt, in Zukunft noch häufiger 
Bestimmungen der Hauptbestandteile ausführen zu lassen und so ein 
genaues Bild von den Grenzen zu gewinnen, in welchen sich die Gehalts- 
schwankungen bewegen. 

Auf Grund des zur Zeit vorliegenden Materials darf ich aber 
wohl schon jetzt aussprechen, dass die Eraser alkalisch-muriatischen 
Thermen Heilquellen von bemerkenswerter Konstanz in der Zusammen- 
setzung — gewissermafsen Heilmittel von sehr gleichmäfsiger natürlicher 
Dosierung — sind. 



I 



I 



I 



( 



ÜBER 



DREIKANTIGE BANDWÜRMER 



AUS DER 



FAMILIE DER TAENIIDEN. 



VOK 



Dr. med. JOSEF VIGENER 

(WIESBADEN). 



Jahrb. d. nass. Ver. f. Nat. 56. 



^ 



ährend meiner ärztlichen Praxis in Cronberg am Taunus erhielt 
ich bei einer Bandwurmkur, die ich am 16. August 1900 an einem 
23 Jahre alten Arbeiter vornahm, eine dreikantige Taenia saginata 
samt dem dazu gehörigen Kopf mit 6 Saugnäpfen. Den Wunsch, eine 
Mitteilung über diese immerhin seltene Missbildung zu geben, konnte 
ich erst jetzt nach meiner Übersiedelung nach Wiesbaden erfüllen, da 
mir hier die Beschaffung der einschlägigen Litteratur leichter möglich 
war. Da ein Teil der Zeitschriften, in denen die bisher beobachteten 
Fälle mitgeteilt sind, selbst in grossen Bibliotheken, wie z. B. in der 
königlichen Bibliothek zu Berlin, nicht vorhanden ist, habe ich mich 
entschlossen, bevor ich die Beschreibung der von mir beobachteten 
Taenie gebe, alle früher beobachteten Fälle dreikantiger Taeniiden, sowie 
der sie bedingenden Finnen mit 6 Saugnäpfen anzuführen. Ich glaube 
dies umsomehr tun zu sollen, als die einzige in den letzten Jahren er- 
schienene Zusammenstellung, die alle bis dahin bekannten Fälle umfasst, 
nämlich die von Braun (41, p. 1612 — 1614), nicht auf die Einzel- 
heiten der Fälle eingehen kann. Seit der Braun sehen Aufzählung 
sind eine ganze Reihe neuer Fälle dreikantiger Taenien veröffentlicht 
worden, eine Zusammenstellung der bisher bekannten Fälle ist aber 
nur von Cattaert (46) für Taenia saginata gegeben worden. 

Bevor ich die einzelnen Fälle in der Reihenfolge, in der sie ver- 
öffentlicht wurden, anführe, möchte ich nur noch hervorheben, dass wir 
unter dreikantigen Bandwürmern solche Bandwürmer verstehen, deren 
Glieder nicht einfach platt sind, sondern in den ausgesprochensten 
Fällen aus drei von einer gemeinschaftlichen Achse ausgehenden Flügeln 
bestehen, so dass sie auf dem Querschnitt ungefähr Y-Form haben, 
während wir bei dem geringsten Grade der Dreikantigkeit einen schein- 
bar normalen, nur auf der einen Fläche mit einer Längsleiste versehenen 
Bandwurm vor uns haben. 

8* 



— 116 — 

Da Herr Geheimrat Prof. Dr. Heller in Kiel in der liebens- 
würdigsten Weise meine Bitte erfüllte und mir aus den Sammlungen des 
pathologischen Institutes in Kiel die dort befindlichen Exemplare drei- 
kantiger Taenien leihweise überliess, die in den Dissertationen von 
Bork (^35, p. 15), Küchel (37) und .leiden (48, p. 9 — 11) be- 
schrieben sind, so war ich in der Lage, eingehende Untersuchungen 
anzustellen und vier dreikantige Taenien, die mancherlei Verschieden- 
heiten boten, mit einander zu vergleichen. Ich spreche Herrn Ge- 
heimrat Heller auch an dieser Stelle meinen besten Dank für sein 
freundliches Entgegenkommen aus, 

Zusammenstellung der bisher beschriebenen Fälle. 

1. Andrys Fall. Cattaert (46, p. 157) hat zuerst darauf auf- 
merksam gemacht, dass wir den ältesten Bericht über eine dreikantige 
Taenie wohl bei Andry (1, I, p. 200 und Tafel II derselben Seite) zu 
suchen haben. Die Angaben finden sich nur in der dritten Auflage des 
Andry sehen Werkes, nicht aber in der ersten Pariser Ausgabe vom 
Jalire 1700, die ich mir nur in dem Amsterdamer Nachdruck von 1701 
verschallen konnte, und auch nicht in der »nouvelle edition« Paris 1715, 
die mir nur in einem Exemplare ohne die Tafeln zugänglich war. 
Andry sagt: »Eine andere Besonderheit noch, die aber die Taenie 
mit Rückgrat oder die der zweiten Art betrifft, ist die, die man bei 
dem folgenden Bandwurm sieht, der am 15. Juli 1700 einem Fräulein 
Namens Boileau im Cimetiere Saint-Jean abging. Der Strang, der die 
Breite des Bandwurms teilt, zeigt eine Form von B bis C, eine andere 
von C bis D und eine andere von D bis E, « 

»Dieser Wurm ist genau von derselben Ausdehnung und demselben 
Bau, wie er hier dargestellt ist.« 

Wenn es auch keinem Zweifel unterliegt, dass Andry sonst unter 
seiner »Tenia ä epine« den Dibothrioceplialus latus (L) versteht und 
wenn er auch diesen hier beschriebenen Bandwurm ausdrücklich als 
»Tenia h epine« bezeichnet, so kann man sich doch Cattaert an- 
schliessen und mit ihm der Meinung sein, dass es sich bei der oben 
wiedergegebenen Beobachtung Andrys wohl um eine dreikantige Taenie 
des Menschen, wahrscheinlich die Taenia saginata gehandelt hat, soweit 
die Abbildung und die dürftige Beschreibung Andrys ein Urteil 
zulassen. 



— 117 — 

2, Rudolphis Fall betrifft Dipylidium caninum. 

In der Eiitozooruin sive vermium iiitestinalium historia naturalis 
auctore Carolo Asmundo Rudolphi lieisst es im Volum. II, P. II Amstel- 
aedami 1810, p. 102 bei 16. Taenia cucumerina Bloch: »Obs, 2. Cl. Braun 
pro sua in rae amicitia speciniina nostrae Taeniae duo , cum icone 
nitida sua manu parata. sub Taeniae prismaticae (canis aquatici) nomine 
misit, et alterius corpus undique triquetrum, sive prismaticum esse, 
maximopere miratus sum ; alterius tarnen speciminis pro more planum 
erat, ut nonnisi pro varietate, sed in hoc geuere unica. haberi possit.« 

Der Umstand, dass Rudolphi den Kopf dieser Missbildung nicht 
erwähnt, hat Cobbold, der noch den Fehler macht, die Beobachtung 
auf Taenia crassicoUis zu beziehen, zu der falschen Annahme geführt, 
dass Rudolphi den Kopf dieses dreikantigen Bandwurms nicht besass. 
Cobbold (27. p. 105). Auch R. Hlanchard (40, p. 3) drückt sich 
ungenau aus. wenn er bei Aufzählung der Taeniiden der Tiere, bei 
denen dreikantige Exemplare beobachtet wurden, Rudolphis Fall 
von Dipylidium caninum an erster Stelle nennt und nachhersagt: »Dans 
tous ces cas, sauf le premier, ia tete a ete vue et portait six ventouses.« 
Hätten die>e Autoren Rudolphis Entozoorum Synopsis zur Hand ge- 
nommen, so hätten sie dort p. 524/525 gefunden »Ipse tarnen Taeniam 
prismaticam possideo, cuius caput vulgari modo comparatum est« und 
p. 599 »quaeque corpore prismatico, capite tarnen simplici utitur.« Im 
allerhöchsten Grade merkwürdig ist Rudolphis Fall deshalb, weil er 
der einzige veröffentlichte ist, bei dem eine dreikantige Taenie einen 
normalen Kopf gehnbt haben soll. Wäre es nicht Rudolphi, der uns 
diese Beobachtung mitteilt, so könnte man glauben, es sei ein Irrtum 
bei der Beobachtung vorgekommen. 

3. Breras Fall ist recht unsicher. 

Brera berichtet 3, p. 276,277, nicht p. 80, wie Cattaert und 
ihm wohl folgend Xeveu-Lemaire bemerken) über eine angebliche 
B;istardfürm zwischen Dibothriocephalus latus (L) und Taenia saginata 
Goeze, die er bei einem Schweizer in Bologna beobachtet haben will, 
der gleichzeitig Individuen dieser beiden Arten beherbergte. Brera 
glaubte, dass im Darme des Wirtes zwischen Tieren dieser beiden Arten 
eine Befruchtung stattgefunden habe, der die angeblich gefundene hybride 
Form ihren Ursprung verdanke. Brera beschreibt das dieser hybriden 
Form zugeschriebene Stück: > eines endlich wies die Merkmale des 



— HS — 

bewaffneten und des unbewaffneten Bandwurms auf, da es gleich dem 
ersteren dicke Glieder hatte, die seitlich mit alternierenden Papillen 
versehen waren, und man wie bei dem unbewaffneten Bandwurm deutlich 
bemerkte, dass die Glieder breit und kurz waren ; solche Glieder waren 
dann noch mit einigen wenigen Knoten versehen, welche sich zahlreich 
bei dem unbewaffneten Bandwurm erheben, und die nicht wenige Natur- 
forscher als Merkmale dieser Art ansehen.« Falls die Beobachtung 
Breras richtig ist, so könnte es sich hier um eine dreikantige Taenia 
saginata gehandelt haben, da wir unter Breras bewaffnetem Bandwurm 
die Taenia saginata, nicht die Taenia solium verstehen dürfen, während 
er mit dem Namen »tenia inerme« den Dibothriocephalus latus (L) be- 
zeichnet. 

4. Bremsers Fall ist der erste, bei dem es keinem Zweifel unter- 
liegen kann, dass es sich um eine dreikantige Taenie des Menschen ge- 
handelt hat. Bremser schreibt (4, p. 107): »Endlich aber besitzt unsere 
Sammlung noch ein sehr merkwürdiges Stück, Es ist dies eine mehrere 
Fuss lange Strecke von Kettenwurm, deren zwei an einem Rande fest 
zusammen verwachsen sind. Die 12., 13. und 14. Figur stellen einen 
Teil davon vor. Es ist sehr schade, dass ich nicht das Kopfende davon 
erhalten konnte.« Auf Taf. III, Fig. 12, 13 u. 14 gibt dann Bremser 
Abbildungen : »Strecken einer zusammengewachsenen Kettenwurms-Zwil- 
lings-Missgeburt. An denselben sieht man sehr deutlich die Foramina 
marginalia.« Die sehr guten Abbildungen zeigen, dass jede Proglottide 
einen Y- förmigen Querschnitt hat und etwa ^/^ bis ^/^ der gesamten 
Breite auf jeden paarigen Flügel des Y kommt, während die gemein- 
same, dem unpaaren Teile des Y entsprechende Kante ungefähr V^ — ^'3 
der Gesamtbreite misst. Auf den abgebildeten Strecken trägt stets die 
gemeinsame Kante den Perus genitalis, nur die Kante 2 der fünftobersten 
Proglottide der Abbildung 13 scheint ausserdem noch eine Geschlechts- 
warze zu besitzen. 

Iludolphi (5, ]). 522) teilt uns über diesen Fall, den er auch 
als Doppclbildung betrachtet, noch mit, dass die Genitalpori meist auf 
einer Seite, unil zwar an der gemeinsamen Kante vorhanden sind, dass 
aber in Bezug auf ihre Stellung folgende Verschiedenheiten vorkämen: 
1. Genitalporus nicht an der gemeinsamen Kante, sondern am freien 
Rande eines der beiden Flügel, 2. Genitalporus an der gemeinsamen 
Kante und am freien Rande eines der beiden PTügcl, 3. Genitalporus 



— 119 — 

an der gemeinsamen Kante und an jedem der beiden Flügel. Zwei 
Glieder seien vorhanden, an denen sich an der gemeinsamen Kante zwei 
Genitalpori, ein oberer und ein unterer, befinden. Obwohl Bremsers 
Fall früher, so auch noch von Liesing (11, p. 516) der Taenia 
solium zugerechnet wurde, so dürfen wir doch annehmen, dass es sich 
wahrscheinlicher um T. saginata gehandelt hat, die Bremser bekannt- 
lich in Wien fast ausschliesslich vorfand. 

5. Bremser teilt uns noch einen Fall einer dreikantigen Taenia 
crassicollis mit (4, p. 108). Er schreibt: »Die Sammlung besitzt einen 
kaum zolllangen bewaffneten Kettenvvurm aus einer Katze, der 6 Saug- 
mündungen statt 4 hat. Seine prismatische Figur mit Vertiefungen der 
Länge nach, zeigt, dass es eigentlich eine verwachsene Drillingsgeburt 
oder Drillingsmissgeburt ist.« Von diesem Falle gibt uns Bremser 
(9, Tab. XVI, Fig. 4, 5, 6) Abbildungen, Dass Rudolphi diese Taenie 
als Doppelmissbildung auffasste, geht aus dem, was er uns (5, p. 524 
u. p. 599) sagt, hervor. 

6. Levachers Fall. Im Jahre 1841 schickte Levacher (10) 
mehrere Stücke eines missbildeten Bandwurms, den er bei einem 
dreijährigen Mädchen vorgefunden hatte, mit einem Briefe an die Pariser 
Akademie der Wissenschaften. 

In dem Briefe wird zunächst hervorgehoben, dass der von ihm 
gefundene Bandwurm mit dem von Bremser beschriebenen und abge- 
bildeten manche Ähnlichkeit zeige, sich aber auch in mehreren wichtigen 
Punkten von ihm unterscheide. 

Levacher schreibt dann weiter: »Der Eingeweidewurm, den ich 
heute einsende, nähert sich um so mehr den gewöhnlichen Taenien, je 
mehr man ihn gegen seine oberen Glieder hin untersucht und ist um 
so mehr von ihnen verschieden, je weiter man sich von diesen Gliedern 
entfernt und je mehr man an die untersten Strecken und Glieder heran- 
kommt. Die Leiste oder das Längsblatt, welches ihn auszeichnet, ist 
regelmäfsig auf allen Gliedern vorhanden und teilt den Eingeweidewurm 
in seiner ganzen Länge, indem es ihm den Anblick eines gezähnelten 
Bandes verleiht, auf dessen Mitte in einer längsverlaufenden Linie ein 
zweites, dem ersten ähnliches Band eingepflanzt ist, derart, dass die so 
vereinten Bänder drei frei bewegliche Ränder besitzen. Diese Leiste 
oder dieses Längsblatt weist anscheinend genau die gleiche Organisation 
auf, wie die beiden anderen Platten oder Seitenblätter. Das Tier kann, 



— 120 — 

wie ich mich an den Stücken versichern konnte, die, nachdem sie 
abgetrieben waren, noch lebten, nach Belieben seine Leiste oder sein 
Längsblatt unter der einen oder der andern der beiden Platten oder 
Seitenblätter verbergen ; da es alsdann nur zwei freie Ränder aufweist, 
so sieht es ungefähr wie eine Taenia solium aus.« 

Bedenkt man, dass damals T, solium und saginata noch nicht aus- 
einandergehalten wurden und dass in Paris letztere viel häufiger als 
erstere ist, so geht man wohl mit der Annahme nicht fehl, dass es sich 
auch hier um Taenia saginata gehandelt hat. 

Der Leva eher sehen Beschreibung nach sitzt die eine Kette der 
Länge nach der Mitte der Fläche der anderen Kette auf. Wir dürfen 
annehmen, dass es sich um eine dreikantige Taenie mit 3 gleich grossen 
Flügeln gehandelt hat, die von einer gemeinsamen Achse ausgingen, 

7. von Siebolds Fall betrifft die Taenia echinococcus. Die ganze 
Nachricht, die uns von Siebold (13) über diesen Fall gibt, findet 
sich bei der Erklärung der Abbildungen auf Taf. XVI A auf pag. 425 
in den kurzen Worten »Fig. 9. Ein Kopf von Taenia Echinococcus mit 
sechs Saugnäpfen, welche Monstrosität icli ein einziges Mal angetroffen 
habe.« Jede weitere Bemerkung, auch im Texte der Arbeit, fehlt. Auf 
der schematischen Abbildung sieht man nur die 6 Saugnäpfe am Kopfe. 
Wir müssen es mit Küchenmeister (26, p, 165j bedauern, dass 
von Siebold nicht eine genauere Untersuchung vornalim. 

8. Die nächsten Fälle dreikantiger Taenien beobachtete Küchen- 
meister bei Taenia coenurus (14, p, 191 — 194). Er teilt uns mit, 
dass er unter beinahe 1000 untersuchten und einzeln bestimmten Exem- 
plaren der Taenia coenurus nur zweimal dreikantige fand, mit G Saug- 
näpfen und 30 — 32 Haken, die sich bei der Messung etwas grösser als 
die anderer Exemplare von Taenia coenurus erwiesen. Küchen- 
meister erwähnt noch, dass sich nach den Angaben älterer Schrift- 
steller und Tierärzte in den Quesenblasen, wenn auch selten, Köpfe mit 
6 Saugnäpfen finden. Der ausgezeichnete Forscher, dem die Helmintho- 
logie so viel verdankt, macht schon damals Vorschläge, um experimentell 
die Frage der Entstehung von Finnen und Bandwürmern mit G Saug- 
näpfen zu lösen. Bedenkt man, dass seitdem fast 50 Jahre vergangen sind, 
ohne dass die Frage gelöst ist, so muss man bedauern, dass die Gelegen- 
heit auf diesem Gebiete zu experimentieren, sich nur selten bietet und dass 
dem Gelingen der Experimente grosse Schwierigkeiten entgegen stehen. 



— 121 — 

Um zu zeigen, in welcher Weise Küchenmeister vorgehen wollte, 
will ich seinen Plan mit seinen eigenen Worten anführen. Er schreibt: 
»Was ich zu tuen beabsichtige, ist folgendes: 

1. Ich werde jeden einzelnen Kopf einer Quesenblase, in der sich 
zuweilen 800 Köpfe finden, mit dem Mikroskope auf das Vor- 
handensein von 6 Saugnäpfen untersuchen und dann sofort, 
wenn ich einen derartigen Kopf finde, ihn allein an einen Hund 
verfüttern. 

2. Hierdurch würde zugleich der direkteste Beweis, der möglich 
ist, dafür geliefert, dass wirklich die Finnenk<)pfe im Darme 
gewisser Raubtiere zu reifen Bandwürmern werden. Wir ver- 
folgen alsdann die mit besonderen bekannten Kennzeichen ver- 
sehenen Finnen im llundedarrae weiter. Ich werde dann 
zweifelsohne Bandwürmer aus jenen Quesenköpfen im Hunde- 
darme erziehen, welche 6 Saugnäpfe haben, und möglich ist 
es, dass man dann auch bei der Verfolgung ihrer Entwicklung 
die Gründe dafür erforschen kann, warum solche Bandwürmer 
dreikantig werden. 

3. Habe ich dabei in Absicht, eine Frage über Erblichkeits- 
verhältnisse zu erörtern. Ich würde nämlich die Eier solcher 
dreikantigen Bandwürmer mit 6 Saugnäpfen an Schafe ver- 
füttern, um sie drehend zu machen, und, wenn es geht, die 
Quesen bis zur Zeit, wo sie Köpfe in sich erzeugen, wachsen 
lassen, um zu sehen, ob solche Quesen etwa eine gewisse vor- 
herrschende Neiiiung zeigen, mehr Köpfe mit 6 Saugnäpfen, 
wie sie ihre Eltern hatten, statt derer mit 4 Saugnäpten zu 
erzeugen. « 

Leider hat Küchenmeister später wohl keine Gelegenheit ge- 
habt, diese Tierversuche seinem Plan entsprechend durchzuführen. Da 
sie meines Wissens auch sonst noch nicht ausgeführt worden sind, 
möchte ich namentlich die Professoren an den tierärztlichen Hochschulen, 
die am ehesten in der Laj^e sind, derartige Versuche ausführen zu 
können, darauf hinweisen, wie grosse Lücken in unseren Kenntnissen 
hier noch der Ausfüllung harren. 

9. Küchenmeisters Fall einer dreikantigen Taenia saginata wurde 
von dem Autor zuerst (15, p. 93 — 95) als besondere Art aufgefasst und 
als »3, Taenia vom Cap der guten Hoffnung« beschrieben. x^'^l P X^ 



X- 



122 

Küchenmeister sagt: »Durch die Güte des Herrn Dr. Rose. 
Arzt und Apotheker am Cap der guten Hoffnung, erhielt ich eine grosse 

Gliedstrecke dieser Taenie, leider ohne Hals und Kopf Ihre 

totale Länge muss mindestens 6 — 10 Ellen betragen. Ihre Glieder sind 
sehr dick, weiss und feist, in reifem Zustande über 1 " lang, 3, 4 oder 
5'" breit und äusserst massiv. Sie zeichnen sich dadurch aus. dass eine 
Longitudinalleiste sämtliche reife und unreife Glieder entlang läuft. Die 
Pori genitales unregelmäfsig alternierend ; . . . — Uterus. Er wird 
gebildet durch einen dicken Medianstamm, in den 40 — 60 seitliche 
Äste einmünden, die denen der T. mediocanellata oder vielleicht noch 
mehr ähnlich denen der Taenia e cystic. tenuicolli sind, besonders wenn 
man die den Zinken eines Rechen analoge Stellung der Aste am obern 
und untern Gliedrande betrachtet. Die Eier sind oval, ziemlich rundlich, 
uneben und 0,030 — 0,034 mm breit und 0,038—0,040 mm lang. Sie 
lassen deutlich den mit 6 Häkchen besetzten 0,024 mm langen und 
ebenso breiten Embryo durchscheinen. Nie sah ich bei anderen mensch- 
lichen Taenien ebenso ausgezeichnet ausgebildete Embryonalhäkchen, 

deren mittlere Stilets gleichen « Küchenmeister spricht 

dann die Vermutung aus, dass die Finne dieser Taenie in Rindern, viel- 
leicht auch in Schafen lebe und schreibt dann weiter: »In neuester 
Zeit haben die Taenien mit kontinuierlich durch alle Glieder der Kolonie 
gehenden Leisten meine Aufmerksamkeit in besonderem Grade erregt, 
weil ich zweimal Taeniae coenurus mit 6 Ventousen und einem drei- 
kantigen Körper fand, dessen eine Kante der Longitudinalleiste unserer 
Taenie glich. Es entsteht hiernach die Frage, ob die Taenie No. 3 
nicht etwa eine Varietät einer schon beim Menschen oder bei einem 
Säugetiere bekannten Taenienart (T. mediocanellata ; T. ex cysticerco 
tenuicolli) ist, welche 6 Saugnäpfe besitzt.« 

Küchenmeister war also damals schon auf der richtigen Fährte 
und bezeichnet seinen Fall später (26, p. 144/145) als Missgeburt der 
Varietät der Taenia mediocanellata mit 6 Saugnäpfen. Er schreibt: 
>-Hier ist der ui sprüngliche mittlere Rand eine Kante geworden, der 
eine der beiden Lappen richtig entwickelt, der andere verkümmert. 
Letzterer trägt zuweilen ganz undeutlich ein liängsgefäss, gewöhnlich 
nicht. Der ausgebildete Lappen hält die gut entwickelten weiblichen 
Geschlechtsteile ; im unausgebildeten sind sie verkümmert ; die Uterus- 
äste der gesunden Hälfte reichen ein wenig in das Anfangsstück der 



— 123 — 

verkümmerten Gliedhälfte hinein. Man erkennt in ihnen die T. medio- 
cauell. '< 

Leuckart (IG, p. 307/308) teilt uns noch einiges über Küchen- 
meisters Fall mit. Nachdem er bei Besprechung der »wirklichen 
Doppelmonstra« erst Bremsers, dann Lev achers Fall erwähnt hat, 
fährt er fort: >> Dieser letzten Form möchte ich auch die von Küchen- 
meister beschriebene und abgebildete Hottentottentaenie anreihen, ob- 
wohl hier der eine Körper eine sehr viel geringere Entwicklung hatte, 
indem er in Form eines nahezu randständigeu Längswulstes über sämt- 
liche reife und unreife Glieder hinlief.« 

»Der Freundlichkeit Küchenmeisters verdanke ich die Möglich- 
keit, einige reife Proglottiden dieser Taenie untersuchen zu können. Sie 
hatten das Ansehen und die üterusbildung unserer Taenia mediocanel- 
lata und besassen bei einer Breite von durchschnittlich 9 mm eine 
Länge von etwa 19 mm. Der Längswulst, der an der Gliederung parti- 
zipierte, mafs 2 mm in Höhe, etwa 1,5 in Dicke (wie das Plauptglied) 
und war in einer Entfernung von gleichfalls 1,5 mm neben dem einen 
Rande der sonst in gewöhnlicher Weise gebildeten und mit unregel- 
raäfsig alternierenden Geschleclitsöfl'nungen versehenen Glieder aufge- 
Avachsen. Nach dem Ende der Proglottiden nahm die Höhe und Dicke 
dieses Wulstes ab. Geschlechtsöft'nungen waren an demselben nirgends 
wahrzunehmen. Trotzdem aber zweifle ich keinen Augenblick, dass er 
eine eigene (wenn auch unvollständig ausgebildete) Bandwurmkette 
repräsentierte, teils wegen der Ähnlichkeit besonders mit dem Le- 
V ach ersehen Falle, teils auch wegen der anatomischen Bildung. Auf 
feinen Querschnitten sieht man nämlich, dass dieser Längswulst ganz 
wie der Hauptkörper gebaut ist. Man erkennt an ihm dieselbe Mittel- 
und Eindenschicht, die den letzteren auszeichnet, nur dass beiderlei 
Bildungen kontinuierlich in die entsprechenden Schichten des Haupt- 
körpers übergehen. Am freien Rande des Längswulstes verläuft ein 
eigenes enges Längsgefäss, und ein zweites, beiden Körpern gemein- 
schaftliches und weiteres liegt da, wo derselbe aufgewachsen ist . . .« 
Von dieser Beschreibung weicht die von Leuckart (28, p. 574/575) 
gegebene etwas ab. Hier heisst es: »Am freien Rande des W^ulstes 
verläuft ein Längsgefäss, wie am freien Rande des breiteren Flügels, 
und ein drittes, beiden Körpern gemeinschaftliches und weiteres, liegt 
da, wo der Wulst aufgewachsen ist. Nach aussen von den Gefässen 



— 124 - 

sieht man je einen Nervenstrang hinziehen. Von Geschlechtsorganen 
liessen sich am Wulste nur Hoden auftinden, und auch diese nur in 
geringer Menge. Geschlechtsöffnungen waren au ihm nicht nachweishar. 
Aber auch der freie Seitenrand des Hauptkörpers Hess solche nirgends 
auffinden ; dieselben waren (an den mir vorliegenden Proglottiden) immer 
nur an der gemeinschaftlichen Kante angebracht. In betreff der Yer- 
bindungsweise ist hervorzuheben , dass die Mittelebene des Wulstes 
mit dem Hauptkürper einen Winkel von etwa 45" biblete, der nach 
aussen offen war. Denken wir den Wulst breiter, oder was dasselbe 
ist, vollständiger entwickelt, daiin würde unser W^urm mit dem 
Brems ersehen und dem Auerbach sehen Exemplare vollständig 
übereinstimmen.« 

Wenn Leuckart noch in Bezug auf die Stellung der Geschlechts- 
öffnungen hinzutügt: »Ein Alternieren, wie es Küchenmeister für 
seine Hottentottentaenie angibt, findet nicht statt ; ich habe Grund zu 
der Vermutung, dass dabei ein Irrtum untergelaufen ist«, so kann man 
ihm nicht Recht geben. Es liegt gar kein Grund vor, die Richtigkeit 
der Angaben Küchenmeisters zu bezweifeln, da, wie wir sehen 
werden, später öfter ein Alternieren der Geschlechtsöffnungen beobachtet 
ist und vor allem auch der von Jelden (48, p. 9 — 11) veröffentlichte, 
auch von mir untersuchte J'all, der mit dem Küc he nm eiste rsci.eu 
sehr übereinstimmt, alternierend stehende Geschlechtsöffuungeu hat. 

10. Zenkers Fall. Im Jahre 1861 beobachtete Zenker die 
nächste hierlier gehörige Missbildung, eine Taeuia solium mit (i Saug- 
näpfen. Es ist dies der erste Fall, in dem es sich mit Be>timmtlieit 
um T. solium handelt. Ülier diese Missbildung berichtet Küchen- 
meister (2ü, p. 91): »Im Jahre 18G1 fand Zenker eine 1\ solium 
mit 6 Saugnäpfeu im Menschendarm (cfr. Taf. Y, Fig. 1). Leider war 
sie unreif, nur etwa einen halben Fuss lang. Auch Z e n k e r brauchte 
den von mir gewählten Ausdruck »dreikantig . Eine weitere Unter- 
suchung hat Zenker nicht bekannt gemacht. Ich brachte in diesen 
Tagen das Exemplar Zenkers, das bezüglich seines Körpers hier 
aufbewahrt wird, Herrn Johne, der ilie Güte iuitte, nach ni(')gliehster 
Erhärtung des Ganzen Querschnitte zu machen (cfr. Taf. \ I, Fig. 5). 
Hieraus sieht man deutlich, dass je ein Paar Saugnäpfe ein Längsgefäss 
liefert, wovon wir 3 Stück zählen. Der von mir von Zenker zur 
Untersuchung erbetene Kopf dieser T. solium ergab bei genauer He- 



— 125 — 

traclitung 14 Haken in zweiter Reihe, keiner fehlend, die Hälfte der 
ersten Reihe fehlend, Hakenzahl in Summa 28. Bei genauer Unter- 
suchung sieht man, dass vom Kopfe an (bei seinem Übergange in den 
Hals) eine dunlde leistenförmige Medianlinie auftritt. Dies ist die spätere 
Kante, an der sich die beiden Klappen vereinigen.« 

Heller (22, p. 594) erwähnt auch die von Zenker beobachtete 
Missbildung und bildet ihren Kopf ab Er teilt noch mit, dass Zenker 
sie bei der Sektion eines Tuberkulösen neben 13 normalen Taenien in situ 
fand. »Die zum Kopfe gehörige Taenie Avar 4G centimeter lang, wie zu- 
sammengefaltet aussehend , dreikantig, der Querschnitt hatte die bei- 
stehende Form eines römischen Y, alle Geschlechtsöffnungen lagen an 
der unteren Kante. ^ 

11. Krauses Fall. Im Jahre 1863 teilte dann Krause (17) 
die nächste hierher gehörige Beobachtung mit, die einen Cysticercus 
cellulosae betrifft. Er fand die Missbilduug unter 20 — 30 Cysticerken 
aus dem Gehirn eines Blödsinnigen. Krause berichtet: »An einem 
dieser Cysticerken beobachtete ich eine seltene Missbildunj^; : der sonst 
wohlgestaltete Kopf zeigte ausser dem Hakeukranz sechs Saugnäpfe von 
der gewöhnlichen Grösse.« 

12. Cobbolds Fall Unter dem Namen Taenia lophosoma beschrieb 
T. Spencer Cobbold (18) im Jahre 1866 eine angeblich neue Art 
einer Taenie des Menschen, an deren Artberechtigung er auch in seinem 
1879 erschienenen Werke Parasitcs (27, p. 99j noch hartnäckig fest- 
hielt, trotz der berechtigten, von anderer Seite erhobenen Zweifel. Dass 
es sich bei der Taenia lophosoma Cobbolds auch nur um eine drei- 
kantige Missbildung der Taenia saginata gehandelt hat. steht jetzt sicher 
fest. Es handelte sich um ein Exemplar, das schon lange im Museum des 
Middlesex Hospital autbewahrt wurde. Die gesamte Grösse dieser Taenie, 
bei der leider Kopf und Hals fehlten, schätzt Cobbold auf nicht ganz 
9 Fuss, grösste Breite der Glieder Vs "? grösste Dicke V13 "i ^^^^^ 
Proglottiden ^/^ — ^/4 " lang. Genitalpapillen vorspringend, alle in einer 
Reihe auf dem Rande an einer Seite durch die ganze Reilie der Seg- 
mente hindurch angeordnet. Grösster Durchmesser der Eier Vgao "• 
Nach einer Bemerkung in Cobbolds Parasites gleichen die Eier denen 
anderer Bandwürmer. 

Wenn auch Cobbold sagt, dass die Geschlechtsöffnungen durch 
die ganze Kette hindurch an einer Seite am Rande der Glieder sich 



— 126 — 

befanden, so dürfen wir doch mit Sicherheit annehmen, dass es sich 
hierbei nicht um den einen der freien Ränder, sondern um den so- 
genannten gemeinsamen Rand gehandelt hat. Leider gibt Cobbold 
seiner Beschreibung keine Abbildung bei, auch teilt er uns die Breite 
der Leiste nicht mit, die seine »Taenia lophosoma« auszeichnete, aber 
immerhin spricht die Bezeichnung »an elevated line«, die er in seinem 
Werke »Parasites« p. 99 gebraucht, um die Leiste zu schildern dafür, 
dass der eine Flügel sehr verkümmert war und somit, wenn man von 
der Lage der Geschlechtsöffnungen absieht, eine grosse Ähnlichkeit mit 
Küchenmeisters Fall vorlag. Jedenfalls dürfen wir nicht an- 
nehmen, dass es sich um zwei gleich grosse freie Flügel handelt, wie 
Cattaert es beim Schema D seiner Figur 19 tut. Ich führe den 
Irrtum Cattaerts auf Küchenmeister zurück (26), der auf 
Taf. V, Fig. 6 mit der Erklärung: »T. medioc. (creasted) von Cobbold« 
eine Figur von gleichem Umriss gibt, wie Cattaert sie bringt. Im 
Text schreibt Küchenmeister aber (26, p. 91): »Durch Zusammen- 
stellung eines Stückes einer T. medioc. aus Manchester . . . .« und 
p. 145 »besonders aber mit Hilfe des aus Manchester gesendeten 
Exemplares . . . .«, was ebensowohl als die Stelle p. 23 ». . . Taenia 
lophosoma, Manchester, Med. Tim. and Gaz. Dezbr. 1873, Taf. VI, 
Fig. 1 — 6« beweist, dass Küchenmeister nicht Cobbolds Exemplar 
sondern Cullingworths Exemplar von »Taenia lojibosoma« vor sich 
hatte. Auch Leuckart hat, wie aus 28, p. 574, Anmerkung 2, 
hervorgeht, die Angaben Kücbenmeisters fälschlich auf Cobbolds 
Fall bezogen. 

13. Vaillants Fall. VaiUant (19) lässt es unentschieden, ob 
es sich bei seinem Falle um Taenia solium oder Taenia saginata handelt, 
doch wird sein Fall von allen späteren Autoreu der letztei'en Art zu- 
gerechnet, weil sie in Paris häufiger vorkommt. 

V a 11 1 a n t sagt : 

»Die Bruchstücke umfassen: 

1. Ein Stück der Kette von 13 Gliedern, dazu noch ein vier- 
zehntes, das in drei Bänder geteilt ist; sie sind 5 — 10mm 
lang und 8 mm breit. 

2. Seclis gleiclifalls zusammcnliängendc Glieder, die etwas länger 
sind, da die Länge 14 mm beträgt, während die Breite nur 
6 mm erreicht. 



— 127 — 

3. Zwei zwischen den vorhergelienden Strecken gelegene Glieder, 
die 12 zu 8 mm messen. 

4. Di ei Glieder, die 12 mm lang, aber nur 3 mm breit sind. 

5. Zwei Glieder, die kaum die Mafse der unter 3 beschriebenen 
haben, eins davon in drei Bänder gespalten. 

6. Eine Gruppe von drei Gliedern, ein langes, ein mittleres breites 
und ein sehr kurzes (4 mm lang), die derart mit einander ver- 
eint sind, dass sie von einem Mittelpunkt auszugehen scheinen, 
anstatt in einer Reihe angeordnet zu sein. 

7. Vier einzelne Glieder.« 

>An allen Stücken, ausgenommen vielleicht dem unter No. 4, 
dessen Glieder der Alkohol stark zusammengezogen 'hatte, beobachtet 
man eine sehr ungewohnte Form, die allen denen, die diese Stücke 
untersuchen wollten, sehr auffiel. Anstatt einfach platt zu sein, zeigt 
jedes Glied auf der einen Fläche eine Verlängerung, die von seiner 
Mitte ausgeht, halb so breit wie das Glied ist und die gleiche Dicke 
und das gleiche Aussehen wie dieses hat, derart, dass man auf einem 
senkrecht zur Achse des Tieres gelegten Schnitt das Bild eines drei- 
zackigen Sternes erhält. Die an jedem Glied sehr gut sichtbaren Ge- 
schlechtsöffnuugen stehen unregelmälsig wechselnd am Rande eines 
jeden Flügels ohne Unterschied, An dem langen Gliede, das einen 
Teil der unter 6 genannten Gruppe bildet, sieht man zwei Genitalporen 
an zweien der Flügel, während der dritte keinen aufweist; dies ist die 
einzige Stelle, wo ich diese Besonderheit entdecken konnte.« 

Vaillant fasst seinen Fall als Doppelmissbildung auf, die durch 
eine Missbildung des Kopfes bedingt ist. 

14. Cullingworths Fall. CuUingworth (20) berichtet uns, 
dass eine 40jährige Frau aus Salford, die seit zwei Jahren an Band- 
wurm litt, in seine Poliklinik in Manchester einige wenige Bandwurm- 
gliedcr brachte, die ihm wegen ihrer ungewöhnlichen Form auffielen. 
Er schärfte seiner Patientin deshalb ein, ja alle Stücke, die bei der 
Bandwurmkur abgingen, ihm zu bringen. Er erhielt dann zusammen 
etwa 9 Fuss der Kette, leider ohne Kopf. »Entlang der Mittellinie 
jedes Gliedes verläuft am Tierkörper ein Kamm oder eine rückgrat- 
ähnliche Erhebung in der Längsrichtung, und im Mittelpunkte des 
Randes dieses Kammes liegt die Geschlechtsöffnung. Von 304 unter- 
suchten Gliedern hatten nur vier eine am Seitenrande gelegene Ge- 



- 128 — 

schlechtsüfl'nung. Ein Glied hatte zwei Öffnungen, nämlich die eine au 
einem Seitenrande und die andere an dem Kamme. Auf der Unterseite 
des Gliedes ist eine Längsfurche, und die Seitenteile sind durch An- 
näherung ihrer unteren Fläche zusammengefaltet. Der Schnitt durch 
ein in Spiritus gehärtetes Glied zeigt drei ungleich lange, aber in 
gleichen Winkeln angeordnete Zweige. Der Uterus sendet Verzweig- 
ungen sowohl in den Kamm als auch in die Seitenteile des Gliedes. 
Die darin enthaltenen Eier gleichen genau den Eiern einer gewöhn- 
lichen Taenia mediocanellata. Zwischen die Glieder eingekeilt und mit 
ihnen verbunden findet sich hier und da ein verkümmertes und miss- 
gestaltetes Glied mit unregelraäfsigen und ungleichen Seiten, Ein reifes 
Glied misst ^/g — '^/^ Zoll in der Länge und ungefähr \'o Zoll in der 
Breite. Die Breite oder Tiefe des Kammes beträgt gewöhnlich \'g Zoll.« 

Wie ich bei der Anführung des Co b hold sehen Falles schon er- 
wähnte, verdanken wir Küchenmeister eine Abbildung eines Quer- 
schnittes eines Gliedes, auf dem man 3 Excretionsgefässe sieht, eins im 
Kamme und je eins in jedem Seitenflügel. 

15. Küchenmeisters Fälle von Coenurus cerebralis. 

Küchenmeister erwähnt (2fi, Vorrede p III; Text p. 27 und 
p. 91). dass er bei Coenurus cerebralis zwei Scoleces mit 6 Saug- 
näpfen sah, 

IG. Leuckarts Fall von Taenia coenurus. 

Leukart (28, p. 501) schreibt »bei einer sechsstrahligen T. Coenurus 
zählte ich statt 28 Haken deren 32 — sechs Saugnäpfe und G Längs- 
gefässe anstatt der sonst gewöhnlichen vier. Dieselben sind wie im 
Normalzustande, je zu zweien einander angenähert, nur dass deren drei 
Paare vorhanden sind. Gleichzeitig hat auch die Grösse des Kopfes 
um einiges zugenommen«. 

Leukart bildet auch das Kopfende dieses Bandwurms ab, sowie 
einen Querschnitt (Fig. 232, A) eines geschlcchtsreifen Gliedes, der 
aber recht schematisch gehalten ist. 

17. Leukarts Fall eiiior dreikantigen Taenia saginata. Wie 
Leukart (28, p. 574 — 578) uns mitteilt, verdankte er den I'andwurm 
dem Prof. Auerbach in Breslau. Ev stammte von einem 3jährigen 
Knaben, der ihn etwa l^-j Jahr lang beherbergte. Die Geschlechts- 
öffnungen lagen alle auf der beiden Flügeln gemeinsamen Kante, die 



— 129 — 

ungefälir die lialbe Höhe der Flügel hat. An den Seitenrändern der 
Flügel wurden niemals überzählige Pori beobachtet. 

»Der Hauptstanim des Uterus verläuft da, wo die beiden Flügel 
mit der Kaute zusammenfliessen, an einer Stelle also, welche wir als 
die morphologische Achse des Wurmes zu betrachten haben. Er hat 
durchaus das gewöhnliche Verhalten und entsendet zahlreiche, wenn- 
gleich in Menge etwas reduzierte Äste nach allen drei Kanten. Der 
Längswulst, der den in seiner Entwickelung zurückgebliebenen gemein- 
schaftlichen Mittelflügel darstellt, bekommt die wenigsten und auch zu- 
gleich kürzesten Äste.« 

»Dafür aber ist dieser Längswulst, wie bemerkt, der Sitz der Ge- 
schlechtsöft'nungen, an die dann weiter sich die Leitungsapparate an- 
schliessen. Über den Cirrusbeutel und Lihalt kann ich hier hinweg- 
gehen. Sie zeigen ebenso wenig irgend welche Besonderheiten, wie die 
Geschlechtskloake. Anders aber das Vas deferens, welches alsbald nach 
seinem Hervorkommen aus dem Cirrusbeutel zu einem dichten Knäuel 
von ansehnlicher Grösse sich zusammenlegt, das hinter dem Cirrus 
herablaufende Längsgefäss halbmondförmig umfasst und dann, noch 
immerfort geknäuelt. bis an den Uterusstamm sich verfolgen lässt, vor 
dem er eine Strecke weit nach hinten sich herabsenkt. Die Scheide 
verläuft an derselben Seite, aber tiefer und mehr nach aussen gewendet. 
Nach unten ist dieselbe -schwer zu verfolgen ; doch darf ich soviel be- 
haupten, dass sie die ursprüngliche Seitenlage allmählich mit der 
medianen vertauscht und in kurzer Entfernung hinter dem Längsgefässe, 
zwischen diesem und dem Samenleiterknäuel, resp. (nach dessen Auf- 
hören) dem Uterus, nach hinten fortläuft. Das untere Ende mit dem 
Receptaculum und der Schalendrüse ist mir nicht ganz klar geworden. 
Wohl aber das Ovarium und der Dotterstock, deren Seitenhälften je 
den beiden Flügeln des dreikantigen Gliedes zukommen, und zwar deren 
Aussenfläche, die wir demnach als die weibliche zu betrachten haben. 
Der kantenförmige Längswulst enthält nur die Mittelstücke der ei- 
bereitenden Organe. Die vielfach gleich dem Vas deferens stark mit 
Samen gefüllten Hoden sind in die nach innen gekehrten, einander also 
zugewandten Flächen der zwei Flügel eingelagert.« 

»Ausser den voranstehend beschriebenen dreikantigen Proglottiden 
enthielt übrigens die Sendung des Herrn Prof. Auerbach noch drei iso- 
lierte Glieder von so sonderbarer Bildung, dass es einer eingehenden 
Untersuchung bedurfte, um dieselben verstehen zu lernen.« 

Jahrb. d. nass. Vcr. f. Nat. 56. g 



— 130 — 

»Bei oberflächlicher Betrachtung erschienen dieselben als drei- 
kantige flache Tuten oder Hohli)yramiden, etwa 8 mm hoch und ebenso 
breit. Die Scitenwände hatten nahezu die gleiche frrösse und waren 
mit vorspringenden Firsten einander vereinigt. Wo sie zusammenstiessen, 
im Scheitelpunkte der Pyramide oder doch in dessen Nähe, lagen zwei 
meist dicht einander genäherte Geschlechtspapillen.« 

»Auf den ersten Blick sind diese Gebilde, wie gesagt, in hohem 
Grade rätselhaft, allein bei näherer Untersuchung kommt man doch 
bald zu der Überzeugung, dass man in ihnen Proglottiden vor Augen 
hat, in denen die gewöhnliclie dreikantige Bildung mit einer Vermehrung 
der Geschlechtspapillen kombiniert ist. Unsere Pyramiden repräsentieren 
mit anderen Worten zwei unvollständig getrennte dreikantige Proglottiden 
von asymmetrischer Gestaltung.« 

Diese Deutung ist, wie Barrois (26, p. 428 — 430) nachweist, nicht 
richtig. Wir haben vielmehr in diesen Gliedern einzelne dreikantige Glieder 
zu sehen, bei denen der eine Seitenflügel ein einfaches überzähliges Glied 
trägt. Ich schliesse mich der Auffassung Barrois' ganz au und glaube, 
jeder, der selbst schon dreikantige Taenien mit überzähligen Gliedern 
eines Flügels untersuchen konnte, wird es gleichfalls tun, da er sich vor- 
stellen kann, dass ein einzelnes dreikantiges Glied, dessen einer Seiten- 
flügel ein überzähliges Glied trägt, wenn es bei seinem Abgang noch 
lebte, bei der Konservierung so seltsame Formen annehmen kann, wie 
sie Leuckart beschreibt und auch abbildet. 

18. Lakers Fälle betreffen Taenia solium. 

Laker (30) fand in einem Knäuel von Bandwürmern von Manns- 
fanstgrösse, das einer 43 jährigen Bäuerin, die häufig rohes Schweine- 
fleisch gegessen hatte, abgegangen war, 59 Bandwurmküpfc. Er sagt 
p. 490: »Sämtliche besassen den charakteristischen Hakenkranz mit 
4 Saugnäpfen ; der Varietät mit 6 Saugnäpfen angehörig, fand ich nur 
zwei.« Jede weitere Beschreibung dieser beiden Bandwürmer mit sechs 
Saugnäpfen fehlt leider. Das hat Blanchard (31 p. 414), Kailliet(36) 
und Cattaert (46 p. 196) zu der Annahme geführt, dass die Kette 
der Glieder normal war. Da noch niemals eine normale Gliederkette beim 
Vorhandensein von 6 Köpfen beschrieben wurde, glaube icli vielmehr an- 
nehmen zu dürfen, dass auch La kers Exemplare eine dreikantige Kette 
besassen. auf deren Vorhandensein er aber leider nicht achtete. 



— 131 — 

19. Trabuts Fall. Es handelt sich nach Trabut (32) um eine 
dreikantige Taenia saginata von 2 m Länge, die von einem aus Tonkiu 
kommenden Offizier stammte. Die untere Hälfte des Wurmes fehlte. 
Es ist die erste dreikantige Taenia saginata, bei der der Kopf ge- 
funden wurde. »Dieser "Wurm zieht sofort durch seine ungewohnte 
Form die Aufmerksamkeit auf sich : es ist kein platter Wurm mehr, 
sondern ein dreikantiger. Den Querschnitt durch ein Glied kann man 
gut durch ein Y darstellen ; alle Geschlechtsöffnungen liegen auf der 
Kante, die dem unteren Zweige des Y entspricht. Im Verlauf dieser 
Mitteilung will ich diese Seite »die Geschlechtspori tragende Platte« 
nennen, oder die »doppelte Platte«, während ich die anderen als »ein- 
fache Platten« bezeichne. Es ist schwierig, diesen Wurm zu orientieren, 
der nicht die gewöhnliche bilaterale Symmetrie des normalen Typus 
zeigt. Man kann daran nicht die männliche Fläche von der weiblichen 
unterscheiden. Aber, wie ich zu beweisen denke, handelt es sich bei 
dem vorliegenden Wurm um eine Doppelbildung; dieser Wurm stellt 
zwei zur Hälfte durch ihre männliche Fläche vereinigte Würmer dar. 
Eine der beiden Platten (die Geschlechtsöffnungen tragende, doppelte) 
ist durch die zusammengewachsenen Teile beider Würmer gebildet, 
während von den anderen beiden Platten jede eine Hälfte des nicht 
verwachsenen Wurms darstellt.« 

»Der Kopf ist sehr schwarz und weist sechs Saugnäpfe auf, die 
denen einer normalen T. saginata gleichen. Die in Alkohol aufbe- 
wahrten Glieder sind weiss, aber die einzeln abgehenden Glieder (cucur- 
bitains) wiesen eine schiefergraue Farbe auf. Das in der Tiefe ge- 
legene Pigment (die Hoden) ist in der Tat durch die ündurchsichtigkeit 
verdeckt, die die äusseren Schichten durch den Alkohol erlangten. Die 
in allen Punkten den Eiern der T. saginata gleichenden Eier messen 
40 /t im grossen Durchmesser.« 

»Der Kopf weist sechs gleich grosse Saugnäpfe auf, indem je einer 
einer der sechs Flächen entspricht, die die drei konvergierenden Flügel 
jedes Gliedes begrenzen. Der leicht eingedrückte Scheitel des Kopfes ist 
weiss, diese Farbe strahlt bis zu den sechs Saugnäpfen aus, die gleich- 
falls weiss sind, ist aber von einer intensiv schwachen Zone umschrieben, 
die so einen weissen Stern mit sechs Strahlen auf dem Scheitel des 
Scolex abgrenzt.« 

»Die ersten Glieder des Halses sind sehr schmal, rein dreikantig. 
Ein Schnitt durch ein Glied des unteren Abschnittes stellt sich als drei- 

9* 



— 132 — 

strahliger Stern dar. Die Querniuskeln bilden drei den drei äusseren 
Flächen parallele Platten. Gegen das freie Ende jedes der drei Zweige 
hin befindet sich ein Excretionskanal und noch weiter nach aussen ein 
Nervenstrang. Zwischen diesem Excretionskanal und dem Uterus findet 
man an dem der doppelten Hälfte entsjn'echenden Flügel in der Mittel- 
linie eine Gruppe von Hoden, die durch dicke Pigmentkörner, die sie 
begleiten, bemerkenswert sind. Diese kleine Insel wird an den beiden 
einfachen Flügeln durch eine Linie von Hoden vertreten, die von einem 
Excretionskanal zum andern ziehen und ausschliesslich die sogenannte 
Kückenfliäche an einem normalen Gliede einnehmen. Diese Tatsache 
nat eine gewisse Wichtigkeit für die Deutung der Missbildung, sie er- 
klärt sich sehr gut durch Verwachsung der Hälfte der Piückenflächen 
zweier Taenien, wobei die entsprechenden Teile, wie das die Regel ist, 
mit einander verschmolzen sind. 

»Kurz gesagt muss diese missbildete Taenia als eine Doppel- 
missbildung aufgefasst werden.« 

»Es ist wahrscheinlich, dass der sechshakige Embryo, nachdem er 
zur Finne geworden ist, zwei Kopfanlagen hervorgebracht hat, dass 
diese zwei Köpfe zur Hälfte mit einander verschmolzen sind, ebenso wie 
die doppelte Kolonie, die aus ihnen durch Sprossung hervorging.« 

20. Neumanns Fall betrifft Anoplocephala perfoliata (Goeze), 

Neumann (33, p. 484) berichtet uns, dass unter 104 Exem- 
plaren verschiedenen Alters von Anoplocephala perfoliata, die bei der 
Sektion eines 3 jährigen Pferdes im Dünndarm gefunden wurden, sich 
ein missbildetes befand. Es hatte IG mm Länge, »aber anstatt ab- 
geplattet zu sein, ist es deutlich prismatisch, aus drei augenscheinlich 
gleichen, ebenmäfsigen und gleichmäfsig um die Längsachse angeord- 
neten Säulen gebildet. Es zeigt eine radiäre und keine bilaterale 
Symmetrie. Jede der drei Säulen ist in ihrer Mitte dicker und 
höher als an ihren Enden, von denen das vordere etwas dicker als das 
hintere ist. Das stimmt mit der Anordnung normaler Individuen über- 
ein, die lanzenförmig, aber hinten schmächtiger sind als vorne. Wo 
sie sich vereinigen, bilden die drei Längssäulcn drei stumpfe Winkel, 
von denen zwei gleich gross sind, während der dritte kleiner ist. In 
ihrer Gesamtheit ist diese Taenie spindelförmig-winklig, hinten schmäch- 
tiger als vorne,« 



— 133 — 

»Der Kopf hat Anteil an dem regelmäfsigen strahligen Bau des 
Körpers. Anstatt 4 Saugnäpfen hat er sechs, von denen jeder von 
seinem hinteren Trappen begleitet ist. Die Saugnäpfe sind zu je zweien 
in Gruppen angeordnet derart, dass der Rand jeder Säule und die 
Längskante jedes Winkels der Trennungsstelle zweier Saugnäpfe ent- 
sprechen und die beiden Flächen jeder der drei Säulen vorne mit einem 
Saugnapf endigen, der durch einen Druck ein wenig verunstaltet ist.« 

Obgleich Neumann wusste, wie wichtig es wäre, die Anordnung 
der Geschlechtsöffnungen bei seinem Falle zu kennen, so unterliess er 
es doch, sie festzustellen, weil dazu eine eingehende mikroskopische 
Untersuchung erforderlich gewesen wäre. Begreiflicher Weise wollte er 
aber sein Exemplar einer dreikantigen Anoplocephala perfoliata, das 
einzig dasteht, unversehrt erhalten. Normaler Weise liegen die ge- 
schlechtsüft'nungen, eine in jedem Gliede, an einem und demselben 
Rande der Kette bei Anoplocephala perfoliata. Für seinen Fall lüsst 
Neuraann folgende Möglichkeiten zu: jeder der drei Flügel jedes 
Gliedes ti'ägt Geschlechtsöffnuugen, so dass also jeder Flügel die mit 
Geschlechtsorganen versehene Hälfte eines Bandwurms darstellt, oder 
kein Flügel trägt Geschlechtsöffnungen, es entspricht dann jeder der 
ungeschlechtlichen Hälfte eines Bandwurms, oder es trägt nur ein Flügel 
oder zwei Flügel Geschlechtsöffnungen, in diesem Falle könnte man 
den dreikantigen Bandwurm auf die Vereinigung eines Bandwurms mit 
der geschlechtlichen oder geschlechtslosen Hälfte eines zweiten Band- 
wurms zurückführen und nicht auf die dreier Bandwürmer, von denen 
jeder mit einer Hälfte beteiligt wäre. 

21. Coats' Fall. Ich konnte mir leider die Arbeit, die Coats 
(34) über seinen Fall veröffentlicht hat, nicht im Original verschaffen 
und gebe ihn daher hier nach den Angaben wieder, die Cattaert 
macht, und die, wie Cattaert mir schrieb, eine wörtliche Übersetzung 
der wichtigsten Stellen des Originals darstellen. 

Das Exemi)lar besteht aus einem Stück eines dreikantigen Bandwurms 
ohne Kopf, das Coats von Dr. Tempi e in Comrie, Schottland erhielt. 

Coats sagt: »Dieser Wurm weist eine prismatische Gestalt auf, 
er ist aus drei gleichen Bändern gebildet, die der Länge nach mit 
einander vereinigt sind. Am unteren Ende sind die drei Flügel, die 
während des Lebens vereinigt waren, getrennt und der Wurm ist in 
drei Zweige geteilt.« 



— 134 — 

»Bei der Untersuchung des Wurmes findet man, dass die Ge- 
schlechtsöffnungen eine zusammenhängende Reiiie an ein und demselben 
Rande bilden.« Coats dachte zuerst an eine besondere Form des Dibo- 
thriocephalus latus (!! Cattaert), doch brachten ihn Schnitte, die er 
mit Schnitten einer normalen Taenia saginata verglich, zu der L'ber- 
zeugung, dass es sich um eine dreikantige Form der Taenia saginata 
handle. Auf Querschnitten kann man den Uterus sehen, der Zweige 
in alle drei Flügel sendet, wo gleichfalls die Hoden zerstreut liegen. 
Die GeschlechtSiiAfnung findet sich immer an ein und derselben Kaute. 
Auf den Schnitten sieht man gleichfalls ein längs verlaufendes Ex- 
cretionsgefäss in jedem Flügel. 

22. Borks Fall. Bork (35, p. 15) gibt folgende Beschreibung: 
»Eine stark kontrahierte Gliederstrecke von Taenia saginata ist ohne 
Kopf, ihre Länge beträgt ungefähr 1 m. Alle Proglottiden tragen auf 
der Fläche eine 1,5 mm hohe Leiste, die mit der Fläche einen rechten 
Winkel bildet ; dieselbe erstreckt sich von einer Kante über ein Drittel 
der Fläche. Die Geschlechtsöffnungen liegen sämtlich an der gemein- 
schaftlichen Kante. An feinen Querschnitten erkennt man den reichlich 
mit Eiern gefüllten Uterus; der Hauptstaram desselben verläuft in dem 
eigentlichen Wurm und gibt Zweige nach beiden Seiten, sowie einen 
kurzen weiter an den Längswulst ab. Eine Durchmusterung der Eier 
dieses Bandwurms nach Abnormitäten des darin enthaltenen Embryo 
ergab ein negatives Resultat.« 

»Diese Taenia ähnelt wohl am meisten der von Cobbold ge- 
sehenen und als Taenia lophosoma beschriebenen. Der einzige Unter- 
schied dürfte darin bestehen, dass der Längswulst etwas niedriger ist. 
Wir würden somit beide zu den Doppelmissbilduugen zu rechnen 
haben.« 

Das mir von Herrn Geheimrat Prof. Dr. Heller zur Untersuchung 
überlassene Exemplar, über das Bork die soeben angeführten Mit- 
teilungen machte, ist bezeichnet: »Taenia saginata. Geringe Doppel- 
missbildung. Don. Dr. Barelmann in Eutin. Von 14 jährigem aus 
Lima heimgekehrten Mädchen, 15. VII. 1886.-: 

Der von Bork gegebenen Beschreibung möchte ich noch folgendes 
hinzutügeu: Im ganzen sind etwa 500 Proglottiden vorhanden, die 
jüngsten etwa 3 mm breit, bei 1 mm Länge, die ältesten, schon losge- 
lösten von unregelmässiger Gestalt, oben nur 2 — 3, unten 5 mm 



— 135 — 

breit, bei 8 — 9 mm Länge. Orientiert man die Glieder so, dass 
die gemeinsame, die Genitalüffnungen tragende Kante auf einem durch 
ein Glied gelegten Querschnitt nach unten, die Kante des Hauptflügels 
nach oben sieht, so ist der einen Längstwulst darstellende Flügel 3 
stets nach rechts gerichtet. Die sogenannte gemeinsame Kante, welche 
bei allen Gliedern die Geschlechtsöffnung trägt, will ich mit Flügel 1, 
den Hauptteil des Wurms mit Flügel 2, den Wulst mit Flügel 3 be- 
zeichnen. Bei einem Stück der Kette, dessen Proglottiden eine Gesamt- 
breite von 8 mm haben, bei 2 — 2 7o mm Höhe ist Flügel 1 etwa 1 ^/gmm, 
Flügel 2 nahezu 7 mm breit, während Flügel 3 2 mm breit ist. Legt 
man die Gliedei'strecke so, dass sich Flügel 1 und Flügel 2 vorne, 
und zwar 2 links, 1 rechts befinden, während der Flügel 3 nach 
hinten sieht, so bemerkt man eine seichte Furche, die an allen 
Proglottiden den Flügel 1 vom Flügel 2 trennt. Betrachtet man die 
Kette so, dass Flügel 3 nach vorne sieht, 1 links, 2 rechts sich 
befindet, so bemerkt man eine seichte Furche, die den Flügel 1 vom 
Flügel 3 trennt, während der Flügel 3 sich vom Flügel 2 als Läugs- 
wulst abhebt und durch eine tiefere Furche von ihm abgesetzt ist. 
Ähnlich liegen die Verhältnisse an allen anderen Gliederstrecken. 

An einigen Gliedern finden sich noch Abnormitäten. So finden 
sich an einer aus 110 Gliedern bestehenden Strecke, deren einzelne 
Glieder bei 7 mm Gesamtbreite 1 — 1 ^/o mm Länge haben, folgende 
Besonderheiten: Das 40. und 41. Glied sind unvollständig getrennt, die 
Trennung teilt den Flügel 2 grösstenteils, reicht aber nicht bis zur 
Furche zwischen Flügel 1 und 2. Zwischen dem 42. und 43. Glied 
findet sich auf Flügel 2 ein eingeschobenes keilförmiges Glied. Zwischen 
dem 45. und 46. Glied ein eingeschobenes Glied ohne Geschlechtswarze 
auf Flügel 1, etwas auf Flügel 2 liinübergreifend. Zwischen dem 86. 
und 87. Glied findet sich ein eingeschobenes keilförmiges Glied, das 
dem Flügel 2 angehört, sich aber bis zur Furche zwischen Flügel 1 
und 2 erstreckt und sich auf der anderen Seite nicht nur auf den Flügel 
2, sondern auch auf den den Flügel 3 darstellenden Wulst erstreckt. Der 
Flügel 1 ist zwischen Glied 86 und 87 etwas eingezogen. Das ein- 
geschobene Glied zeigt keinen deutlichen Porus genitalis. Glied 104 und 
105 sind ähnlich wie Glied 40 und 41 unvollständig getrennt. 

An einer darauf folgenden Strecke von 67 zusammenhängenden 
Gliedern ist zwischen Glied 7 und 8 ein keilförmiges Glied eingeschoben, 
das von der einen Seite gesehen, nur dem Flügel 2 anzugehören scheint. 



— 136 — 

Sieht man den Bandwurm aber so an, dass der Wulst nach vorne, 
Kante 1 nach links, Kante 2 nach rechts sieht, so bemerkt mau, dass 
es sich auch auf den Wulst erstreckt. Man sieht dann auch deutlich 
den dazu gehörigen Porus genitalis, der in der Furche zwischen Flügel 1 
und Flügel 3 liegt in einer kleinen Einziehung, die durch das Fehlen 
des Flügels 1 am eingeschobenen Keilglied entsteht. Zwischen dem 
47. und 48. Gliede befindet sich ein eingeschobenes keilförmiges Glied, 
das von der einen Fläche des Bandwurms gesehen nur einen Teil des 
Flügels 2 bildet, auf der anderen Seite aber auch noch dem Wulste 
(Flügel 3) angehört. Der Porus genitalis des 56. Gliedes springt mit 
starken Wülsten vor und ist dem des 57. Gliedes genähert. 

An einer weiter folgenden Strecke von 60 Gliedern findet sich 
ebenfalls zwischen dem 7. und 8. Glied ein eingeschobenes Glied des 
Flügels 2, dem entsprechend Flügel 1 eine Einziehung zeigt. Das ein- 
geschobene Glied zeigt keinen Porus genitalis. Ein überzähliges keil- 
förmiges Glied findet sich dann noch zwischen dem 24. und 25 Glied. 

An einer weiterhin folgenden Strecke von 45 Gliedern, die bei 

7 mm Gesamtbreite 3 — 4 mm lang sind, zeigen sich keine Besonder- 
heiten. 

Bei einer weiteren Strecke von 88 Gliedern sind die vorderen bei 

8 mm Gesamtbreite 3,5 mm lang, die hinteren, reifen, bei 6 mm Gesamt- 
breite 5 — 5,5 mm lang. Das 81. und 82. Glied haben ihre Geschlechts- 
öffnungen dicht beieinander, am Flügel 1 besteht keine scharfe Trennungs- 
linie beider Glieder. Der Porus genitalis des Gliedes 85 ist an die 
Grenzlinie gegen Glied 86 gerückt. 

Ebenso zeigt sich bei einer weiteren kleinen Strecke von 5 Gliedern 
der Porus genitalis des 4. Gliedes dem 5. Gliede genähert. Der Flügel 1 
beider Glieder ist hier ungetrennt, Flügel 3 ebenfalls. 

Neun noch weiter abwärts gelegene, zusammenhängende Proglottiden 
zeigen ebenso wie einige einzelne oder zu zweien zusammenhängende 
Proglottiden keine Veränderungen. 

Abgesehen von der Hauptmissbildung, die sich in einem durch die 
ganze Kette der Proglottiden hindurchgehenden Läugswulst, welcher den 
verkümmerten Flügel 3 darstellt, äussert, finden sich also bei nahezu 
500 untersuchten Proglottiden viermal unvollständige Abtrennung zweier 
Proglottiden und zwar einmal am Flügel 1, zweimal am Flügel 2, einmal 
am Flügel 1 und Flügel 3, sechsmal keilförmige, überzählige am 
Flügel 2 eingeschobene Glieder, die dreimal auch auf den Flügel 3 über- 



137 — 



greifen, einmal ein überzähliges keilförmiges Glied am Flügel 1, das 
auf den Flügel 2 übergreift. Einmal besitzt dann das überzählige 
Glied auch einen eigenen Porus genitalis, da gelegen wo der Flügel 1 
der beiden benachbarten Glieder eingezogen ist ; entsprechend der Furche 
zwischen Flügel 1 und Flügel 3. 

Ich habe von mehreren Stellen Glieder zur 
mikroskopischen Untersuchung entnommen. Im 
allgemeinen stimmt der Bau mit dem einer nor- 
malen Taenia saginata überein. An ziemlich 
jungen Gliedern sieht man auf dem Querschnitte 
nur in einiger Entfernung von den Kanten 1 und 2, 
nicht aber an dem Wulste die Längsgefässe liegen, 
und zwar nur je ein Längsgefäss, dessen Öffnung 
an den meisten Schnitten nur einen engen, queren 
Spalt darstellt. Nach aussen davon liegt je ein 
Hauptnervenstrang, zu dessen Seiten man am 
Flügel 2 häufig noch je einen feineren Nerven- 
strang sieht. Hier und da findet man auch 
neben dem Hauptuervenstrang im Flügel 1 nach 
dem Wulste zu nocli einen feineren Nervenstrang, 
bisweilen auch einen nach der anderen Seite zu. 
Wo die Flügel 2 und 3 sich scheiden, zeigen 
die queren Muskelfasern häufig Durchkreuzungen 
der Fasern. Auch strahlen Faserzüge durch die 
Markschicht hindurch und bilden hier ein Netz- 
werk, in dessen Lücken die Geschlechtsorgane 
liegen. Die Hoden liegen in der vom Wulste 
abgewendeten Hälfte der Markschicht, sodass 
wir diese als dorsale, die dem Wulste zugekehrte 
Fläche des Flügels 2 als ventrale bezeichnen 
dürfen. Am reichlichsten finden sich die Hoden 

in der der Kante 2 zugewendeten Hälfte des Flügels 2, weniger reichlich 
in der der Achse zugewendeten Hälfte. Nur in der Gegend der Achse 
selbst finden sie sich wieder reichlicher, auch hier die äussere, der 
Kante 1 nähere Hälfte der Markschicht bevorzugend, die sie auch im 
Wulste innehaben. Der Uterusstamm liegt in der Achse. Er entsendet 
seine Verzweigungen hauptsächlich in den Flügel 2, wo sie in den 
peripheren Teilen mehr die dem Wulste zugewandte Hälfte der Markr 




n'SIcT 



los 



Fig. 1. Borks Fall. 

Halbscheniatischer Quer- 
schnitt durch ein ziemlich 
junges Glied. Vergr. 12x. 
Man sieht die Longitudinal- 
und Transversalmuskeln, die 
Querspalte des Exkretions- 
gefässes im Flügel 1 und 
Flügel 3, nach aussen da- 
von den Hauptnervenstrang, 
nach innen in der Mark- 
schicht Hoden und Uterus- 
verzweigungen. 



— 138 — 

schiebt einuehmeu, während sie in den centralen Teilen namentlich in 
den unteren Abschnitten der Glieder, fast die ganze Markschicht ein- 
nehmen, sodass hier keine Hoden liegen. Im Wulste liegen nur kurze, 
verhältnismäisig enge Zweige des Uterus. Ähnliche Verhältnisse zeigen 
weiter abwärts gelegene Glieder der Kette und auch die reifen Glieder 
der Kette. Im Wulste finden sich nur wenige Eier. Die Eier sind im 
grössten Durchmesser 39 — 45/* lang. 

23. Railliets Fall betrifft einen Cysticercus pisiformis mitsechsSaug- 
näpfen. 

Railliet (36) fand das Exemplar unter helminthologischen 
Präparaten der tierärztlichen Hochschule zu Alfort, die von Delafond 
herrührten. 

»Dieser Kopf hat von vorne gesehen eine ziemlich regelmäfsig 
sechseckige Form, indem jeder Winkel dieses Sechsecks, der ein wenig 
abgerundet ist, einem Saugnapf entspricht. Der doppelte Hakenkranz, 
der die Mitte einnimmt, besteht aus 44 Haken . . .« 

24. Küchels Fall. Es handelt sich um eine dreikantige Tuenia saginata 
mit Kopf, die Küchel (37) anfang September 1892 von einem Italiener 
gelegentlich einer Reise nach Ostafrika erhielt, und zwar hatte dieser 
den Bandwurm, wie Küchel schreibt, »samt Kopf von den Fäces bereits 
isoliert und auf einem Stück Papier ausgebreitet. Letzteres Verfahren hatte 
zur Folge, dass der Bandwurm schnell eintrocknete, sodass er mir leider 
erst in totem und bereits geschrumpften Zustande zu Gesicht kam.« 
Gesamtlänge nach 6 wöchiger Aufbewahrung in xllkohol 1,58 m. Glieder 
sehr stark kontrahiert. 

»Das Auffallendste an dem Bandwurm ist seine dreibändrige Form, 
die vom Kopf ab durch das ganze System der Glieder in der exaktesten 
Weise durchgeführt ist. •< 

»Die drei Bänder stossen mit je einer Kante unter denselben 
Winkelabständen von 120^ (Y) zusammen. Hie und da nähern oder 
entfernen sich auch zwei Bänder unter einem spitzeren oder gestreckteren 
Winkel. Doch ist diese Abweichung stets nur vorüb(>rgehend und 
jedenfalls auf Kosten postmortaler Einwirkung von Druck, Belastung 
oder ungleicher Kontraktion zu setzen.« 

»Auch die Breite der Bänder ist in entsprechender Höhe fast stets 
die gleiche. Geringe Abweichungen sind vorübergehend und nicht etwa 
auf ein bestimmtes Band beschränkt.« 



— 139 — 

Die einzelnen Glieder sind dreiflügelig, die einzelnen Flügel meist 
gleich hoch und gleich stark. Gesamtzahl der Glieder 895. 

»Der Bandwurmkopf besitzt 3 Paar Saugnäpfe. Die dreikantige 
Form des Bandwurms ist bereits in dem prismatischen Kopf ausge- 
sprochen. Den drei Kanten entsprechen je 2 Saugnäpfe von länglich- 
ovaler Gestalt, dicht zu einem Paare zusammenliegend. Von der Mittel- 
linie zwischen beiden aus verläuft dann die betreffende Kante. Die 
6 Saugnäpfe liegen eingebettet in einer stark pigmentierten, dreilappig 
geformten, scharf abgegrenzten Fläche. Nur in der Mitte derselben 
bleibt ein pigmentloser Kreis. Der Kopf ist ohne Kostellum und Haken- 
kranz, insofern also der Taenia saginata entsprechend. Doch bleibt die 
Dicke des Kopfes hinter der dieser Taenie zurück, sie beträgt nur 
1 ^/^ mm.« 

»Die Gliederung beginnt sofort hinter dem Kopf, noch deutlicher 
gesagt, hinter jener dreilappig geformten, pigmentierten Fläche. Ihren 
Konturen entsprechend beginnt die Gliederung sofort in der dreiflügeligen 
"Weise. Einen sogenannten »Hals« zu unterscheiden, ist hier unmöglich.« 

»Ein breiter, durch starke Anfüllung mit Eiern vielfach gewundener 
Uterusstamm bildet die Mitte eines jeden Gliedes. Zahlreiche Äste — 
hierin wiederum an Taenia saginata erinnernd — strahlen von ihm nach 
den 3 Flügeln aus. In den Flügeln etwa noch einen besonderen üterus- 
stamm verfolgen zu können, war nicht möglich. Ebenso' gelang es mir 
nicht, an den untersuchten Gliedern etwa eine Zwei- oder Dreiteilung 
des Hauptstammes des öfteren mit Bestimmtheit anzunehmen. Eine 
vielfach gewundene, auch stark mit Eiern gefüllte Vagina führt etwas 
ansteigend von dem unteren Teil des Uterus nach einer Kante so, dass 
sie oft nicht ganz die mittlere Höhe derselben erreicht. Dort mündet 
sie zusammen mit dem Vas deferens in dem sogenannten Geschlechts- 
porus. « 

»In den meisten Fällen hatte jedes Glied nur einen Geschlechts- 
porus. Er war jedoch nicht an eine bestimmte Kante gebunden, sondern 
wechselte unregelmässig unter den dreien ab. xVuf derselben Kante 
fand ich stets nur einen Geschlechtsporus, höchstens in Fällen unvoll- 
ständiger Trennung zweier Glieder deren zwei. Dagegen war es gar- 
keine Seltenheit, dass dasselbe Glied an 2 Kanten Geschlechtsöffnnngen 
hatte. Ja sogar — allerdings nur ganz vereinzelt — fand ich Glieder 
mit je einem Geschlechtsporus an allen drei Kanten.« 



- 140 — 

Kttchel beschreibt daun die Verteilung der Gesclilechtspori an 
einer willkürlich herausgegriffenen Strecke von 60 Gliedern, bei denen 
31 mal Kante I, 25 mal Kante II, 13 mal Kante III einen Genitalporus 
besass. 9 mal besass ein Glied an zwei Kanten Geschlechtsöffnungen, 
und zwar 5 mal an Kante I und Kante II, 3 mal an Kante I und 
Kante III, 1 mal an Kante II und Kante III, zweimal fanden sich keil- 
förmig einflügelige Glieder mit Schrumpfung der beiden anderen Flügel 
unter Blasenbildung, und zwar einmal am Flügel II, einmal am Flügel IIL 
einmal fand sich ein keilförmig einflügliges Glied (eine vollständige 
Trennung) am Flügel III, einmal ein keilförmig-zweiflügliges Glied mit 
Porus genitalis auf Kante III. 

Küchel sagt im Anschluss an die Aufzählung des Verhaltens der 
Geschlechtspori an diesen 60 Gliedern: >Jch zählte absichtlich eine 
solch' lange Gliederstrecke auf, um auch den Gedanken, dass eine soge- 
nannte »gemeinschaftliehe Kante« ganz besonders und immer wieder- 
kehrend bevorzugt ist, zu tilgen. Denn der Unterschied zwischen 
Kante I und II ist zu gering, um ihn in dieser Hinsicht verwerten zu 
können.« 

»Die Vermehrung der Geschlechtsöfl'nuugen bei ein und demselben 
Gliede legte die Vermutung nahe, dass bei ihm auch eine Trennung 
des Uterus und der anderen Geschlechtsteile vorhanden sein könne. Ich 
nahm mir eins der seltenen Glieder mit 3 Geschlechtspori — von makro- 
skopisch gut sichtbaren sah ich deren nur 2 Glieder • — • heraus und 
fertigte von ihm Querschnitte an. Doch fand ich auch hier genau 
dasselbe Bild, wie bei den anderen Querschnitten, nur mit dem Unterschiede, 
dass der gemeinsame Uterus statt einer drei Vauinen entsandte, in 
den Gliedern mit 2 Geschlechtsöffnungen also jedenfalls deren zwei.« 

»Dass eine Änderung in der Anordnung der Geschlechtsteile bei 
den in der obigen Aufzählung bereits erwähnten, keilförmig einge- 
schobenen ein- oder zweiflügeligen Gliedern bestand, ist kaum anzu- 
nehmen. Denn ich fasse dieselben zumeist als normal angelegte Glieder 
auf, bei denen 2 bezw. 1 Flügel verkümmert oder ganz geschwunden 
sind. In den meisten Fällen war diese Eutstehungsweise deutlich zu ver- 
folgen. Gewölinlich waren die fraglichen Flügel noch als mehr oder 
minder grosse Rudimente zu erkennen.« 

^>Diese Schrumpfung hängt zusammen mit einer höchst merk- 
würdigen, wie mir scheint krankhaften Veränderung. Jeder geschrumpfte 
Flügel war behaftet mit einer auf der einen Flächenseite befindlichen. 



— 141 — 

stark hervorragenden, inäfsig prall gefüllten, rundlichen Blase. Dieselbe 
nahm bei erst beginnender Schrumpfung nur einen Teil der Fläche ein- 
Die Eückeiifläche des betreffenden Gliedes war unter Mitbeteiliguug der 
nächsten Glieder eingezogen. Indem diese Einziehung allmählich immer 
tiefer ging, verschwand die Rückenfläche des Flügels zuerst, die beiden 
nachbarlichen Glieder stiessen zunächst hinten aneinander, während auf 
der Vorderfläche der Ueberrest des Flügels in Gestalt eines zusammen- 
gefallenen, kleinen Sackes vorhanden war . . . .« »Jener Schrumpfungs- 
vorgang ist in meinem Falle übrigens ein recht häufiger; auf 
12 — 15 normale Glieder kommt durchschnittlich ein durch Blasenbildung 
missstaltetes.« 

»Ich erwähnte oben, dass diese missstalteten Glieder in ihren 
extremsten Formen als keilförmige eiaigeschobene ein- oder zweiflügelige 
imponieren können. Die meisten dieser keilförmigen Gebilde sind jeden- 
falls auf jenen Vorgang zurückzuführen. Doch will ich nicht verkennen, 
dass für gewisse auch andere Möglichkeiten vorliegen können. So lassen 
sich manche offenbar auch auf unvollständige Trennung zweier Glieder 
zurückführen. Ich sah dreiflüglige Glieder, wo nur auf der einen 
Fläche eines Flügels eine schwache Trennungslinie markiert war, bei 
anderen erstreckte sich diese Treunung über einen ganzen, bei weiteren 
über 2 Flügel. Hier liegt jedenfalls auch der Uterus in der Achse, 
allerdings für sie als Doppelglieder, in einen oberen und unteren Teil 
getrennt. « 

»Diese Unregelmässigkeiten haben häufig grosse Verschiebungen in 
der Kette zur Folge und es gehört oft eine grosse Geduldsprobe dazu, 
die Zusammengehörigkeit der einzelnen Gliederteile zu entziffern.« 

»Der excretorische Gefässapparat des Bandwurms besteht aus 3 breiten 
Längsstämmen, die, noch in der Mittelschicht liegend, in der Nähe der 
3 Kanten herabziehen.« 

Über die Eier sagt Küchel, der unter einer grösseren Menge 
von Eiern 10 genauer untersuchte, u. a. folgendes: »Unter denlO Eiern 
fand ich nur einen einzigen Embryo, bei dem ich nur 6 Haken in 
normaler Lage zu erkennen vermochte. Die meisten der Eier, nämlich 
weitere 6, hatten 8, paarweise nebeneinander um einen Eipol geordnete 
Haken. Bei einem weiteren Ei fand ich ebenfalls 8 Haken, doch hatten 
sie eine zerstreute Lage. Die beiden letzten Eier zeigten 10 Haken, 
das eine von ihnen noch einige weitere kleine Häkchen (?), die nur 
unvollständig entwickelte plumpe Stäbchen darstellten. In diesen beiden 



- 142 - 

Fällen bestand keine regclmiifsige Anordnung der Haken; sie lagen 
zuweilen zu Paaren geordnet, aber kreuzweise durclieinander. Wenn 
man von einer für diesen Bandwurm typischen Form der Eier reden 
darf, so müsste ich die mit 8 paarig angeordneten Haken versehene 
Form als solche bezeichnen. Denn sie war diejenige, welche sich 
ganz ungekünstelt dem Auge darbot und am regelmäfsigsten wieder- 
kehrte.« 

Küchel fasst seinen Fall als Drillingsmissbildung auf. »Allerdings 
handelt es sich in Wirklichkeit nur um drei halbe Bandwürmer, in dem 
die inneren Hälften bei der Verschmelzung eingegangen sind.« »Die 
Formation des Kopfes als Folge einer Drillingsmissbildung stösst in 
ihrer Deutung auch auf keinerlei Schwierigkeiten. Die inneren 6 Saug- 
näpfe sind ebenfalls entsprecliend den inneren Teilen der Glieder ein- 
gegangen.« 

Der Beschreibung, die Küchel gab, habe ich nur wenig hinzu- 
zufügen. Nur einmal habe ich eine Geschlechtsöffnung an jeder Kante 
eines und desselben dreiflügligen Gliedes wahrgenommen, während es 
verhältnismäfsig häufig vorkam, dass ein Glied an zwei Kanten Geschlechts- 
öftuungen trug. Meist jedoch fand sich nur eine Geschlechtsöftnung an 
einer beliebigen Kante des Y-förmigen Gliedes. Keine Kante zeigte 
sich besonders bevorzugt, wenn auch streckenweise häufiger die eine als 
die andere Kante einen Porus genitalis trug. Es ist ganz willkürlich, 
welchem Flügel man die Bezeichnung 1 geben soll, da im Laufe der 
Glieder doch nicht stets die eine Kante dieselbe Lage zu den beiden 
anderen einnimmt. Vielmehr kommen, wohl bedingt durch die häufig 
vorkommenden überzähligen Glieder, die entweder einen oder zwei der 
3 Flügel umfassen, sowie durch die niclit seltene Verwachsung eines 
Flügels an zwei aufeinanderfolgenden Gliedern, Lageänderungen der 
Flügel zueinander und Drehungen um die gemeinsame Ijängsachse der 
Proglottiden vor, die es geradezu unmöglich machen, ein und denselben 
Flügel durch die ganze Kette hindurch zu verfolgen, zumal, da die 
Glieder so stark zusammengezogen sind. An einer Gliederstrecke von 
115 Gliedern fand ich den normal gestalteten Porus genitalis 53 mal 
an Kante 1, 17 mal an Kante 2, 56 mal an Kante 3. Bisweilen waren 
die Ränder des Porus genitalis stark gevvulstet, sodass er eine trichter- 
förmige Einsenkung darstellte. Mehrfach fand sich an einem Flügel 
die auch von Küchel erwähnte Blasenbildung, die in (.h^n geringsten 
Graden nur an der einen Fläche des Flügels zu sehen war, während die 



143 



andere Fläche des Flügels völlig normales Aussehen zeigt. Stärkere 
Blasenbildung war mit Schrumpfung des betreffenden Flügels von der 
Kaute her verbunden. Diese Missbildungen kamen am häufigsten an 
überzähligen, keilförmig eingeschobenen Gliedern oder an Flügeln mit 
unvollständiger Trennung zweier aufeinander folgender Glieder vor. Nach 
den Befunden, die ich 
bei der mikroskopi- 
schen Untersuchung 
mehrerer Glieder mit 
Blasen erhob, möchte 
ich die Blasen auf eine 
sehr starke Erweiter- 
ung des Längsstammes 
der Excretionsgefässe 
zurückführen. Von 
sonstigen Befunden bei 
der mikroskopischen 
Untersuchung möchte 
ich nur noch anführen, 
dass die Hauptnerven- 
stränge nach aussen 
vor den Excretions- 
gefässen , zwischen 
diesen und den Kanten 
liegen. Es sind drei 
Hauptstränge vorhan- 
den. Hoden fand ich 
in allen drei Flügeln 
und zwar in der peri- 
pheren Hälfte der 
Markschicht, durch 
die ganze Dicke der 

Markschicht verteilt, sodass man bei keinem Flügel eine dorsale und 
ventrale Fläche unterscheiden konnte. 

Querschnitte durch ein eingeschobenes nur einem Flügel angehörendes 
Glied mit Blasenbildung an der Kante zeigten, dass eine starke, schräg 
verlaufende Muskellage das eingeschobene Glied vom angrenzenden, 
hier verkürzten Flügsl des Y förmigen Gliedes trennte. Das einge- 




Fis 



Kücbels Fall. 



Halbschematischer Querschnitt durch ein halbreifes Glied. 
Vergr. 9 >c. Innerhalb der von den Transversalinusiieln 
eingeschlossenen Markschicht sieht man am nächsten bei 
der Kante den Hauptnervenstrang, dann die Querspalte 
des Längsexcretionsgefässes, noch weiter zentral Uterus- 
verzweigungen. 



— 144 — 

gehobene Glied besass eigene freschlecbtsorgane : zalilrciche Hoden und 
Uterusverzweigungen. 

25. Monticellis Fall l)etrifft eine dreikantige Taenie des Menschen. 

Monticelli (38) sagt: »In der Sammhmg befindet sich auch unter 
anderen Bandwürmern, die sie enthält, ein sehr langes Stück einer Taenie, 
leider ohne Kopf, das als T. solium bezeichnet ist und einem zehn- 
jährigen Kinde, dem man ein Bandwurmmittel gegeben hatte, abgegangen 
war. Dieses Exemplar hat die Eigentümlichkeit, dass es dreikantige 
Glieder hat .... Ob es zu T. solium oder zu T. saginata gehört, 
kann ich nicht sagen, da der Kopf fehlt und die Dreikantigkeit sowohl 
bei der einen (T. saginata, Trabut) als auch bei der anderen Art 
(T. solium, Zenker) festgestellt worden ist; es ist mir auch nicht ge- 
lungen an den Gliedern die Form des Uterus festzustellen, die mir 
Anzeichen hätten liefern können, welcher von beiden Arten das Stück 
zuzuzählen wäre.« Monticelli sagt, dass man sein Exemplar mit 
einer gewissen Wahrscheinlichkeit der Taenia saginata zuzählen könne, 
weil bei dieser dreikantige Exemplare viel häufiger beobachtet seien^ 
Trotzdem wird Monticellis Fall von Cattaert (46) und Neveu- 
Lemaire (47) nicht erwähnt nnd von Braun (41, p. 1612) als Taenia 
solium aufgeführt. 

Die Geschlechtsöffnungen befanden sich alle an der gemeinsamen 
Kante. Au einem Flügel eines Gliedes findet sich ein überzähliges 
Glied, dessen Geschlechtsöffnung sich nicht gut erkennen Hess, doch 
schien sie am freien Rande zu sein. 

26. Barrois' Fall. Es handelt sich, wie Barrois (39, p. 427) 
schreibt, um eine Taenia saginata, die von einem ISjähi'igen Manne 
a,us Fresnes (Nord) stammte. 

»Der Kopf fehlte leider. Ausser einigen einzelnen Gliedern und 
kleinen Gliederstrecken war eine Gliederreihe von 1.88 m vorhanden. 
Die letzten Glieder waren vollkommen reif. Im ganzen waren etwa 
600 Glieder vorhanden, die leicht als zur T. saginata gehörig erkannt 
werden konnten.« 

>Der äussere Anblick des Wurms war der eines gewöhnlichen 
Bandw^urms, denn die beiden Seitenflügel sind dicht aneinander angelagert. 
das Exemplar erscheint nur viel dicker in seiner Glitte als gewöhnlich. 
Man ist daher anfangs leicht veranlasst das Tier schlecht zu orientieren. 



— 145 — 

das eine der Individuen als den Kamm zu betrachten und anzunehmen, 
dass die Genitalpori regelmäfsig auf einer Seite sich befinden.« 

»Bei meinem Exemplar ist der Kamm wenig erhaben, seine Höhe 
erreicht kaum die Hälfte der Höhe des übrigen Gliedes. Die deutlich 
sichtbaren Geschlechtsöifnungen sind in einer ununterbrochenen Reihe 
längs dieses Kammes angeordnet, nicht ein einziges Mal habe ich eine 
Ausnahme von dieser Regel gesehen, nicht ein einziges Mal habe ich 
Genitalporen auf den Seitenflügeln angetroffen. Hier und da trifft man 
einige Glieder mit zwei Genitalporen. 

Wie aus der weiteren Beschreibung und zwei Abbildungen einer 
Gliederstrecke bei Barrois hervorgeht, handelt es sich bei den Gliedern 
mit zwei Geschlechtsöffnungen auf dem Kamm um keilförmig einge- 
schobene überzählige Glieder, die nur einem Flügel angehören und ihren 
eigenen Porus genitalis auf dem Kamme haben, der dann mit dem 
Genitalporus des entsprechenden dreikantigen Gliedes 'zusammen das 
scheinbare Vorhandensein zweier Genitalpori an einem einzigen Gliede 
hervorruft. An einigen Stellen waren die beiden Flügel getrennt. 

Cattaert hat 6 Jahre nach der Publikation Barrois' eine histo- 
logische Untersuchung dieses Falles vorgenommen, über die er uns 
(46, p. 185 — 187) berichtet: »Der dem unpaaren Teil des Y ent- 
sprechende Flügel war viel weniger entwickelt, als die beiden Seiten- 
flügel. Wo diese sich mit dem sogenannten Kamm vereinigen, sieht 
man bei einem halbreifen Gliede den Uterus, der zahlreiche Zweige in 
die beiden Flügel entsendet, während der Kamm fast keinen erhält, 
dagegen schliesst er den umfangreichen Knäuel des Canalis deferens und 
die Vagina ein ... . Die Hoden sind in diesem Gliede in geringer 
Zahl, die Ovarien selbst sind gleichfalls teilweise geschwunden. Dagegen 
sieht man sie gut an jüngeren Gliedern, an denen man gleichfalls eine 
Anordnung der Hoden nachweisen kann, die etwas von der von Leuckart 
und T r a b u t beschriebenen verschieden ist ; anstatt ausschliesslich die 
beiden Innenflächen der beiden Flügel einzunehmen, füllen sie die ganze 
innere Zone aus und beschränken sich nur auf den Rand der Flügel, 
wenn man in der Reihe der Schnitte abwärts geht. Die 3 längsver- 
laufenden Excretionsgefässe sind gut sichtbar, die queren Lacunen sind 
in V Form angeordnet.« 

»Die Ringmuskelfasern zeigen auch eine interessante Anordnung: 
die beiden Faserschichten, die den Kamm parallel zu den Flächen durch- 

Jahrb. d. nass. Ver. f. Nut. 56. 10 



— 146 — 

laufen, teilen sich in der Höhe der Achse und jede sendet einen Zweig 
in jeden der beiden Flügel«. 

Die von Barrois beschriebene Teilung der Flügel erstreckte sicli 
nach Cattaert auf 3 Glieder. Sie war rein zufällig. Der Kamm be- 
fand sich an einem der Flügel, es handelte sich also um eine Zwei- 
teilung der Glieder, der eine Stielbildung mit darauf erfolgendem Riss 
eines der beiden Flügel voranging. 

27. Shennans Fall betrifft eine Taenia saginata. 



"4 



Die kurze Beschreibung, die Shennan (42) von seinem Falle gibt, 
will ich hier vollständig wiedergeben : 

>' Dieser Bandwurm ging einem siebenjährigen Mädchen ab. Den 
Kopf und die meisten unreifen Glieder hatte man nicht erhalten. Die 
Teile, die man erhalten hatte, zeigen eine dreistrahlige Verzweigung 
auf dem Querschnitt. Man kann sie als eine Spaltung der einen Hälfte 
des Gliedes in der Längsrichtung beschreiben. Die Geschlechtsüffnung 
befindet sich regelmäfsig an der Kante, die der ungeteilten Hälfte des 
Gliedes entspricht. Bei der mikroskopischen Untersuchung hat der 
Wurm den gewöhnlichen Bau der Taenia saginata. Er zeigt eine dicke 
Chitinhaut, zwei Muskelschichten, feine Verzweigung des Uterus und 
runde Eier mit dicker Schale. Das Aussehen eines Querschnitts bei 
schwacher Vergrösserung sieht man auf dem Photogramm. Ich kann 
in der Litteratur, die mir zugänglich war, keinen Hinweis auf diese 
Abnormität finden. Möglicherweise ist sie einzig in ihrer Art.« 

Auf der photographischen Abbildung eines Querschnitts durch ein 
Glied, die dieser kurzen Beschreibung beigegeben ist, sieht man, dass 
der dem unpaaren Schenkel des Y entsprechende Flügel halb so lang 
ist wie die beiden anderen Flügel, die gleich gross sind. Alle 3 Flügel 
enthalten Verzweigungen des Uterus mit Eiern. Während man an jedem 
der beiden paarigen Flügel ein liängsgefäss und einen nach aussen 
davon gelegenen Hauptnervenstamm. der an beiden Seiten von je einem 
kleineren Nervenstamm begleitet ist, gut sieht, sind am unpaaren Flügel 
sowohl das Längsgefäss als auch die Nervenstränge nicht deutlich zu 
erkennen. 

28, Klepps Fall betrifft Cysticercus cellulosae. 
Klepi) (43) fand bei einem Schwein eine Finne, die ß Saugnäpfe 
und 28 Haken besass. Klopp fügt seiner Mitteilung hinzu: »Noch 



— 147 — 

nie habe ich von dieser Abnormität gelesen und habe sie auch, obgleich 
ich schon viele Hunderte von Finnen untersucht, noch nie gesehen.« 

29. Zürn (44) sah mehrfach Cysticercus tenuicollis mit 6 Saugnäpfen. 

30. Railliets Fälle von Coenurus serialis. 

Obgleich nicht alle Anomalien, die Railliet (45"^ an den Scoleces 
des Coenurus serialis beobachtete, streng genommen hierher gehören, 
da wir nur von denen mit 6 Saugnäpfen wissen, dass sie dreikantigen 
Taenien entsprechen, so möchte ich doch kurz seine Beobachtungen 
hier mitteilen. An einem mittelgro?'sen Coenurus serialis aus dem 
Schenkel eines zahmen Kaninchens zählte er 246 Scoleces. Unter diesen 
waren 217 normal, das heisst mit einem einzigen Rostellum und vier 
Saugnäpfen versehen. 12 ^/^ waren nicht normal. 

Es fand sich : 

1 . Verminderung der Zahl der Saugnäpfe : zwei Scoleces hatten 
zwei normale und einen dritten kleineren Saugnapf. 

2. Einfache Vermehrung. 

2 Scoleces mit 5 Saugnäpfen. 

Einer mit 6 Saugnäpfen, von denen zwei verwachsen sind. 

15 mit 6 gut gesonderten Saugnäpfen. 

Einer mit 8 Saugnäpfen. 

Einer mit 8 normalen Saugnäpfen, dazu noch einem sehr 
kleinen, der zwischen zwei andere eingeschlossen ist. 
n. Vorhandensein eines doppelten Rostellums. An einem Scolex 
mit 4 Saugnäpfen finden sich 2 Rostella dicht bei einander, 
jedes mit einem doppelten Hakenkranz, an einem andern Scolex, 
der gleichfalls 4 Saugnäpfe hat, sind die zwei Rostella sehr 
von einander entfernt, weit getrennt durch 2 Saugnäpfe. 
4. Vorhandensein eines doppelten Rostellums mit Vermehrung der 
Zahl der Saugnäpfe. An einem Scolex mit 6 Saugnäpfen 
finden sich zwei durch eine einfache Bucht getrennte Rostella, 
an einem andern sind die beiden Rostella durch einen vor- 
springenden Saugnapf getrennt. An einem Scolex mit 9 wohl- 
entwickelten Saugnäpfen sind beide Rostella durch eine 
ziemlich breite Bucht getrennt, an einem andern sind sie ver- 
hältnismäfsig weit von einander entfernt. Schliesslich trägt 
ein Scolex mit 10 Saugnäpfen, der einen recht regelmäfsigen 
Kreis bildet, zwei sehr nahe beisammen stehende Rostella. 

10* 



— 148 — 

Bei den zwei andern untersuchten Coenurcn fanden sich gleich- 
artige Anomalien, die aber nicht zahlenmäfsig festgestellt werden konnten. 
Die Hakenkränze wiesen ausserdem nicht immer eine gleiche Zahl von 
Haken auf. 

Railliet weist dann auf die Bedeutung seiner Beobachtung hin, 
die zur Entdeckung ganz neuer Arten von Anomalien der Scoleces 
führte. Railliet wendet sich auf Grund dieser Beobachtungen, scharf 
gegen die Auffassung Davaines, der in 12 hakigen Oncosphaeren die 
Ursache der dreikantigen Taenien sucht, und sagt : >-Der Ursprung der 
Anomalien der Zahl der Saugnäpfe darf nicht im Embryo gesucht werden.« 

Zum Schlüsse seiner Arbeit stellt dann Railliet noch die Frage 
»Wenn die Regel, dass die Larve einer Taeniade mit 6 Saugnäpfen, 
einen Wurm mit dreikantiger Kette erzeugt, wohl begründet ist, zu welchen 
Missbildungen würden dann die Scoleces mit 3, 5, 8, 9, 10 Saugnäpfen 
und besonders die mit doppeltem Rostellura führen?« und sagt, dass er 
sie selbst experimentell zu lösen gedenkt. Da aber die Feststellung 
der Form des Baues des Scolex einen zu starken Eingriff in seine 
Lebensfähigkeit bedeutet, will er nur an einem Teil des Coenurus eine 
Untersuchung anstellen, und den übrigen Teil verfüttern, falls an dem 
untersuchten Teil Missbildungen in beträchtlicher Menge sich fanden. 

Ich möchte dem Berichte Railliets noch hinzufügen, dass, wie 
ich Braun (41, p. 1614) entnehme, Moniez (29, p. 103) über ähn- 
liche Doppelbildungen berichtet, die er bei einem Echinococcus aus der 
Lunge eines Schafes fand. Braun schreibt darüber: -^In dem einen 
Falle handelt es sich um einen Scolex, der bis auf geringere Haken- 
zahl normal war, aus dessen Scheitel jedoch ein zweiter Scolex ent- 
sprang, der ebenfalls nichts abnormes darbot; sein Stiel ging durch die 
Invaginationsöffnuug des ersten Scolex hindurch. Der zweite Fall betraf 
einen Scolex von übernormaler Grösse, mit vier Saugnäpfen, jedoch mit 
2 Hakenkränzen.« 

31. Cattaerts Fall. Cattaert (46, p. 168—185) gibt eine sehr aus- 
führliche Beschreibung seines Falles: Sein Wurm bestand aus drei 
Stücken, das erste ging von selbst ab, mafs 179 cm und bestand aus 
189 Gliedern, von denen keines reif war. Die beiden anderen Stücke 
gingen nach Anwendung eines Bandwurmmittels ab, das eine mafs lOG, 
das andere 38 cm ; rechnet man noch einige einzelne Glieder, die ab- 
gingen, hinzu, so kommt man auf 152 cm. Es waren 282 Glieder, 



— 149 - 

die letzten waren halb reif. Die Gesamtlänge des Wurms schätzt 
Cattaert auf 5 — 6 m und nimmt an, dass der im Körper der Kranken 
zurückgebliebene vordere Teil der Kette etwa 1.50 — 2 m mafs. 

Die ersten Glieder waren 4 — 5 mm breit, 3 mm laug, die letzten 
9 — 11 mm breit, 10 — 12 mm lang. Die Gliederstrecken, die nach An- 
wendung des Bandwurmmittels abgegangen waren, lebten noch und be- 
wegten sich in lauwarmen Wasser stark, bis sie fixiert wurden. 

Ausser der dreikantigen Beschaffenheit fanden sich noch folgende 
Anomalien : überzählige Glieder, nicht getrennte Glieder, überzählige 
Geschlechtsöffnungen. 

Die dreikantigen Glieder haben drei gleichlange und gleichdicke 
Flügel. Auf den ersten Blick fällt die Dreikantigkeit nicht so auf, 
weil meist zwei Flügel dicht aneinander liegen. Bei der Gleichheit der 
3 Flügel gibt Cattaert keinem Flügel den Namen Kamm (crete), 
sondern wo eine getrennte Besprechung der 3 Flügel erforderlich, nennt 
er den einen den unpaaren, die beiden andern die paarigen Flügel 
des Y und bezeichnet in der Richtung der Zeigerbewegung der Uhr, 
den untern mit 1, die beiden andern mit 2 und 3. Die Stellung der 
Flügel des Y ist nicht die ganze Kette hindurch die gleiche, vielmehr 
findet sich zweimal eine Drehung von je ISO'' um die Längsachse des 
Wurms. Als der Wurm noch lebte, zeigten die 3 Flügel eine lebhafte 
Beweglichkeit, so dass der Wurm zeitweise die Gestalt eines regel- 
mäfsigen 3 strahligen Sterns auf dem Querschnitt hatte. 

An einigen Stellen der Kette haben sich an einer Reihe von 
Gliedern die 3 zu einem Gliede gehörenden Flügel so getrennt, dass 
eine Gabelung in zwei oder drei Zweige entsteht, von denen aber immer 
nur einer der 3 ursprünglich zu einem Gliede gehörigen Flügel eine 
Geschlechtsöffnung hat. 

Überzählige Glieder kommen an allen 3 Flügeln ohne Unterschied 
vor. Sie erstrecken sich bald nur auf einen, bald auch auf zwei Flügel, 
haben meist die gewohnte Form, wie sie auch bei sonst normalen Taenien 
vorkommen, doch kann das überzählige Glied auch die Form einer 
Düte haben, die dann wie eine einzige grosse Geschlechtsöffnung aus- 
sieht. Auf Längsschnitten kann man sich aber überzeugen, dass die 
Geschlechtsöff'nung im Linern der Grube liegt. Die Entstehung der 
dütenförmigen überzähligen Glieder hat man sich so zu denken, dass 
das eingeschobene Glied keinen rechten Platz zur freien Entwickelung 
zwischen den beiden benachbarten Gliedern hat. 



— 150 — 

Im allgemeinen findet sich an jedem Glied nur eine Geschlechts- 
öffnung, die unterschiedslos am Rande eines der drei Flügel liegt. Im 
ganzen waren 2 oder 3 Glieder, bei denen zwei Flügel eine Geschlechts- 
üffnung hatten, und ein Glied, bei dem jeder der 3 Flügel eine Ge- 
schlechtsöffhung hatte, aufzufinden. 

An einer Strecke von 130 Gliedern fand sich die Geschlechts- 
öffnung 23 mal auf Flügel 1, darunter 4 mal an überzähligen Gliedern, 
56 mal auf Flügel 2, darunter 4 mal an überzähligen Gliedern, 63 mal 
auf Flügel 3, Auch hier fanden sich überzählige Glieder, doch hatten 
sie keine Geschled^tsöffnungen. 

Cattaert hat seinen Wurm, den er lebend erhielt, in Stiles scher 
Flüssigkeit fixiert und einer sehr sorgfältigen histologischen Untersuchung 
unterworfen. Ich kann hier nur die Hauptpunkte anführen und ver- 
weise wegen aller Einzelheiten auf die Cattaert sehe Arbeit, der eine 
ganze Anzahl von guten Abl)ildungen beigegeben ist. 

Bei Besprechung der Muskulatur gibt Cattaert an, dass die 
Querfasern dort, wo die 3 Flügel zusammenstossen vielfach die Mark- 
schicht durchsetzen und teils einen Flügel von beiden anderen scheiden, 
teils in einer Art Wirbel angeordnet sind, in dessen Lücken die Hoden 
und namentlich die Zweige des Uterus Platz finden. 

An einem jungen Gliede konnte Cattaert beobachten, dass die 
Fasern von der Teilungstelle der paarigen Flügel aus diagonal durch 
die ganze Markschicht des unpaaren Flügels hindurchzogen und in die 
Subcuticularschicht an dessen freier Kante ausstrahlten. Die 3 Längs- 
kanäle des Excretionsapparates liegen zwischen den Lagen der quer- 
verlaufcnden Muskelfasern in jedem Flügel in einiger Entfernung vom 
freien Rand. Nach aussen vom Längskanal liegt je ein Nervenstrang. 
Die Queranastoraoseu haben bald Y form, bald sind sie am unpaaren 
Flügel getrennt, /\ förmig. Die Hoden finden sich in der ganzen Mark- 
schicht, ohne dass man also eine dorsale und ventrale Fläche unter- 
scheiden konnte im oberen Teile der Proglottiden, im unteren Ab- 
schnitte des Gliedes werden sie seltener, finden sich noch in den äusseren 
Teilen der Markschicht an allen 3 Flügeln, während sie in den axialen 
Teilen Platz für den Uterus gelassen haben. Die Ovarien finden sich 
in den unteren Abschnitten der Glieder, bilden eine in der Mitte 
gelegene Masse, deren ^'erzweigungen sich bis in die Mitte der 3 Flügel 
erstrecken, 



- 1.51 - 

Cattaert hat auch Serienschnitte von Gliedern mit zwei und drei 
Geschlechtsöft'nungen gemacht. Es kommt zu folgenden Ergebnissen: 

»Jedes Glied besitzt nur eine einzige Geschlechtsöffnung ; wenn sich 
mehr finden, müssen alle anderen als überzähligen Gliedern angehörig 
betrachtet werden, die im allgemeinen schlecht abgesondert, ohne äussere 
Abtrennung und mehr oder weniger mit dem Hauptglied verschmolzen sind«. 

32. Neveu-Lemaires Fälle (47). In beiden Fällen handelt es 
sich um dreikantige Exemplare der Taenia saginata, aus der Sammlung 
des Professors L a b o u 1 b e n e. 

Erstes Exemplar. Nur der mittlere Teil in einer Länge von 95 cm 
ist vorhanden. 125 vollständige und 4 überzählige Glieder sind vor- 
handen. Die ersten Glieder messen bei 5 mm Länge 5 nun in der 
Breite, die letzten bei 8 mm Länge 7 mm in der Breite. 

»Auf das erste Ausehen hin gleicht dieser Bandwurm allen andern, 
aber wenn man ihn näher betrachtet, findet man folgende Besonder- 
heiten: 1. Er weist auf jeder Seite eine Längsfurche von geringer 
Tiefe auf, die dem einen Rande näher ist als dem anderen. 2. Jede 
Oberfläche des Bandwurms ist in zwei ungleiche Teile geteilt, von denen 
der kleinere dünner ist, während der breitere fast doppelt so dick ist. 
3. Das schmälere Band ist einfach, während das breitere doppelt ist, 
da es zwei dicht aneinanderliegende Flügel aufweist, die man leicht 
auseinander bringen kann.« 

»Es handelt sich also um einen dreikantigen Bandwurm mit un- 
gleichen Zweigen. Die Leiste, die dem zusammengewachsenen Teil ent- 
spricht, ist ungefähr halb so breit als jeder der beiden Flügel, die 
untereinander gleich sind. Wenn man die 3 Blätter auseinander bringt 
und sie horizontal durchschneidet, zeigt ihre Schnittfläche ungefähr die 
Form eines Y.« 

Den unpaaren Flügel des Y bezeichnet Neveu-Lemair e mit 1, 
die beiden andern im Sinne der Uhrzeigerbewegung mit 2 und 3. 

Von den 125 Gliedern haben alle, ausser dem 71. und dem letzten 
einen Geuitalporus auf der Leiste (crete), die deshalb auch von Trabut 
den Namen »lame porifere« erhielt. 108 Glieder haben nur einen 
Geuitalporus, 12 haben noch einen zweiten, der bei 7 auf Flügel 2, 
bei 5 auf Flügel 3 liegt, 3 haben 3 Geuitalpori, einen auf der Leiste, 
einen auf jedem Flügel. 

Über einige Besonderheiten will ich noch ausführlicher nach Neveu- 
Lemaires Beschreibung berichten. Ein überzähliges keilförmiges Glied 



— 152 — 

nach dem 13. Glied, gehört nur dem Flügel 2 an, greift ein wenig 
auf die Leiste über und hat einen Genitalporus, der im Grunde einer 
Vertiefung liegt, die von einem ziemlich stark vorspringenden Wulst 
umgeben ist. Gleiche Verhältnisse zeigt ein unmittelbar auf Glied 71 
folgendes überzähliges Glied. 

Das 33. Glied ist kleiner als die benachbarten und missbildet, 
sein Genitalporus liegt im Grunde einer trichterförmigen Vertiefung 
und öffnet sich in der Tiefe in dem Einschnitt zwischen Flügel 3 und 
der Leiste. Auf dem anderen Flügel ist dieses Glied mit dem folgenden 
verschmolzen. 

Das 69. und 70. Glied sind ein wenig kleiner als die anderen. 
Jedes hat einen Genitalporus an der Leiste, die aber nahe aneinander 
an der Trennungslinie der Glieder liegen. Ausserdem zeigt das 70. Glied 
eine Art Divertikel neben seinem Genitalporus zwischen diesem und 
Flügel 3 gelegen. Auf das 81. Glied, dessen Flügel 3 schlecht aus- 
gebildet ist, folgt unmittelbar ein kleines überzähliges Glied, mit 
2 Genitalporen, einem auf der Leiste, einem auf Flügel 3. Das 
105. Glied ist missbildet, sein Genitalporus ist in die Tiefe gezogen, 
auf die eine Seite der Leiste und im Grunde einer trichterförmigen 
Vertiefung gelegen. Dieses Glied erstreckt sich viel mehr auf den Flügel 3 
als auf den andern. Auf der Seite, wo es den geringsten Platz ein- 
nimmt, befindet sich ein überzähliges Glied, dessen Genitalporus auf dem 
beteiligten Abschnitt der Leiste liegt. 

Am 116. Glied ist die Öffnung des Genitalporus in die Tiefe ge- 
zogen, seitlich und im Grunde einer Einziehung gelegen. Dieses Glied 
steht ohne Abgrenzungslinie mit dem folgenden auf Flügel 2 im 
Zusammenhang. Das 125. Glied ist unvollständig. Es stellt sich unter 
der Form unten abgerundeter Lappen dar und hat keinen Genitalporus. 

Zweites Exemplar. Es handelt sich um eine fast vollständig 
erhaltene Taenia saginata mit Kopf. Gesamtlänge über 3 m. Mittlere 
Glieder 6 mm lang, 6 mm breit, letzte Glieder 11 mm lang bei 7 mm 
Breite. Querschnitt der Glieder wie bei dem ersten Exemplare Y förmig. 
Leiste etwa halb so breit als die beiden anderen Flügel. Genitalpori 
auf der Leiste gelegen, gleichweit entfernt vom oberen und unteren 
Rand jedes Gliedes. Die 20 überzähligen Glieder zeigen folgende An- 
ordnung: 9 auf FlügeL 2 und der Leiste, 7 nur auf Flügel 3, 1 auf 
Flügel 2, 1 auf der liCiste und ein wenig auf Flügel 2, 1 auf beiden 
Flügeln und der Leiste, eines endlich auf beiden Flügeln, aber nicht 



— 153 — 

auf der Leiste. Nur 3 Glieder besitzen überzählige Geuitalpori, zwei 
davon 2, den einen auf der Leiste, den andern auf Flügel 3, eines 
3 Pori, einen auf der Leiste und je einen auf dem freien Rand jedes 
Flügels. Ein einziges Glied weist überhaupt keinen Genitalporus auf. 
Verschmelzung zweier aufeinander folgender Glieder findet sich 3 mal 
am Flügel 2 und zweimal am Flügel 3. 

»Der Kopf dieses Bandwurms weist 6 ovale Saugnäpfe auf, die 
etwas mehr in die Länge gezogen sind als in Küchels Fall. Jedes 
der 3 Paar Sauguäpfe entspricht einem der 3 Blätter, welche den 
Wurm zusammensetzen. Die Form des Kopfes, der durch recht deut- 
liche Furchen in 3 Lappen geteilt ist, zeigt schon wie in Küchels 
Fall die dreikantige Form des Parasiten an. Bei T r a b u t s Fall 
scheint mir diese Anordnung weniger auffällig.« Der Kopf ist ganz 
weiss, frei von Pigment. Er misst etwa 1,75 mm im Durchmesser. Da 
er kein Rostellum und keine Haken besitzt, gehört er der Taenia 
sagiuata an. 

Neveu-Lemaire hat auch eine genaue histologische Untersuchung 
seiner beiden dreikantigen Bandwürmer vorgenommen, doch bedauert 
er, dass er nicht alle Einzelheiten mit der erwünschten Genauigkeit 
feststellen konnte, da in seinen Fällen die Tiere schon zu lange in 
dünnem Alkohol aufbewahrt worden waren und keine besondere Fixierung 
stattgefunden hatte. Immerhin vermochte er das Wichtigste in Bezug 
auf die Anordnung der einzelnen Gewebe und Organe festzustellen. Der 
Bau ist im allgemeinen dem eines normalen Gliedes in allem gleich, es 
finden sich die gleichen Gewebsschichten, wenn man an einem Schnitt 
von aussen nach innen geht. Die queren Muskeln zeigten wie auch 
bei Cattaert am Punkt, wo die 3 Flügel sich treffen, häufig eine 
durch quere Muskelfasern gebildete Scheidewand, die einen Flügel von 
den beiden anderen trennte. Von den 3 Längsgefässen zeigte das in 
dem Kamm befindliche einen grösseren Durchmesser als die beiden 
andern. Die am untern Ende gelegenen queren Verbindungskanäle 
hatten Y Form, Zwischen dem freien Rand und den Längsgefässen, 
doch näher bei diesen, fanden sich die längsverlaufenden Nerven. Die 
Hoden fanden sich in den gegenüberliegenden Flächen der paarigen 
Flügel des Y, im unpaaren Flügel waren sie nur in geringer Zahl und 
auf die Mitte beschränkt. Die Ovarien liegen im unteren Abschnitt der 
Glieder, bilden eine in der Mitte gelegene Masse, deren Verästelungen 
sich ein wenig in jeden Flügel, aber nicht in den Kamm erstrecken. 



— 154 — 

Der Uterus nimmt die Mittelachse ein und vorzweigt sich in die 
beiden Flügel, wo er vorzugsweise die äussere Seite einnimmt. Im 
Kamme finden sich nur wenige Verzweigungen, die ziemlich unregel- 
mäfsig angeordnet sind, doch zeigen sie auch hier das Bestreben, die 
äusseren Ränder einzunehmen. 

Die Geschlechtsöffnung, die Tasche des Cirrus, das Vas deferens 
behalten ihre normale Anordnung bei, ebenso die Vagina, die sich unter- 
halb des Vas deferens öffnet. 

Wie die Anordnung des Geschleehtsapparates in den Gliedern mit 
2 und 3 Geschlechtsöffnungen sich verhält, konnte Neveu-Lemaire 
bei der langen Aufbewahrung und schlechten Fixierung seiner Exem- 
plare nicht feststellen. 

33. In Jeldens Falle handelt es sich um Taenia saginata. 

Jelden (48, p. 9 — 11) gibt folgende Beschreibung : ..»wohl ent- 
wickeltes Exemplar von ca. 8 m Länge. Der Kopf, der 2'/2 ^^^^ i^i Durch- 
messer misst, besitzt 5 vollentwickelte und einen verkümmerten Saugnapf'. 
Der Hals ist kurz, denn schon wenige mm hinter dem Kopfe treten bereits 
für das blosse Auge kenntliche Andeutungen der Gliederung auf. Die 
ersten Proglottiden sind 2 mm breit und 1 mm lang, wähi'end die voll 
ausgewachsenen reifen Glieder in erschlaft'tem Zustande eine Länge von 2 cm 
und eine Breite von ^2 cm haben. Die Gesamtzahl der Baudwurmglieder 
mag ca. 200) betragen. Wenn sich die Doppelmissbildung am Kopfe durch 
Vergrösserung desselben und Vermehrung seiner Saugnäpfe kund tut, 
so tritt sie uns an den Proglottiden als seitlicher Längswulst entgegen. 
Wir haben also nicht zwei gleicherweise ausgebildete Bandwürmer vor 
uns, sondern der eine ausgewachsene Bandwurm trägt ein verkümmertes 
Individuum an seiner Seitenfläche. Während an mittleren Gliedern die 
Breite des Hauptwurmes 9 mm ist, beträgt die Höhe des Wulstes, also 
die Breite des verkümmerten Wurmes, nur 2 mm. Dass aber dieser Längs- 
wulst trotz seiner geringen Höhe als das Äquivalent eines Tierkörpers 
zu betrachten ist, geht nicht bloss daraus hervor, dass derselbe an der 
Gliederung der Kette teilnimmt, sondern weiter und bestimmter noch 
daraus, dass er im wesentlichen den gleichen Bau hat wie der llaupt- 
körper. An feinen Querschnitten erkennt man an ihm die charakteri- 
stische Mittel- und Rindenschicht und sieht beide kontinuierlich in die 
entsprechenden Schichten des Ilauptkörpers übergehen. ^- 

»Sowohl an der beiden Körpern gemeinschaftlichen Kante, als an 
den freien Rändern des breiteren Flügels und des Wulstes, wenn auch 



— 155 — 

an letzterem schwacli entwickelt, verläuft ein Längsgefäss. Die Ge- 
schleclitsüffnungen sind unregelmäl'sig wechselnd bald auf der gemeinschaft- 
lichen Kante, bald an der Kante des breitereu Flügels, jedoch hier in 
geringer Anzahl. An einer Stelle hat der Wurm sogar an 19 Gliedern 
hintereinander den Perus genitalis an der beiden Flügeln gemeinschaft- 
lichen Kante. Hieraus kann man sich vielleicht erklären, dass fast alle 
Beobachter, denen nur Bruchstücke von solchen Würmern vorlagen, das 
Vorkommen von Geschlechtsöffnungen am freien Flügel gänzlich leugnen. 
Küchenmeister ist der einzige, dessen Beobachtungen mit den Verhält- 
nissen am vorliegenden Wurme übereinstimmen, xlm Wulste waren 
Geschlechtsöftnungen niclit nachweisbar.« 

»Der Hauptstamra des Uterus verläuft da, wo die beiden Flügel 
mit der Kante zusammenfliessen, an einer Stelle also, welche wir als 
die morphologische Aclise dieses Wurmes zu betrachten haben. Er hat 
im allgemeinen das gewöhnliche Verhalten, nur sind die Verzweigungen 
weniger stark entwickelt. Der Längswulst bekommt die wenigsten und 
kürzesten Äste. Eier sind verhältnismälsig wenig vorhanden, und 
ein grosser Teil derselben zeigt auch noch pathologische Veränderungen. « 

»Inbetreff der Verbindungsweise ist noch hervorzuheben, dass die 
Mittelebene des Wulstes mit dem Hauptkörper einen Winkel von etwa 
30 bildet.« 

»Eine sonst nicht seltene Missbildung, nämlich das Auftreten seitlich 
anhängender Glieder, ist an unserem Wurm besonders darum von Interesse, 
weil diese Glieder, zw^ei an der Zahl, nicht an der Doppelmissbildung 
teilnehmen. WennMoniez' Erklärung für die Entstehung anhängender 
Glieder richtig ist, dass nämlich in dem Falle an einer Proglottide 
zwei Proliferationspunkte nebeneinander liegen, so muss man diese Ab- 
weichung von der Doppelmissbildung dahin zu erklären suchen, dass 
der Proliferationspuukt des anhängenden Gliedes ursprünglich nur zum 
Hauptwurm gehört. ■< 

.... »Auffallend und wohl einer besonderen Untersuchung wert 
ist bei unserer Missbildung das Verhalten der Eier, die erstigmal in 
geringer Anzahl vorhanden sind und ausserdem pathologische Verände- 
rungen zeigten, sodass man zu der Vermutung kommen könnte, dass 
solche Monstra steril wären.« 

Der von J e 1 d e u gegebenen Beschreibung möchte ich noch folgendes 
hinzufügen. Die mir von Herrn Geheimrat Heller gütigst zur Untei*- 
suchung tibei'la.ssenen Stücke des Wurmes m&fsen zusammen über 9 m 



— 156 — 

und bestanden aus 1220 Proglottiden, die ich alle Glied für Glied 
durchmusterte. Orientiert man die Glieder so, dass die am häufigsten 
die Genitalüflfnungen tragende Kante auf einem durch ein Glied gelegten 
Querschnitt nach unten, die Kante des tlauptflügels nach oben sieht, 
so ist der einen Längsvvulst darstellende Flügel stets nach links gerichtet. 
Bezeichnen wir die untere Kante mit 1, die anderen im Sinne der 
Zeigerbewegung der Uhr mit 2 und 3, so kommt der Kante des »ver- 
kümmerten« Flügels die Ziffer 2, der des Hauptflügels die Ziffer 
3 zu. 

Sieht man die Proglottiden so an, dass Kante 1 nach links, Kante 3 
nach rechts liegt, so könnte man denken, dass es sich um eine normale 
Taenia saginata handelt, betrachtet man dagegen die Kette, wenn 
Kante 1 nach rechts. Kante 3 nach links liegt, so sieht man eine 
deutliche Leiste, die weiter nach unten in der Kette sich leicht wulst- 
artig abhebt. Die Kante 2 befindet sich näher an der Kante 1 als 
an der Kante 3. Eine Längsfurche, die den Flügel 1 von dem Flügel 2 
auf der einen Fläche, von dem Flügel 3 auf der anderen Fläche ab- 
hebt, ist erst in der hinteren Hälfte der Bandwurmkette vorhanden. 
Der Flügel 2 (Längswulst) liegt dem Hauptflügel (3) an. doch kann 
man ihn leicht abheben und eine Furche sehen, die den Flügel 2 vom 
Hauptflügel scheidet. Auch an den reiferen Gliedern sind die Furchen, 
die den Flügel 1 von den Flügeln 2 und 3 scheiden, nicht so aus- 
geprägt wie in Borks Fall, doch dürfte dies sich dadurch genügend 
erklären, dass wir es in Borks Falle mit sehr stark in der Längs- 
richtung zusammengezogenen Gliedern zu tun haben, während in Jeldens 
Falle die Glieder völlig erschlafft und infolgedessen sehr stark in die 
Länge ausgedehnt sind. Aus dem gleichen Grunde springt auch 
wohl der »verkümmerte« Flügel in Jeldens Falle nicht so stark 
wulstig vor. 

Das jüngste Stück des Bandwurmes besteht aus 90 zusammen- 
hängenden Gliedern, die zusan)men 52 mm lang sind. Die ersten von 
diesei^ Gliedern sind 0,5 mm lang und 0,5 mm l)reit; die letzten 
0,7 mm lang und 0,7 mm breit. Die einzelnen Glieder bieten ebenso- 
wenig Besonderheiten, als die des folgenden Stückes von 8,6 mm, das 
aus i)l Proglottiden von durchschnittlich 1 mm J-änge und 1 mm Breite 
besteht. Auch das darauf folgende Stück, das aus (30 Proglottiden be- 
steht und 7,6 cm lang ist. bietet nichts besonderes. Die letzten Glieder 
sind 2 mm breit. An einem dorauf folgenden Stücke von 11.5 mm 



lot — 

Länge zählte ich 61 Glieder, die alle bis auf die Glieder 44, 45, 46 
nichts besonderes zeigen. Betrachtet man die Kette mit nach vorn 
liegendem Flügel 2, so dass Kante 1 rechts, Kante 3 links liegt, so 
sieht man, dass das Glied 45 so zwischen das 44. und 46. eingeschoben 
ist, dass es nur mit einem ganz feinen Saume die Kante 1 erreicht, 
während es so gesehen, dass Kante 1 nach links. Kante 3 nach reciits, 
Flügel 2 nach hinten liegt, sich mit einem breiteren Abschnitt zwischen 
Glied 44 und 46 einschiebt. 

Das fünfte Stück besteht aus 22 Proglottiden, die zusammen 4,7 cm 
lang sind und nichts besonderes bieten. An einem sechsten Stücke von 
5 cm. Länge finden sich 20 Proglottiden von 3,5 — 4 mm Breite, ohne 
Besonderheiten. An einem siebenten Stücke von 9,3 cm Länge finden 
31 Proglottiden, die einzeln 2.5 — 3,5 mm lang, 3 — 4,5 mm breit sind 
und nichts besonderes bieten. An allen findet sich noch kein deutlicher 
Porus genitalis. 

Das achte Stück urafasst den grössten Teil der Bandwurmkette, 
nämlich 756 Glieder bei einer Gesamtlänge von 6,75 ni. Die ersten 
Glieder sind bei 4 mm Länge 3 mm breit, die letzten 18 mm lang, oben 7 
unten 9, in der Gegend des Porus genitalis 10 mm breit. Von den 
ersten Gliedern dieses Stückes an wird der Porus genitalis immer deut- 
licher, er liegt zuerst etwa an der Mitte der Kante, meist der Kante 1, 
weiter abwärts liegt er dem unteren Ende der Proglottide näher als 
dem oberen. Wenn von der Lage des Porus genitalis der einzelnen 
Proglottiden nichts erwähnt ist, so liegt er an der Kante 1. Niemals 
fand ich ihn an der Kante 2. dagegen 46 mal an der Kante 3, näm- 
lich an den Gliedern 127, 162, 185, 216, 289, 3(i5, 308, 325, 327, 
339, 340, 370, 382, 417, 421, 428, 446, 472, 474, 502, 509, 511, 
515, 521, 534, 562, 571, 572, 586, 610, 624, 625, 626. 627, 631, 
641, 657, 675, 695, 703, 723, 734, 740, 754 und 756. Es lässt 
sich also keinerlei Regelmässigkeit im Vorkommen der Geschlechts- 
öffnung an der Kante 3 nachweisen, zweimal tragen zwei aufeinander- 
folgende Glieder den Porus genitalis auf Kante 3, nämlich die Glieder 
339 und 340 und die Glieder 571 und 572, einmal 4 auf einander- 
folgende Glieder, nämlich die Glieder 624 bis 627 einschliesslich. 

Mehrmals fehlt die zwei Glieder trennende Furche auf dem Flügel 
2, d. h. dem Wulste, nämlich zwischen dem 13. und 14., dem 16. und 
17., dem 57. und 58. und dem 111. und 112. Glied, Auch zwischen 
Glied 353 und 354 fehlt auf Flügel 2 die trennende Furche. Während 



158 — 



der Porus genitalis des Gliedes 354 sich auf Kante 1 an normaler Stelle 
befindet, ist der des Gliedes 353 ganz gegen die Grenze von 354 
gerückt und so gestellt, dass er nur sichtbar ist, wenn der Flügel 2 
dem Beschauer abgewendet ist. Er ist sehr wulstig. Die Glieder 590 
und 591 bieten genau die gleichen Verhältnisse dar, 590 entspricht 
353, 591 entspricht 354. 

Eingeschobene, überzählige Glieder finden sich ebenfalls an mehreren 
Stellen. Zwischen Glied 9 und 10 ist ein keilförmiges Glied ganz in 
der Weise eingeschoben, wie das Glied 45 der Strecke IV. Das 48. 
Glied stellt bei nach hinten liegendem "Wulste betrachtet ebenfalls ein 
keilförmig eingeschobenes Glied dar, während bei der Betrachtung von 
der anderen Seite sich zeigt, dass hier am Wulste keine Furche vor- 
handen ist, die es gegen das vorhergehende Glied abgrenzt. Das 
Glied 169 stellt ein schmales, eingeschobenes Glied dar, das man nur 
sieht, wenn der Flügel 2 (Wulst) dem Beschauer zugewendet ist. Die 
Kante 1 ist hier etwas eingezogen. Das eingeschobene Glied besitzt 
einen eigenen Porus, der da liegt, wo die Furche an den benachbarten 
Gliedern die Kante 1 vom Wulste trennt. 

Zwischen den Gliedern 443 und 
444 findet sich auf Flügel 3 ein 
keilförmiges, überzähliges Glied ein- 
geschoben, das einen eigenen Porus 
genitalis auf Kante 3 hat. lu gleicher 
Weise findet sich zwischen den 
Gliedern 596 und 597 ein einge- 
schobenes, keilförmiges Glied mit 
eigenem Porus genitalis auf Kante 3, 
nur reicht hier die Spitze des Keils 
bis zur Kante 1. 
(\ öDo j. I Am Glied 654 findet sich eben- 

-- — '-J falls ein überzähliges Glied einge- 

schoben, mit eigenem Porus genitalis 
auf Kante 3. Dieses Glied zeigt 
jedoch nur bei dem Beschauer zuge- 
wendetem Flügel 2 (Wulst) deutliche 
Abgrenzung, während es bei nach 
hinten gerichtetem Wulste betrachtet keinerlei Trennung vom Gliede 654 
zeigt. Betrachtet man das Glied 651 nur in dieser Weise, so könnte 




653 



654 




655 



Fig. 3. A und B. J e 1 d o ii s Fall. 

Die Glieder 653 , 654 und 655 des 

Stüi^kes VllI in natürlicher Grüsse. Hei A 

Kante 2 vorne, bei B hinten. Überzähliges 

Glied am Glied 654. 



159 — 



man es für ein abnorm mit 2 Genitalöft'nungen versehenes, sonst aber 
normales Glied einer T. saginata halten. 

Zwischen den Gliedern 727 und 728 findet sich 
ein niederes keilförmiges Glied eingeschoben, an- 
scheinend ohne eigenen Porus genitalis, das gegen 
das Glied 728 auf beiden Seiten, gegen das Glied 727 
aber nur bei nach hinten liegendem Wulste überall 
scharf geschieden ist, während bei nach vorn 
liegendem Wulste gesehen die Trennungslinie Unter- ) ^ 

brechungen zeigt. Als ein missbildetes überzähliges 
Glied haben wir auch einen am Gliede 742, nahe 
der Grenze gegen das Glied 741 gelegenen, unregel- 
mäfsig gestalteten Anhang anzusehen, der nur sicht- 
bar ist, wenn der Wulst (Flügel 2) vom Beschauer 
abgewendet ist. 

Eine etwas von der Regel abweichende Lage 
des Porus genitalis zeigt Glied 304, dessen Geschlechts- I ^ ■ 

Öffnung auf Kante 1 ganz gegen die Trennungslinie 
vom Gliede 305 gerückt ist. * \^'öo^ 

Ein neuntes Stück, das Endstück, besteht bei 
164 cm Gesamtlänge aus 73 Gliedern. Die Pro- 



.SO^ 



o 



glottiden sind sehr schlaff, 22 — 24 mm lang, 
4 — 6 mm breit. Der Porus genitalis ist mehr der 
unteren Grenze der Proglottiden genähert, er liegt 
z. B. bei einem Gliede von 23 mm Länge 8 mm vom 
unteren Rande entfernt. Meist liegt der Porus geni- 
talis auf Kante 1, auf Kante 3 liegt er bei den 
Gliedern 17, 18, 22, 33, 44 und 46, Zwischen 
Glied 10 und 11 ist auf Flügel 3 ein überzähliges 
keilförmiges Glied mit eigenem Porus genitalis auf 
Kante 3 eingeschoben, das die gleichen Verhältnisse 
wie das zwischen Glied 443 und 444 des Stückes VIIL 
eingefügte Glied zeigt. Glied 14 und 15 stossen 
mit starker Verbreiterung des Flügels 3 aneinander. 
Leider besteht hier ein Defekt an der Kante 1, die 
wohl die Geschlechtsöffnungen trug. Die Glieder 44 
und 45 zeigen die gleiche Verbreiterung, so dass man an ein hier 
eingeschobenes keilförmiges Glied des Flügels 3 mit unvollständiger 



Fig. 4. 
Jeldens Fall. 

Querschnitt durch ein 
völlig; reifes Glied, halb- 
schcmatisch. 
Vergr. 12 X. Am 
nächsten bei jeder Kante 
sieht man den Haupt- 
nervenstrang , weiter 
nach innen das Längs- 
gefäss, noch weiter nach 
innen Zweige des Uterus 
mit reifen Eiern. 



— 160 — 

l)emaikierung denken könnte, doch ist auch hei genauem Zusehen kein 

Anhaltspunkt hierfür zu finden. Wie schon erwähnt, befindet sich die 

Geschlechtswarze des Gliedes 44 auf Kante 3, und zwar da, wo die 
Verbreiterung des F'lügcls 3 beginnt. 

Ausser den bisher erwähnten 1204 Gliedern sind noch 16 Glieder 
vorhanden, von denen 12 zu den vordersten Teilen des Wurmes ge- 
hören, 4 dagegen zu den Endgliedern. Diese 4 haben die Geschlechts- 
öffnungen alle auf Kante 1. 

Berechnet man die Zahl der Glieder mit deutlichen Geschlechts- 
ölfnungen auf 830, so findet sich bei 52 Gliedern die Geschlechts- 
öffnung auf Kante 3, also etwa bei jedem 16. Glied, doch besteht wie 
schon früher erwähnt keinerlei Regelmäfsigkeit in der Anordnung. 

Bei der mikroskopischen Untersuchung zahlreicher Querschnitte 
halbreifer Glieder und vollkommen reifer Glieder konnte ich nur selten 
das im verkümmerten P'lügel 2 (dem Wulste) gelegene Längsgefäss 
sehen. Nach aussen, nach den Kanten zu lag bei jedem Hauptgefäss 
der Hauptnervenstrang, den ich deutlich meist nur an den Kanten 1 und 3, 
nur selten an der Kante 2 feststellen konnte. Im grössten Teile des 
Flügels 3 bevorzugen die Hoden die äussere, dem Flügel (2) Wulste 
nicht zugekehrte Hälfte der Markschicht, nur wo die Markschicht des 
Flügels 3 mit der der anderen Flügel zusammentrifft, finden sich Hoden 
in mehrfacher Lage durch die ganze Dicke der Markschicht hindurch 
in allen 3 Flügeln. Wie bei normalen Exemplaren liegen die Hoden 
in der oberen, die weiblichen Organe in der unteren Hälfte der Glieder. 

Es ist zu bedauern, dass Jeldeu nicht erwähnt, worin die «patho- 
logischen Veränderungen» der Eier seines Exemplares bestanden. Ich 
habe an zahlreichen Schnitten durch reife Glieder die Eier in durchaus 
nicht geringer Zahl gefunden und konnte keinerlei pathologische Ver- 
änderungen an ihnen entdecken. Die Eier mafscn im grössten Durch- 
messer 39 — 45 ,a. 

34. Lohoflfs Fall betrifft Cysticercus inermis. 

Loh off (4U) teilt uns mit, dass er bei einem schwachfinnigen, 
^/o jährigen Bullen einen Cysticercus inermis mit 6 Saugnäpfen beob- 
achtet habe. 




— 161 — 

Beschreibung meines Falles. 

Es handelt sich um Taenia saginata und zwar eine Gliederkette 
Ton etwa 1 60 cm Länge mit Kopf mit 6 Saugnäpfen. Bei seinem Ab- 
gang lebte der Wurm noch und zog sich leider, als ich ihn in Alkohol 
setzte, sehr stark zusammen, so dass er nur eine geringe Ausdehnung in 
seiner Länge hat, obwohl es sich um ein vollständiges Exemplar mit vielen 
reifen Gliedern handelt. Hätte ich es noch einmal zu tun, so hätte ich, wie 
Cattaert es tat, den Wurm zuerst in lauwarmem Wasser beobachtet 
und dann in der Stiles sehen Flüssigkeit fixiert. 

Der Kopf ist eher etwas kleiner als der 
einer normalen Taenia saginata, docli mag 
auch dies mit der starken Zusammenziehung 
durch den Alkohol in Zusammenhang stehen. 
Er misst jetzt noch 1,25 mm im Durchmesser. 
Er zeigt sechs Saugnäpfe, die paarweise ange- 
ordnet sind, so dass je zwei zusammengehören 

und je einer Kante der 3 Flügel des Wurmes 

, , rr ■ 1 11-1 • Fig. 5. Mein Fall, 

entsprechen. Zwischen den beiden zu einem 

Kopf von oben gesehen. 

Paare zusammengehörigen Saugnäpfen findet Das Sdienia z^igt nur die An- 

sich fast kein schwarzes Pigment, während an Ordnung der Saugnäpfe. 

den Stellen, wo zwei zu verschiedenen Paaren 

gehörige Saugnäpfe zusammenstossen, sich eine deutliche Pigmentierung 

findet. 

Ein eigentlicher Hals ist nicht vorhanden, vielmehr beginnt schon 
dicht hinter den Saugnäpfen die quere Gliederung des Körpers in die 
einzelnen Proglottiden. Der oberste Teil des Körpers hat im ganzen 
die Gestalt einer dreiseitigen Pyramide, deren nach unten gelegene 
Spitze abgetragen ist. Etwa 1 mm unterhalb der Saugnäpfe verjüngt 
sich der Durchmesser der Glieder bedeutend, so dass hier die Glieder 
nur Vl' »am breit sind. Erst allmählich nimmt die Breite der Glieder zu, 
während die Länge der Glieder noch weitei'hin sehr gering bleibt. So 
zähle ich an einem jetzt isolierten Stückchen der vordersten Abschnitte 
der Kette, das 7 mm lang ist, 22 Proglottiden, Schon die vordersten 
Glieder zeigen auf dem Querschnitt Y-form. Die den beiden paarigen 
Schenkeln des Y entsprechenden Flügel sind gleich lang, während der 
dem unioaaren Schenkel des Y entsprechende Flügel nur knapp halb so 
breit ist als die paarigen Flügel. 

Jahrb. d. nass. Ver f. Nat. 56. \l 



— 162 — 

Wo eine gesonderte Besprechung nötig ist, bezeichne ich den un- 
paaren Flügel mit 1, die beiden paarigen Flügel im Sinne der Uhrzeiger- 
bewegung gezählt mit 2 und 3. Der Flügel 1 trägt an allen Gliedern, 
an denen die Geschlechtsöffnung deutlich sichtbar ist, den Porus genitalis. 
Nur einmal fand ich einen Porus genitalis am Flügel 3 und auch hier 
handelte es sich nicht um ein Y-förmiges Glied, sondern um ein nur 
dem Flügel 3 angehöriges Glied, das seinen eigenen Porus genitalis an 
Kante 3 besass. Da alle Glieder die sehr starke Zusammenziehung in 
in der Längsrichtung zeigen, war eine Zählung der einzelnen Glieder 
nicht durchführbar. Ich glaube aber nicht fehlzugehen, wenn ich die 
Zahl der Glieder auf etwa 900 schätze. Die beiden paarigen Flügel 
2 und 3 liegen meist mit den einander zugewandten Flächen dicht 
aneinander, so dass sich die freien Kanten 2 und 3 berühren. Gegen 
den Flügel 1 sind sie nur durch eine seichte Furche geschieden. Der 
Flügel 1 ist meist etwas schmächtiger als die beiden anderen Flügel. 
Die letzten dreikantigen Glieder haben, bei 7 — 9 mm Gesamtbreite, wo- 
von 2 — 3 mm auf Flügel 1 kommen, eine Länge von 5 — 7 mm. 





A B 

Fig. 6. A und B. Mein Fall. 

Kopf und erste Glieder der Kette, halbschematisch. Vergr. 20 X. 
Bei A so gesehen, dass Kante 1 vorn. Kante 2 links hinten, Kante 3 rechts hinton liejit. 
Bei B so gesehen, dass Kante 1 rechts. Kante 2 links liegt. Kante 3 liegt nach hinten 

und ist nicht sichtbar. 

Ausser der Dreikantigkeit zeigen sich noch andere Missbildungen. 
Keilförmige, eingeschobene Glieder linden sich vcrhältnismäfsig häutig. 
Sie gehören am häufigsten dem Flügel 1 und Hügel 2 oder dem Flügel 
1 und Flügel 3 gemeinsam an, seltener nur dem Flügel 2 oder dem 



— 163 — 

Flügel 3. Wenn sie auf den Flügel 1 übergreifen, so haben sie 
meist einen eigenen Porus genitalis, der dann aber nicht auf der 
Kante 1 liegt, sondern etwas auf die Fläche hinübergezogen ist nach 
dem Flügel zu, der noch an der Bildung des überzähligen Gliedes mit- 
beteiligt ist. Fast stets sind dann die Ränder des Porus genitalis be- 
sonders stark gewulstet, sodass sie blasenartig vorspringen, doch finden 
sich an einigen Gliedern auch Blasen am Flügel 1 deren Zusammen- 
hang mit einem Porus genitalis sich auch bei der mikroskopischen 
Untersuchung nicht nachweisen Hess. An mehreren Stellen findet sich 
auch eine unvollkommene Trennung der Glieder auf Flügel 2 oder 
Flügel 3, so dass die Treunungslinie zwischen zwei aufeinander folgen- 
den Gliedern an der Kante des Flügels 2 oder Flügels 3 beginnt und 
zuerst scharf ausgeprägt vorhanden ist, sich aber verliert, bevor die 
seichte Furche, die den Flügel 1 jederseits von den beiden andern 
Flügeln teilt, erreicht ist. An mehreren Stellen ist ein Y-förmiges Glied 
an einem Flügel viel kürzer als am anderen Flügel. Besonders be- 
merkenswert ist noch eine Gabelung der Kette gegen das Ende zu. An 
dem letzten erhaltenen Stück, das jetzt von der übrigen Kette getrennt 
ist, finden sich zuerst 16 Y-formige Glieder. Am letzten beginnt die 
Gabeluug derart, dass die beiden Flügel 2 und 3 sich an ihrem Be- 
rührungspunkt völlig getrennt haben, so dass wir zwei völlig getrennte 
Ketten haben, von denen die am Flügel 2 noch 20, die am Flügel 3 
noch 13 Glieder zählt, während der Flügel 1 an dem Gliede, an welchem 
die Gabelung beginnt, abgerissen ist. An den beiden gegabelten Ketten 
sind die Glieder ohne Geschlechtsöffnungen. Die ursprünglich ver- 
wachsenen Ränder zeigen an der Kante eine Längsfurche, während die 
freien Kanten 2 und 3 das gewöhnliche Verhalten zeigen. Ich halte 
diese Gabelung der Kette für zufällig entstanden. Eine ähnliche 
Gabelung ist öfters beobachtet, so an einigen Gliedern des vonBarrois 
beschriebenen Falles, doch blieb hier nach Cattaerts Mitteilungen 
der Flügel 1 mit einem der anderen Flügel im Zusammenhang. Eine 
Dreiteilung der Kette haben Vaillant (nur an einem Gliede), Coats 
(am unteren Ende der Kette) und Cattaert beobachtet. Cattaert 
glaubt, dass der Trennung der 3 Flügel eine Stielbildung der 3 Flügel 
da, wo sie in der Achse des Wurmes zusammenstiessen, voranging. 
Die Stiele wurden dann so dünn, dass die Flügel sich trennten. 

Zur mikroskopischen Untersuchung wurden Glieder von verschiedenen 
Stellen verwendet, nämlich ganz junge Glieder, halbreife Glieder, Glieder 

11* 



— 164 — 



vom hinteren Ende und Glieder von der gegabelten Strecke. Bei dem 
Mangel einer besonderen Fixierung und dem mehrjährigen Verweilen 
in Alkohol konnten nicht alle Einzelheiten so wie ich es wünschte fest- 
gestellt werden. Ich selbst fertigte Schnitte von Gliedern aus ver- 
schiedenen Stellen der Kette an und ausserdem fertigte der Prosektor 
am städtischen Krankenhaus, Herr Dr. G. Herxheimer, dem ich 
auch an dieser Stelle meinen besten Dank ausspreche, Serienschnitte 
von in Parr.iftin eingebetteten Gliedern, sowie zahlreiche Einzelschnitte 
von in Celloidin eingebetteten Gliedern an. Es wurde eine Doppel- 
färbung mit Weigerts Eisen-Haematoxylin und dem van Giesonschen 
Farbengemisch vorgenommen, die sich namentlich zur Darstellung der 
Muskelfasern sehr bewährte. 

Im allgemeinen zeigten die Quer- 
schnitte die von den normalen Exem- 
plaren der Taenia saginata bekannte 
Anordnung der Gewebe. In den ganz 
jungen Gliedern fanden sich meist 
6 L ängsge fasse , davon jedoch nur 
3 stärkere, eins in jedem Flügel, das 
stärkste im Flügel 1. Die stärkeren 
Gefässe lagen mehr nach den Kanten 
zu, während die feineren etwas centraler 
lagen, und zwar mehr in der äusseren 
Hälfte der Markschicht in den Flügeln 2 
und 3, während das im Flügel 1 gelegene 
in der dem Flügel 3 näheren Hälfte der 
Markschicht lag. Die Längsnerven- 
stränge lagen unmittelbar nach aussen 
von den Hauptlängsgefässen und waren 
seitlich von 2 dünneren Nervensträngen 
begleitet. An den unteren Gliedern der 
Kette findet man nur die 3 Hauptläugs- 
gefässe , von denen das im Flügel 1 
gelegene meist sehr weit ist. Die Gefässe 
in den Flügeln 2 und 3 zeigen wechselnde 
Weite. Wie es mit den queren Ver- 
bindungen der Längsuefässe steht, habe 
ich leider auch ;in den zaldreichen Serienschnitten durch mehrere Glieder 
nicht feststellen können. Die Schichten der Muskelfasern waren der 




FiE 



Mein Fall. 



Querschnitt durch ein sehr junges 
Glied, scheniiiTisch Vergr. '2ö><. Nur 
di« innere lirenze der Tr<insversal- 
mu^keln. die 6 l-xkretionsjjeiiUse und 
die :i Hauptnervenstiänge mit ihren 
seitlichen Begleitstränsen sin 1 einge- 
zeichnet 



— 165 — 

Oberfläche der Glieder liarallel, nur zeigte sich eine stärkere Durch- 
kreuzung der Transversalmuskelzüge da, wo die Flügel 2 und 3 zu- 
sammenstossen. 




Fig 8. Mein Fall 

Halbschematischer Querschnitt durch ein halbreifes Glied. Vergr. 9x. Man sieht die 
Longitudinal- und Tiansversalinuskeln. in der Markschicht am nächsten bei jeder Kante 
den Hauptni^rvf-nstrang, weiter nach innen das Längsexkretionsgetäss, noch weiter nach 
der Achse zu Hoden und l terusverzweigiuigen Die beiden paarigen Flügel sind sonst mit 
ihren freien Kanten einander viel näher, als hier gezeichnet ist. 



Über die Geschlechtsorgane kann ich folgendes mitteilen : Die 
Hoden liegen, wie bei normalen Exemplaren, vorzugsweise in der oberen, 
die weiblichen Organe in der unteren Hälfte der Glieder. Die Hoden liegen 
im Flügel 1, in dem sie spärlich sind, meist in dem dem Exkretions- 
gefäss näheren Abschnitt. In den Flügeln 2 und 3 sind sie zahlreicher, 
namentlich in den peripheren, den Kanten uenäherten Teilen. Sie liegen 
hier in den äusseren, einander abgevvandten Hälften der Markschicht 
der Flüj>el 2 und 3, während sie in den inneren Hälften fehlen. Wir 
dürfen demnach die äusseren Flächen der Flügel 2 und 3 als dorsale 
bezeichnen. Der Uterusstamm liegt in der Achse des Wurms und sendet 
Äste in alle 3 Flügel, in den Flügel 1 kürzere, in die beiden auderen 



— 166 — 

Flügel längere. In den oberen Abschnitten der Glieder bevorzugen sie 
deutlich die einander zugekehrten Hälften der Markschicht der Flügel 2 
und 3 und die centralen Abschnitte der Flügel, während sie in der 
unteren Hälfte fast in der ganzen Markschicht sich finden. 

An den Eiern konnte ich keine Abnormitäten entdecken, die 
meisten mafsen im grössten Durchmesser 39 — 45/*, einige auch 48 ^a, 
eins 54/*. Die grösseren Blasen, die sich am Flügel 1 mancher Glieder 
fanden, waren wesentlich auf Kosten der Rindenschicht gebildet, doch 
war auch die Markschiclit manchmal etwas schwächer. Ich halte es 
für möglich, dass sie durch starke Ausweitungen der Längsstämme der 
Excretionsgefässe entstanden sind. 



Zusammenfassung. 

Am häufigsten hat man dreikantige Exemplare bei der Taenia 
saginata gefunden. Zählen wir auch die ganz unsicheren Fälle (An dry , 
Brera) mit, in denen es überhaupt zweifelhaft ist, ob es sich um Drei- 
kantigkeit gehandelt hat, und rechnen wir die Fälle von Bremser, 
Lev acher. Vaillant und Monticelli, bei denen es sich um T. 
solium oder T. saginata gehandelt hat, alle der Taenia saginata zu, so 
kommen wir mit den sicher zur Taenia saginata gehörigen Fällen von 
Küchenmeister, Co bbold, Cul lingwor th, Leuckart, Trabut, 
Coats, Bork, Küchel, Barrois, Shennan, Cattaert, den 
beiden Fällen an Neveu-Lemaire, dem Fall von Jelden und 
meinem Falle auf 21 Fälle. Nur bei fünfen von diesen ist der Kopf 
bekannt, nämlich bei den Fällen von Trabut, Küchel, einem Falle 
von Neveu-Lemaire, Jeldens Falle und bei meinem Falle. Er 
hatte stets 6 wohlentwickelte Saugnäpfe, nur in Jeldens Falle war 
der sechste Saugnapf verkümmert. 

Bei allen 3 Fällen von Dreikantigkeit bei Taenia solium ist der 
Kopf mit 6 Sauguäpfen bekannt, nämlich bei Zenkers Falle und 
Lakers beiden Fällen. 

Von Taenia crassicollis ist ein dreikantiges Exemplar bekannt 
(Bremser) mit sechs Saugnäpfen am Kopfe. 

Von Taenia coenurus hatten die 3 bekannten dreikantigen Fälle 
(zwei von Küchenmeister, einer von Leuckart) gleichfalls G Saug- 
näpfe am Kopfe. 



— 167 ~ 

Bei Taenia echiuococcus verdanken wir von Siebold den Bericht 
über ein Exemplar mit 6 Saugnäpfen. 

Das dreikantige Exemplar von Dipylidium caninum, das Rudolph! 
beschrieb, soll einen normalen Kopf besessen haben. 

Eine dreikantige Anoplocephala perfoliata beschrieb Neumann, 
■die 6 Saugnäpfe hatte. 

6 Saugnäpfe im Finnenstadium werden beobachtet: 

bei Cysticercus inermis einmal (Lohoff), 
bei Cysticercus cellulosae zweimal (Krause, Klepp), 
bei Cysticercus pisiformis einmal (Railliet), 
bei Cysticercus tenuicoUis mehrfach von Zürn, 
bei Coenurus cerebralis zweimal von Küchenmeister, 
bei Coenurus serialis häufig von Railliet. 
Im Finnen- und Bandwurmstadium ist also die Missbildung be- 
kannt bei T, saginata, T. solium, T. coenurus, bisher nur im Bandwurm- 
stadium bei Taenia crassicollis, T. echinococcus. Dipylidium caninum und 
Anoplocephala perfoliata, nur im Finnenstadium bei Cysticercus pisi- 
formis. Cysticercus tenuicollis und Coenurus serialis, im ganzen also 
bei 10 Arten. 

Leider besitzen wir über manche Fälle von Dreikantigkeit nur 
sehr spärliche Nachrichten, die nicht einmal das wichtigste über die 
äussere Beschaffenheit wiedergeben, so dass wir bei der Zusammen- 
stellung ähnlich gebauter Formen manche Fälle ganz unberücksichtigt 
lassen müssen. 

In den Fällen, in denen die Dreikantigkeit am stärksten ausge- 
bildet ist, hat jedes Glied 3 gleich grosse und gleich starke Flügel. 
Auf dem Querschnitt hat es die Gestalt eines Y bei dem alle 3 Zweige 
gleich lang sind, doch müssen die 3 Flügel nicht gerade in der Stellung, 
•wie sie ein Y zeigt, zueinander stehen, vielmehr können zwei der Flügel 
einander mehr oder minder stark genähert sein. Zu dieser Form 
können wir die Fälle von Vaillant, Coats, Küchel, Cattaert? 
sowie wahrscheinlich den Fall Levachers rechnen, bei denen es sich 
um Taenia saginata, ferner den Fall Zenkers, bei dem es sich um 
T. solium, und den Fall Neumanns, bei dem es sich um Anoplocephala 
perfoliata handelte. Von diesen Fällen wissen wir nicht von allen die 
Stellung der Geschlechtsötfnungen, bekannt ist sie von Zenkers 
T. solium und Coats' T. saginata, bei denen sie stets an ein und 



— 168 — 

derselben Kante lag, und von Vaillants, Küchels und Cattaerts 
Fällen von T. saginata, bei denen sie unregelmäfsig an allen 3 Flügeln 
wechselte. 

Am häufigsten sind dreikantige Bandwürmer beobachtet worden, 
bei den<5n nur die beiden, den paarigen Schenkelr des Y entsprechenden 
Flügel gleich gross waren, während der dem unteren, unpaarigen 
Schenkel des Y entsprechende Flügel kürzer war. Die Verkürzung 
kann so weit gehen, dass der Querschnitt eines Gliedes fast V form 
zeigt. Für Fälle, die letztere Form zeigen, wie z. B. der von Barrois 
veröffentlichte, hält Cattaert die Bezeichnung: »Tenias diedres« für 
angebrachter als die Bezeichnung »tenias triedres«. Zur Gruppe drei- 
kandger Bandwürmer mit verkürztem Flügel 1 gehören die Fälle von 
Bremser, Cullingworth, Leuckart, Trabut, Monticelli, 
Barrois, beide Fälle von Neveu-Lemaire und mein Fall. Allen 
diesen Fällen, die sämtlich zur T. saginata zu rechnen sind, gemeinsam 
ist, dass der Flügel 1 regelmäfsig die Geschlechtsöffnung trägt, weshalb 
ihm Trabut den Namen »lame porifere« gab. Ist nun auch noch 
ausser dem Flügel 1 einer der beiden anderen Flügel verkümmert, so 
haben wir die Formen vor uns, welche die von Küchenmeister, 
Bork und Jelden veröffentlichten Fälle von T. saginata aufweisen. 
Wahrscheinlich gehört auch Cobbolds Fall in diese Gruppe und 
nicht in die, bei der nur der Flügel 1 verkürzt ist. Die Geschlechts- 
öffnungcn können entweder nur an ein und derselben Kante liegen, und 
zwar an Kante 1 (Bork, Cobbold) oder zwischen dieser Kante und 
der Kante des nicht verkümmerten Flügels (Flügel 3 in den Fällen 
Küchenmeisters und Jeldens) wechseln. In letzterem Falle 
scheint die Kante 1 häutiger als die andere Kante die Geschlechts- 
öftnung zu tragen. Nie sind Geschlechtsöffnungen an der zu dem ver- 
kümmerten paarigen Flügel gehörenden Kante beobachtet worden. 

Allen diesen verschiedenen Formen ist das Vorhandensein dreier 
Kanten gemeinsam. Es ist deshalb angebracht die Bezeichnung 'drei- 
kantige Bandwürmer« als die, welche das gemeinsame und wesentliche 
Merkmal am besten hervorhebt, beizubehalten. Sic hat sich auch am 
meisten eingebürgert und geht auch am weitesten zurück, schon 
Iludoli)hi (2. p. 102) spricht im Jahre 1810 von »corpus undique 
triquetrum«, während Küchenmeister (14) zuerst den Ausdruck 
»dreikantig« gebrauchte. Die Bezeichnung »prismatisch« ist, weil sie 
nicht für alle Fälle passt, fernerhin nicht mehr zu gebrauchen. 



— 169 — 

Allen dreikantigen Taeniiden, deren Kopf bekannt ist, gemeinsam 
ist das Vorhandensein von 6 Saugnäpfen am Kopfe, der bei den mit 
Haken versehenen Arten auch mehr Haken als gewöhnlich hat. Wir 
können also die Regel aufstellen : Jede dreikantige Taeniide hat einen 
Kopf mit 6 Saugnäpfen. Zwei Ausnahmen von dieser Regel kennen 
wir: Rudolph is dreikantiges Dipylidium caninum, das einen normalen 
Kopf gehabt haben soll, und Jeldens Fall einer dreikantigen Taenia 
saginata, die bei einem dreikantigen Körper, an dem nur der eine 
Flügel (Flügel 3) gut ausgebildet ist. am Kopf »5 vollentwickelte und 
einen verkümmerten Saugnapf« besitzt. Wir dürfen annehmen, dass 
derartige Verhältnisse sich vielleicht stets am Kopfe solcher dreikantiger 
Taenien linden, bei denen nur ein Flügel voll entwickelt ist. Schon 
Leuckart (2'*, p. 578) stellt für Küchenmeisters T. saginata 
diese Vermutung auf. Dreikantige Taenien mit 5 Saugnäpten sind bis- 
her nicht beobachtet worden. Bei der von Seeger (12, p. 29i ange- 
führten Taenie mit 5 Saugnäpfen, die Gomes (6) beobachtet haben 
will, handelt es sich überhaupt nicht um das Vorhandensein von 5 Saug- 
näpfen, wie Gomes annahm. Ich konnte mir zwar die Originalarbeit 
von Gomes nicht verschaffen, wohl aber das ausführliche Referat, das 
Merat (6 und 7) gibt. Der Me rat sehen Arbeit ist auch die 
Originaltafel Gomes' beigegeben, aus der, wie auch R. Blanchard 
(31, p. 317, p. 360) bemerkt, hervorgeht, dass Gomes fälschliqh einen 
zwischen den vier Saugnäpfen vorhandenen Vorsprung am Scheitel des 
Kopfes als fünften Saugnapf gedeutet hat. Auch der von Lewin (23, 
p. 667) beobachtete Cysticercus cellulosae eines Schweines, der 5 Saug- 
näpfe und keinen Hakenkranz hatte, gehört nicht hierher. Der an- 
geblich vorhandene fünfte Saugnapf befand sich an der Stelle, wo sonst 
der Hakenkranz und das Rostellum liegen. Man kann sich der Ansicht 
Railliets (45) anschliessen . der annimmt, dass Lew in eine Ein- 
senkung am Scheitel fälschlich als fünften Saugnapf auft'asste. 

Die 6 Saugnäpfe am Kopfe dreikantiger Taeniiden sind häufig paar- 
weise so angeordnet, dass jedes Paar einer der drei Kanten der Proglottiden 
entspricht. 

Die Anordnung der Gewebe und Organe ähnelt in vielem den 
Verhältnissen, wie sie die normalen Taenien zeigen, doch bringt natür- 
lich die dreikantige Form der Glieder Abweichungen mit sich. Meist 
finden wir 3 Hauptlängsgefässe. je eines in jedem Flügel, in der Mark- 
scliicht, in einiger Entfernung von der Kante, In ganz jungen Gliedern 



— 17U — 

findet mau oft 6 Gefässe, von denen die peripherereu, mehr der Kante 
genäherten, die stärkeren sind. Der Kante genähert, nach aussen von 
den Hauptgefässen liegen die Hauptnervenstränge, die oft noch von 
zwei kleineren Seitenzweigen begleitet sind. Die Transversalmuskelii, 
die im allgemeinen der Oberfläche des Gliedes parallel laufen, zeigen 
in der Achse des Gliedes oft eine starke Durchkreuzung, indem Faser- 
züge die Markschicht ganz durchsetzen. Das Verhalten der Geschlechts- 
organe ist sehr verschieden. Über die Keimstöcke und Dotterstöcke 
sind noch genauere Untersuchungen erwünscht, als sie bisher vorliegen. 
Der Hauptstamm des Uterus liegt in der Achse des Wurmes und sendet 
seine Zweige in alle Flügel, die je nach der verschiedenen Ausbildung 
die die einzelnen Flügel zeigen, natürlich auch verschieden gross und 
stark sind. Das Verhalten der Hoden ist sehr verschieden. Es finden 
sich Hoden in allen 3 Plügeln und zwar durch die ganze Dicke der 
Markschicht hindurch verteilt in den vouCoats, Küchel, Barrois 
und Cattaert beobachteten Fällen. Sie beschränkten sich vorwiegend 
auf die einander zugewandten Hälften der Markschicht in den beiden 
paarigen Flügeln des Y in den von Leuckart und T r ab u t beobachteten 
Fällen, das gleiche gilt von den beiden von Ne veu-Lemaire unter- 
suchten Fällen, wo sie auch in der Mitte der Markschicht des Flügel 1 
sich fanden. In meinem Falle dagegen bevorzugten sie die äussei'e 
Hälfte der Markschicht in den Flügeln 2 und 3. Bei dem von Bork 
mitgeteilten Falle konnte ich ebenso wie in Jeldens Falle feststellen, dass 
die Hoden im Haupttlügel vorzugsweise in der dem »Wulste* abgewandten 
Hälfte der Markschicht lagen. Während bei normalen Exemitlaren von 
Taenia saginata die Hoden dorsal, die weiblichen Keimstöcke ventral von 
der Querebene der Glieder in der Markschicht liegen und nach ihrer Lage 
eine dorsale oder männliche und eine ventrale oder weibliche Fläche unter- 
schieden werden kann, finden wir bei den dreikantigen Bandwürmern 
grosse Verschiedenheiten in der Lage dieser Organe, so dass mau bei 
den Fällen von Coats, Küchel, Barrois und Cattaert über- 
haupt keine dorsale und ventrale Fläche unterscheiden kann. Bei den 
von Leuckart, Trabut und Neveu-Lemaire veröö'entlichten 
Fällen sind die beiden Flügel 2 und 3 einandei- mit den dorsalen 
Flächen genähert, während in meinem Falle die dorsalen Flächen nach 
aussen liegen. Die Eier zeigen meist die normale Grösse. Während 
Küchel häufig eine vermehrte Hakenzahl der Oncosphaeren fand, 
berichtet uns Küchenmeister, dass bei seinem Exemplare sich 



— 171 — 

6 Haken fanden, die ganz besonders deutlich ausgebildet waren. Von 
den Genitalöffnungen, dem Cirrus und Cirrusbeutel, dem Vas deferens 
und der Vagina ist im allgemeinen zu sagen, dass sie in ihrem Bau 
ein normales Verhalten zeigen. Bei den Geschlechtsöffnungen findet 
sich jedoch nicht selten ein stark wulstiges Vorspringen der Ränder 
der Geschlechtskloake. Im allgemeinen zeigt auch jedes dreikantige 
Glied nur einen einzigen Porus genitalis. In den Fällen, in denen sich an 
zwei oder gar an allen drei Kanten eines Gliedes Geschlechtsöffnungen 
finden, soll es sich nach Cattaert um überzählige Glieder handeln, 
die äusserlich aber von dem Hauptglied gar nicht getrennt sind, während 
Küchel von seinem Falle von einem Gliede mit 3 Geschlechtsöffnungen 
angibt, dass der gemeinsame Uterus statt einer drei Vaginen entsandte. 

Sehr häufig finden sich bei den dreikantigen Taenien noch andere 
Missbildungen, wie überzählige Glieder, unvollständige oder fehlende 
Abgrenzung zweier Glieder an einem oder mehreren Flügeln, Ver- 
kümmerung oder ungleichmäfsige Ausbildung eines oder mehrerer Flügel 
eines Gliedes, Gabelung in zwei oder drei Äste durch Trennung der 
sonst vereinigten Flügel an kürzeren oder längeren Strecken der Kette. 

Die wichtigste Frage, wie die dreikantigen Bandwürmer entstehen, 
ist, streng genommen, noch nicht gelöst, wenn auch seit langem schon 
Vermutungen ausgesprochen sind, wie wir uns das Zustandekommen 
dieser merkwürdigen Missbildung zu denken haben. Wenn wir nun die 
Auffassungen, die die einzelnen Autoren sich über die dreikantigen 
Bandwürmer gemacht haben, durchgehen, so können wir die, welche 
ganz die Missbildung verkannten und zur Aufstellung besonderer Arten 
führten, ganz weglassen. Es kann kein Zweifel bestehen, dass die 
Taenia lophosoma, die Cobbold als eigene Art aufstellte, keine Be- 
rechtigung hat. Küchenmeister, der aus seiner dreikantigen 
T. saginata eine »Taenia vom Cap der guten Hoffnung machte, sah 
bald ein, dass es sich nur um eine T. saginata handelte, die er nun 
als Abart auffasste, wie er auch schon vorher zwei dreikantige Exem- 
plare der T. coenurus als Abart beschrieben hatte. In der zweiten 
Auflage seines Buches »Die Parasiten des Menschen« stellt er bei allen 
Arten eine Varietät mit 6 Saugnäpfen der Varietät mit 4 Saugnäpfen 
gegenüber. L. c. p. 145. Anm. 1 sagt er: »Dafür dass Finnen und 
Taenien mit 6 Saugnäpfen nicht Missgeburten, sondern Varietäten, 
mindestens normal wiederkehrende eigentümliche Entwickelungsformen 
sind, spricht die Wiederkehr dieser Formen bei allen Bandwurmarten 



~ 172 — 

des Menschen und des Hundes. . . .« Mit Recht wendet sich Leuckart 
dagegen, dass auch die normale Form mit 4 Saugnäpfen, die Grund- 
form, als Varietät bezeichnet wird, da doch eine Art nicht aus blossen 
Varietäten bestehen kann und die Form mit G Saugnäpfen doch ver- 
schwindend selten ist. 

Fast alle übrigen Autoren, von Bremser angefangen, haben die 
dreikantigen Tänien als Doppelmissbildungen aufgefasst, so dass es zu 
weit führen würde, alle einzelnen, die sich in diesem Sinne ausge- 
sprochen haben, hier aufzuführen. Bremser hat jedoch nur seine 
dreikantige Taenia saginata als Doppelmissbildung aufgefasst, während 
er seine dreikantige T. crassicollis als Drillingsmissgeburt auffasstc. 
Die Möglichkeit, dass es sich um eine Drillingsmissbildung handelte, 
lässt Neumann für Levachers Fall einer dreikantigen Taenia saginata 
und seinen Fall einer dreikantigen Anoplocephala perfoliata zu. Küchel 
fasst seine Taenia saginata als Drillingsmissbildung auf und glaubt, dass 
vielleicht der eine oder der andere der früher beschiiebenen Fälle auch 
als Drillingsbildung mit Verkümmerung einer Kette aufzufassen sei. 

Auch Leuckart stellt sich auf den Standpunkt, dass es sich 
bei den dreikantigen Bandwürmern um wirkliche Doppelmissbildungen 
handelt, deren Kopf sechs Saugnäpfe aufweist. Wegen der Sechszahl 
der Saugnäpfe der dreikantigen Taeniiden spricht er von »sechsstrahligen 
Formen < und schreibt (28, p. 501): »In dieser Beziehung ist es nun 
nicht ohne Interesse, wenn wir sehen, dass die Köpfe der Taeniadeu 
gelegentlich einer Missbildung unterliegen, der wir auch bei den Radiär- 
tieren mit dem Numerus vier, besonders den vierstrahligen Medusen, 
nicht selten begegnen, einer Vermehrung nämlich der Radien auf sechs«. 

Einige Autoreu, wie z. B. Trabut, haben aus dem Bau, den die 
Glieder aufwiesen, den Schluss gezogen, in welcher Weise sich die zwei 
die Missbildung eingehenden Individuen vereinigt haben sollten. Da 
wir aber gesehen haben, wie sehr die Anordnung der Geschlechtsorgane 
bei den verschiedenen dreikantigen Exemplaren von Taenia saginata 
wechseln kann, hat ein derartiger Erklärungsversuch keinen allgemeinen 
Wert. Wir müssen sagen, an der Hand der Kenntnisse, welche wir 
vom Bau der Glieder dreikantiger Taeniiden haben, können wir keinen 
sicheren Beweis für die Entstehung der Missbilduug beibringen. 

Im allgemeinen scheint mir zu wenig Gewicht darauf gelegt worden 
zu sein, dass wir die primäre Missbildung im Scolex und nicht in den 
Proglottiden zu suchen haben. Natürlich finden sich die 6 Saugnäpfe, 



— 173 — 

die den Kopf dreikantiger Taeniiden auszeichnen, schon im Larven- 
stadium vor. Deshalb habe ich auch alle Fälle, in denen 6 Saugnäpfe 
bei den Larvenformen (Cysticercen, Coenuren) beobachtet wurden, ange- 
führt. Einen wirklichen Aufschluss^ über das Zustandekommen der 
dreikantigen Bandwürmer könnte uns nur die Kenntnis geben, wie die 
Scoleces mit (i Saugnäpfen im Finnenstadium entstehen. Das ist uns 
aber noch völlig unbekannt. Davaine hat zuerst die Finnen mit 
6 Saugnäpfen auf Oncosphaeren mit 12 Haken zurückgeführt (21, p. 561), 
die aus der Verschmelzung von zwei Eianlagen hervorgegangen sein 
sollten. Dieser Ansicht haben sich viele Forscher angeschlossen [wie 
Moniez (25), Barrois, Cattaert]. Es sind aber auch gewichtige 
Bedenken gegen die Richtigkeit dieser Anschauung vorgebracht worden. 
Da bei Coenurus cerebralis und Coenurus serialis ein und derselbe 
Coenurus neben zahlreichen normalen Scoleces auch solche mit 6 Saug- 
näpfen trug und sich ganz vereinzelt eine T. coenurus (Leuckart) 
oder eine T. echinococcus (v. Siebold) mit (3 Saugnäpfen unter zahl- 
reichen normalen Individuen, die aus derselben Infektion herrührten, 
fanden, so ist es klar, dass wir zur Erklärung der dreikantigen Band- 
würmer, bei solchen Taenien, deren Larvenform zu den Coenuren oder 
Echinococcen gehört, nicht erst einen abnormen I^mbryo mit doppelter 
Keimanlage voraussetzen müssen. Wenn wir uns denken, dass der 
Scolex mit 6 Saugnäpfen aus der Verschmelzung zweier benachbarter 
Scolexanlagen hervorgeht, so sind ja in jedem Coenurus und jedem 
Ecbinococcus die Möglichkeiten für ein derartiges Vorkommnis gegeben. 
Anders steht es mit den Taenien, die aus Cysticercen hervorgehen. 
Hier wird normaler Weise nur ein einziger Scolex angelegt, doch ist 
auch in seltenen Fällen das Vorkommen zweier Kopfzapfen in einem 
Cysticercus beobachtet worden (cfr. Braun 41, p. 1527 u. p. 1610). 
Es fragt sich nun, kann eine sechshakige Oncosphaere von gewöhnlicher 
Grösse abnormer Weise einmal, wenn sie zur Finne geworden ist, 
die Anlagen zweier Scoleces, die dann verschmelzen, hervorbringen, 
oder kann sie es nicht. So lange wir diese Frage nicht beantworten 
können, dürfen wir die Möglichkeit, dass zur Entstehung eines Cysti- 
cercus mit 6 Saugnäpfen eine Oncosphaere erforderlich ist, die eine 
doppelte Keimanlage in sich birgt, nicht ganz von der Hand weisen. 
Vorerst wissen wir aber noch gar nicht, ob überhaupt zur Ent- 
stehung einer Scolexanlage mit 6 Saugnäpfen in einem Cysticercus 
die Verschmelzung zweier ursprünglicher Scolexanlagen erforderlich ist, 



— 174 — 

oder ob sich nicht von vorneherein ein Scolex mit 6 Saugnäpfen an- 
legen kann. Neuro an n (33, p. 486) ist meines Wissens der einzige, 
der diese Möglichkeit zulässt, indem er eine »suractivite nutritive dans 
le point oü se developpe le scolex« für möglich hält. Wenn wir uns 
auf dem Boden der Tatsachen halten, sprechen wir besser nur von 
»Dreikantigkeit« und nicht von »üoppelmissbildung«, sondern höchstens 
von »sogenannter Doppelbildung«, wie Braun (50, p. 216) es tut. Die 
Frage, wie die Scoleces mit 6 Saugnäpfen im Larvenstadium entstehen, 
ist schwer zu beantworten. Nur von der experimentellen Helmintho- 
logie können wir die Entscheidung erwarten. Ich möchte daher meine 
Arbeit nicht schliessen, ohne an alle, die in der Lage sind, auf diesem 
Gebiete Versuche anzustellen, die Bitte zu richten, jede Gelegenheit zu 
benutzen, Fütterungsversuche mit Eiern dreikantiger Bandwürmer, mit 
abnorm grossen Oncosphaeren oder solchen mit vermehrter Hakenzahl, 
sowie mit Larven (Cysticercen, Coenuren) mit abnormer Anzahl der 
Saugnäpfe vorzunehmen. Diese Experimente könnten gleichzeitig die 
Frage lösen, ob derartige Missbildungen erblich sind, wie Küchen- 
meister (14) annimmt. 



— 175 



Litteratur. 

1. Andry, N. De la generation des vers dans le covps de rhomme . . 
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Fleisch- und Milchhygiene. VIII. Jahrgang. Berlin 1898, p. 228. 

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50. Braun, M. Die tierischen Parasiten des Menschen. Dritte Auflage. 
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frr ^-^ 



JaUrt). i1. iiass. Tel-, f. Nat. 5C. 12 



i 



I 



iir. 



Nachrichten aus der Meteorologischen Station 

zn Wiesbaden. 



i 



Ergebnisse 



der 



eteorologiseheo Beobachtungen 



der 



Station IL Ordnung Wiesbaden 



iaii efalire ll>l>^. 



Von 



Eduard Lampe, 

Custos des Naturliistorischen Museums, Vorsteher der mcteorologisclien 



Station Wiesbaden. 



I 



Jahres-Uebersicht. 



Luftdruck : 
Lufttemperatur 



Feuchtigkeit . 
Bewölkung: 



Mittel 752,1 mm 

Maximum am 15. Januar 771.4 „ 

Minimum „ 30. Dezember 731,6 „ 

•Mittel 9,20 C. 

Maximum am 29. Juni B0,90 „ 

Minimum ^ 6. Dezember — 11,7» „ 

Grösstes Tagesmittel „ S. Juni 25,0 o „ 

Kleinstes „ „ &■ Dezember — 7,9» „ 

Zahl doi- Eistago 16 

„ „ Frosttage 63 

„ „ Sommertage 30 

mitllere absolute 6,9 mm 

„ relative 75 o/^ 

mittlere 6.0 

Zahl der heiteren Tai^e 47 

„ „ trübtn „ 106 

NiedcrscliJäge :_ Jabressumme 518,6 mm 

Grijssto Höbe eines Tages am 19. Dezember . . . 19,4 „ 

Zahl der Tage mit Niedersclil. ohne untere Grenze 180 

„ „ „ „ „ mehr als 0,2 mm . 140 

„ „ n « Eegen 171 

„ „ „ „ Schnee 17 

„ „ „ „ Schneedecke 27 

n Hagel 3 

„ Graupeln 1 

., „ B n Tau 60 

„ , „ ., Reif 37 

„ „ Nebel 9 

„ „ „ „ Gewitter 12 

Zahl der beobachteten Winde 

N NE E SE S SW W NW Windstille 

94 198 96 26 82 210 151 151 134 

Mittlere Windstärke 1,7 

Zahl der Sturmtage 5 



Winde: 



Instrumentarium. 







Verfertiger 


No. 


Höhe der Aufstellung in Metern 


Barometer: 


Gattung Gefäss Fuess 


922 


Über dem Meeres-Niveau 113,5 




trockenes 


Fuess 


163 a 




2,5 


Thermordcter 


befeuchtetes 
Maximum 


Fuess 
Fuess 


387 b 
1501 


über dem Erdboden 


2,5 

2.5 




Minimum 


Fuess 


1248 




2.5 


Regenmesser : 


System Hell 


m a n n 


603 




1,5 



Ocstl. Länge von Greenwich = 80 14'. Nördliche Breite 
Stunden in Ortszeit = M.-E.-Z — 27 Minuten. 



4 



Ta- 



1 

2 
3 

5 

6 

7 

8 

9 

lU 

11 
12 
13 
U 

15 

16 

17 
18 
19 
20 

21 

22 
23 
24 
25 

26 
27 
28 
29 
30 
31 

Honals- 
Mütel 



Station Wiesbaden. 
1. 



Monat 

3. 



i 



Luftdruck 

(Barometerstand auf 0" und Normal- 
schwere reducirt) 700 ""n -\- 



7a 



2p 



9P 



Tages- 
ruittel 



Temperatur- 
Extreme 

(abofelesen 9 p) 



Maxi- 
mum 



Mini- 
mum 



Diffe- 
renz 



53.7 


52.5 


50.3 


40.4 


37.6 


41.1 


45.7 


51.6 


57.3 


55.6 


58.9 


51.8 


53.2 


54.7 


58.7 


62.0 


60.2 


61.2 


64.4 


66.1 


67.6 


67.8 


66.5 


65.6 


61.8 


61.9 


63.1 


01.4 


59.9 


58.6 


56.2 


55.5 


58.0 


57.4 


55.8 


55.4 


:.5.7 


57.5 


60.6 


63.1 


64.6 


67.5 


71.1 


71.4 


69.9 


64.1 


63.4 


64.7 


61.9 


63.5 


62.2 


59.4 


58.6 


60.1 


62.0 


62.5 


62.9 


62.4 


61.6 


61.2 


C0.2 


61.3 


62.5 


61.9 


61.2 


61.3 


59.9 


58.6 


57.2 


51.7 


46.7 


42.1 


36.0 


34.2 


36.7 


39.9 


43.6 


46.8 1 


44.2 


42.1 


41.6 


40.5 


37.1 


37.7 


42.5 


47.2 


51.1 


55.8 


59.5 


63.4 


64.7 


65.1 


66.2 


56.1 


56.0 


56.9 



52.2 
89.7 
51.5 

58.8 
55.5 

61.1 
66.0 
66.6 
62.3 
60.0 

56.6 
56.2 
57.9 
65.1 
70.8 

64.1 
63.5 
59.4 
62.5 
61.7 

61.3 
61.5 
58.6 
46.8 
35.6 

43.4 
42.6 
38.4 
46.9 
59.6 
65.3 

56.3 



8.3 
10.1 

8.9 
110 

9.5 

7.3 

9.8 
7.7 
4.0 
5.3 

6.6 
6.6 
6.0 
3.0 



7.1 
7.5 
6.9 
6.2 

5.7 

8.4 

8.2 
7.2 
7.9 

7.7 

2.8 
1.6 
5.4 
5.7 
3.4 
3.0 

6.5 



2.6 
6.7 
7.1 
3.3 
4.4 

2.7 
6.9 
0.6 
-3.5 
2.1 

2.4 

4.3 

0.7 

-2.3 

-2.5 

0.5 
5.8 
3.4 
1.5 
-0.9 

4.0 

5.8 
4.7 
2.7 
1.4 

-2.1 
-3.6 

0.9 

2.0 

-0.3 

-1.3 

1.9 



5.7 
3.4 
l.s 
7.7 
5.1 

4.6 
2.9 
7.1 
7.5 
3.2 

4.2 
2.3 
5.3 
5.8 
6.2 

6.6 
1.7 

3.5 

4.7 
6.6 

4.4 
2.4 
2.5 
5.2 



4.9 
5.2 
4.5 
3.7 
3.7 
4.3 

4.6 



Luft- 



2r 



7.9 
6.4 
4.9 



7.9 

9.5 

8.7 

10,3 



3.0 


5.7 


7.6 


8.5 


5.9 


6.5 


2.3 


1.1 


2.7 


3.2 


3.7 


6.5 


4.6 


5.5 


8.5 


5.0 


2.3 


1.3 


-2.1 


2.2 


2.8 


5.9 


6.8 




3.8 


6.4 


3.2 


6.1 


0.8 


4.5 


4.7 


6.0 


6.5 


7.8 


4.9 


7.1 


3.2 


(;.9 


4.5 


5.8 


0.1 


08 


1.7 


1.5 


2.3 


5.0 


3.3 


4.3 


1.2 


1.^ 


0.6 


3.0 


3.2 


5.0 



PEN T A I) E N - Ü B E \l S I (' H 1' 



l'iMi tad c 


Luftdruck 


Lufttemperatur 


Bewö 


[ k u n g 


Niederschlag 


Summo 


Mittel 


Summe 


' Mittel 


Summe 


Mittel 


Summe 


1.— 5. Jan. 


252.7 


50.5 


37.2 


7.4 


37.4 


7.5 


14.7 


6.-10. „ 


316.0 


63.2 


20.6 


4.1 


45.7 


9.1 


0.5 


11.-15. „ 


306.6 


61.3 


13.8 


2.8 


31.4 


6.3 


0.4 


16.-20. „ 


311.2 


62.2 


24.9 


5.0 


45.3 


9.1 


o.s 


21.-25. „ 


263.8 


52.8 


27.0 


5.4 


47.3 


9.5 


u.'.) 


26.-3 J. „ 


230.9 


46.2 


6.8 


1.4 


;'.9.7 


7.9 


17.7 



Januas* 190 2, 



4. 



Beobachter Lampe. 

5. 



temperatur 



9 p 



7.1 
7.1 

8.8 
6.5 

7.3 
7.3 
0.6 
2.3 

2.9 

6.6 

6.0 

0.7 

-0.3 

0.8 

7.1 
6.7 
4.5 
3.8 
42 

5.9 
6.4 
5.7 
5.9 
1.4 

-1.4 
1.1 

2.7 

2.3 

-0.3 



4.1 



Tages- 
mittel 



Absolute Feuchtigkeit 



6.3 
8.2 
7.7 
8.6 

6.4 

5.8 
7.7 
3.4 
0.8 
2.9 

5.8 
5.5 
2.5 
-0.4 
0.4 

5.7 
6.8 
4.8 
4.2 
3.4 

5.6 
6.8 
5.8 
5.5 
3.3 

-0.5 

0.5 
3.2 

3.0 
0.6 

0.8 

4.2 



7.0 

6.3 
6.7 

5.7 

4.8 
6.5 
5.3 
3.5 

4.8 



5.6 
5.0 
3.3 
3.4 

4.6 
5.9 
5.5 
5.0 
41 

5.6 
6.2 
5.9 
5.3 
5.5 

4.1 
3.6 

5.0 
4.7 
3.9 
3.2 



2p 



6.8 
6.8 
5.9 
7.0 
4.4 

5.3 

5.8 
4.8 
3.9 
5.0 

6.3 
6.2 
4.7 
3.7 
3.3 

5.7 
6.5 
6.6 
5.4 

4.8 

5.8 
6.6 
6.4 

5.5 

3.8 

3.7 
H.9 
5.6 
3.5 
4.2 
3.1 

5.2 



9p 



6.5 
5.4 
3.9 
4.3 
5.0 

5.8 
6.3 
4.0 
3.7 
3.7 

6.0 
6.4 
5.6 
5.1 
4.7 

6.1 
6.2 

6.2 
5.4 
4.5 

3.8 
4.6 
5.0 
4.1 
3.2 
3.5 

5.2 



Tages- 
mittel 



5.5 

5.9 

4.7 
3.9 
4.9 

5.8 
G.O 
4.6 
3.6 
3.5 

5.4 
6.3 

5.9 
5.2 
4.5 

5.8 
6.3 
6.2 
5.4 
4.6 

3.9 
4.0 
5.2 
4.1 
3.8 
3.3 

5.1 



6.8 


6.3 


6.2 


6.7 


5.8 


6.0 


7.0 1 


6.9 


5.3 


5.1 



Kelative Feuchtigkeit 



93 

86 
79 
93 

87 

85 
83 
77 
92 

85 

87 
89 
85 
85 
85 

80 
83 
92 
87 
85 

87 
86 
92 
92 

87 

89 
90 
93 

82 
78 
73 

86 



2 p 



77 
87 

87 
93 

72 
72 
61 

83 
86 
91 
76 
76 

84 
83 
86 
74 



9p 



86 


89 


76 


80 


70 


77 


r-i — 

(0 


83 


58 


74 


77 


86 


70 


70 1 


67 

nn 


82 



79 

88 

80 
90 
82 
83 
75 

80 

87 
89 
85 
76 

88 
87 
91 

78 



55 


89 


77 


92 


76 


92 


86 


89 


57 


75 


80 


72 


54 


74 


76 


83 



Tagi's- 
mittel 

89 
81 
75 
84 
73 



74 
75 
83 
87 

85 
91 

80 
80 
74 

81 
85 
91 
83 
79 

86 
85 

90 
81 

77 

86 
86 
89 
71 
77 
67 

82 



Tagr 



1 

2 

3 

4 
5 

6 

7 

8 

9 

10 

11 
12 
13 
14 
15 

16 

17 
18 
19 
20 

21 
22 
23 
24 
25 

26 
27 

28 
29 
30 



Maximum 



am 



Minimum 



am 



Differenz 



Luftdruck .... 
Lufttemperatm- 
Absolute Feuchtigkeit 
Relative Feuchtigkeit 



771.4 
11.0 

7.0 
93 



15. 
4. 

2.+4. 
1.4.12.28. 



734.2 

—3.6 

3.1 

54 



Grösste tägliche Nieder.sehhigshöhe 



Zahl der heiteren Tage (unter 2,o im Mittel) . 

„ „ trüben Tage (über 8,o im Mittel) . 

„ „ Sturmtage (Stärke 8 oder mehr) . 

„ „ Eistage (Maximum unter 0^) . . . . 

„ „ Frosttago (Minimum unter 00) . 

„ ■ „ Sommertage (Maximum 25. qO oder mehr) 



25. 
27. 
31. 
31. 



10.1 ain 3. 



2 
16 



37.2 

14.6 

3.9 

P,9 



Station Wiesbaden. 



Monat 



Tns 



6 

7 

8 

9 

10 

11 
12 
13 
U 
15 

IG 
17 
18 
19 
20 

21 
22 
23 
24 
25 

2G 
27 
28 
29 
30 
31 



Bewölkung 

0—10 



7a 

10 
10 
10 
10 

8 

8 
10 
10 
10 
10 

10 

10 

10 

•). 



10 

10 

10 

9 

8 

10 
10 
10 
10 
10 

8 
10 
10 
10 
10 



8.9 



2p 

10 
5 

8 
6 

7 

10 
10 
10 
9 
10 

10 

10 

9 

• > 

8 

10 
10 

10 

7 

10 

10 

10 

10 

4 

8 

6 

10 
10 

4 

4 



8.0 



9p 

10 
2 
2 
6 

8 

10 
10 

10 
10 

10 







10 

10 
9 
5 

8 
10 

10 
10 
10 
10 
10 

10 
10 
10 

7 





7.0 



Tages 
mittel 

10.0 



6.7 
7.3 

7.7 

9.3 

10.0 

6.7 

9.7 

1(1.0 

10.0 
6.7 
6.3 
1.7 
6.7 

i;i.o 

9.7 

8.3 
8.') 
9.3 

10.0 

10.0 

10.0 

8.0 

9.3 



Wind 

Richtung und Stärke 
0—12 



2p 



9p 



SW 2 
SW 3 
W 3 
W 1 
W 3 

W 3 



W 
Vi 



W 1 

AV 1 

W 2 
W 1 
AV 1 
W 1 
NW 2 

W 2 
W 2 
W 1 


W 3 

\V 2 

W 1 

SW 1 

SW 1 

SW 2 



C 

SW 3 

W 2 

SW 3 

^Y 4 

SW 4 
W 2 
W 1 
W 2 
W 1 

SW 3 
W 1 
SW 2 

^v 2 

N 1 

W 2 
W 2 

c 

W 1 

W 2 

W 2 

^v 1 

c 

SW 2 
SW 3 



8.0 


W 2 


W 4 


10.0 


NW 2 


NW 1 


10.0 


C 


W 1 


7.0 


NW 1 


NW 3 


4.7 


NW 2 


NW 2 


0.0 


NE 4 


NE 4 


8.0 


1.7 


2.0 
Mittel 1.8 



SW ■_' 

w :; 

W 1 

W 2 
W 3 

SW 4 
W 2 

C 
W 2 
W 3 

C 

W 1 

W 1 

W 2 

NW 3 

W 3 

C 

c 
c 

SW 3 

W 2 

C 
W 1 

SW 1 
SW 3 

W 2 

C 

C 

NW 4 

W 2 

NE 6 

1.8 



Z a li 1 de r T a i^- e ni i 1 : 

Niederschlaf^-äiiie^suno-oii mit mclir als 0,2 mm _ , 

Niederschlag. . .' (® ^ A A) 

V^^^» . . . ■ (©) 

;'';-l'"^e (^) 

^^■'rC''l (A) 

«■raiijielii ( \) 

'i'au [_c^) 

iifil (, ,) 

(ilatteis (.rs?) 

Nebel . {^=) 

<'('witter (iKvi, |-, fern T) 

^\^'ttel•l(Hu^hten ( < ) 



12 
17 
14 

6 



4 
1 



Januar 190 2. 



Beobacliter Lampe, 



9. 



Niederschlag 



löhe "a 
mm 



Form nncl Zeit 



— i ® tr. 5i'o-8i 2, @o 81/2 p— n 

3.2 © 11, # 1 -f a ztw. ® schauer 2 Vjo - 13/4 p, ® tr. p ztw. 
10.1 @ n. # tr. I + a ztw. 
0.1 

'" II 



1.8 
0.5 



0.7 
0.1 



0.8 

0.1 

4.8 
4.4 
2.9 
5.1 
0.5 
0.2 



@ p ztw. 
= ni_lla 



— i # ztw. p 
n 



0.3 
0.1 



1, ^fl.a-l-p 



tr. ztw. p 
n. ® tr. a 



® ztw. a, -)f + ® V. 51/2 P ab 

^ n. ^ 1 101/4-11 •'^ a, -X- p, ^ 1 61/2-8-^4 P 
^ n. @ tr. a, -)f + ® P 
® n, ® tr. a + p 
® n, ^ fl. a + P ztw. 

, ^1 



35.2 Monaissumme. 



II Höhe 
I der 
! Schnee 
] I decke 
in ein 
7» 



4 
Tage 



Wind- 


Verteilung 






7a 


2p 9p 


Summe 


N 

NE 

E 

SH 

C1 


1 


1 
1 


1 


1 
3 


— 


— 


— 


— 


SW 

w 

NW 
Still 


5 

19 
4 
2 


7 

10 
3 
3 


5 
15 

2 


17 

50 

9 

13 



ßemer- 
kiingeu 






1 

2 
3 
4 
y 

6 

7 

8 

9 

10 

11 
12 
13 
14 

15 

16 
17 
18 
19 
20 

21 
22 
23 
24 
25 

2G 
27 
28 
29 
30 
31 



8 



Station Wiesbade n. 



Tai 



1 

2 

Tj 

4 
5 

6 

7 

8 

9 

10 

11 
12 
13 
14 
15 

16 
17 
18 
19 
20 

21 

22 
23 
24 
25 

2ß 

27 
28 



Monats- 
Mittel 



L u f t (1 r u c k 

(Barometerstand auf und Normal 
schwere reducirt) 700i'i'Ji -)- 

I 2p 



V ' 



9p 



Tagcs- 
irittel 



63.5 

54.4 
52.2 
5L3 
54.4 

46.7 
86.9 
36.4 
87.8 
42.9 

44.0 
51.6 
47.0 
49.4 
54.3 

58.9 
49.7 
51.0 
53.8 
55.4 

58.0 
55.6 
55.0 
51.1 
47.7 

46.8 
40.7 
45.9 



49.^ 



58.7 
53.1 
51.6 
53.3 
53.2 

42.6 
36.3 

38.1 
38.1 
43.4 

48.5 
51.4 
45.9 
49.6 
56.4 

55.7 
48.8 
53.4 
53.4 
55.9 

57.0 
55.5 
53.8 
49.4 
46.5 

44.8 
8i).2 
45.5 



49.3 



56.3 
52.5 

51.2 
54.8 
51.6 

40.2 
36.9 
39.3 
4').2 
40.4 

50.8 
51.1 
47.8 
51.8 
59.4 

53.7 
50.0 
54.5 
53.9 
56.9 

56.9 
55.4 

53.7 
48.4 
47.0 

41.0 
43.3 

42.8 



49.5 



59.5 

53 3 
51.7 
53.1 
58.1 

43.2 
36.7 

37.9 
38.7 
42.2 

47.8 
51.4 
46.9 
50.3 
56.7 

f)6.1 
49.5 
53.0 
53.7 
56.1 

57.3 
55.5 
54.2 
49.6 
47.1 

45.2 
41.1 

44.7 



49.5 



2. 



Temperatur- 
Extreme 

(abgelesen 9 p) 



Maxi- 
mum 



Mini- 
mum 



Diffe- 
renz 



1.0 
5.3 

4.9 

4.0 

2.7 

1.5 
6.3 
6.5 
6.3 
3.4 

3.0 
2.0 
3.0 
1.0 
-0.2 

1.2 
3.0 
1.7 
3.0 
5.2 

4.8 
4.5 
5.1 
7.4 
4.0 

5.0 

4.7 

10.5 



4.0 



-2.7 
-2.4 
1.6 
-0.9 
-1.0 

-2.2 

1.3 

2.9 

-0.1 

-3.3 

-2.3 
-60 

-3.0 
-4.4 
-4.0 

-4.5 

-3.5 
0.5 
1.0 
1.6 

2.4 
1.9 

-1.8 
1.5 

-0.7 

-2.1 
0.9 
1.1 



—1.1 



7.7 
3.3 
4.9 
3.7 

3.7 
5.0 
3.6 
6.4 

6.7 

5.3 

8.0 
6.0 
5.4 
3.8 

5.7 
6.5 
1.2 



Monat 



1, 



—2.3 
0.1 
2.0 
2.4 

-0.1 

—2.0 
2.2 
2.9 
3.7 

-3.1 

0.3 
—6.0 
—0.9 
—4.1 

-2.7 

-4.1 

-2.9 
0.6 



3.6 


3.1 


2.4 


2.6 


2.6 


2.1 


6.9 


-1.4 


8.9 


0.7 


4.7 


-0.5 


7.1 


-1.9 


3.8 


1.2 


9.4 


3.3 


5.1 


-0.1 



Lult- , 



2 p 

-0.1 
4.4 
4.8 
1.8 
2.7 

0.9 
4.2 
5.8 
6.1 
3.1 

2.6 
1.6 
2.6 

0.8 
-0.5 

0.4 
2.8 
1.6 
2 9 
5.1 

4.6 
4.2 

4.7 
6.8 
3.8 

4.6 

4.3 

10.4 



3.: 



PEN T ADEN- ÜBER SICHT 



P e 11 1 a d e 


Luftdruck 


Lultteinperatur 


1 > i' w ö 


1 k u 11 '^ 


Xioder.-clilaj^ 


.Summe 


Mittel 


Summe Mittet 


Summe 


Mittel 


Summe 


31.Jai].— 4. Febr. 


282.9 


56.6 


6.4 1.3 


21.0 


4,2 


0.2 


•^'•- 9. „ 


209.6 


41.9 


11.2 2.2 


37.4 


7.5 


37.8 


10.-14. , 


238.6 


47.7 


—4.4 —0.9 


:50.() 


6.0 


6.2 


15.-19. „ 


269.0 


5:5.8 


0.4 0.1 


41.0 


8.2 


1.5 


20.-24. . 


272.7 


54.5 


14.7 2.9 


31.7 


6.3 




25.Febr.-l. März 


220.6 


44.1 


18.6 i 3.7 


26.4 


5.3 


7.6 



JFeb 


r ua r 


1902. 


4 






Beobaclit 

5 


er Lam 


pe. 


9 


teiiiperatur 


Absolute Feuchti5?keit 


Relative Fexiclitigkeit 






















Tag 


9p 


i Tages- 
mittel 


7a 


2p 


9P 


Tages- 
mittel 


7a 


2p 


9p 


Tages- 
mittel 


-1.6 


—1.4 


2.6 


2.3 


2,8 


2.6 


67 


50 70 


62 


1 


3.8 


2.8 


3.2 


3.4 


4.0 


3. 5 


69 


54 


70 


64 


2 


3.3 


3.4 


4.4 


4.2 


4.0 


4.2 


81 


65 


70 


78 


3 


-O.i 


O.S 


3.9 


3.6 


3.4 


3.6 


72 


68 


76 


72 


4 


—0.4 


0.4 


3.8 


3.3 


3.5 


3.5 


83 


58 


79 


73 


5 


1.3 


0.4 


3.5 


4.1 


4.8 


4.1 


90 


84 94 


89 


6 


47 


4.0 


5.0 


5.9 


6.2 


5 7 


93 


96 


97 


95 


7 


3.6 


4.0 


5.3 


4.1 


4.9 


4.8 


94 


60 


83 


79 


s 


—0.1 


: 2.4 


5.1 


3.9 


4.0 


4.3 


85 


56 


87 ' 


76 


9 


1.5 


0.8 


3.2 


3.3 


4.5 


3.7 


89 


58 


87 


78 


10 


—2.3 


-0.4 


4.0 


3.4 


3.4 


3.6 


85 


62 


87 


75 


11 


—2.6 


—2.4 


2.3 


o - 
O..) 


3.1 


3.0 


79 


68 


83 


77 


12 


-0.9 


0.0 


3 5 


3.1 


3.6 


3.4 


SO 


57 


82 


73 


13 


—3.2 


—2.4 


2.7 


3.1 


2.8 ! 


2.9 


79 


65 


78 


74 


14 


-2.9 


—2.2 


2.9 


2.9 


2.9 


2.9 


77 


66 


78 


74 


15 


0.5 


' -1.2 


2.5 


2.8 


3.0 


2.8 


75 


59 


68 


67 


16 


0.9 


0.4 


3.0 


4.0 


4.1 


37 


81 


70 


84 


78 


17 


1.7 


1.4 


4.5 


4.0 


4.7 


4.6 


94 


89 


91 


91 


18 


1.8 


2.0 


4.8 


4.6 


4.4 


4.6 


93 


80 


84 


86 


19 


3.6 


3.8 


4.5 


4.7 


4.7 


4.6 


79 


73 


80 


77 


20 


2.7 


3.2 


4.0 


4.2 


4.6 1 


4.5 


82 


67 


82 


f-r- 
1 1 


21 


2.7 


2.9 


4.6 


4.2 


4.5 


4.4 


85 


68 


80 


78 


22 


1.1 


1.4 


3.3 


4.4 


4.1 


3.9 


80 


68 


83 


77 


23 


3.0 


; 3.4 


3.9 


4.2 


3.9 


4.0 


80 


57 


69 : 


69 


24 


—0.2 


! 0.7 


3.2 


3.4 


3.3 


3.3 


73 


55 


74 ; 


67 


25 


27 


2.0 


2.9 


3.0 


3.7 


3.2 


74 


47 


67 


63 


26 


1.9 


2.3 


4.1 


5.6 


5.0 : 


4.9 


82 


90 


95 1 


89 


27 


7.9 


7.4 


5.4 


7.4 


6.0 


6.3 


98 


78 


75 ! 


82 


28 


1.2 


1.4 


3.8 


4.0 


4.1 


4.0 


82 


67 


80 


76 





Maximiiin 



am 



Miniiiuun 



am 



Differenz 



Luftdruck .... 

Luftteinperatm- 
Absolute Feuchtigkeit 
Relative Feuchtigkeit 



763.5 

10.5 

7.4 

97 



1. 

28. 
28. 



736.3 
—6.0 
2.3 
47 



7. 

12. 

1.+12. 

26. 



27.2 
16.5 
5.1 
50 



Gri'is.ste tätliche Nietlerschlagshöhe 



14.6 am 8. 



Zalil der heiteren Tage (unter 2,o im Mittel) . 
„ „ trüben Tage (über 8,o im Mittel) . 
„ ,, Sturmtage (Stärke 8 oder mehr) . 
„ „ Eistage (Maximum unter 0") . . . 

,, „ Frosttage (Minimum unter 0^) 

Sonimertage (Maximum 25, o** (jder mehr] 




Jabrb d. riass. Ver. f. N;it. 56. Jleteoro!. Beobaclit. 



1<> 


Station 


W i e s 1j a ( 

6. 


Umk 






7 


Monat 1 


ff 








Vf i 11 d 


f 


1 




Bewölkung 




Richtung und Stärke y 


Tag 


0—10 




0—12 




7a 1 


2p I 


9P 1 


Tages- 
mittel 


7a 


2p 


9 p *;' 


1 


, 


4 ,' 


1.3 


NE 6 


NE 


NE r, 




2 


4 1 





1.7 


NE 6 


NE 4 


NE 3 




3 


10 


9 


10 '' 


9.7 


NE 1 


NE 2 


NE 2 




4 


10 


10 


5 


8.3 


NE 3 


NE 3 


NE" 2 




5 


10 


1 





3.7 


NE 1 


NE 1 


NE 1 


_ 


(j 


10 


10 


10 


10.0 


NE 2 


NE 1 


C 


t 


7 


10 


10 


10 


10.0 


c 


C 


C 


1 


8 


10 


6 


8 


8.0 


NW 1 


W 4 


^v 2 


Kl 


9 


10 


7 





5.7 


SW 2 


SW 4 


W 2 




10 


7 


4 


10 


7.0 


SW 1 


SW 2 


SW 2 




11 


10 


4 





4.7 


W 2 


SW 3 


W 1 


"l' 


12 


8 


2 





3.3 


W 1 


W 1 


G 


1 


13 


8 


8 





5.3 


NW 1 


NW 2 


N 2 




14 


10 


9 


10 


l 9.7 


N 1 


NE 1 


NE 2 




ir. 


8 


10 


10 ' 


! 9.3 

1 


NE 2 


NE 3 


NE 4 


1. 


1() 


2 


8 





1.7 


NE 2 


NE 3 


NE 2 




17 


10 


10 


10 


10.0 


NE 1 


NE 2 


C 




18 


10 


10 


10 


10.0 


NE 1 


C 


C 




19 


10 


10 


10 


10.0 


N 1 


C 


c 


1) 


•20 


10 


10 


10 


10.0 


NE 2 


NE 2 


c 




21 


10 


10 


10 


10.0 


NE 1 


NE 1 


NE 1 




22 


10 


9 


10 


9.7 


NE 1 


NE 1 


NE 1 




23 


2 








0.7 


NE 1 


NE 1 


NE 1 




24 


2 


2 





1.3 


NE 1 


NE 2 


NE 1 




25 


2 








0.7 


NE 1 


NE 2 


C 




20 








5 


1.7 


E 1 


E 2 


G 




27 


8 


10 


10 


i 9.3 


E 1 


E 1 


E 1 




28 


8 


6 





4.7 


E 1 


C 


E 2 






7.5 


1 '-^ 


5.4 


6.3 


1.6 


1.9 


1.4 


1 
















Mittel 1.6 










Zahl 


d e r T a g 


e m i t : 






Niederschlagsmessuiig 


en mit nie 


hr als 0,2 ^^ . . 


9 








Niedevschla«,' . . 




. . (@->f A.^) 


9 










Kcgen . . . 


* . • 


m) 


s 










Schnee .... 




(^) 


4 










Hagel 


. . . . 


. . . . (A) 


— 










(i raupein .... 




(A) 


1 










Tau 




(-^) 


— 












Reif 








10 








Glatteis .... 












jS'ebel .... 




;.■;;." i=) 


— 










Gewitter .... 


• > • • 


(nah \-^. fern T) 


— 


n 






Wetterlenrhtiii 




(-:) 


— 




i 



Februar 1902. 



Beobachter L a m p o. ft 

9. 



Niedcrsclilag 



löhe 7a 
111 III 



Form und 7j'^\t 



I Höhe 
I der 
Schnee- 
I decke 
j in cm 
7» 



Bemer- 
kungen 



SD 



0.8 
14.0 
14.6 

8.4 
2.8 

3.3 
0.1 



^\^, ^01—11-3'/., ^11.-41/2, #<»v. 4i/2]jab 

® n, ^ a ztw., @ " V. 1 J/2 p —11 

#11, #1 xtw. a 

® n, @ 1 1— 8J/-2, AI 9 4'^ 9 s-T a, @ 43/,i— 6 p 

^-2^ ®0 83/,ip— 11 

# 11. ■)(- n, >|c ti. a 



0.2 ' ^ n 



1.0 
0.3 



u. -)f n, ^ u. -)(- ztw. a, @ tr. eiuz. p 



2.4 



5012—13/4, ^tr. ztw. p 



47.9 Wlonatssummc. 



—iw n 



1 





1 





1 





Tage 



1 
2 

3 

4 
5 

6 

7 

8 

9 

10 

11 
12 
13 
14 
15 

16 

17 

18 
19 
20 

21 
22 
23 
24 
25 

26 

27 
28 





Wind 


■ V c r t e i 1 u 11 


. 




7 a 


2p I 9p 


Summe 


N 


2 


6 1 


9 


NE 


16 


10 


12 


38 


E 


3 


3 


2 


8 


SE 


— 




— 


— 


s 

sw 


2 


3 


1 


6 


w 


2 


2 i 3 


r- 
i 


NW 


2 


1 — 


3 


Still 


1 


3 9 


13 



12 


Station 


W i e s 

1 


baden. 










2 










Monat 

3. 


J 




Luft <1 r 11 c k 




T ein j »erat ur- 










(Raionieterstand auf 0'* und 


Noniial- 


Extreine 




Liift- 


t 


Tag- 


schwere reducirt) 700 m™ + | 


(abgelesen 9p) 








7a ' 


2p 9p ! 


Tages- 


Maxi- 


Mini- Diffe- 


7a 1 


2 p 


: 








mittel 


mum 


mum reuz 








1 


41.6 


42.2 


43.6 


42.5 


8.3 


.53 3.0 


5.3 


7.4 


1 


2 


47.7 


51.0 


53.5 


.50.7 


11.0 


5.6 , 5.4 


6.5 


10.4 




'6 


54.5 


55.1 


55.5 


55.0 


10.3 


3.2 7.1 


3.5 


10.1 




4 


55.6 


54.7 : 


55.8 


.55.4 


8.8 


0.0 ' 8.8 


0.2 


8.7 




5 


57.7 


57.1 1 


57.0 


57.3 


8.7 


-0.1 8.8 


0.6 


7.8 


\ 


6 


56.3 


54.4 


.52.5 


54.4 


9.3 


-0.9 10.2 


—0.7 


8.9 




7 


49.9 


47.3 


46.6 


47.9 


13.2 


—0.9 14.1 


—0.8 


1 ! .0 




8 


4.S.5 


48.9 . 


47.1 


48.2 


9.2 


3.3 5.9 


4.3 


6.4 




9 


39.4 


40.2 


44.1 


41.2 


10.0 


3.5 6.5 


6.7 


.S.2 


\ 


10 


50.1 


51.8 


.53.8 


51.9 


5.4 


0.3 .5.1 


0.7 


5.4 


1 


11 


53.9 


52.4 


52.7 


53.0 


7.9 


—3.2 11.1 


-2.8 


7.5 




Vi 


55.2 


54.9 


.54.9 


55.0 


7.3 


— l.U s.:', 


-0.7 


7.0 




13 


5 (1.7 


57.3 


58.2 


57.4 


8.9 


—1.5 10.4 


-0.6 


8.7 




U 


58.3 


56.7 


54.8 


56.6 


9.5 


—0.5 10.0 


0.2 


8.4 




15 


48.4 


48.1 


50.1 


48.9 


10.4 


1.9 


8.5 


7.4 


9.5 




16 


50.3 


51.3 


52.4 


51.3 


8.2 


2.9 


5.3 


4.5 


6.4 




17 


56.4 


57.9 


.58.1 


57.5 


10.0 


3.4 ' 6.6 


4.2 


S.9 




18 


57.0 


55.2 


54.8 


55.7 


12.8 


2.2 10.6 


4.1 


12.3 




19 


53.4 


50.5 


48.3 


50.7 


15.2 


5.5 ' 9.7 


6.0 


14.5 




20 


46.4 


43.1 


41.9 


43.8 


15.5 


1.7 13.8 


2.7 


15.1 




21 


412 


41.0 


39.5 


40.6 


12.7 


4.1 8.6 


6.8 


10.2 


' 


22 


39.3 


40.8 


41.3 


40.5 


9.8 


6.3 3.5 


7.2 


9 6 




23 


40.3 


40.2 


41.7 


40.7 


7.5 


4.4 3.1 


5.2 


7.1 




24 


44.9 


45.4 


45.3 


45.2 


10.5 


1.6 8.9 


2.S 


li'.2 




25 


37.7 


39.1 


44.7 


40.5 


7.5 


2.1 5.4 


4.0 


7.1 




26 


48.7 


50.3 


52.5 


50.5 


8.9 


2.5 6.4 


3.0 


8.4 




27 


49.5 


46.6 


45.7 


47.3 


8.1 


1.1 7.0 


1.9 


•5.7 




28 


4^.9 


50.1 


50.9 


50.0 


11.0 


6.3 ^1 4.7 


7.1 


10.4 




29 


51.2 


48.0 


40.3 


46.5 


10.7 


5.5 5.2 


.5.8 


9.1 




HO 


46.2 


48.2 


48.7 


47.7 


11.0 


3.5 1 7.5 


4.7 


S.7 




31 


50.4 


49.5 


48.4 


49.4 


9.1 


2.7 j: 6.4 


3.5 


9.1 




Honats- 


49.5 


49.3 


49.5 


49.5 


9.9 


2.3 7.6 


3.3 


9.0 




Mittel 


. 






t ' ■ 










I'EN'J 


' A i) E ^ 


- Ü B E K 8 I C H T 






f 


y 


n n f ;i n o 


Lu ftdruc' 


k 


Lut 


ttemperatur 


B e w ü 1 k u 


ng 


Nie 


dersclib 




L 


L. M l' cl L4 K-i 


Summe j Milt 


cl 


Siim 


mv Mittul 


Summe Mi 


ttel 


Summe 




2 


.— 6. Miü-z 


272.8 ' 54. 


() 


26. 


l 


5.2 


18.7 


; 


1.7 




2.7 


l 


7 


.-11. . 


242.2 4^. 


4 


23. 


5 


4.7 


21.(i 




L3 




9.S 


/ 


12 


.-IG. „ 


2i;9.2 i 53. 


s 


•ci. 


Li 


4.5 


1!).S 




.0 




3.2 




17 


.-21. „ 


248.8 ! 49. 


7 


39. 


7 


7.9 


31.6 


( 


).3 




2.0 




22 


.-2C.. „ 


217.4 \ 43. 


5 


2s. 


s 


5.8 


37.6 


P 


^5 




6.0 




27 


.-31. „ 


240.9 ' 48. 


2 


33. 


S 


6.8 


41.3 


^ 
k 


^.3 




27.^ 





März 1902. 



4. 



Beobachter L a m p e. 
5. 



13 



temperatiir 



9P 



Tages- 
mittcl 



Absolute Feuchtigkeit 



2 p 



9 p 



Tages- 
mittel 



Relative Feuchtigkeit 



7a 



2p 



9p 



Tages- 
mittel 



ajr 



6.1 
7.4 
5.8 
3.7 
4.7 

2.6 
9.2 
3.8 
4.6 
0.6 

5.5 

19 
4.1 
3.4 

5.2 
- .» 

3.4 

7.9 
7.3 

8.9 

9.4 
6.3 
5.6 

4.0 
6.0 

3.3 

7.9 
6.3 
8.7 
5.3 
6.4 

5.5 



G.2 
7.9 
6.3 
4.1 
4.4 

3.4 

7.2 
4.6 
6.0 
1.8 

3.9 
2.5 
4.1 

3.8 
6.8 

5.4 
5.0 
8.0 
8.8 
8.9 

9.0 

7.4 
5.9 
5.2 

5.8 

4.5 

5.8 
7.5 
8.1 
6.0 
6.4 

5.8 



6.5 
5.7 
5.5 
4.4 
4.0 

3.6 

3.S 
4.2 
6.3 
3.4 

3.2 

3.9 
3.6 

o o 

• y.O 

5.9 

5.0 
4.8 
5.5 
6.5 
4.8 

(;.5 

6.6 
6.0 
4.7 
5.4 

4.5 
4.9 

5.7 
6.2 
4.0 
4.8 

4.9 



6.7 
5.6 
6.3 
4.5 
4.7 



3.4 
3.4 
3.2 

4.0 
5.9 

5.2 
4.1 
7.9 

7.1 

6.8 

7.2 
5.8 
5.9 
3.7 
5.0 

4.0 
6.1 
5.7 
7.3 
3.6 
4.7 

5.2 



6.7 
6.0 
5.7 
4.5 
4.4 



3.7 
3.5 
3.3 
4.2 

4.9 

4.6 
4.2 
6.7 
6.0 

7.2 

7.4 
6.3 
6.1 
5.0 
4.5 

4-8 
6.7 
6.2 
7.8 
4.1 
6.4 

5.3 



4.3 


4.2 


5.8 


6.0 : 


4.2 


5.1 l 


6.0 


3.6 


3.4 


3.8 



6.G 
5.8 
5.8 
4.5 
4.4 

4.0 
5.2 
4.5 
5.3 
3.5 

3.4 

3.6 
3.4 

3.8 
5.6 

4.9 
4.4 
6.7 
6,5 
6.3 

7.0 
6.2 
6.0 
4.5 
5.0 

4.4 
5.9 
5.9 
7.1 
3.9 
5.3 

5.1 



97 

80 
93 
94 

83 

83 
88 
68 
86 
70 

s7 
90 
81 
71 

77 

79 
77 
90 
93 

85 

88 
87 
90 
84 

88 

79 
93 
76 
90 

62 

82 

84 



45 
38 

50 
66 

72 
48 
74 



78 
65 
78 
40 
66 

49 
90 
60 
86 
43 
55 

61 



65 
54 
71 

74 



88 


96 


59 


79 


68 


84 


54 


75 


60 


68 


50 


75 


59 


70 


58 


85 


74 


57 


50 


80 


1 1 


^c: 



94 

73 

82 
74 
70 

69 
72 
70 
72 
67 

62 

67 
58 

64 

72 



69 


73 


71 


65 


85 


83 


79 


76 


86 ! 


75 


86 


84 


88 


80 


89 


86 


82 


69 


65 




83 


! 70 


85 


89 


87 


74 


93 


90 


62 


56 


90 


76 


77 


74 



.1 

4 
5 



8 

9 

10 

11 
12 
13 
14 
15 

16 
17 
18 
19 
20 

21 

22 
23 
24 
25 

26 

27 
28 
29 
30 
31 



Maximum 



am 



Minitnion 



am 



Difl'crrnz 



Luftdrvick .... 
Lufttemperatur 
Absolute Feuchtigkeit 
Relative Feuchtigkeit 



758.3 

15.5 

7.9 

97 



14. 

20. 

18. 

1. 



737.7 

—3.2 

3.2 

38 



25. 

11. 

11. + 13. 

13. 



20.6 

18.7 
4.7 
59 



Grösste tägliche Nieder.schlagshöhe 



11.2 am 28. 



Zahl der heitereu Tage (unter 2,o im Mittel) 

„ „ trüben Tage (über 8,o im Mittel) . 

„ „ Sturmtage (Stärke 8 oder mehr) . 

„ „ Eistage (Maximum unter 0*^) 

„ „ Frosttage (Minimum unter 00) 



Sommertage (Maximum 25, qÜ oder mehr) 




14 


Stiitioi 


i W i e y 1j a 

6 


d c 11 . 








1 

7. 


VI onat 


Tag 


BeiTÖlkung 

0—10 


W i 11 (1 

Richtung und Stärke 
0—12 


7» 2p 


9p 


Tages 

mittel 


7a 2p i 9p 


1 
2 

3 
4 

5 


10 

7 

10 
10 

8 


10 
4 
2 




10 

10 s 
! 





10.0 
7.0 
4.0 
3.3 

2.7 


E 1 
E 2 
E 1 
E 1 
E 2 


E 1 
E 1 

C 
E 2 
E 2 


E 1 
E 1 
E 1 

NE 2 
NE 1 


6 

7 

8 

9 

10 


5 

6 
10 

2 



4 
6 
4 

8 





10 




1.7 
3.0 
7.3 
4.7 
3.3 


NE 1 

E 1 

N 3 

SVV 2 

NW 2 


E 2 
NE 2 
NW 3 
NW 4 

N 2 


C 
N 3 
W 1 
W 8 
N 1 


11 
12 
13 
U 
15 


2 

2 

2 



10 






8 
7 


8 


j 
i 
6 


3.3 

0.7 
0.7 
2.7 

7.7 


N 1 

NW 1 

E 1 

E 2 

8W 2 


N 1 

NW 2 

E 1 

E 1 

8W 4 


N 1 
NW 1 

E 2 

C 

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18 
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10 

10 

8 

6 


6 

7 
8 
2 
6 


10 

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5.7 
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3.3 
4.3 


NW 3 
NW^ 2 
NW 1 
NW 1 
W 1 


NW 6 
NW 2 
NW 1 

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W 4 


NW 4 
NW 2 

C 

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21 
22 

23 
24 

25 


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10 
10 

10 


10 
10 
10 
8 
10 


10 , 
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10 


10 


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5.0 
10.0 


W 1 

SW 1 
SW 1 
SW 1 
8W 2 


SW 3 
SW 1 
SW 1 
SW 1 
SW 4 


SW 1 
SW 1 

c 

SW 1 
SW 6 


26 
27 
28 
29 
30 
31 


10 
5 

10 
4 

10 


8 
10 
10 
10 

5 
10 



10 
10 
10 


10 


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W 2 
NW 1 
NW 2 
NW 1 
NW 4 
NW 2 


W 4 
NW 2 
NW 2 
NW 1 

NW 3 
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W 2 
NW 3 
NW 1 
NW 1 
NW 2 

^^' 1 




7.0 




5.9 


4.G 


5.8 


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2.2 
Mittel 1.8 


1.7 






Zahl 


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1 

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1 


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18 
18 




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März 1902. 



Beobachter Lampe. tr) 

9. 



N i e d e r s c li 1 a 2- 



Höhe?» 
mm 



Form und Zeit 




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2.6 
0.1 i 



7.3 

2.5 



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3.0 ^ n, # ztw. a + p 
1.9 ©n, ®tr. p 

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2.9 j ® 11, @ tr. einz. a 
0.1 l»oi, ztw. a + p 

o!5 ®ii, ®oi^ ztw. a + p 

0.7 , ® boee 2i0-2^'0. ® ztw. p 
4.4 ® n, ® l__n fast unuiiterbr. 
11.2 © boee n, # tr. ztw. p. # 81/^;— n 
2.7 1 % n, #0 oft a, ® fast ununterbr. p- 
9.2 I @n. ©Oztw. a 
0.8 I # tr. von ßi/o p — n 

57.6 IMonatssumme. 



_-ji" p 



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2 
8 
4 
5 



8 

9 

10 

11 
12 
13 
14 
15 

16 
17 

18 
19 
20 

21 
22 
23 
24 



26 
27 
28 
29 
30 
31 



■ 


V^ind- 


Verteilung 


. 




7a 


2p 


9p 


Su 111 nie 


N 


2 


2 


3 


7 


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1 


1 


2 


4 


E 


8 


7 


4 


19 


SK 

svv 


— 




— 


— 


6 


6 


5 


17 


w 


3 





5 


11 


NW 


11 


10 


7 


28 


Still 


— 


2 


5 


n 
i 



tß Station Wiesbaden. 

1. 



Monat 

3. 



Tao- 



6 

8 

9 

10 

11 
12 
13 
14 
15 

16 

17 
18 
19 
20 

21 
22 

2;? 

24 
25 

26 
27 

28 
29 
80 

Monats- 
Mittel 



Luftdruck 

(Raroiiieterstaml auf O** uml Normal- 
schwere reducirt) 700 ^^^ + 



2p 



9P 



Tages- 
mittel 



46.1 


43.8 


42.1 ' 


44.2 


46.4 


47.7 


48.2 


47.0 


46.0 


47.1 


50.1 


52.2 


52.5 


51.8 


50.4 


46.6 


45.9 


48.0 


54.1 


56.1 


57.6 


57.8 


55.9 


55.4 


55.3 


53.7 


52.5 


51.4 


49.8 


48.3 


47.0 


46.7 


47.6 


49.0 


48.6 


48.8 


48.5 


47.5 


49.5 


50.4 


49.5 


48.4 


48.9 


48.5 


50.2 


52.3 


50.8 


50.8 


49.8 


51.0 


52.3 


54.1 


54.1 


54.5 


55.0 


53.6 


53.1 


54.1 


53.4 


55.2 


57.0 


56.2 


55.1 


52.5 


49.0 


47.4 


48.7 


50.2 


51.3 


52.5 


52.2 


52.8 


52.6 


52.0 


51.1 


49.0 


47.2 


47.7 


49.3 


50.1 


51.9 


53.7 


51.3 


51.5 


51.3 


50.9 


52.8 


52.5 


50.8 


48.0 


51.0 


50.5 


50.6 



44.0 

46.1 
47.1 
49.8 
51.6 

46.8 
55.9 
56.4 
53.8 

49.8 

47.1 
48.6 
48.5 
49.4 
49.2 

51.1 
51.0 
54.2 
58.9 
54.2 

56.1 
49.6 
50.1 
52.5 
51.9 

48.0 
50.4 
52.2 
51.5 
50.4 

50.7 



Temperatur- 
Extreme 

(abgelesen 9 p) 



Maxi- 
mum 



Mini- 
mum 



Diffe- 
renz 



15.3 
13.8 
10.6 
12.7 
10.1 

11.9 
10.1 
9.9 
12.4 
15.4 

16.5 
16.1 
20.4 
18.3 
19.2 

15.2 
13.1 
16.6 
19.6 

20.6 

r.).6 

21.2 

16.2 
20.2 
15.4 

16.2 
14.0 
13.0 
13.0 
12.5 

15.3 



5.4 
8.7 
4.6 
5.5 



3.6 

4.1 

-0.3 

2.6 
7.8 

9.2 

9.1 

5.1 

11.4 

10.9 

6.2 
6.8 
7.9 
6.1 
9.7 

11.2 

7.0 

11.5 

10.5 

9.0 

6.4 
6.8 
2.0 
3.6 
3.8 

6.7 



9.9 
5.1 
6.0 
7.2 

4.8 

8.8 
6.0 
10.2 
9.8 
8.1 

7.3 

7.0 

15.3 

6.9 
8.3 

9.0 

6.8 

8.7 

13.5 

10.9 

8.4 

14.2 

4.7 

9.7 
6.4 

9.8 

7.2 

11.0 

9.4 

8.7 

8.6 



P E N T A D E N - U B E R S 1 C H T 



Luft- 



7.9 
9.5 
5.4 
6.5 
6.0 

6.2 

4.7 
3.0 
4.6 

8.0 

10.1 
10.7 
6.4 
12.2 
12.1 

7.0 

7.7 

9.1 

10.3 

10.9 

13.4 
9.7 
12.4 
12.1 
13.1 

9.3 
9.0 
:'..4 
6.2 
6.4 

8.4 



2p 



13.3 
13.2 
10.1 
12.5 
9.4 

7.7 

9.8 

8.7 

11.9 

15.0 

15.9 
15.8 
20.2 
16.S 
19.0 

14.9 
11.6 
16.0 
18.9 
20.3 

19.1 
20.8 
13.1 
19.7 
14.0 

15.7 
13.5 
12.1 
12.6 
11.1 

14.4 



P (' n fade 


Luftdruck 


Lufttemperatur 


Bewö 


[ k u n g 


Xiederschlaj 




Summt! Mittet 


Summe Mittel 


Summe 


Mittel 


Suuniie 


1.— 5. April 


238.6 i 47.7 


44.8 ! 9.0 


3.5.4 


7.1 




6.-10. „ 


262.7 : 52.5 


37.6 


7.5 


22.3 


4.5 


3.4 


11.-15. ,. 


242.8 48.(5 


65.9 


13.2 


28.7 


O.l 


4.2 


16.-20. „ 


264.4 


52.9 


60.8 


12.2 


20.3 


4.1 


0.7 


21.-25. „ 


260.2 


52.0 


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13.8 


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26. -30. „ 


252.5 


50.5 


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3.1 


I... 



April 1902. 



Beobachter Lampe. 17 

5. 



temperatur 



9p 



Tages- 
mittel 



10.5 
9.2 
7.9 
7.9 
7.1 

4.3 
4.6 
4.4 
9.4 
12.9 

12.2 
10.2 
13.2 
14.1 
12.(3 

9.ß 
10.7 
10.0 
13.8 
13.9 

12.3 
lfi.2 
12.0 
15.0 
9.0 

10.8 
6.8 
7.3 

7.5 
10.3 

10.2 



Absolute Feuchtigkeit 



■2p 



9P 



Tages- 
mittel 



Relative Feuchtigkeit 



7a 



2p 



9p 



Tages- 
mittel 



Ta? 



10.6 


6.6 


8.1 


8.0 


7.6 


83 


72 


85 


80 


10.3 


7.1 


4.7 


4.6 


5.5 


80 


41 


53 


58 


7.8 


5.0 


6.0 


7.2 1 


6.1 


75 


65 


90 


77 


8.7 


4.7 


3.7 1 


4.8 


4.4 


65 


34 


60 


53 


7.4 


5.0 


5.2 ! 


6.1 


5.4 


72 


59 


81 1 


71 


5.6 


5.6 


4.1 


5.2 


5.0 


79 


53 


84 


72 


5.9 


4.5 


3.3 


4.2 


4.0 


70 


37 


67 


58 


5.1 


3.7 


4.1 


4.4 


4.1 


64 


49 


70 


61 


8.8 


4.1 


4.4 


4.4 


4.3 


65 


43 


50 ■ 


53 


12.2 


5.1 


5.9 


6.2 1 


5.7 


63 


47 


56 


55 


12.6 


6.8 


7.3 


9.4 1 


7.8 


74 


55 


90 l 


73 


11.7 


8.5 


9.9 


8.4 


8.9 


90 


74 


91 


85 


i 13.2 


6.7 


7.2 


9.3 


7.7 


63 


41 


83 


62 


1 14.3 


8.7 


9.8 


9.3 


9.3 


83 


69 


78 


77 


14.1 


8.4 


8.9 


6.9 i 


8.1 


80 


54 


63 


66 


' 10.3 


4.9 


5.1 


5.7 


5.2 


66 


41 


64 


57 


10.2 


5.3 


7.0 


7.8 


6.7 


68 


69 


82 


73 


11.3 


7.0 


6.0 


5.6 


6.2 


81 


45 


61 


, 62 


14.2 


5.8 


7.3 


8.9 


7.3 


63 


45 


76 


i 61 


14.8 


8.5 


10.0 


10.0 


9.5 


89 


56 


85 


77 


14.3 


9.2 


7.6 


7.9 


8.2 


81 


47 


74 


67 


15.7 


n r- 

i. i 


8.2 


9.1 1 


8.3 


86 


45 


66 


66 


12.4 


8.6 


8.9 


9.3 


8.9 


80 


80 


90 


83 


15.4 


6.5 


5.9 


9.3 


7.2 


62 


35 


73 


57 


11.3 


8.6 


7.7 


7.5 


7.9 


77 


65 


88 


77 


11.6 


6.9 


7.1 


6.3 


6.8 


79 


54 


65 


66 


9.0 


4.7 


4.1 


3.4 


4.1 


54 


36 


46 


1 45 


7.5 


2.8 


3.4 


3.4 


3.2 


49 


33 


45 


1 42 


8.4 


3.2 


2.9 


4.0 


3.4 


45 


27 


52 


41 


! 9.5 


5.2 


5.0 


5.5 


5.2 


72 


51 


59 


61 


10.8 


6.2 


6.3 


6.7 


6.4 


72 


51 


71 


65 



8 

9 

10 

11 
12 
13 
14 
15 

16 

17 
18 
19 
20 

21 
22 

23 
24 
25 

26 

27 
28 
2V) 
30 





Ma.rinnoH \ am 


MillilUlllll CDU 


Dijferpnz 


Luftdruck 

Lufttemperatur 
Absolute Feuchtigkeit . 
Relative Feuchtigkeit 


757.8 8. 
21.2 22. 
10.0 20. 
91 12. 


742.1 
—0.3 

2.8 
27 


1. 

8. 
28. 
29. 


15.7 

21.5 

7.2 
64 


Grösste tägliche Niedersehlagshohe '• 4.9 am 21. 


Zahl der heiteren Tage ( 
„ „ trüben Tage (ül 
„ „ Sturmtage (Star 
„ „ Eistage (Maximi 
„ „ Frosttage (Mini 
„ Sonimertage (M 


anter 2,o im Mittel) 

3ev 8,0 im Mittel) 

ke 8 oder mehr) 


5 
5 


num unter 0") 

iximum 25,oO oder mehr) . 




1 





Jahrb. il. nass. Ver. f- Niit. 56. Jlotcorol. lieohacbt. 



18 


Station Wiesba 

6 


den. 








Monat 

7. 




Bewölkung 




Wind 

Eiclituug und Stärke 


Tag 


0—10 




0-12 




7a 


2p 9p 


Tages- 


7a 


2P ' 


9p 








mitte! 








1 


8 


10 10 


9.3 


iSW 1 


SW 2 


(J 


s) 


10 


2 2 


4.7 


SW 2 


NW 2 


G 1 




10 


10 


10 


10.0 


c 


NW 1 


NW 2 


4 


s ■ 


6 





4.7 


W 3 


W 4 


W 2 


5 


10 


10 





6.7 


SW 2 


SW 3 


SW 1 


G 


10 


10 


10 


10.0 


C 


W 6 


W 3 


7 


() 








0.0 


NW 2 


NW 4 


N 3 


8 


3 


4 





2.3 


NW 3 


NW 3 


N 2 


9 


2 





10 


4.0 


NE 1 


NE 3 


NE 3 


10 


8 


2 


8 


6.0 


NE 2 


NE 3 


NE 2 


11 


10 


4 


10 


8.0 


NE 1 


NE 2 


G 


12 


7 


10 





5.7 


G 


NE 2 


G 


13 


2 


2 


10 


4.7 


C 


NE 2 


NW 3 


14 


6 


4 


5 


5.0 


NW 1 


N 3 


NE 3 


15 


6 


6 


4 


5.3 


NE 3 


NE 4 


E 4 


16 


2 


2 


1 


1.7 


NE 4 


E 4 


E 1 


17 


9 


10 


9 


9.3 


G 


E 2 


C 


18 





4 





1.3 


E 2 


E 2 


c 


19 


2 


4 


2 


2.7 


E 2 


E 4 


c 


20 





8 


8 


5.3 


E 1 


E 1 


c 


21 


6 


5 


3 


4.7 


SW 1 


SW 2 


SW 1 


22 


1 


4 


6 


3.7 


C 


S 3 


SE 1 


23 


10 


10 


10 


10.0 


E 1 


E 3 


E 1 


24 


2 


3 


10 


5.0 


NE 1 


NE 2 


NW 3 


25 


10 


10 





6.7 


N 2 


N 3 


N 1 


26 


8 


6 


6 


6.7 


NE 1 


NE 3 


NE 4 


27 


7 








2.3 


NE 3 


NE 4 


NE 6 


28 








0.0 


NR 6 


NE 5 


NE 4 


29 











0.0 


NE 2 


N 3 


N 3 


30 





10 


10 


6.7 


N 1 


N 2 


W 3 




5.2 


5.2 


4.8 


5.1 


1.6 


2.9 


1.9 
















Mittel 2.1 








Zahl 


il e r T a g 


e mit: 






NiederMchlagsiiiessuiigL 


n init mel 


ir als 0,2 mm . . 


9 








NiedersclüciLr . . . 




. (®->f A A) 


14 








Regen ... 






14 








Sclinee 




'.'.'.'. (^) 


— 








Hagel 


• • 


■ • . • (A) 


— 








Graupeln 


. 


.... [S\) 


— 








Tau 




. . . .[^) 


6 








1 
( 


Jeif 




. . . ( 




— 






Jlatteis 




• • . . V 

. . . . ( 








Nebel 




. . . . {=) 


— 








Gewitter 


• • • 1 


nah 1 .. fern T) 


1 








Wetterleucliteii . . 




. . . . (•:) 







April 1902. 



Beobachter I;ainpe. ^9 

9. 



Niederschlag 



Hülie 7a 

III iit 



Form und Zeit 



I Höhe 
! der 
Schnee- 
I decke 
in cm 

7a 



Bemer- 
kungen 






0.3 



3.1 
0.1 

0.0 
3.3 



0.1 

0.5 
0.2 
3.5 



tr. II2— l'^A, #"ztw. p 

n, % tr. eiiiz. a 

11, ® tr. einz. a + p 

tr. ztw. a. @ oft p 



@ tr. a, ® tr. ztw. p 
@ tr. 11, ®Cztw. p 
-^®0v.83/4p-n 



I 



0.7 I ^:^ ' 

— I # tr. 2-«-3o^ ® 1 7i/4-8;^/4 p 
4.9 ! m n 



0.1 
8.5 

1.5 



1 11, @0a + % tr. p fast uimntcrbrocheii 
)Ozt\v. a 



21.8 Monatssummc. 



(r:i2i'2-3";4, 
( 07-81/4P 



1 

2 

3 
4 
5 

6 

7 

S 

9 

10 

11 

l'J 

i:; 
u 

15 

16 
17 

18 
19 

20 

21 

22 
23 
24 
25 

26 

27 
28 
29 
30 





Wind 


Verteilung 






7a 


2p j 9p 


Summe 


N 


2 


4 


4 


10 


^^E 


10 


10 


6 


26 


E 


4 


6 


3 


13 


SE 


— 


— 


1 


1 


S 


— 


1 


— 


1 


sw 


4 


3 


2 


9 


w 


1 


2 


3 


6 


NW 


3 


4 


3 


10 


Still 


6 


— 


8 


14 



20 Station W i e s b a d o n. 

1. 



Monat 



Tac 



Luf tdrnck 

(Barometerstand auf " und Normal- 
schwere reducirt) 700 i"m + 



7a 



2p 



9p 



Tages- 
mittel 



Temperatur- 
Extreme 

(abgelesen 9 p) 



Maxi- 
mum 



Mini- 



Diffe- 
renz 



Luft- 



2p 



1 
2 
3 
4 
5 

6 
7 
8 
9 
10 

11 

12 
13 
14 
15 

16 

17 
18 
19 

20 

21 
22 
23 
24 
25 

26 

27 
28 
29 
:!0 
31 

Monats- 
Mittel 



42.8 


39.7 


43.1 


41.9 


4R.4 


48.3 


48.3 


47.7 


46.5 


46.1 


45.9 


46.2 


47.1 


48.4 


49.8 


48.4 


51.6 


52.0 


52.1 


51.9 


51.6 


53.4 


54.7 


53.2 


54.9 


54.0 


54.9 


54.6 


54.3 


53.2 


52.9 


53.5 


51.3 


49.4 


50.0 


50.2 


50.7 


50.0 


50.3 


50.3 


50.4 


49.6 


50.0 


50.0 


49.4 


48.0 


48.3 


48.6 


47.6 


47.1 


48.1 


47.6 


49.0 


48.5 


49.2 


48.9 


49.5 


49.2 


48.3 


49.0 


45.2 


43.1 


45.4 


44.6 


41.3 


39.5 


38.9 


39.9 


38.5 


38.5 


41.2 


39.4 


41.4 


41.6 


43.6 


42.2 


45.5 


47.2 


49.5 


47.4 


52.3 


54.2 


56.9 


54.5 


59.1 


59.3 


58.5 


59.0 


58.5 


59.1 


60.2 


59.3 


61.5 


61.5 


61.1 


614 


61.1 


60.0 


60.1 


60.4 


60.4 


59.0 


58.0 


59.1 


56.6 


53.8 


52.4 


i 54.3 


51.S 


49.3 


48.4 


49.8 


49.3 


48.7 


48.9 


49.0 


49.S 


48.4 


47.5 


48.6 


49.0 


47.9 


47.1 


48.0 


50.5 


49.9 


50.4 


50.3 



12.4 
12.8 
12.6 
14.0 
12.6 

9.5 
10.5 
11.4 
13.3 
13.4 

13.4 
12.7 
11.9 
10.0 
12.0 

16.0 
13.5 
12.7 
13.6 
12.2 

14.0 
12.2 
15.8 
11.6 
19.(i 

16.8 
21.7 
25.0 
27.0 
25.4 
27.7 

15.1 



4.8 
3.9 
f--.6 
4.6 
5.4 

3.8 
2.9 
0.0 

3.4 

5.6 

2.4 
2.1 
4.0 
.2.4 
0.2 

6.8 
8.9 
7.3 
5.1 

5.7 

7.6 
6.2 
4.4 
8.8 
10.1 

6.6 

9.4 

8.B 

11.3 

12.6 

14.7 

6.0 



7.6 
8.9 
6.0 
9.4 
7.2 

5.7 

7.6 

11.4 

9.9 

7.8 

11.0 

10.6 

7.9 

7.6 

11.8 

9.2 
4.6 
5.4 

S.5 
6.5 

6.4 

6.0 

11.4 

2.8 

9.5 

10.2 
12.3 
16.7 

15.7 
12.8 
13.0 

9.1 



PEN T A D E N - Ü E E R 8 I H T 



8.2 
5.7 
9.4 
7.9 
6.7 

6.3 
4.0 
3.4 
6.9 
8.1 

6.5 
5.8 
6.5 
4.3 
2.4 

?.7 
11.9 

8.2 
7.7 
7.5 

8.7 

8.8 

7.3 

10.3 

12.0 

9.6 
11.0 
12.3 
15.4 
16.5 
17.6 

8.6 



9.9 
11.4 
10.3 
12.1 

11.0 

7.8 

9.3 

8.7 

12.8 

13.2 

11.5 
11.6 
11.:". 

1(».0 
10.8 

15.5 
12.0 
9.7 
13.2 
11.6 

13.9 
10.7 
13.9 
10.4 
18.4 

15.9 
21.:'. 
24.4 
26.5 
24.9 
27.4 

13.9 





Luftdruck 


Lufttem 


peratur 


B 6 w ö ] 


k u n g 


Niedersolilayr 


P p n t ad e 
















Summe j Mittel 


Snuime 


Mitti-I 


Summe 


Mittel 


Suninu' 


1.— 5. Ma 


2:36.1 ' 47.2 


41.3 


8.3 


35.3 


7.1 


17.2 


6.-10. „ 


261.8 .52.4 


;35.5 


7.1 


21.4 


4.3 


6.8 


11.-15. , 


244.1 4S.S 


36.5 


7.3 


33.8 


6.8 


9.2 


16.-20. „ 


213.5 42.7 


49.3 


9.9 


39.0 


7.8 


n.T 


21.-25. , 


294.6 5s.i) 


54.1 


10.8 


36.4 


7.3 


5. 1 


26.-:^0. „ 


260.8 52.2 


S4.2 


16.8 


20.7 


4.1 


(1.0 



Mai 1902. 



Beobachter L a iii p e. 
5. 



21 



temperatur 



9p 



Tages- 
mittel 



Absolute Feuchtigkeit 



9 p 



Tages- 
mittel 



Relative Feuchtigkeit 



'2 p 



Op 



Tagps- 
mittel 



La? 



4.8 
7.1 

88 
8.1 
7.8 

3.8 
4.6 
5.9 

8.3 
8.2 

6.0 
8.0 
5.5 
4.8 

8.8 

10.0 
10.3 

8.4 
7.8 
9.3 

8.7 

7.6 

10.6 

10.4 

13.5 

12.5 
13.7 
16.4 
18.5 
18.4 
21.7 

9.6 



6.9 

7.8 
9.8 
9.0 
8.3 

5.4 

5.6 
6.0 
9.1 
9.4 

7.5 

84 

7.2 
5.7 

7.7 

11.0 

11.1 

8.7 

9.1 

9.4 

10.0 
8.7 
10.6 
10.4 
14.4 

12.6 
14.9 
17.4 
19.7 
19.6 
22.1 

10.4 



6.3 

5.2 
7.3 

6.7 
5.2 

5.5 
4.9 
4.9 
5.3 
4.6 

5.3 

5.6 
6.3 

4.6 

5.0 

7.5 
8.1 
6.8 
6.1 
6.0 

6.9 

5.8 
6.0 
8.1 
9.4 

6.6 

8.2 

9.0 

10.8 

11.2 

11.4 

68 



6.3 


5.3 


5.0 


5.8 


7.5 


7.6 


5.9 


6.5 


4.7 


5.6 


5.2 


5.4 


3.9 


5.2 


5.2 


5.6 


5.0 


5.3 


4.2 


5.5 


4.6 


5.5 i 


6.1 


6.6 1 


5.5 


5.4 


5.1 


5.2 


4.4 


7.0 


7.8 


7.7 


8.2 


8.1 


6.4 


6.5 


5.9 


6.5 


6.1 


6.2 


6.8 


6.2 


5.4 


5.7 


6.9 


7.5 


8.6 


9.0 


9.8 


8.5 j 


0.7 


7.9 '■ 


9.4 


9.!) 


10.7 


10.6 


11.9 


10.9 ii 


10.7 


11.6 :: 


12.8 


11.3 


6.9 


7.1 



6.0 
5.3 
7,5 
6.4 

5.2 

.^4 
4.7 

5.2 

5.2 

4.8 

5.1 
6.1 

5.7 
5.0 
5.5 

7.7 
8.1 
6.6 
6.2 
6.1 

6.6 
5.6 
6.8 
8.6 
9.2 

7.1 
9.2 
10.1 
11.2 
11.2 
11.8 

6.9 



78 
76 

83 
85 

72 

78 
80 
88 

72 
57 

74 
82 
87 
74 
91 

89 
79 

83 

77 
77 

83 
68 
79 
88 
91 

74 

83 
86 
83 
80 
76 

80 



69 


82 


76 


49 


77 


67 


79 


91 


84 


56 


81 


74 


48 


71 


64 


65 


90 


78 


44 


82 


69 


61 


81 


75 


49 


65 


62 


37 


67 


54 


46 


79 


66 


59 


82 


74 


55 


80 


74 


56 


84 


71 


46 


83 


73 


59 


84 


77 


79 


88 


82 


71 


79 


78 


52 


82 


70 


59 


71 


69 


58 


74 


72 


56 


73 


66 


58 


79 


72 


92 


96 


92 


62 


74 


76 


50 


73 


66 


51 


86 


73 


47 


76 


70 


47 


69 


66 


46 


74 


67 


47 


59 


61 


57 


78 


72 



1 

2 
3 
4 
5 

6 

7 

8 

9 

10 

11 
12 
18 
14 
15 

16 
17 
18 
19 

20 

21 
22 
23 
24 
25 

26 
27 
28 
29 
30 
31 



Maximum 



am 



MinÜHum 



am 



Differenz 



Luftdruck .... 
Lufttemperatur 
A.bsolute Feuchtigkeit 
Relative Feuehtiskeit 



761.5 
27.7 
12.8 

96 



24 
31 
31 

24 



788.5 
0.0 
3.9 

37 



18. 

8. 

7. 
10. 



23.0 

27.7 
8.9 
59 



Grösste tägliche Niederschlcagshöhe 



7.4 am 4. 



Zahl der heiteren Tage (unter 2,o im Mittel) 
„ „ trüben Tage (über 8,o im Mittel) . 
„ „ Sturmtage (Stärke 8 oder mehr) . 
„ „ Eistage (Maximum unter 0^) . . 
, „ Frosttage (Minimum unter 00) . . 
" ,. Sommertage (Maximum 25,0" oder mehr 





















22 


Station Wiesbaden. 

0. 




Monat 

7. 


» 






Bewö 


Ikung 




Wind 

Kichtung und Stärke 




Tag 




0- 


-10 




0-12 




7a 


2p 


9p 


Tages 


7a 


2p 9p 












mittel 








1 


8 


10 





0.0 


SW 2 


NW 3 


NW 2 




2 


6 


4 


10 


6.7 


W 3 


NW 3 


NW 1 




3 


10 


10 


10 


10.0 


SW 2 


W 3 


SW 1 




4 


10 


6 





5.3 


SW 1 


W 3 


NW 2 




5 


6 


6 


10 


7.3 


W 3 


W 3 


W 1 




6 


6 


8 





4.7 


W 3 


NW 2 


NW 2 




7 


6 


6 





4.0 


NW 1 


W 2 


NW 2 




s 


1 


8 





3.0 


N 2 


N 3 


N 1 




<) 


6 


4 


4 


4.7 


N 2 


NE 3 


NE 3 




lU 


1 


6 


8 


5.0 


NE 3 


N 2 


NW, 2 




11 


6 


5 





3.7 


NW 2 


NW 3 


NW 1 




12 


8 


8 


10 


8.7 


N 2 


W 2 


SW 2 




18 


10 


6 


8 


8.0 


W 2 


W 4 


W 3 




U 


H 


8 





4.7 


NW 2 


N 2 


C 




15 


10 


6 


10 


8.7 


NW 1 


W 3 


W 1 




Ki 


10 


6 


10 


8.7 


SW 1 


SW 5 


SW 2 




17 


10 


10 


10 


10.0 


SW 4 


SW 2 


SW 1 




IS 


10 


6 


6 


7.3 


SW 2 


W 4 


W 2 




1!) 


9 


4 


2 


5.0 


NW 1 


NVn^ 2 


NW 1 




20 


8 


8 


8 


8.0 


W 1 


W 3 


^V 2 




21 


9 


8 


10 


9.0 


W 2 


NW 2 


N 1 




22 


6 


8 


6 


6.7 


N 2 


NW 2 


C 




23 


6 


8 





4.7 


NW 1 


NW 2 


C 




24 


10 


10 


10 


10.0 


NW 1 


SW 2 


c 




25 


8 


10 





6.0 


C 


C 


NW 3 


2fi 


2 


8 


10 


6.7 


NW 3 


NW 2 


C 




27 


fi 


6 





4.0 


C 


S 2 


SW 2 




2H 


4 


2 





2.0 


SW 1 


SW 2 


SW 1 




29 


2 


2 





1.3 


c 


SW 2 


N 2 




30 


6 


8 


6 


6.7 


SE 1 


ÖE 2 







31 


2 


6 


8 


5.3 


E 2 


NE 2 


E 2 






6.7 


6.8 


5.0 


6.2 


1.7 


2.5 
Mittel 1.9 


1.4 





Zahl der Ta^e mit: 

Niederschlagsmessungen init melir als 0,2™™ . . 

Niederschlag ((^ ^ A .^.) 

Kegen (@) 

Schnee (^1 

Hagel (A) 

Graupeln (A) 

Tau (^) 

lieif {^\ 

«ilatteis (s\s) 

Nebel ( = ) 

Gewitter (nali K, fern f) 

Wetterleucliteii ( <) 



16 

21 

21 

1 

3 

3 
1 



Mai 1902. 



Beobachter Lampe. 



23 



8. 



Niederschlag 



Höhe 7a 
min 



Form und Zeit 



I Höhe 
I der 
Schnee- 
decke 
in cm 

7 a 




1.7 @ 11. QOztw. a, A0 155— 2 p, ®ioftp 
5.<) © n. ^ tr. a + p ztw. 

0.7 ® n, ® 1 schauer oft a, @ u. A^ sclianer 1 - l-'^/i, @ '* oft p— u 

7.4 ® n, @ 1 + ztw. a + oft p 

1.8 ' # tr. einz. a, ® >> S^o p— n 

2.0 ®Ti, %^ oft a + p 

4.6 ® n, @ tr. a 

0.1 ^o^tr. p 

0.1 — 



0.0 ! 
2.6 I 
4.0 
2.6. 

1.5 

4.8 
3.4 

2,0 i 
0.0: 

0.1 
0.4 
0.0 
0.2 
5.0 

0.0 



® tr. n, ^ u. A' 12-''''— II'' p. g 

®n. #0+ II— lli/aa 

@ tr. a + j) 

^-t-®ii, ®oi, @tr.p 

# n, ® tr. einz. a + P 

# n, ® oft a + p 

@ n. @ schauer zw. I — IE oft, 
® tr. einz. zw. 8 — 81/4 p 
® tr. einz. a + p 

® n, ®o schauer einz. a + p 
einz. ® tr. a 4- P 

@n, #oi_ll, ®tr. oftp— n 
@ n, ® tr. einz. a -)~ P 



V. S3/4P— n 



>0n 



50.6 n/lonatssumme. 



To 41/2— 5 p 



■ 


^V i n d - 


^' e r t e i I u n 






7-1 


2p I 9p 


Summe 


N 


4 


3 


3 


10 


NE 


1 


2 


1 


4 


E 


1 


— 


1 


2 


SK 


1 


1 


— 


2 


S 


— 


1 


— 


1 


s\v 


7 





6 


18 


w 


6 


9 


5 


20 


NW 


8 


9 


9 


26 


Still 


3 


1 


6 


10 



1 

9 

3 
4 

5 

f. 
7 
8 
9 
10 

11 
12 
13 
14 
15 

16 
17 

18 
19 
20 

21 

22 
23 
24 
25 

26 
27 
28 
29 
30 
31 



24 Station Wiesbaden. 

1. 



Monat 

3. 



Tajj 



Luftdruck 

(Barometerstand auf 0" und Normal- 
schwere reducirt) TOümm -j- 



7a 



2P 



9P 



Tages- 
mittel 



Temperatur- 
Extreme 

(abgelesen 9p) 



Maxi- 
mum 



Mini- 
mum 



Diffe- 
renz 



Luft- 



2p 



1 


47.3 


48.4 


49.7 


2 


52.4 


52.2 


52.7 


a 


53.3 


52.3 


51.9 


4 


52.6 


50.5 


51.2 


5 


53.2 


53.5 


54.0 


6 


52.2 


49.4 


47.6 


7 


43.8 


41.9 


41.2 


8 


408 


41.8 


43.0 


9 


43.9 


43.8 


44.4 


10 


44.6 


44.7 


47.0 


11 


49.2 


47.8 


47.7 


12 


46.9 


44.7 


42.6 


13 


43.7 


44.2 


45.9 


14 


47.1 


46.8 


47.2 


15 


47.9 


47.3 


48.4 


16 


49.6 


48.8 


49.2 


17 


50.0 


50.3 


51.6 


18 


53.4 


53.6 


54.0 


19 


53.1 


50.5 


48.1 


20 


45.9 


44.0 


45.7 


21 


49.3 


50.9 


53.6 


22 


55.9 


56.3 


57.1 


23 


57.4 


57.7 


57.2 


24 


57.7 


57.4 


56.9 '! 


25 


58.5 


57.3 


57.3 ; 


26 


57.9 


57.1 


57.4 


27 


60.1 


59.1 


58.6 


28 


58.7 


56.2 


54.3 


29 


53.2 


52.2 


53.0 


30 


53.9 


51.5 


49.5 


Monats- 








Mittel 


51.1 


50.4 


50.6 



48.5 
52.4 
52.5 
51.4 
53.6 

49.7 
42.3 
41.9 

44.0 
45.4 

48.2 
44.7 
44.6 
47.0 
47.9 

49.2 
50.6 
53.7 
50.6 
45.2 

51.3 
56.4 
57.4 
57.3 

57.7 

57.5 
59.3 

56.4 

52.8 
51.6 

50.7 



28.5 
30.7 
30.7 
28.4 
21.0 

21.0 
16.7 
14.5 
17.4 
16.4 

17.8 
21.8 
19.0 
17.2 
17.0 

16.5 
18.0 
16.3 
21.1 

22.8 

18.4 
22.6 
22.0 
22 5 
21.2 

23.5 
25.7 
2S.5 
30.9 
30.0 

21.9 



16.0 
14.7 
17.5 
17.4 
15.1 

12.3 
12.2 

9.7 

10.1 

9.4 

5.9 

6.9 

12.6 

10.2 

9.1 

5.2 

5.9 
11.6 

9.9 
10.1 

12.9 
10.0 
11.1 
11.6 
12.6 

11.4 
13.9 
15.5 
16.6 
19.4 

11.9 



12.5 
16.0 
13 2 
11.0 
5.9 

8.7 
4.5 

4.x 
7.3 
7.0 

11.9 

14.9 

6.4 

7.0 

7.9 

11.3 
12.1 
4.7 
11.2 
12.7 

5.5 
12.6 
10.9 
10.9 

8.6 

12.1 
11.8 
13.0 
14.3 
10.6 

10.0 



P E N T A D E N - 1' B E R S I C H T 



i;).3 

18.4 
22.2 
21.4 
15.5 

15.9 
14.5 
1U.5 
11.6 
11.3 

9.2 
11.1 
14.ti 
12.0 
11.3 



13.2 
14.2 
15.5 
16.5 
15.4 

16.0 
16.7 
20.7 
21.2 
20.8 

15.0 



27.6 

30.3 
30.5 
28.:r 
20.4 

19.5 
14 9 
13.5 
16.6 
16.0 

16.8 
21.0 

1.S.I 

16.7 
16.5 



9.2 


14.4 


10.2 


17.7 


1-2.5 


16.1 


13.8 


20.8 


14.8 


22.5 



15.7 
21.1 
20.4 
21.7 
20.9 

-23.1 
25.1 
28.3 
29.8 •■ 
29.61 

21.1 



P e 11 t a (1 c 


Luftdruck 


Luttteniperatur 


Bewö 


l k u 11 g 


Niederschi. 


Summe Mittel 


Summe 


Mittel 


Summe 


Mittel 


Summe 


31. Mai— 4. Juni 


252.8 , 50.0 


114.8 


23.0 


14.0 


2.8 





5.- 9. , 


231.5 ! 46.3 


72.6 


14.5 


42.4 


8.5 


14.2 


10.— 14. , 


229.9 1 46.0 


69.2 


13.8 


33.6 


6.7 


7.6 


15.— 19. .. 


252.0 


50.4 


66.5 


13.3 


30.7 


6.1 


7.1 


20.-24. , 


267.6 


53.5 


84.9 


17.0 


26.9 


5.4 


9.4 


25. 29. , 


2N3.7 


56.7 


ll)2.'.l 


20.6 


5.0 


1.0 


" 



Juni 1902. 



Beobachter Lampe. 25 

5. 



j temperatiir 



9P 



Tages- 
mittel 



Absolute Feuchtigkeit 



7a 



2P 



9p 



Tages- 
mittel 



Relative Feuchtigkeit 



7a 



2p 



9p 



Tages- 
mittel 



latr 



19.8 
22.7 
28.6 
20.3 
16.3 

16.1 
12.2 
11.9 
12.3 
11.5 

10.9 
17.1 

12.6 

12.6 

9.5 

11.3 
14.1 
13.3 
13.5 
17.3 

14.2 
16.4 
IS.l 
16.1 
15.1 

18.3 
18.5 
21.8 
23.5 
23.4 

16.1 



21.6 
23.5 
25.0 

22.6 
17.1 

16.9 
13.4 
12.0 
13.2 
12.6 

12.0 
16.6 
14.5 
13.5 
11.7 

11.6 

14.0 
13.8 
15.4 

18.0 

14.3 
17.0 
18.0 
17.6 
16.6 

18.9 
19.7 
23.2 
24.5 
24.3 

17.1 



11.8 
12.4 
12.8 
11.7 
10.9 

8.4 
10.6 

8.5 
7.8 
7.9 

6.6 
7.4 
10.6 
8.6 
8.8 

7.2 
8.2 
9.0 
10.0 
8.9 

10.4 
10.6 
11.1 
11.5 
9.0 

8.5 

8.5 

11.0 

11.6 

12.7 

9.8 



9.5 
1.3.1 
11.1 
10.8 

8.4 

7.8 
11.2 
7.9 
7.4 
7.4 

6.5 

9.3 

9.4 
7.6 
7.6 

8.1 
8.3 
9.3 
10.0 
9.1 

11.0 
10.4 
11.9 
10.7 
9.0 

8.9 
9.8 

10.3 
9.9 

12.2 

9.5 



11.8 
16.6 
11.6 
18.6 
9.0 

7.9 

8.8 
8.0 
86 
6.8 

7.5 

10.4 

10.0 

8.6 

7.6 

8.9 
9.1 
9.8 
8.4 
10.8 

10.8 
11.6 
11.7 
11.3 

9.2 

8.7 
10.9 
11.2 
13.8 
12.6 

10.2 



11.0 
14.0 

11.8 

12.0 

9.4 

8.0 
10.2 
8.1 
7.9 
7.4 

6.9 

9.0 
10.0 

8.3 
7.8 

8.1 

8.5 
9.4 
9.5 
9.4 

10.7 
10.9 
11.6 
11.2 
9.1 

8.7 

9.7 

10.8 

11.6 

125 

9.8 



71 

79 
64 

62 

83 

62 

87 
91 

77 
79 

76 

75 
86 
88 
83 

83 
89 
85 
86 
71 

93 

88 
85 
82 
69 

68 
60 
61 
62 
70 

77 



35 
41 
34 

38 
47 

46 
89 
69 
53 
55 



46 


77 


51 


72 


61 


93 


54 


80 


55 


87 


66 


89 


56 


76 


68 


87 


56 


73 


45 


70 


83 


91 


56 


83 


67 


75 


56 


83 


49 


72 


42 


56 


41 


69 


36 


58 


32 


62 


39 


64 


52 


.74 



69 
81 
54 

77 
65 

59 
84 

77 
82 
68 



58 
67 
51 
59 
65 

56 
87 
79 
71 
67 

66 
66 

80 
72 
75 

79 
74 
80 
72 
62 

89 

76 
76 
74 
63 

54 

57 
52 
52 
58 

68 



1 

2 
3 
4 

5 

6 

7 

S 

9 

10 

11 

12 
13 
14 
15 

16 
17 

18 
19 

20 

21 

22 
23 
24 

25 

26 

27 
28 
29 
30 



Ma. 



rtniuDi. 



am 



MiitinnitH 



am 



D/'ff'cirii: 



Luftdruck .... 
Lufttemperatur 
Absolute Feuchtigkeit 
'■ Belative Feuchtigkeit 



760.1 
30.9 
16.6 
93 



27. 
29. 
2. 
13.+21. 



740.8 
5.2 
6.5 
32 



8. 
16. 
11. 
29. 



19.3 
25.7 
10.1 
59 



Grösste tätliche Niederschlasshöhe 



10.8 am 8. 



Zahl der heiteren Tage (unter 2,o im Mittel) . 
trüben Tage (über 8,o im Mittel) . 
Sturmtage (Stärke 8 oder mehr) . 
Eistage (Maximum unter 0^) 
Frosttage (Minimum unter 0^) ... 
Sommertage (Maximum 25.0^ oder mehr) 



7 
6 



Jahrb. d. nass. Ver. f. Nat. 56. Metuorol. Beobacht. 



26 


Statior 


1 W i e s b a 

6 


den. 








Monat 

7. 




Bewölkung 




Wind 

Eichtung und Stärke 


Tag 


0—10 




0—12 




7a 1 2P 


9P 1 


Tages- 


7a 1 2p 


9p 








rnfttfl 






1 


1 


2 


1 


1.3 


SE 1 


SE 2 


SE 1 


2 


2 


3 





1.7 


C 


C 


C 


3 


1 


8 


1 


1.7 


NE 1 


NE B 


NE 2 - 


4 


(1 


4 


8 


4.0 


NE 2 


NE 2 


NW 4 


5 


10 


8 


fi 


8.0 


W 2 


NW 3 


C 


6 


4 


9 


11) 


7.7 


SW 3 


W 3 


SW 1 


7 


10 


10 


6 


8.7 


SW 2 


SW 8 


SW 1 


8 


10 


8 


10 


9.3 


SW 2 


W 8 


SW 3 


9 


8 


8 


10 


8.7 


W 2 


NW 2 


c 


10 


10 


6 


8 


8.0 


C 


NW 2 


c 


11 


4 


6 





3.3 


NW 1 


W 1 


c 


12 





6 


10 


5.3 


E 1 


S 2 


c 


13 


7 


10 


8 


8.3 


S 2 


SW 3 


c 


14 


10 


8 


8 


8.7 


SW 3 


W 3 


SW 1 


15 


8 


6 





4.7 


SW 1 


SW 3 


c 


16 


6 


8 


10 


8.0 


SW 3 


SW 4 


SW 1 


17 


4 


6 


6 


5.3 


SW 1 


NE 2 


NE 1 


18 


9 


10 


8 


9.0 


NW 2 


N 3 


c 


19 


3 


6 


2 


3.7 


NW 2 


NE 1 


E 1 


20 


4 


6 


6 


5.3 


E 2 


S2 


W 1 


21 


10 


8 


4 


7.3 


SW 2 


SW 1 


NW 2 


22 


6 


5 


2 


4.3 


NW 2 


W 3 


C 


23 


4 


5 


4 


4.3 


NW 2 


W 2 


NW 1 


24 


10 


6 


1 


5.7 


NW 1 


N 2 


N 1 


25 


4 


4 





2.7 


NE 3 


NE 5 


E 1 


26 











0.0 


NE 3 


NE 3 


NE 1 


27 


1 


1 





0.7 


NE 3 


NE 4 


E 1 


28 





1 





0.3 


NK 2 


E 3 


E 3 


29 





3 


1 


1.3 


NE 3 


SW 2 


A\' 2 


30 


1 


4 


4 


3.0 


N 1 


NE 2 


N 1 




4.9 


5.7 


4.5 


5.0 


1.8 


2.5 


1.0 
















Mittel 1.8 








Z a h 1 


der Tag 


e mit: 




Niederschlagsinos.sungc 


^n mit nie] 


ir als 0,2 i""» . . 


12 






Niederschlag . . . 




. (@-)^A.\) 


13 








1 legen 




• • • (#) 


13 








Schnee 




. . . . {-)f) 


— 








Haccl 




. . . . (A) 


— 








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. . . . (A) 


— 








Tan 




. . . .{^) 


4 








1 


v'cif 




. . . . ( 


— ) 


z 






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. . . . ( 






Nebel 




.... (EEE) 


— 








Gewirter 


'• '• '• ( 


11 all K, fern T) 


•> 








\ 


Vetterlenel 


teil . . 






(•:) 


.) 


il 



II 



Juni 1902. 


Beobachter Lampe. 57 




8. 


9. 




Niederschlag: 




Höhe 
der 


Bemer- 








Schnee- 


Ivimgeii 


iß 


«^,;'H Form und Zeit 


decke 
in cm 

7a 


JH 


— 


— 









1 



0.1 


io„ 







(T0 4i'2 5 p, 
Ko9_ioi/4p 


3 

4 
5 


— . 


®0 10p-n 




. 




6 


2.9 


# n, @ 0,1 1—II % II— in fast ununterbr. 









7 


10.8 


® n, ® ztw. a 









8 


0.4 


^ tr. einz. a + p 









9 


0.0 


— 









10 


z 


n 2 




z 




11 

12 


4.2 


#n, #2schauei- 11— 1105 a, 6-6i0p 




— 


[^ nachts 


13 


3.4 


®Oztw. a 




— 




14 


0.5 


# tr. 11— 111/4 a, ® 1 schauer 630—635 p 




— 




15 


0.8 


% tr. einz. a, ® oft p 




— 




16 


2.8 


® n, ® a ztw. 




— 




17 


0.3 


® fast ununterbr. a, @ tr. einz. p 




— 




18 


3.2 


— 




— 




19 

20 


2.1 


®n, ®iI-9aoft, ®2 1153 a— 2 oft, ®Oeinz. p 




_ 




21 


7.3; — 




— 




22 


— 


-ci_ ® tr. einz. a 




— 




23 


0.0 


. n 




— 




24 




n 




-— — 




25 

26 


— 


— 




— 




27 


— — 




— 




28 


— 


— 




— 




29 


— 


— 




— 


<il0i/2— n 


30 


38.3 


Monatssumme. 













Wind 


Verteilung 


, 




7a 


2 p 


9p 


Summe 


N 


1 


2 


2 


5 


NE 


7 


8 


3 


18 


E 


2 


1 


4 


7 


SE 


1 


1 


1 


3 


S 


1 


2 


— 


8 


sw 


8 


6 


5 


19 


w 


2 


6 


2 


10 


NW 


6 


3 


3 


12 


Still 


2 


1 


10 


13 



28 Station Wiesbaden. 

1. 



2. 



Monat 

3. 



Tac 



Luftdruck 

(Barometerstand auf " und Normal- 
schwere reducirt) 700 mm _J- 



7a 



2p 



9p 



Tages- 

uiittel 



Temperatur- 
Extreme 

(absfelesen 9 p) 



Maxi- 
mum 



Mini- 
mum 



Diffe- 
renz 



Luft- 



7a 



2p 



1 

2 
3 
4 
5 

6 

7 

8 

9 

10 

11 
12 
13 
U 
15 

16 
17 

18 
19 
20 

21 
22 
23 
24 
25 

26 
27 
28 
29 
30 
31 

Monats- 
Mittel 



49.2 


48.9 


49.2 


49.1 


27.4 


18.0 


9.4 


21.0 


49.9 


53.0 


56.6 


53.2 


21.2 


14.4 


6.8 


17.5 


59.5 


59.8 


59.0 


59.4 


18.0 


7.5 


10.5 


12.1 


58.1 


56.2 


56.2 


56.8 


24.5 


10.4 


14.1 


14.5 


56.5 


55.7 


56.4 


56.2 


25.9 


13.4 


12.5 


17.1 


58.5 


57.0 


56.8 


57.3 


23.9 


12.4 


11.5 


14.7 


55.5 


53.6 


54.3 


54.5 


29.6 


11.0 


18.6 


16.0 


56.0 


54.5 


53.7 


54.7 


29.5 


17.5 


12.0 


19.3 


52.3 


49.9 


47.3 


49.8 


29.0 


17.3 


11.7 


20.4 


44.5 


43.4 


43.1 


43.7 


22.8 


16.0 


6.8 


19.6 


47.1 


50.3 


54.7 


50.7 


17.2 


12.1 


5.1 


13.5 


57.3 


58.2 


58.2 


57.9 


17.8 


8.9 


8.9 


11.7 


58.1 


56.6 


55.8 


56.8 


22.5 


7.1 


15.4 


11.7 


55.7 


54.0 


53.3 


54.3 


27.7 


11.6 


16.1 


14.3 


53.3 


50.8 


50.0 


51.4 


30.3 


13.4 


16.9 


17.0 


50.6 


49.1 


48.5 


49.4 


28.4 


18.2 


10.2 


20.3 


48.8 


50.9 


52.8 


50.8 


23.6 


16.9 


6.7 


19.5 ; 


52.6 


51.1 


50.8 


51.5 


22.7 


13.2 


9.5 


16.3 


51.6 


51.7 


50.6 


51.3 


19.0 


12.4 


6.6 


13.5 


48.2 


47.4 


47.4 


47.7 


19.0 


11.9 


7.1 


13.8 


46.0 


46.6 


49.0 


47.2 


18.4 


11.4 


7.U 


13.3 


51.6 


52.2 


52.8 


52.2 


18.7 


11.9 


6.8 


13.9 


51.9 


50.8 


52.0 


51.6 


19.7 


11.5 


8.2 


12.3 


52.3 


50.5 


50.0 


50.9 


21.5 


11.1 


10.4 


13.4 : 


51.2 


51.9 


52.8 


52.0 


22.3 


11.5 


10.8 


14.9 1 


51.4 


47.6 


45.5 


48.2 


28.7 


11.2 


17.5 


14.7 


48.3 


49.5 


50.5 


49.4 


25.2 


15.5 


9.7 


20.5 


55.7 


57.0 


58.8 


57.2 


20.0 


14.3 


5.7 


15.3 ! 


58.6 


57.5 


56.6 


57.6 


22.2 


11.4 


10.8 


15.2 ; 


56.9 


56.1 


55.2 


56.0 


21.9 


10.9 


11.0 


14.9 


53.2 


52.2 


53.5 


53.0 


22.2 


13.6 


8.6 


16.7 


52.9 


52.4 


52.6 


52.6 


23.3 


12.8 


10.4 


15.8 



27.2 
19.7 
16.4 
23.7 
24.5 

23.1 

28.1 
28.4 
28.0 
22.6 

15.3 
16.8 
21.1 
26.6 
29.9 

26.9 
23.0 
19.0 
18.3 
15.9 

15.1 

18.7 
17.9 
21.2 
21.4 

27.4 
24.7 
19.4 
21.7 
21.1 
21.5 

22.1 



PEN T ADEN-ÜBERSICHT 



Pentade 


Lu ftdr uck 


Lufttemperatur 


Bewölkung 


Niederschlag 


Summe 


Mittel 


Summe Mittel 


Summe 


Mittel 


Summe 


30. Juni — 4. Juli 


270.1 


54.0 


95.6 


19.1 


21.3 


4.3 


5.1 


5.- 9. , 


272.5 


54.5 


106.3 


21.3 


16.7 


3.3 


— 


10.— 14. , 


263.4 


52.7 


81.0 


16.2 


24.4 


4.9 


6.2 


15.— 19. „ 


254.4 


50.9 


96.5 


19.3 


22.3 


4.5 


5.0 


20.— 24. , 


249.6 


49.9 


74.8 


15.0 


38.0 


7.6 


14.8 


25.-29. „ 


264.4 


52.9 


92.9 


18.6 


17.0 


3.4 


0.3 



Jul 


i 1902 


■ 


« 


i. 




Beobachter Lam 

5. 


pe. 


29 


temperatur 


Absolute Feuchtigkeit 


Relative Feuchtigkeit 


Tag 


9p 


Tages- 
mittel 


7a 


2P 


9p 


Tages- 
mittel 


7a 


2p 


9p 


Tages- 
mittel 


20.7 


22.4 


14.6 


10.7 


11.6 


12.3 


79 


40 


64 


61 


1 


14.6 


16.6 


10.1 


7.1 


7.5 


8.2 


08 


42 


60 


57 


•_> 


12.7 


13.5 


6.7 


6.7 


7.8 


7.1 


64 


48 


71 


61 


3 


^ 18.4 


18.8 


7.7 


8.7 


10.8 


9.1 


62 


40 


68 


57 


4 


19.5 


20.2 


11.0 


11.2 


12.1 


11.4 


76 


49 


72 


66 


5 


i 16.9 


17.9 


9.2 


8.6 


9.3 


9.0 


74 


41 


65 


60 


6 


22.6 


22.3 


9.5 


lO.S 


11.1 


10.5 


70 


39 


55 


55 


7 


i 23.0 


23.4 


12.9 


10.4 


12.3 


11.9 


77 


36 


59 


57 


8 


t 20.8 


22.5 


12.5 


12.6 


16.6 


13.9 


70 


45 


91 


69 


9 


16.3 


18.7 


12.0 


8.1 


8.8 


9.6 


71 


40 


63 


58 


10 


12.5 


13.5 


8.4 


9.5 


7.8 


8.6 


73 


73 


72 


73 


11 


1 11.2 


12.7 


7.1 


6.2 


7.4 i 6.9 


69 


43 


74 


62 


12 


15.9 


16.1 


8.3 


6.1 


9.2 


7.9 


81 


33 


67 


60 


13 


; 19.5 


20.0 


9.3 


8.5 


10.3 


9.4 


77 


33 


61 


57 


14 


1 23.0 


23.2 


10.6 


9.7 


12.3 


10.9 


74 


31 


59 


55 


15 


21.5 


22.5 


14.6 


13.2 


15.1 


14.3 


83 


50 


80 


71 


16 


16.9 


19.1 


12.9 


9.0 


10.6 


IU.8 


77 


43 


74 


65 


17 


15.6 


16.6 


10.9 


11.1 


12.3 


11.4 


79 


&S 


93 


80 


18 


14.3 


15.1 


7.9 


7.0 


8.7 


7.9 


69 


45 


72 


62 


19 


13.3 


14.1 


9.0 


8.8 


10.2 


9.3 


77 


64 


90 


■ 77 


20 


13.8 


14.0 


9.0 


11.1 


10.5 


10.2 


80 


87 


91 


86 


21 


1 14.7 


15.5 


9.4 


8.2 


8.2 


8.6 


80 


51 


66 


66 


22 


1 14.9 


15.0 


9.4 


10.2 


10.1 


9.9 


89 


67 


81 


79 


23 


15.1 


16.2 


10.0 


10.1 


10.7 


10.3 


88 


54 


84 


75 


24 


16.1 


17.1 


10.5 


11.6 


11.2 


11.1 


84 


62 


82 


76 


25 


21.6 


21.3 


10.3 


12.2 


16.1 


12.9 


83 


44 


84 


70 


26 


19.3 


21.0 


11.2 


8.2 


9.7 


9.7 


63 


36 


58 


52 


27 


16.0 


16.7 


8.5 


7.9 


8.9 


8.4 


65 


48 


65 


59 


28 


15.2 


16.8 


9.6 


7.1 


9.2 


8.6 


74 


37 


71 


61 


29 


15.7 


16.8 


9.2 


8.3 


9.4 


9.0 


73 


45 


70 


63 


30 


16.1 


17.6 


9.6 


8.7 


8.9 


9.0 


68 


46 


65 


60 


31 


17.0 


18.0 


10.1 


9.3 10.5 


9.9 


75 


48 


72 


65 






Maximum 


am 


Minimum 


am 


Differenz 


Luftdruck 


759.8 


3. 


743.1 


10. 


16.7 


Lufttemperatur . . . 


30.3 


15. 


7.1 


13. 


23.2 


Absolute Feuchtigkeit . 


16.6 


9. 


6.1 


13. 


10.5 


Relative Feuchtigkeit . 


93 


18. 


31 


15. 


62 


Grösste tägliche Niederschlagshöhe 


7.8 am 22. 


Zahl der heiteren Tage (unter 2,o im Mittel) . 






5 


„ „ trüben Tage (über 8,o im Mittel) . . 






2 


„ „ Sturmtage (Stärke 8 oder mehr) . 






— 


„ „ Eistage (Maximum unter 0^) . . 






— ■ 


„ „ Frosttage (Minimum unter O'') . 






— 


„ „ Sommertage (Maximum 25,0^ oder mehi 


-) '. '. '. 




10 



























30 Station Wiesbaden. 

6. 



Monat 



Tag 



Bewölkung 

0—10 



2p 



9p 



Tages 
mittel 



Wind 

Richtung und Stärke 
0—12 



2p 



9p 



1 


6 


2 


8 


3 


6 


4 


8 


5 


2 


G 


1 


7 


1 


8 


6 


9 


8 


10 


10 


11 


10 


12 


10 


13 


10 


14 


5 


15 





16 


2 


17 


10 


18 


6 


19 


6 


20 


2- 


21 


1 


22 


8 


23 


10 


24 


10 


25 


2 


26 





27 


2 


28 


8 


29 


2 


30 


1 


31 


8 



5.5 



2 
5 
8 
6 
6 



3 
6 
4 

8 
5 
1 



8 


10 
8 

10 

10 
6 

10 
6 
6 


5 
8 
5 
5 
8 

5.1 



2 
2 

2 
6 


1 
4 
6 
6 

4 



5 




10 

2 
10 

10 
9 
8 
4 
3 

1 
5 
4 

4 
8 

3.7 



3.3 
5.0 
4.7 
5.3 
4.7 

0.3 
0.7 
4.3 

6.7 
(i.7 

7.3 
5.0 
3.7 
1.7 
1.7 

3.3 
3.3 

8.7 
5.3 
7.3 

7.0 
7.7 
9.3 
6.7 
8.7 

0.3 
4.0 
6.7 
2.3 
3.3 
8.0 

4.8 



N 2 
NW 2 

NW 1 

C 

W 2 

N 3 
C 

c 

SW 2 
W 1 

W 2 
NW 2 
NW 1 

C 
S 1 

c 

NW 1 

NW 1 

NW 2 

NW 1 



N 1 
SW 1 
SW 1 
SW 2 
SW 2 



SW 1 
SW 4 
W 3 
SW 2 
W 2 
W 1 

1.4 



SW 4 
NW^ 3 
NW 2 
SW 2 

NW 2 

E 2 

N 2 
NW^ 4 
SW 3 

W 3 

W 3 

NW 2 
SW 1 

S 1 

S 1 

NE 2 
NW 2 
NW^ 1 
NW 2 

N 2 

NW^ 1 
SW^ 2 
SW 3 
SW 1 
SW 1 

S 2 

SW 4 

W 4 

W 3 

W 2 

NW 1 

2.2 
Mittel 1.6 



X 1 

NW 1 
NE 1 

C 
N 2 

N 1 

C 
N 2 

C 
W 2 

W :'. 
NW 1 
SW 1 

c 

S 1 


NW 1 
NW 1 
NW 1 

N 1 

NW' 1 
SW 1 
SW 1 
SW 1 
W 1 

S 1 
SW 1 
W 1 
W 2 
W 1 
N 2 

1.1 



Zahl der Tage mit: 

Niederschlagsniessungen mit mehr als 0,2ni"i . . 

Niederschlag (# ^ A A) 

liegen (@) 

Schnee {-X-) 

Hagel (A) 

Graupeln (A) 

Tau i-cJ) 

Keif (^) 

Glatteis («ns) 

Nebel ( = ) 

Gewitter (nali K., fern X) 

Wetterleuchten ( <) 



11 
13 
13 



2 
1 



Juli 1902. 



Beobachter Lampe. 31 

9. 



Niedersclilag 



Höhe 7» 
mm 



Form und Zeit 




5.1 
0.0 



2.8 

0.9 
2.5 



3.0 



2,0 



#n, 



tr. einz. a 



% 1 255-302, ® 1 schauer oft p 
#n. ^0 9i/4-llV2a 

® n, @ 2 gehauer a u. p ztw. 



tr. einz. a, ® o oft p 

-, #1 21/2-23/4 p 



1.8 


#n, (^Oofta, ® 1,2 schauer oft p 


7.8 


® oft a 4- ]' 


4.1 


® n, @o a + p ztw. 


1.1 


— 


— 


% tr. einz. a 


0.0 


® tr. einz. 6 — 61/2 p 


0.0 


— 


— 


-CL, ® tr. a 



0.3 



31.4 I Monatssumme. 



^2 1— 2i/2a 



<110-111/2P 



r^ naclits 



^ 


\\ i 11(1 - 


V (■ r t c 


i 1 u n n 






7a 


2p 


9P 


Summe 


N 


3 


2 


6 


11 


NE 


— 


1 


1 


2 


E 


— 


1 


— 


1 


SK 


— 


— 


— 


— 


S 


1 


3 


2 


6 


sw 


8 


9 


5 


22 


w 


6 


5 


6 


17 


NW 


8 


10 


6 


2-i- 


Still 


5 


— 


5 


10 



1 

2 
3 
4 

•j 

6 

7 

8 

9 

10 

11 
12 
13 
14 
15 

16 
17 

18 
19 

20 

21 
22 
23 
24 
25 

26 

27 
28 
29 
HO 
31 



32 Station Wiesbaden. 

1. 



Monat 

3. 



Tasr 



Luftdruck 

(Barometerstand auf 0^ und Normal- 
schwere reducirt) 700 m^i + 



2p 



9p 



Tages- 
mittel 



Temperatur- 
Extreme 

(abgelesen 9 p) 



Maxi- 
mum 



Mini- 
mum 



Diffe- 
renz 



7a 



Luft- 



2p 



1 


54.3 


53.9 


53.0 


53.7 


21.5 


9 


50.5 


50.6 


50.8 


50.6 


18.8 


3 


50.8 


50.2 


51.5 


50.8 


21.5 


4 


52.1 


51.5 


51.1 


51.6 


20.3 


5 


49.7 


51.2 


53.2 


51.4 


20.4 


6 


53.2 


51.5 


49.1 


51.3 


25.8 


7 


48.4 


48.6 


50.4 


49.1 


24.3 


8 


49.2 


47.5 


48.6 


48.4 


25.3 


9 


53.5 


54.5 


55.4 


54.5 


18.8 


10 


54.4 


52.3 


51.1 


52.6 


18.6 


11 


50.5 


50.8 


52 5 


51.3 


17.5 


12 


52.6 


52.2 


52.8 


52.5 


15.9 


13 


53.0 


52.6 


51.9 


52.5 


17.5 


14 


51.3 


50.6 


50 8 


50.9 


19.9 


15 


52.2 


53.3 


53.5 


53.0 


19.8 


16 


52.5 


49.7 


47.4 


49.9 


23.6 


17 


45.9 


46.9 


49.6 


47.5 


22.8 


18 


51.7 


52.1 


51.3 


51.7 


24.2 


19 


49.2 


47.9 


48.1 


48.4 


28.1 


20 


48.0 


49.0 


51.6 


49.5 


22.5 


21 


52.8 


54.7 


56.8 


54.8 


20.6 


22 


58.5 


58.4 


58.5 


58.5 


19.8 


23 


57.8 


55.7 


54.3 


55.9 


21.7 


24 


52.1 


49.7 


48.0 


49.9 


244 


25 


50.2 


50.9 


52.5 


51.2 


21.5 


26 


53.3 


51.1 


49.4 


51.3 


21.6 


27 


47.8 


49.7 


51.6 


49.7 


21.2 


28 


53.9 


52.8 


51.9 


52.9 


23.0 


29 


50.5 


47.3 


45.0 


47.6 


26.7 


30 


46.7 


44.5 


46.6 


45.9 


20.7 


;u 


51.8 


51.9 


52.7 


52.1 


21.9 


Monats- 


51.6 


51.1 


51.3 


51.3 


21.6 


Mittel 













13.1 
13.1 
12.7 
12.1 
13.7 

13.4 
14.7 
13.9 
13.2 
9.9 

10.3 
8.9 

10.6 
9.6 

11.6 

76 

14.5 
14.7 
14.0 
13.7 

12.3 

9.7 

8.7 

11.0 

16.2 

13.9 
13.1 
9.1 
13.5 
1(5.7 
15.0 

12.4 



8.4 
5.7 
8.8 
8.2 
6.7 

12.4 
9.6 

11.4 
5.6 

8.7 

7.2 

7.0 

6.9 

10.3 

8.2 

16.0 

8.3 

9.5 

14.1 

8.8 

8.3 
10.1 
13.0 
12.8 

5.3 

7.7 
8.1 
13.9 
13.2 
4.0 
6.9 

9.2 



PEN T A 1) E N - U 1? E 11 SICHT 



14.5 
14.9 
14.1 
14.0 
15.3 

15.2 
16.9 
16.2 
13.5 

12.8 

11.4 
11.5 
11.9 
11.0 
13.4 

10.6 
16.1 
16.9 
lf;.9 
18.1 

14.5 
12.2 
110 
13.3 
17.2 

15.0 
15.8 
11.9 
14.8 
17.1 
16.4 

14.3 



20.4 
18.0 
21.2 
19.5 
19.8 

24.8 
24.0 
25.1 
17.7 
17.9 

16.2 
14.7 
16.7 
18.9 
19.5 

22.2 
22.2 
23.2 
27.7 
22.1 

20.0 
19.0 
21.1 
24.0 
21.0 

19.2 
20.5 
22.7 
25.6 
17.5 
21.4 

20.8 



i'cll 1 iul(J 


L n f t (1 r u c k 


Lultteii 


l«eratur 


Bewö 


1 k u n g 


Niederschlai 

Summe 


Stimme 


Mittel 


Summe 


Mittel 


Summe 


Mittel 


30.Juli-3.Aug. 


264.1 


52.8 


84.6 


16.9 


35.0 


7.0 


7.0 


4.- 8. „ 


251.8 


50.4 


91.9 


18.4 


37.9 


7.6 


17.1 


9.— 13. , 


263.4 


52.7 


67.5 


13.5 


38.6 


7.7 


5.6 


14.— 18. , 


253.0 


50.6 


83.8 


16.8 


25.7 


5.1 


2.6 


19.-23. , 


267.1 


53.4 


82.9 


16.6 


16.7 


3.3 


10.1 


24.-28. , 


255.0 


51.0 


87.0 


17.4 


29.3 


5.9 


5.0 


2'.).- 2. 8e])t. 


251.S 


50.4 


93.0 


1S.6 


24.0 


4.8 


12.0 



August 1902. 



Beobachter Lampe. 33 

5. 



temi)eratiir 



9P 



Tages- 
niittel 



Absolute Feuchtigkeit 



7a 



2p 



9p 



Tages- 
mittel 



Relative reuelitigkeit 



7a 



2p 



9p 



Tages- 
mittel 



16.5 
15.2 
17.1 
15.5 
16.5 

19.4 
18.9 
18.1 
13.5 

14.8 

11.9 
11.7 
10.9 
14.5 
12.4 

16.9 
18.9 
18.1 
18.0 
13.7 

15.6 

12.4 
14.8 
18.8 
16.2 

17.1 
13.1 

18.7 
20.3 
17.0 
16.8 

15.9 



17.0 


9.2 


8.9 


9.7 


15.8 


9.9 


10.7 


11.0 


17.4 


10.4 


7.4 


9.9 


16.1 


9.8 


9.8 


11.7 


17.0 


11.7 


10.6 


11.1 


19.7 


11.7 


13.4 


13.7 


19.7 


12.7 


11.8 


12.1 


19.4 


11.5 


9.5 


10.9 


14.6 


9.2 


7.6 


8.7 


15.1 


8.3 


8.1 


9.0 


12.8 


8.4 


6.9 


7.9 


12.4 


7.8 


7.4 


8.0 


12.6 


8.4 


6.7 


8.3 


14.7 


8.4 


8.8 


10.4 


14.4 


9.5 


8.3 


8.2 


16.6 


7.7 


10.2 


11.4 


19.0 


12.9 


11.4 


11.6 


19.1 


12.1 


10.2 


12.1 


20.2 


11.8 


11.7 


13.5 


16.9 


13.7 


10.1 


10.6 


16.4 


9.6 


7.7 


8.1 


14.0 


8.8 


7.5 


8.2 


15.4 


8.4 


8.6 


9.8 


18.7 


9.3 


11.5 


13.2 


17.6 


11.5 


10.6 


11.5 


17.1 


10.6 


11.7 


12.1 


15.6 


12.4 


9.3 


9.4 


18.0 


9.4 


9.9 


10.0 


20.2 


11.4 


12.8 


14.3 


17.2 


12.3 


12.3 


12.3 


17.8 


12.3 


13.1 


11.9 


16.7 


10.4 


9.8 


10.7 



9.3 
10.5 

9.2 
10.4 
11.1 

12.9 

12.2 
10.6 

8.5 
8.5 

7.7 
7.7 

7.8 
9.2 
8.7 

9.8 
12.0 
11.5 
12.3 
11.5 

8.5 

8.2 

8.9 

11.3 

11.2 

11.5 
10.4 

9.8 
12.8 
12.3 
12.4 

10.3 



75 
78 
87 
82 
90 

91 

89 
84 
80 
76 

84 
77 
81 
87 
83 

81 
95 

85 
83 
89 

79 

8^ 
87 
82 
79 

84 
92 
91 
91 

85 
88 

84 



50 


69 


65 


70 


86 


78 


39 


68 


65 


58 


89 


76 


61 


79 


77 


58 


82 


77 


54 


75 


73 


40 


71 


65 


51 


75 


69 


53 


72 


67 


51 


76 


70 


59 


79 


72 


48 


86 


72 


54 


85 


75 


49 


77 


70 


51 


80 


71 


57 


72 


75 


48 


78 


70 


42 


88 


71 


51 


92 


77 


44 


61 


61 


46 


77 


69 


46 


78 


70 


52 


82 


72 


57 


84 


73 


71 


84 


80 


52 


85 


76 


48 


62 


67 


53 


81 


75 


83 


86 


85 


69 


83 


80 


54 


79 


72 



1 

2 
3 
4 

5 

6 

7 

8 

9 

10 

11 
12 
13 
14 
15 

16 

17 
18 
19 

20 

21 

22 
23 
24 
25 

26 
27 
28 
29 
30 
31 



Maxi») Hill 



am 



MillillllDH 



a))i 



Differenz 



Luftdruck .... 
Lufttemperatur 
Absolute Feuchtigkeit 
Relative FouchtiKkeit 



758.5 
28.1 
13.7 
95 



22. 
19. 

+ 20. 
17. 



744.5 
7.6 
6.7 
39 



30. 

16. 

13. 

3. 



14.0 

20.5 
7.0 
56 



Gri)sste tätliche Niedersclilasshölie 



14.3 am 7. 



Zahl der heiteren Tage (unter 2,o im Mittel) . 
„ „ trüben Tage (über 8,o im Mittel) . 
„ „ Sturmtage (Starke 8 oder mehr) . 
„ „ Eistage (Maximum unter 00) .... 
„ „ Frosttage (Minimum unter 0^) ... 
„ „ Sommertage (Maximum 25.o'' oder mehr) 



2 
5 
1 



Jahrb. d. uass. Ver. f. Nat. 56. Meteorol. Beobacht. 



34 


Station Wiesba 

6 


den. 






7. 


Monat 






Bewölkung 




W i 11 (1 1 

Eichtung und Stärke 1 


Tag 




0—10 




0-12 1 


7a 


2p 


9P 


Tages- 
mittel 


7a 


2p 


9p 


1 


8 


r-f 

< 


8 


7.7 


N 1 


NE 2 


NE 2 


2 


10 


6 


8 


8.0 


NE 2 


N 1 


C 


3 


10 


4 


10 


8.0 


SE 2 


SW 3 


SW 1 


4 


6 


8 


10 


8.0 


SW 2 


SW 1 


W 1 


5 


10 


8 


10 


9.8 


SW 1 


W 2 


c 


6 


10 


8 


10 


9.8 


c 


S 1 


c 


7 


3 


6 


6 


5.0 


N 1 


SW 4 


c 


8 


2 


7 


10 


6.3 


SW 1 


SW 2 


W 4 


9 


9 


7 


2 


6.0 


c 


W 2 


W 1 


lü 


10 


6 


10 


8.7 


W 2 


SW 3 


SW 3 


11 


10 


8 


10 


9.3 


NW 3 


NW 2 


NW 1 


12 


10 


10 


2 


7.3 


NW 1 


W 3 


W 1 


18 


8 


8 


6 


7.3 


SW 2 


W 2 


c 


14 


6 


10 


8 


8.0 


W 1 


SW 2 


c 


15 


4 


2 





2.0 


c 


W 3 


NW 1 


16 


2 


4 


2 


2.7 


NW 1 


C 


C 


17 


6 


4 


8 


6.0 


c 


SW 4 


SW 2 


18 


6 


7 


8 


7.0 


SW 2 


SW 2 


SW 1 


19 


2 


8 


8 


6.0 


SW 1 


NW 8 


C 


20 


2 


6 





2.7 


SW 1 


SW 3 


W 1 


21 


1 


7 


'4 


3.3 


SW 2 


SW 3 


c 


22 


7 


4 





8.7 


NW 1 


SW 2 


NE 1 [ 


28 


1 





2 


1.0 


C 


SE 2 


c l 


24 


6 


6 


8 


6.7 


S 1 


S 1 


c 


25 


9 


10 





6.3 


S 2 


SW 2 


c 


26 


9 


10 


10 


9.7 


NE 1 


NE 3 


NE 2 


27 


10 


6 





5.3 


NE 2 


SW 3 


W 2 


28 


2 


2 





1.8 


C 


SAY 2 


C 


29 


2 


2 


10 


4.7 


C 


S 2 


c 


80 


2 


10 


10 


7.3 


SW 2 


S 1 


SW 2 


81 


2 


6 


8 


5.3 


SW 1 


SW 2 


C 




6.0 


6.4 


6.0 


6.1 


1.2 


2.2 
Mittel 1.4 


0.8 



Zalil der Tage mit: 

Niedersclilagsniessuiigcn mit mehr als 0,2 "'"i . . 

Niedersclilag . . ' (# -X" A A) 

Kt'gen . ' (^) 

Schnee (-)(-) 

Hagel (A) 

(fraupeln (A) 

Tau (^ 

Reif (^) 

Glatteis (i\.5) 

Nebel ( = ) 

Gewitter (nah [^, fern T) 

Wetterleucliten ( <) 



16 
21 
21 



10 



August 1902. 



Beobachter Lampe. 



35 



9. 



Niederschlag 



Höhe Is. 
mm 



Form und Zeit 



Höhe 

der 

Schnee 

decke 

in cm 

7" 



Bemer- 
kungen 






1 

2 
3 
4 
5 

6 

7 

8 

9 

10 

11 
12 
13 
U 
15 

16 
17 
18 
19 
20 

21 
22 
23 
24 
25 

26 
27 
28 
29 
80 
31 



7.0 
0.0 
0.9 

1.1 
14.3 

0.8 
2.1 

1.2 
2.3 
0.0 

0.0 

1.0 
1.6 
0.0 
5.7 

4.4 



0.5 



)0 73/4-101/4 a 
Ml, # tr. 83/4 p 
} tr. 81/2 V — '1 
) n, ® tr. einz. a u. p 

i 11, #033/4 p— n 

Ml, ®Oofta 

)2y2(!_940p^ ® 10— 101/2 p 

10.53/4— 61/0, 73/4— 810p 

in, ® 1 1 u. ztw. a, @ tr. ztw. p 
i tr einz. a u. p 

I tr. einz. p 



§n, ^Oaztw., 0oi255._iiOp 
^ n, ® tr. einz. p 
-Q_ ^ seh 1 zw. 5'*0— 640p ztw. 
-ci- ® schauer p 



n, #0 43/4-51/4 p 

0.2 -TU @o l3/4_ab. ztw., 
4.1 ;®n, ®oi_8a 
0.2' -r:L_ 



lOill 



5.3 



n, # 1 113/4 a— 2 p, ®Ooftp 



6.6 ® tr. einz. a 
59.3 Monatssumme. 



K 2 i_3 a, _jii a 

[^ 915_94.5 p 



[T 1 51/2-6^5 p 



K a 





W i n d 


-Verteilung 


. 




7a 


2P 


9p 


Summe 


N 


2 


1 


_ 


3 


NE 
E 

SE 


3 


2 


3 


8 


1 


1 





2 


S 


2 


4 





6 


sw 


10 


15 


5 


30 


w 


2 


5 


6 


13 


NW 


4 





2 


8 


Still 


7 


1 


15 


23 



5* 



36 


Stat 


ion Wiesbaden. 
1. 






2. 




Monat 

3. 




Luftdruck 




Temperatur- 








(Barometerstand auf und 


Normal- 


Extreme 




Luft- 


Tag 


schwere reducirt) 700 ™ni + 


(abgelesen 


9P) 






7a 


2 p 


9p 


Tages- 


Maxi- Mini- 


' Diffe- 


7 a 


2p 










I mittel 


mum mum 


renz 






1 


53.5 


53.3 


53.5 


53.4 


23.4 


14.4 


9.0 


15.9 


22.5 


2 


53.7 


52.7 


52.0 


52.8 


25.0 


13.9 


11.1 


16.0 


24.S 


3 


51.6 


50.2 


51.6 


51.1 


28.2 


14.6 


13.6 


15.8 


27.0 


4 


53.1 


51.9 


51.8 


52.3 


27.5 


16.5 


11.0 


17.9 


25.5 


5 


51.2 


52.5 


53.2 


52.3 


23.4 


15.2 


8.2 


17.3 


22.4 


6 


58.6 


53.1 


54.6 


53.8 


19.4 


13.0 


6.4 


14.S 


18.9 


7 


56.0 


56.2 


57.8 


56.7 


20.0 


12.9 


7.1 


13.7 


19.1 


8 


58.6 


57.8 


56.6 


57.7 


•20.9 


8.6 


12.3 


10.2 


20.8 


9 


55.0 


52.4 


50.8 


52.7 


22.2 


10.6 


11.6 


13.0 


21.9 


10 


51.2 


50.6 


51.4 


51.1 


26.5 


13.4 


13.1 


14.9 


25.9 


11 


50.9 


49.4 


48.5 


49.6 


21.3 


12.9 


8.4 


13.8 


21.0 


12 


45.0 


41.4 


*0.5 


42.3 


19.8 


13.7 


6.1 


14.7 


19.5 


13 


46.0 


48.9 


51.6 


48.8 


15.5 


9.7 


5.8 


10.1 


13.0 


14 


50.7 


49.9 


51.5 


50.7 


12.6 


4.9 


7.7 


7.3 


12.1 


15 


53.5 


54.1 


53.9 


53.8 


16.6 


10.2 


6.4 


11.2 


15.6 


16 


51.6 


49.5 


48.6 


49.9 


16.3 


12.0 


4.3 


12.8 


15.5 


17 


49.7 


49.4 


53.1 


50.7 


16.8 


9.9 


6.9 


12.0 


16.3 


18 


55.9 


56.5 


58.6 


57.0 


16.6 


5.5 


11.1 


7.4 


14.9 


19 


61.5 


62.2 


62.7 


62.1 


15.0 


6.9 


8.1 


7.9 


14.8 


20 


62.4 


60.4 


59.1 


60.6 


15.6 


3.9 


11.7 


5.3 


15.2 


21 


59.7 


59.3 


59.2 


59.4 


17.5 


4.7 


12.8 


6.5 


17.1 


22 


59.5 


58.6 


58.8 


59.0 


17.7 


7.1 


10.6 


9.1 


17.5 


23 


57.7 


55.2 


54.8 


55.9 


17.1 


6.7 


10.4 


7.5 


16.7 


24 


55.4 


55.2 


55.7 


55.4 


17.5 


6.6 


10.9 


7.4 


17.0 


25 


57.7 


57.8 


59.4 


58.3 


20.7 


9.8 


10.9 


11.3 


20.5 


26 


60.9 


60.0 


60.2 


60.4 


19.3 


12.6 


6.7 


13.1 


19.0 


27 


59.5 


58.0 


57.9 


58.5 


18.8 


6.8 


12.0 


8.1 


18.5 


28 


56.9 


56.6 


56.4 


56.6 


14.2 


9.1 


5.1 


10.0 


13.5 


29 


54.4 


51.8 


51.8 


52.7 


13.8 


8.0 


5.8 


9.1 


12.8 


30 


49.0 


48.4 


47.7 


48.4 


12.2 


9.2 


3.0 


10.3 


12.0 


Monafs- 


54.5 


58.8 


54.1 


54.1 


19.0 


10.1 


8.9 


11.5 


18.4 


Mittel 





















PENTADEN-ÜBERSICHT 



P e n t a d e 



L u t'td r u ck 
Summe Mittel 



Luftteiiipcratur 
Summe 1 Mittel 



B e w ö 1 k u 11 g 
Mittel 



Summe 



Niedorsclik 



Summe 



3.— 7. Sept. 

8.-12. „ 
13.-17. , 
18.-22. „ 

23_ 27. 

28.Sept.— 2.Ökt. 



266.2 
253.4 
253.9 

298.1 
288.5 
254.8 



53.2 
50.7 
50.8 
59.6 



50.8 



91.8 
84.2 
60.4 
54.9 
68.8 
46.4 



18.4 
16.8 
12.1 
11.0 
13.8 
9.3 



28.4 
25.0 
34.6 
12.7 
9.1 
33.7 



5.7 
5.0 
6.9 
2.5 
1.8 
6.7 



3.4 

5.8 

15.0 

0.3 

5.8 



September 1902. 



4. 



Beobachter Lampe. 

5. 



37 



temperatui" 


Absolute Feuchtigkeit 


Relative Feucht! g 


keit 


Tag 


9P 


Tages- 
mittel 


7a 


2P 


9p 


Tages- 
mittel 


7a 


2p 


9P 


Tages- 
mittel 


17.5 


18.4 


11.9 


12.1 


13.4 


12.5 


88 


60 


90 


79 


1 


18.3 


19.4 


12.7 


14.8 


14.2 


13.9 


93 


64 


91 


83 


2 


19.0 


20.2 


12.1 


11.8 


13.2 


12.4 


90 


44 


81 


72 


3 


18.7 


20.2 


13.9 


15.2 


12.2 


13.8 


91 


63 


76 


77 


4 


18.9 


19.4 


13.3 


11.9 


11.9 


12.4 


91 


59 


74 


75 


5 


15.5 


16.2 


10.5 


10.3 


10.6 


10.5 


84 


63 


81 


76 


6 


15.2 


15.8 


9.4 


10.1 


10.5 


10.0 


81 


61 


82 


75 


7 


14.0 


14.8 


8.1 


9.3 


8.4 


8.6 


87 


51 


70 


69 


8 


17.2 


17.3 


8.8 


9.4 


11.5 


9.9 


80 


48 


79 


69 


9 


18.0 


19.2 


10.8 


12.3 


12.5 


11.9 


86 


50 


81 


72 


10 


15.7 


16 6 


10.7 


13.5 


12.1 


12.1 


92 


74 


91 


86 


11 


15.5 


16.3 


11.8 


12.9 


12.1 


12.3 


94 


77 


92 


88 


12 


10.0 


10.8 


6.9 


6.3 


6.7 


6.6 


75 


56 


73 


68 


18 


10.6 


10.2 


6.4 


7.1 


8.3 


7.3 


85 


67 


89 


80 


14 


13.5 


13.4 


9.2 


9.7 


10.1 


9.7 


93 


74 


88 


85 


15 


13.9 


14.0 


9.2 


9.0 


9.8 


9.3 


85 


68 


84 


79 


16 


9.9 


12.0 


9.3 


8.4 


7.7 


8.5 


90 


60 


84 


78 


17 


10.4 


10.8 


6.9 


8.8 


7.4 


7.7 


90 


70 


78 


79 


18 


7.5 


9.4 


7.1 


6.1 


6.9 


6.7 


89 


50 


89 


76 


19 


10.0 


10.1 


6.1 


6.4 


7.1 


6.5 


92 


50 


79 


74 


20 


12.0 


11.9 


6.5 


8.3 


8.2 


7.7 


90 


57 


79 


75 


21 


12.1 12.7 


7.2 


8.2 


7.1 


7.5 


84 


55 


68 


69 


22 


11.5 , 11.8 


5.6 


6.5 


6.3 1 


6.1 


72 


46 


62 


60 


23 


18.9 


13.0 


6.9 


11.2 


10.4 


9.5 


90 


78 


88 


85 


24 


16.0 


16.0 


9.4 


10.9 


11.5 


10.6 


94 


61 


85 


80 


25 


14.4 


15.2 


10.3 


9.0 


7.6 


9.0 


93 


55 


62 


70 


26 


12.2 


12.8 


7.2 


8.6 


8.4 


8.1 


89 


55 


SO 


75 


27 


10.3 


11.0 


7.0 


6.2 


6.6 ' 


6.6 


76 


54 


70 


67 


28 


9.4 


10.2 


6.3 


7.0 


6.8 


6.7 


73 


64 


78 


72 


29 


11.8 


11.5 


7.0 


8.2 i 


8.1 


7.8 


75 


79 


78 


77 


30 


13.8 


14.4 


9.0 


9.6 


9.6 


9.4 


86 


60 


80 


76 





Maximum 



am- 



Minimum 



am 



Differenz 



Luftdruck .... 
Lufttemperatur 
Absolute Feuchtigkeit 
Relative Feuehtiekeit 



762.7 
28.2 
15.2 
94 



19. 
3. 

4. 



740.5 
3.9 
5.6 
44 



12. 

20. 

23. 

3. 



22.2 
24.3 
9.6 
50 



Grösste tätliche Nieder.schlagshuhe 



Zahl der heiteren Tage (unter 2,o im Mittel) 
„ „ trüben Tage (über 8,0 im Mittel) . 
„ „ Sturmtage (Stärke 8 oder mehr) . 
„ „ Eistage (Maximum unter 0^) . . 
„ „ Frosttage (Minimum iinter 0") . . 
„ „ Sommertage (Maximum 25,oO oder mehr 



13.5 am 18. 



7 
6 



58 


Station Wiesba 

6 


den. 






7. 


Monat 




Bewölkung' 




Wind 

Kichtung und Stärke 


Tag 


0-10 




12 


7a 2p 


9p 


Tages 
mittel 


7a 2P 9P 


1 


6 


2 





2.7 


C 


SW 2 


c 


2 


8 


4 





4.0 


SW 1 


SW 1 


c 


3 


3 


2 





1.7 


c 


SE 3 


SW 1 


4 


6 


7 





4.3 


SW 1 


SW 2 


SW 1 


5 


10 


6 


10 


8.7 


SW 2 


W 3 


S 1 


6 


6 


7 


10 


7.7 


S 2 


NW 3 


NW 2 


7 


6 


6 


6 


6.0 


NW 4 


SE 3 


E 2 


8 


1 


6 





2.3 


E 1 


NE 2 


NE 1 


9 


1 


2 





1.0 


NE 2 


NE 3 


C 


10 


2 


7 


2 


3.7 


C 


SE 3 


NE 1 


11 


7 


8 


10 


8.3 


NW 1 


N 2 


W 1 


12 


10 


9 


10 


9.7 


W 1 


S 2 


W 1 


13 


2 


4 


1 


2.3 


W 2 


NW 4 


NW 1 


U 


6 


10 


6 


7.3 


W 2 


SW 3 


SW 1 


15 


10 


10 


10 


10.0 


SW 1 


SW 1 


s^^' 1 


16 


10 


10 


10 


10.0 


SW 1 


SW 2 


SW 2 


17 


8 


7 





5.0 


SW 2 


W 3 


NW 2 


18 


7 


8 


6 


7.0 


SW 2 


SW 2 


^^' 1 


19 


6 


7 





4.3 


W 2 


NW 2 


N 2 


20 











0.0 


N 2 


SE 3 


E 1 


21 





2 





0.7 


E 2 


E 3 


NE 3 


22 


2 








0.7 


NE 3 


NE 3 


NE 2 


23 





2 





0.7 


NE 2 


NE 4 


NE 2 


24 


4 


4 





2.7 


NE 1 


E 2 


C 


25 


2 


6 





2.7 


C 


SE 1 


C 


26 


4 


2 





2.0 


N 1 


NE 3 


N 2 


27 


1 


2 





1.0 


N 1 


N 2 


N 2 


28 


7 


6 





4.3 


N 2 


N 3 


N 2 


29 


8 


6 





4.7 


N 3 


N 4 


N 2 


80 


10 


10 


10 


10.0 


N 2 


NE 2 


NE 2 




5.1 


5.4 


3.0 


4.5 


1.5 


2.5 
Mittel 1.8 


1.3 



Z a li 1 der T a g e mit: 

Niederschlagsmessungen mit mehr als 0,2 mm . . 

Niederschlag (® ^ A A) 

Regen (#) 

Schnee (^) 

Hagel (A) 

Grau|ielii (A) 

Tau i-c^) 

Reif (--) 

Glatteis (s^) 

Nebel { = ) 

Gewiltor (nah \<,, fern T) 

Wetterleuchten (<) 



5 

12 
12 



19 



September 1902. 



Beobachter Lampe. 39 

9. 



N i e (1 e r s c li 1 a g 



Hühe 7» 
mm 



Form und Zeit 



I Höhe 
I der 
Schnee 
! decke 
in cm 

: 7a 




0.1 
0.0 



8.2 

0.2 



P tr. einz. p 

tr. einz. 3'/2 — i P 

tr. einz. a, ® 9</2— IO1/2 p 



^, ® 1710-740, ^0 83/4— 10 p 
5.8 1 # n, ® ztw. a 
13.5 i #n, @o 8:3/4— 10 a ztw. 
0.2 
0.1 



1.2 
0.3 
0.0 



0.0 



^ n, ® tr. ztw. a 
^ tr. einz. p 



itr. einz. zw. 10 + 11 a 



24.6 Monatssumme. 



K3'/2--4i/2a 



K 63/4—8 p 



■ 


Wind- 


Verteilung 


. 




7a 


2 p 


9p 


' Summe 


N 


6 


4 


5 


15 


NE 


4 


6 


6 


16 


E 


2 


2 


2 


6 


SE 


— 


5 


— 


5 


S 


1 


1 


1 


3 


sw 


7 


7 


5 


19 


w 


4 


2 


3 


9 


NW 


2 


3 


3 


8 


Still 


4 


— 


5 


9 



1 

2 
3 
4 
5 



s 

9 

10 

11 
12 
13 
14 
15 

U) 
17 

18 
19 
20 

21 

22 
23 
24 
25 

26 
27 
2s 
29 
30 



40 Station Wiesbaden. 

1. 



Monat 

3. 



Luftdruck 

(Barometerstand auf und Normal- 
schwere reducirt) 700™™ + 



2p 



9P 



Tages- 
mittel 



Temperatur- 
Extreme 

(abgelesen 9p) 



Maxi- 
mum 



Mini- 
mum 



Diffe- 
renz 



7a 



Luft- 



2 p 



1 

2 
3 
4 
5 

6 

7 

8 

9 

10 

11 
12 
13 
14 
15 

16 
17 
18 
19 
20 

21 

22 
23 
24 
25 

26 
27 
28 
29 
30 
31 

Monats- 
Mittel 



44.1 


46.4 


48.6 


46.4 


13.2 


48.8 


49.9 


51.7 


50.1 


8.0 


53.6 


54.7 


56.2 


54.8 


7.5 


55.8 


54.7 


54.1 


54.9 


8.4 


51.2 


50.1 


49.3 


50.2 


9.3 


48.0 


47.9 


48.2 


48.0 


11.0 


47.8 


47.1 


48.7 


47.9 


15.3 


50.3 


50.4 


51.5 


50.7 


13.8 


50.9 


48.8 


47.2 


49.0 


15.5 


45.4 


45.9 


46.4 


45.9 


14.8 


47.1 


45.9 


45.4 


46.1 


16.2 


48.0 


52.5 


58.4 


53.0 


17.5 


61.8 


61.1 


59.9 


60.9 


14.0 


55.9 


52.0 


51.0 


53.0 


15.6 


53.2 


51.2 


49.2 


51.2 


15.3 


44.1 


43.0 


43.9 


43.7 


14.1 


44.4 


45.4 


47.3 


45.7 


11.0 


49.0 


47.5 


46.9 


47.8 


12.1 


50.4 


53.2 


54.9 


52.8 


11.4 


53.6 


52.5 


50.3 


52.1 


10.3 


47.3 


52.3 


57.1 


52.2 


14.0 


57.5 


56.4 


56.0 


56.6 


12.4 


59.5 


62.7 


65.9 


62.7 


12.3 


67.9 


67.1 


66.2 


67.1 


11.5 


64.7 


63.7 


62.6 


63.7 


7.9 


59.4 


56.9 


56.1 


57.5 


6.7 


51.9 


50.8 


51.3 


51.3 


6.7 


53.1 


54.9 


56.5 


54.8 


9.0 


56.6 


54.8 


54.4 


55.3 


11.2 


54.2 


53.0 


53.4 


53.4 


10.7 


54.0 


55.8 


56.8 


55.4 


10.9 


52.6 


52.5 


53.1 


52.7 


11.8 



5.8 
2.3 
41 
3.6 
4.1 

7.2 
7.4 
2.8 
4.5 
10.0 



7.4 

5.7 
3.4 

4.8 
5.2 

3.8 

7.9 

11.0 

11.0 

4.3 



9.6 


6.6 


10.6 


6.9 


7.4 


6.6 


6.5 


1 9.1 


9.1 


6.2 


10.3 


3.8 


8.2 


2.8 


7.8 


4.8 


4.2 


7.2 


3.2 


1 7.1 



5.5 
2.4 
6.3 
1.9 

0.4 

0.7 

2.6 
6.7 
3.0 
2.0 
4.5 

5.3 



8.5 
10.0 
6.0 
9.6 
7.5 

7.4 
4.1 
2.3 

8.2 
8.7 
6.4 

6.6 



PEN T A l) E N - U B E E S I ( ' H T 



13.0 
2.9 
45 
4.3 
5.5 

7.8 
8.6 
3.9 
6.8 
10.8 

10.4 
11.9 

10.2 
8.3 
9.9 

13.3 

8.2 
7.9 
8.3 
4.7 

12.7 
3.3 
7.9 
2.5 
0.7 

0.4 
3.9 
7.0 
3.1 
2.2 
6.9 

6.8 



10.0 
7.3 
7.2 
8.2 
9.0 

10.4 
14.7 
13.5 
15.3 
14.0 

15.4 
17.0 
13.7 
15.0 
14.7 

12.4 
10.7 
11.2 
11.0 
9.6 

12.6 

10.5 
12.1 
11.3 

7.5 

6.4 
6.4 

8.5 

li.n 

10.0 
10.8 

11.2 





Luftdruck 


Luftten 


iperatur 


Bewö 


l k u n g 


Niedersclilai 


Pen t iidc 












Summe 


Summe Mittel 


Summe 


Mittel 


Summe 


Mittel 


3.— 7. ükt. 


255.8 


51.2 


38.1 


7.6 


36.9 


7.4 


_ 


8.— 12. , 


244.7 


48.9 


55.5 


11.1 


28.7 


5.7 


0.3 


13.— 17. „ 


254.5 


50.9 


53.7 


10.7 


36.0 


7.2 


5.7 


18.-22. „ 


261.5 


52.3 


40.2 


8.0 


36.4 


7.3 


24.6 


23.-27. , 


302.3 


60.5 


26.6 


5.3 


34.7 


6.9 


4.9 


28.-1. N..V. 


274.7 


54.9 


33.3 


6.7 


;!4.0 


6.S 


3.9 



Oktober 1902. 



Beobachter L a in p o. 

5. 



41 



teiiiperatur 



9p 



Tages- 
mittel 



Absolute Feuclitiirkeit 



7a 



2p 



9p 



Tages- 
mittel 



5.8 
5.1 
4.5 
5.3 

8.7 

10.0 

7.4 

6.7 

13.4 

10.0 

10.9 

10.6 

7.4 

12.4 

10.8 

10.3 

8.2 
7.3 
4.2 
9.8 

5.5 

7.7 
6.8 
4.6 
3.3 

2.9 
6.7 
7.6 
7.8 
5.9 
4.5 

7.5 



8.6 


8.5 


86 


6.5 [ 


i 5.1 


5.2 


6.1 


5.2 


5.2 


5.0 


5.4 


5.0 i 


5.8 


5.1 


5.7 


5.3 j 


8.0 


5.1 


6.7 


6.9 ' 


9.6 


7.2 


7.8 


7.1 ; 


9.5 


7.1 


7.4 


68 


7.7 


5.6 


7.9 


6.8 


12.2 


0.6 


8.6 


8.0 


11.2 


8.6 


9.2 


8.8 


11.9 


9.2 


11.0 


9.3 


12.5 


9.8 


9.9 


7.7 


9.7 


7.4 


7.2 


6.9 


12.0 


7.3 


8.6 


8.9 


11.6 


7.7 


7.5 


8.4 


11.6 


8.8 


8.8 


7.9 I 


8.8 


6.5 


5.2 


6.2 


! 8.4 


6.8 


5.4 


7.2 ! 


i 6.9 


7.3 


7.8 


5.5 j 


8.5 


5.8 


7.3 


8.8 i 


9.1 


10.2 


6.9 


6.1 i' 


7.3 


5.3 


7.6 


7.4 j! 


j 8.2 


7.3 


7.5 


6.4 i 


5.8 


5.1 


5.9 


5.6 ' 


3.7 


4.8 


5.9 


5.4 :t 


3.0 


4.3 


6.0 


5.2 


5.9 


5.7 


6.9 


7.0 


' 7.7 


7.2 


6.7 


7.0 


7.4 


5.4 


6.4 


7.0 


6.0 


5.1 


7.6 


6.3 


6.7 


7.0 


6.3 


5.7 


8.2 


6.7 


7.3 


6.8 jj 



7.9 
5.5 
5.1 

5.4 
6.2 

7.4 
7.1 

6.8 
7.7 
8.9 

9.8 

9.1 

7.2 
8.3 
7.9 

8.5 
6.0 
6.5 
6.9 
7.3 

7.7 
6.8 
7.1 
5.5 
5.4 

5.2 
6.5 
7.0 
6.3 
6.3 
6.3 

7.0 



Kelative Feuchtiskeit 



7a 



2p 



9P 



Tages- 
mittel 



76 
93 
79 

82 
76 

92 
86 
92 
90 
90 

98 

95 
79 

89 

84 

77 
81 
86 
89 
90 

94 
92 
92 
93 
98 

96 
95 
96 
95 
94 
94 

89 



Tao- 



94 


94 


88 


SO 


80 


84 


72 


79 


77 


70 


80 


77 


78 


83 


79 


84 


79 


85 


59 


89 


78 


69 


93 


85 


66 


70 


75 


78 


96 1 


88 


85 


97 


93 


69 


81 


82 


61 


90 


77 


68 


85 


81 


60 


89 


78 

1 


.^3 


85 


82 


54 


77 


71 


54 


94 


78 


80 


89 


86 


83 


98 j 


90 


63 


91 ! 


83 


80 


94 ' 


89 


72 


90 


85 


59 


89 


80 


76 


93 


89 


84 


93 


91 


96 


96 


96 


81 


90 


89 


65 


89 


83 


83 


91 


89 


65 


90 


83 


73 


88 


84 



Lnftdnick .... 
Lufttemperatur 
Absolute Feuchtigkeit 
- Relative reuclitiarkeit 



Maximum 



am 



MinimuiH 



767.9 


24. 


743.0 


17.5 


12. 


—0.7 


11.0 


11. 


4.3 


98 


11.20.25. 


54 



am 



16. 

26. 

26. 

17. 18. 



1 

2 

3 

4 
5 

6 

7 

8 

9 

10 

11 
12 
13 
14 
15 

16 
17 
18 

19 

20 

21 

22 
23 
24 

25 

26 

27 
28 
29 
30 
31 



Differenz 



24.9 
18.2 
0.7 
44 



Grösste tasrliche Niederschlagshöhe 



17.6 am 21. 



Zahl der heiteren Tage (unter 2,o im Mittel) . 
„ „ trüben Tage (über 8,o im Mittel) . . . 
„ „ Sturmtage (Stärke 8 oder mehr) . . . 
„ „ Eistage (Maximum unter 00) .... 
„ „ Frosttage (Minimum unter 0^) 

„ Sommertage (Maximum 25.oO oder mehr) 



1 /fs^C^^ 



Jahrb. d. nass. Ver. f. Nut. 56. Mctuorol. Licoliacbt. 




42 



Station Wiesbaden. 



Monat 







Bewölkung 




Wind 

Kiclitung und Stärke 


Tag 




0—10 




0—12 


7a 


2p 


9P 


Tages- 


7 a 


2p ' 9P 










initti'l 






1 


10 


10 





6.7 


NE 4 


S 2 


S 1 


2 


4 


10 


10 


8.0 


S 1 


N 3 


N 2 


1 1 


10 


10 


10 


10.0 


N 2 


NE 2 


NE 2 


4 


10 


6 





5.8 


NE 2 


NE 4 


NE 8 


5 


10 


10 


2 


7.3 


NE 3 


NE 4 


NE 2 





10 


10 


10 


10.0 


SE 2 


SE 2 


SE 2 


7 


7 


6 





4.3 


SE 2 


SW 3 


SW 2 


8 


2 


3 





1.7 


SW 1 


SW 1 


SW 1 


9 


4 


6 


10 


6.7 


SW 2 


E 4 


NE 2 


10 


9 


10 





6.3 


NE 1 


NE 1 


C 


11 


10 





6 


5.3 


C 


NE 1 


C 


VI 


9 


9 


8 


8.7 


N 1 


NW 2 


N 3 


V.i 


10 


4 


6 


6.7 


E 1 


SW 2 


SW 2 


14 


10 


4 


10 


8.0 


C 


SW 3 


SW 2 


15 


2 


2 


9 


4.3 


SW 2 


SW 2 


SW 1 


16 


10 


10 


8 


9.3 


SW 2 


SW 2 


SW 2 


17 


6 


8 


9 


7.7 


SW 3 


SW 4 


SW 3 


18 


8 


8 


10 


8.7 


SW 3 


SW 3 


SW 2 


19 


8 


7 





5.0 


NW 2 


NW 2 


W 2 


20 


9 


9 


10 


9.3 


C 


SW 1 


c 


21 


10 


4 





4.7 


NW 2 


NW 2 


NW 1 


22 


8 


8 


10 


8.7 


SW 2 


S 2 


SW 1 


28 


10 


8 





6.0 


W 1 


E 1 


E 1 


24 


10 


4 





4.7 


E 1 


SE 2 


E 1 


25 


10 


2 





4.0 


C 


SE 1 


C 


20 


10 


10 


10 


10.0 


c 


SE 1 


E 2 


27 


10 


10 


10 


10.0 


SE 1 


SE 2 


C 


2s 


10 


10 





6.7 


SE 1 


SE 1 


N 1 


29 


4 


8 


10 


7.3 


N 2 


N 3 


N 1 


80 


8 


10 





6.0 


N 1 


C 


N 1 


81 


10 


6 





5.3 


NE 1 


C 


N 1 




8.8 


7.2 


5.1 


6.9 


1.5 


2.0 
Mittel 1.6 


1.4 



Zahl der Tage mit: 

Niedersclilagsinessnngen mit mehr als 0,2 i""i . 

Niedei'sohlag . . " (@-X-A,'\ 

liegen ... \Q 

Sclinoc (-^ 

Hagel (A 

(iraii])eln (^ 

'l'au i-r^ 

Keif {^^ 

Glattei.s (s\s 

Nobel (^ 

Gewitter (iiali K. fern T 

Wettrrleuelitrn ( <; 



10 
1") 

i:. 



10 
8 



Oktober 1902. 



Beobachter Lampe. 43 

9. 



N i e (l e r s c Ii 1 a 



Höhe 7a 
mm 



Form und Zeit 




jö u. 1 ztw. a + p 



0.3 



0.0 

5.7 

0.0 
4.4 

17.6 

2.6 
4.0 
0.1 



0.8 
8.6 



0.3 
45.2 



-cl. % iw a + ]> ztw. 
= 11— 9 a. ^^-' 

_JQ_2 

% tr. einz. p 

®o oft a, % tr. einz. }» 

% n, % tr, einz. a 

®o V. 33/4 fast iniunterbr. 

_^::^2, ^0 4l/2_53/4, @ 1 V. 5^^/.] p fast uniiiitrrbr, 

# n. ® ^ ztw. a 

-^ ®" IVa— 2 ztw., SV2 1'— u 

® tr. a 

, ,0 

^0, ==ii_8i/2a 

^2, =0 1—11 a, =1 abends. 
@ u, @ oft a, % oft p — n 



c^2^ =ifr. 
Monatssumme. 



1 

2 
3 
4 
5 



s 

'.I 

lü 

U 
12 
1:; 
14 
15 

ir. 

17 

IS 
19 

20 

21 

22 
23 
24 
25 

26 

27 
28 
29 
30 
31 





W i n d 


- V e r t e i 1 u n g 






7a 


2p 


9p 


Summe 


N 


4 


2 1 6 


12 


KE 


5 


5 


4 


14 


E 


2 


2 


3 


7 


SE 


4 







11 


S 


1 


2 




4 


SW 


7 


9 




25 


w 


1 


— 




2 


NW 


2 


3 


1 ( 


6 


Still 


5 


2 


5 


12 



44 


Stati 


iii \Vics 
1 


li IL den. 






o 




Monat 






Luftdruck 




Temperatur- 








(Darometerstand auf 0" und 


Nornial- 


Extreme 




Luft- 


Tag 


schwere reducirt) 700™iJi + | 


(abcjelesün 9p) 






7a 


2p 


9p 


Tages- 


Maxi- 


Mini- 1 Diffe- 


7a 


2p 


1 








mittel 


mum 


mum rcnz 






56.8 


55.3 


55.4 


55.8 


7.6 


- 0.5 8.1 


0.4 


7.4 


2 


56.8 


58.1 


58.5 


57.8 


11.1 


4.2 jl 6.9 


6.9 


10.9 


3 


57.2 


56.2 


56.9 


56.8 


6.9 


2.8 1! 4.1 


3.7 


6.4 


4 


57.3 


56.1 


55.4 


56.3 


8.3 


2.1 6.2 


3.9 


8.3 


5 


54.3 


53.6 


53.4 


53.8 


6.2 


1.6 4.6 


2.3 


6.0 


6 


52.3 


49.7 


48.9 


50.3 


9.6 


3.9 


5.7 


4.3 


9.6 


7 


4^.5 


46.8 


48.9 


48.1 


9.8 


5.3 4.5 


5.4 


9.5 


S 


52.7 


51.8 


50.1 


51.5 


121 


4.3 , 7.8 


.5.7 


11.9 


9 


48.0 


47.2 


50.1 


48.4 


9.3 


6.2 1 3.1 


6.8 


8.7 


10 


53.2 


54.5 


55.2 


54.3 


8.5 


2.2 ! 6.3 


4.2 


8.1 


11 


.53.3 


52.9 


58.2 


53.1 


8.0 


4.8 


32 


.5.9 


7.0 


12 


hb.l 


56.4 


58.2 


56.6 


8.8 


2.0 


6.8 


2.3 


8.6 


lo 


58.7 


58.3 


59.4 


58.8 


5.8 


4.0 ' 


1.8 


4.9 


5.5 


U 


(iO.4 


61.0 


61.5 


610 


7.3 


4.6 ) 2.7 


4.8 


7.0 


15 


00.6 


60.0 


59.5 


60.0 


5.8 


0.2 5.6 


4.1 


5.5 


16 


50.6 


60.1 


60.2 


60.0 


4.5 


— 1.9 1 6.4 


—1.7 


1 4 3 


17 


60.6 


60.0 


6J.6 


60.7 


2.0 


- 1.8 


3.8 


— 1.2 


1.8 


18 


60.3 


57.8 


57.6 


58.4 


—1.1 


— 4.6 


3.5 


-4.3 


—1.4 


19 


55.5 


53.8 


.53.5 


54.3 


0.0 


— 5.4 5.4 


-5.3 


i —0.2 


20 


55.7 


57.1 


58.0 


.56.9 


0.1 


- 4.1 : 4.0 


-2.8 


—0.4 


21 


.5-^.1 


.58.1 


58.7 


,58.3 


—0.5 


— 8.9 |! 8.4 


—8.6 


-0.5 


22 


58.9 


57.5 


56.8 


57.7 


-0.1 


- 10.0 9.9 


—9.5 


—0.2 


23 


56.4 


55.9 


56.3 


56.2 


—0.9 


— 8.9 8.0 


-6.1 


—2.2 


24 


54.3 


51.5 


48.8 


51.5 


2.8 


— 0.9 3.7 


0.2 


2.0 


25 


44.3 


42.1 


41.1 


; 42.5 


3.8 


1.4 2.4 


2.4 


3.4 


26 


40.0 


40.0 


41. s 


1 40.6 


4.2 


2.2 2.0 


3.0 


' 3.S 


27 


43.9 


452 


46 2 


45.1 


2.6 


0.1 2.5 


0.5 


1.7 


28 


44.7 


43.1 


42.4 


43.4 


4.6 


1.1 3.5 


1.6 


: 4..-. 


29 


43.4 


42 5 


42.6 


42.8 


7.7 


2.2 '! r^^ 


3.5 


i 7.1 


30 


43.6 


44.3 


45.7 


44.5 


6.9 


.5.1 1.8 


5.6 


: 6.8 


Monats- 


53.5 


52.9 


53.2 


53.2 


5.4 


0.4 4.9 


1.4 


5.0 


Mittel 














i 

1 







P E N T A D E N - U B E R S I C H T 





Luftdruck 


Lufttemperatur 


Bewö 


. k u 11 g 


Niederschla« 


P e n t a d 














' 


Summe 


Mittel 


Summe 


Mittel 


Summe 


Mittel 


Sil ui nie 


2.— 6. Nov. 


27.5.0 


55.0 


29.8 


6.0 


28.3 1 


5.7 




7.-11. . 


25.5.4 


51.1 


34.3 


().9 


34.6 


6.9 


l:'..6 


12.-16. , 


296.4 


59.3 


19.8 


4.0 


3.5.6 


7.1 


— 


17.-- 21. ,. 


2SX.6 


57.7 


—14.6 


-2.9 


10.0 


2.0 


;; .) 


22.-2(). „ 


248.5 


4'l.7 


1.0 


0.2 


40.0 


.\0 


1 .'.1 


27.Nuv.— l.Drz. 


221.3 


44.3 


1S.7 


3.7 


49.0 


9.8 


2.1) 



November 1902. 



Beobachter Lampe. 
5. 



4o 



temperatur 



9p 



Tages- 
mittel 



Absolute Feuchtigkeit 



7a I 2p 



9 p 



Tages- 
mittel 



Relative Feuchtigkeit 



7a 



2p 



9p 



Tages- 
mittel 



Ta? 



7.1 
G.2 
5.9 
4.5 
5.0 

6.6 
7.0 
6.2 
6.9 
6.6 

5.4 
4.8 
5.8 
5.2 
0.2 

1.6 

-1.8 
-3.9 
-2.0 
-4.1 

-5.9 

-3.9 

-0.9 

2.4 

3.7 

2.2 
1.5 
2.2 

5.7 
5.1 

2.8 



5.5 


4.5 


i 7.6 


6.9 


! 5.5 


5.3 


5.3 


5.3 


4.6 


4.7 


6.8 


5.3 


7.2 


5.4 


7 5 


6.3 


7.3 


7.0 


6.4 


5.8 


5.9 


5.9 


5.1 


5.0 


5.2 


5.7 


5.6 


5.8 


2.5 


5.2 


1.4 


3.6 


—0.8 


3.1 


—3.4 


1.6 


1 —2.4 


1.9 


—2.8 


3.2 


-5.2 


1.8 


j -4.4 


1.9 


-2.5 


2.3 


1.8 


4.3 


3.3 


5.2 


2.8 


4.5 


1.3 


3.7 


2.6 


5.0 


5.5 


5.6 


5.6 


6.3 


3.0 


4.6 



6.5 
6.2 
5.6 
5.5 

5.7 

6.0 
6.3 
7.1 
81 

6.9 

6.1 
6.7 
5.8 
6.2 
4.9 

4.6 
4.0 
1.9 
2.4 
3.2 

3.1 
2.7 
3.1 
4.9 
5.5 

4.2 

4.2 
5.7 
6.6 
6.3 

5.2 



6.9 
5.2 
5.9 
5.2 
5.6 

5.9 
6.3 
6.5 
7.2 
6.9 

6.0 
5.7 
6.0 
6.1 
4.3 

8.8 
2.9 
2.1 
2.5 

2.7 

2.4 
2.7 
3.6 
5.2 
5.4 

3.7 
4.7 
5 1 
5.9 
5.1 

4.9 



6.0 


94 


85 


91 


90 


6.1 


93 


63 


74 


77 


5.6 


88 


78 


86 


84 


5.3 


87 


67 


82 


79 


5.8 


85 


82 


86 


84 


5.7 


85 


67 


81 


78 


6.0 


80 


71 


84 


78 


6.6 


93 


68 


91 


84 


7.4 


94 


96 


98 


96 


6.5 


98 


86 


94 


91 


6.0 


86 


81 


89 


' 85 


5.8 


93 


81 


89 , 


88 


5.8 


87 


86 


91 


88 


6.0 


90 


8-2 


92 


88 


4.8 


85 


72 


92 


83 


4.0 


90 


74 


75 


, 80 


3.3 


74 


77 


72 1 


i ^^ 


1.9 


50 


45 


62 


52 


2.3 


64 


54 


64 


61 


3.0 


85 


72 


79 


79 


2.4 


79 


70 


82 


77 


,| 2.4 


87 


60 


60 


76 


:i 3.0 


82 


79 


82 


! 81 


1 4.8 


92 


98 


94 


93 


5.4 


94 


95 


90 


93 


4.1 


79 


70 


68 


72 


4.2 


76 


82 


98 


84 


• 5.3 


96 


90 


94 


93 


:: 6.0 


95 


87 


86 


i 89 


,: 5.9 


93 


85 


78 


85 


<] 4.9 

1 


85 


- 77 


85 


82 



1 

2 
8 
4 
5 

6 

7 

8 

9 

10 

11 
12 
13 
14 
15 

16 
17 
18 
19 

20 

21 

22 
23 
24 
25 

26 

27 
28 
29 
30 



Maximum 



am 



MiniiiiHDi 



a))i 



Differe)tz 



Luftdruck .... 
Lufttemperatur 
Absolute Feuchtigkeit 
Relative Feuchtigkeit 



761.6 
12.1 

8.1 
98 



17. 

8. 
9. 
9. 



740.0 
-10.0 
1.6 
45 



26. 
22. 

18. 

18. 



21.6 
22.1 
6.5 
53 



Grösste täüliche Niederschlafcshöhe 



7.5 am 10. 



Zahl der heiteren Tage (unter 2.o im Mittel) . 

trüben Tage (über 8,o im Mittel) . . . 
Sturmtage (Stärke 8 oder mehr) . 
Eistage (Maximum unter 0*^) .... 
Frosttage (Minimum unter 0") . 
Sommertage (Maximum 25,0^ oder mehr) 



8 
14 



10 



46 Station Wies L a d e 1 1 . 

6. 



Monat 



Tag 



Bewölkung 

0—10 



2p 



9p 



Tages 
mittel 



W i n (1 

Eiclitung und Stärke 
0—12 



2p 



9P 



1 


10 


2 


10 


3 


9 


4 


9 


5 


2 


6 


8 


7 


8 


8 


10 


9 


10 


10 


10 


11 


6 


12 


4 


13 


10 


14 


10 


15 


10 


16 


4 


17 





18 





19 





20 


10 


21 


8 


22 


2 


23 


10 


24 


10 


25 


10 


26 


10 


27 


10 


28 


10 


29 


10 


30 


10 



7.7 



6 

9 

10 

2 
8 

2 

8 

4 

10 

10 

6 

4 

10 

10 
6 

9 



2 





8 

10 

10 

10 
10 
10 
7 
10 

6.4 



10 
6 

10 




2 

10 
2 
8 



10 

10 

10 








10 







10 

10 

10 

10 
10 
10 
10 
10 

5.6 



8.3 
9.7 
3.7 
3.3 

3.3 
6.0 
8.0 
7.3 
9,3 

4.0 

6.0 

10.0 

10.0 

5.3 

4.3 

0.0 
0.0 
3.3 
4.0 

2.7 

0.7 

9.3 

10.0 

10.0 

10.0 
10.0 
10.0 
9.0 
10.0 

6.5 



NW 1 
NW 1 

C 
E 2 

NE 2 



E 2 
NE 2 
NE 4 
NE 3 

E 2 

N 1 
NE 2 
NE 1 

C 
NE 1 

NE 1 
NK 3 
NE 2 
NE 1 

NE 3 

1.7 



NW 2 
NE 2 
E 1 
E 3 



E 2 


E 3 


NE 3 


NE 2 


E 2 


SW 2 


S 1 


S 2 


S 1 


S 1 


SE 2 


NE 3 


NE 2 


NE 3 


E 2 


E 2 


NE 1 


NE 1 


NE 2 


NE 2 



NE 2 

NE 4 
NE 4 

E 3 

S 2 

N 2 
NE 3 

C 
NE 2 

NE 1 

NE 1 
NE 2 

C 

E 3 

NE 2 

2.1 
Mittel 1.9 



NW 2 

W 3 

E 1 

E 2 

NE 2 

E 2 
NE 1 
SW 2 

S 2 
S 1 

NE 3 

E 3 

NE 1 

NE 1 

E 1 

NE 1 
NE 4 
NE 4 

E 2 

E 1 

N 2 

C 

C 
NE 1 
NE 2 

NE 4 
NE 1 

C 
NE 3 
NE 1 

1.8 



Z a li 1 der Tage ni i t : 

Niedevschlagsniessungen mit mehr als 0,2™"! _ 

Niederschlag (® -)f A A) 

Regen (@) 

Schnee ' . . (-)(-) 

Hagel (A) 

(iraupchi (A) 

Tau (-^) 

Keif (^) 

(ilatteis (gn5) 

Nebel ( = ) 

Gewitter (nah K, fern f) 

Wetterleuchten ( < I 



10 

S 



4 
1 



November 1902. 



Beoljacliter L a m ]) e. 



il 



Nieder schlag? 



3öhe 7a 
mm 



Form und Zeit 



Höhe 

der 

Schnee 

decke 

in cm 

7» 



SEE 1fr.— 10' /-ja 






5.8 



n, @oi_n + iiztw. 
7.5 #11, @<>&V4-9i/2a 

0.3 - 



^0 8i/2P— ni-n 
3.2 ^n 



I tr. ztw. a + p 

11, #oi-ll_5p 



2.3 

4.6 

_ a -t- p 
1-1 # 11, # tr. a 
0.3 #11 

25.1 Monatssumme. 




3 
3 
3 
3 

1 



6 
Tage 



W i n d - 


Verteilung 


. 




7a 


2p : 9p 


Summe 


N 


1 


1 1 


3 


NE 


16 


15 14 


45 


E 


6 


n 
/ 


7 


20 


SK 


1 


— 


— 


1 


S 


2 


3 


2 


7 


SW 


— 


1 


1 


2 


w 


— 


— 


1 


1 


NW 


2 


1 


1 


4 


Still 


2 


2 


3 


7 



1 

2 
3 
4 
5 

6 

7 

S 

9 

10 

11 
12 
13 
14 
15 

16 
17 

18 
19 
20 

21 
22 
23 
24 
25 

26 
27 

2S 
29 
30 



4S' Station Wiesbaden. 

1. 



Monat 



2. 



Tu 



Luftdruck 

(Barometerstand auf und Normal- 
schwere reducirt) 700i^i^i + 



2p 



9p 



Tages- 
mittel 



Temperatur- 
Extreme 

(abgelesen 9 p) 



Maxi- 
mum 



Mini- 
mum 



Diffe- 
renz 



Luft- 



2p 



1 


45.7 


45.7 


45.0 


2 


40.0 


38.2 


41.7 


3 


45.8 


49.5 


53.1 


4 


57.5 


59.5 


61.6 


5 


61.4 


59.7 


59.9 


6 


59.6 


59.1 


59.1 


7 


57.7 


56.7 


57.0 


8 


55.7 


54.6 


54.3 


9 


52.9 


53.6 


55.7 


10 


57.5 


58.6 


59.3 


11 


58.6 


57.8 


57.3 


12 


57.5 


58.1 


59.3 


13 


60.3 


61.0 


63.1 


14 


65.1 


65.0 


64.3 


15 


59.7 


57.4 


58.4 


16 


61.6 


60.5 


57.0 


17 


53.1 


52.2 


53.4 


18 


46.9 


46.9 


50.7 


19 


49.5 


52.9 


57.1 


20 


56.9 


52.8 


52.4 


21 


53.3 


54.6 


57.3 


22 


62.4 


65.2 


67.2 


23 


68.0 


67.6 


67.2 


24 


65.y 


64.6 


64.6 f 


25 


61.3 


59.8 


55.4 , 


26 


52.2 


54.4 


54.2 


27 


54.3 


54.8 


56.0 


28 


50.9 


48.4 


45.2 


29 


38.0 


33.8 


32.7 


30 


31.6 


33.2 


33.6 


31 


34.9 


36.6 


39.8 


Monats- 


54.1 


54.0 


54.6 


Mitlei 






1 



45.5 
40.0 
49.5 
59.5 
60.3 

59.3 
57.1 
54.9 
54.1 

58.5 

57.9 
58.3 
61.5 

64.8 

58.5 

59.7 
52.9 
48.2 
53.2 
54.0 

55.1 
64.9 
67.6 

65.0 

58.8 

53.6 
55.0 
48.2 
34.8 
32.8 
37.1 

54.2 



5.1 

8.0 

8.4 

—4.1 

-3.8 

—5.5 
—4.2 

—5.7 

—1.9 

0.1 

0.5 
—2.5 
—3.7 
—0.1 
—1.3 

2.2 
11.0 
12.1 

6.0 
7.0 

6.9 
5.5 
0.5 
0.7 
2.5 

6.2 
9.1 
7.2 
7.6 

6.2 
4.2 

2.7 



3.1 


2.0 


3.3 


3.8 


4 2 


5.1 


— 4.1 


12.5 


5.4 


— 8.5 1 


4.4 


— 7.7 


— 9.9 


6.1 


- 9.2 


- 11.7 


6.2 


—11.5 


— 7.6 


34 


— 6.2 


— 9.9 


4.2 


— 9.6 


n n 


5.8 


— 6.3 


— 7.4 


n .- 


— 3.9 ; 


— 5.9 


6.4 


— 4.5 


-8.2 


5.7 


— 7.9 


— 9.0 


5.3 


— 8.9 


' —6.8 


6.7 


— 4.1 


— 7.1 


5.8 


— 7.0 


— 4.3 


6.5 


— 3.5 


1.9 


9.1 


3.7 


4.3 


7.8 


11.3 i 


1.9 


4.1 


2.7 ' 


2.1 


4.9 


2.4 


4.6 


2.3 


5.3 


— 0.9 


6.4 


— 0.1 


— 3.9 


4.4 


- 3.5 


1-4.4 


5.1 


— 4.3 


i-3.8 


6.3 


— 3.8 


2.5 


3.7 


3.5 


4.4 


4.7 


8.3 


4.8 


2.4 


5.7 


5.2 


2.4 


6.5 


3.6 


2.6 


4.2 


1.4 


2.8 


1.6 1 


- 2.5 

1 


5.2 


-1.1 ' 

1 



7.4 
-0.5 
-6.3 
-3.9 

-5.8 
-4.8 
-6.3 
- 2.0 
0.0 

0.4 
-3.5 
-3.8 
-0.3 
—2.2 

1.7 
10.5 
9.9 
4.6 
5.4 

6.2 
3.0 

0.5 
0.5 
1.3 

5.6 
S.l 
6.2 
7.1 
4.9 

t> ■> 

1.6 



PENTADEN- ÜBERSICHT 





L u 1' t (1 ruck 


Lultteii 


jK'ratur 


1 > e w (1 


1 k u 11 l;- 


Niedorsohla 


P e n t a d c 














Summe 


Summe 


Mittel 


Summe 


Mittel 


Summe 


Mittel 


2.- 6. Doz. 


268.6 


53.7 


—10.6 


-3.3 


33.4 


6.7 


17.3 


7.-11. , 


282.5 


56.5 


—22.7 


-4.5 


17.1 


3.4 


1.3 


12.-16. .. 


302.8 


60.6 


—17.8 


-3.6 


31.6 


6.3 


4.0 


17.-21. „ 


263.4 


52.7 


30.6 


6.1 


41.0 


8.2 


47.9 


22.-2(i. „ 


30<».9 


62.0 


1.5 


0.3 


31.4 


6.3 


3.(1 


27.-31. , 


207.9 


41.6 


26.5 


5.3 


45.0 


9.0 


(i.9 



1 



Dezentiber 1902. 



Beobachter L a m p e. 49 

5. 



temi>eratnr 


Absolute Feuclitigkeit 


Relative Fenchtigkeit 


lag 


9p 


Tages- 
mittel 


7a 


2p 


9p 


Tages- 
mittel 


7a 


2p 


9P 


Tages- 
mittel 


4.0 


3.7 


5.0 


5.4 


5.6 ! 


5.3 


87 


92 1 92 ' 


90 


1 


8-0 


7.1 


6.4 


6.9 


6.2 


6.5 


97 


90 ! 78 


88 


2 


—4.1 


-0.8 


5 9 


3.7 


2.5 


4.0 


87 


85 75 


82 


3 


—8.5 


—7.8 


1.9 


1.9 


1.8 


1.9 


78 


69 76 


74 


4 


—7.8 


—7.2 


1.7 


2.2 


1.8 ! 


1.9 


75 


66 74 


72 


5 


—7.1 


—7.9 


1.5 


1.7 


1.8 i 


1.7 


82 


57 67 1 


69 


6 


6.6 


—6.0 


2.2 


2.6 


2.3 : 


2.4 


79 


84 84 ! 


82 


7 


—6.5 


—7.2 


1.7 


1.9 


2.2 : 


1.9 


81 


69 1 82 ' 


77 


8 


—7.1 


-5.6 


2.4 


2.9 


2.3 i 


2.5 


84 


74 90 


83 


9 


-0.1 


—1.0 


2.9 


3.5 


3.6 1 


3.3 


84 


76 \ 79 


80 


10 


-3.7 


—2.9 


2.7 


3.2 


2.6 1 


2.8 


84 


68 ' 76 ' 


76 


11 


6.9 


—6.3 


2.1 


2.7 


2.4 


2.4 


86 


76 89 : 


84 


12 


-5.8 


-6.1 


2.1 


2.6 


2.6 


2.4 


94 


78 1 87 


86 


13 


—2.7 


—2.4 


3.0 


3.6 


3.3 


3.3 


89 


79 i 89 


86 


14 


—2.4 


—3.5 


2.5 


3.2 


3.4 


3.0 


94 


81 ' 89 , 


88 


15 


1.9 


0.5 


3.3 


4.1 


4.9 


4.1 


93 


80 . 93 


89 


16 


9.1 


8.1 


5.8 


7.6 


7.2 


6.9 


97 


80 ' 84 


87 


17 


6.0 


8.3 


8.3 


6.1 


5.4 


6.6 


83 


67 i 78 


76 


18 


3.5 


3.6 


4.8 


4.8 


4.7 


4.8 


85 


76 80 


80 


19 


6.1 


5.0 


5.0 


5.9 


5.9 


5.6 


91 


87 84 


87 


20 


5.5 


5.6 


5.9 


6.0 


5.9 


5.9 


89 


86 88 


88 


21 


-0.9 


0.3 


4.3 


4.6 


4.0 


4.3 


94 


81 , 92 


89 


22 


—2.1 


—1.8 


3.4 


3.7 


3.3 


3.5 


95 


78 83 


85 


23 


-8.3 


—2.6 


3.0 


3.6 


3.3 


3.3 


91 


75 I 91 i 


86 


24 


2.5 


0.6 


3.4 


3.6 


4.7 


3.9 


98 


70 ' 85 j 


84 


25 


5.4 


5.0 


5.3 


5.5 


5.1 


5.3 


90 


82 77 ' 


88 


26 


6.8 


7.5 


6.6 


6.5 


6.0 


6.4 


81 


81 81 


81 


27 


6.3 


6.1 


5.8 


6 


6.5 


6.1 


85 


86 91 


87 


28 


5.5 


6.2 


6.3 


6.2 


6.1 


6.2 


87 


83 91 1 


87 


29 


3.6 


4.1 


5.0 


4.6 


4.7 


4.8 


80 


70 80 


77 


30 


2.8 


2.6 


4.6 


4.5 


4.4 


4.5 


89 


78 j 77 


81 


31 


0.1 


0.2 


4.0 


4.2 


4.1 


4.1 


87 


78 


83 


83 





Maximum 



am 



Minimum 



am. 



Differen:. 



Luftdruck .... 
Lufttemperatur 
Absolute Feuchtigkeit 
Relative Feuchtigkeit 



768.0 
12.1 

8.3 
98 



23. 

18. 
18. 
25. 



731.6 

-11.7 

1.5 

57 



30. 
6. 
6. 
6. 



36.4 

23.8 
6.8 
41 



Grösste tägliche Niedersehlagshöhe 



19.4 am 19. 



Zahl der heiteren Tage (unter 2,o im Mittel) . . 
„ „ trüben Tage (über 8,o im Mittel) . . 
„ ,, Sturmtage (Stärke 8 oder mehr) . 
„ „ Eistage (Maximum unter QO) . . . . 
„ „ Frosttage (Minimum unter 0^) . . . 
„ Sommei-tage (Maximum 25,o0 oder mehr) 



4 
13 

10 

18 



Jahrb. d. nass. Yer. i. Nat. 56. Meteorol. Beobacht. 



50 


Station W i o s b a 

6 


den. 






! 

7. 


Monat 






Bewölkung 




Wind 

Richtung und Stärke 


Tag 




10 




0-12 


7a 


2p 


9P ' 


! Tages- 


) 

7a 


2p ' 


9p 










1 mittel 








1 


10 


10 


10 


10.0 


NE 2 


NE 2 


NE 2 


2 


10 


10 


10 


10.0 


S 2 


SW 3 


SW 5 


8 


10 


10 


10 


10.0 


SW 2 


N 2 


N 3 


4 


2 


6 





2.7 


N 4 


NE 4 


NE 3 





8 


6 





4.7 


NE 2 


NE 2 


N 3 


6 


6 


4 


8 


6.0 


N 1 


NE 3 


N 2 


7 


10 


10 





6.7 


N 1 


NE 1 


NE 2 


8 


10 


4 





4.7 


NE 2 


NE 2 


NE 1 


9 


8 


1 





3.0 


NE 1 


E 2 


NE 1 


10 


3 


2 





1.7 


NE 2 


N 2 


NE 2 


11 


2 


1 





1.0 


NE 2 


NE 3 


E 1 


12 


2 


2 





1.8 


NE 1 


E 1 


E 1 


13 


10 


4 





4.7 


E 1 


E 1 


E 1 


14 


10 


9 





6.3 


E 1 


E 1 


E 2 


15 


10 


8 


10 


9.3 


E 1 


E 2 


E 1 


16 


10 


10 


10 


10.0 


SE 1 


SW 1 


SW 2 


17 


10 


10 


7 


9.0 


SW 1 


W 3 


W 3 


18 


10 


8 


6 


8.0 


W 4 


NW 4 


W 4 


19 


8 


6 





4.7 


NW 3 


W 3 


W 3 


20 


10 


10 


8 


9.3 


SW 1 


SW 2 


SW 2 


21 


10 


10 


10 


10.0 


NW 2 


NW 2 


NW 1 


22 


o 








1.7 


NW 1 


NW 1 


NW 1 


23 


10 


2 





4.0 


NW 1 


NW 1 


NW 1 


24 


8 


2 


10 


6.7 


NW 1 


NW 1 


C 


25 


10 


10 


10 


10.0 


\\ 1 


SW 1 SW 8 


26 


10 


7 


10 


9.0 


SW 2 


SW 2 SW 8 


27 


10 


U) 


4 


8.0 


W 2 


SW 2 SW 2 


28 


9 


10 





9.3 


SW 2 


SW 2 SW 1 


29 


10 


10 


10 


10.0 


SW 2 


SW 2 C 


30 


8 


8 


8 


8.0 


SW 2 SW 1 C II 


31 


10 


9 


10 


1 9.7 


SW 1 


SW 2 SW 1 




S.4 


6.7 


5.2 


6.8 


1.7 


2.0 1.8 8 














Mittel 1.8 





Zahl (.1 e r T a g e ni i t : 

Niederschlagsmessungen mit mehr als 0,2 m™ . . 

Niederschlag . . ' (# ■)f A /\) 

Regen (^) 

Schnee (^) 

Hagel (A) 

Graupeln ( A) 

Tau (..Q-) 

Reif (^) 

Glatteis (gnj) 

Nebel ( = ) 

Gewitter (nah i;, fern T) 

Wetterleuchten ( < ) 



17 

17 

14 

4 



8 



Dezember 1902. 



Beotachtev Lampe. 



51 



9. 



Niederschlag 



Form und Zeit 



Höhe 
der 
Schnee- 
decke 
in cm 
7" 




0.6 ' @ n, ® a, ^tr. ztw. p 
8.G'®n, #oi_ii__ni 
8.7 ® n, -X- fl. einz. a + P 
0.0 ' einz. -)(- fl. I + a 
0.0 — 



0.5 -)fn, -)e Ol ','2-21/2, -X-^2i/2-5V4P 
0.8 



4.0 
10.9 
13.8 
19.4 

1.1 

2.7 
1.3 



2.3 

1.0 
0.3 
2.7 
2.9 



'2, .)fl51/4-81'2p 

51/4— III— n 

n, # tr. einz. I — 8I/2 a, 
+ 1 oft a + p 
tr. einz. a + P 
tr. ztw. a + p 

ztw. a + P 



1 ztw. p 



n, 
n, 



j 1 

iin, I— Sa, 



1 



® tr. a, ®Ooft p 

® n, # tr. ztw. a, ® ^ fast ununterbr. p — n 



81.6 ! Monatssumme. 



1 

1.5 
1.5 
1.5 

1.5 
1.5 



11 
Tage 



,235_240i/N. 



1 

2 
3 
4 
o 

6 
7 
8 
9 
10 

11 
12 
13 
14 
15 

16 
17 

18 
19 

20 

21 
22 
23 
24 
25 

26 
27 
28 
29 
30 
31 





Wind- 


Verteilung 


. 




7a 


2p 9p 


Summe 


N 


3 


2 1 3 


8 


NE 


7 


7 1 6 


20 


E 


3 


5 i 5 


13 


SE 


1 


— 




1 


S 


1 


— 


— 


1 


sw 


8 


10 


8 


26 


w 


3 


2 


3 


8 


NW 


5 


5 


3 


13 


«tili 


— 


— 


3 


3 



i 



Jahrb. d. AVw.v. 1 'ir. l'.Xitl. Jalini. .'>(). 



Tat: I. 




~ Bergr/ian-n, rVüsbacUn'- 



yitr LV/wxiK Frix/tkfurt"'''M. 



( 



I JAHRBÜCHER 

DES 



NASSAÜISCHEN VEREINS 



FÜR 



NATURKUNDE. 



HERAUSGEGEBEN 



VON 



DR ARNOLD PAGENSTECHER, 

KÖNIGL. GEH. SANITÄTSRAT, DIREKTOR DES NASSAÜISCHEN VEREINS FÜR NATURKUNDE. 



JAHRGANG 56. 



MIT 1 TAFEL. 



WIESBADEN. 

VERLAG VON J. F. BERGMANN. 

1903. 



Von den älteren Jahrgängen sind naliezn die meisten noch 
zu haben und können zur Vervollständigung vorhandener 
Serien zur Zeit noch, so lange die Vorräte es gestatten, 
auf vorherige Anfrage heim Direktor des Nassauischen 
Vereins für Naturkunde, Herrn Geheimen Sanitäts - Rat 
I>r. Arnold Pagensteclier in Wiesbaden, zu hilligen 
Ausnahmei)reisen bezogen v» erden. 



Verlag von J. F. BERGMANN in Wiesbaden 



Soeben erschien; 



Einführung 



in die 




(Entwickelungsmechanik). 

Von 

Dr. Otto Maas, 

a. 0. Professor an der Universität München. 



Mit 135 Figuren im Text. — Preis jill: 7.—. 



Die neue Richtung in der Morphologie, die mit so grossem Erfolge das 
Experiment zur Ermittelung der rormbildungsursachen eingeführt hat, hat 
trotz ihres erst ganz kurzen Bestandes bereits eine so grosse Reihe prinzipiell 
wichtiger Tatsachen zu Tage gefördert, dass eine besondere zusammenfassende 
Darstellung derselben notwendig erscheint. Einen Teil dieser Tatsachen, und 
izwar denjenigen, der speziell für die Embryologie wichtig ist, hat Maas in 
seinem Buche zusammengefasst, und zwar, wie gleich konstatiert werden mag, 
mit grossem Geschick. Nach einer Einleitung, in welcher der Autor die Be- 
deutung und den Grenzbereich des Experimentes in der biologischen Forschung, 
•sowie dessen spezielle Beziehung zur Embryologie erörtert, geht er zur Dar- 
stellung der experimentellen Ergebnisse selbst über. Sie sind derartig gruppiert, 
dass zunächst diejenigen geschildert werden, welche sich auf die spezifischen, 
•dann jene, welche sich auf die inneren, und endlich jene, welche sich auf die 
äusseren Faktoren der Entwickelung beziehen. Bei dieser Schilderung werden 
nicht bloss jene Tatsachen berücksichtigt, welche durch Experimente an Eiern 
und Keimen ermittelt wurden, sondern auch alle auf dem Gebiete der Re- 
generation in neuerer Zeit gewonnenen wichtigen Ergebnisse. 

Den Tatsachen, welche durch die experimentelle Forschungsrichtung er- 
anittelt wurden, kommt zum grossen Teile eine über das Fachgebiet, dem sie 
-entstammen, hinausreichende, allgemein biologische Bedeutung zu. Jedem, der 
sich für solche Fragen interessiert, kann das Buch von Maas als — wie es 
der Autor selbst genannt hat — „Einführung", und zwar sehr guter Art, in 
^'inen Teil der experimentellen Morj)hologie empfohlen werden. 

Fischet in der „Prager med. Wochenschrift" . 



Verlag von J. F. BERGMANN in Wiesbaden. 



Grenzfragen 

des 

Nerven- und Seelenlebens. 

Im Vereine mit hervorragenden Fachmännern des In- und Auslandes 

herausgegeben von 
Dr. L. Loewenfeld Dr. H. Kurella 

in München. in Breslau. 

I. Somnambulismus und Spiritismus. Von Dr. med. Locvenfeld in llünchen. 

M. 1.— 

IL Funktionelle und organische Nervenkrankheiten. Von Prof. Dr. H. Ober- 

steiner in Wien. M. 1. — 

Iir. Ueber Entartung. Von Dr. P. J. Mob ins in Leipzig. M. l. — 

IV. Die normalen Schwankungen der Seelenthäligkeiten. Von Dr. J. Finzi in 

Florenz, übersetzt von Dr. E. Jentsch in Breslau. M. 1.— 

V. Abnorme Charaktere. Von Dr. J. L. A. Koch in Cannstatt. M. 1. — 

VL/VI[. Wahnideen im Völkerleben. Von Dr. M. Friedmann in Mannheim. 

M. 2.— 

VIIL Ueber den Traum. Von Dr. S. Freud in Wien. M. 1. — 

IX. Das Selbstbewusstsein, Empfindung und Gefühl. Von Prof. Dr. Th. Lipps 

in München. M. 1. — 

X. Muskelfunktion und Bewusslsein. Eine Studie zum Mechanismus der 

Wahrnehmungen. Von Dr. E. Storch in Breslau. M. 1.20 

XL Die Grosshirnrinde als Organ der Seele. Von Prof. Dr. Adamkiewicz 

in Wien. M. 2.— 

Xll. Wirthschaft und Mode. Von W. Sombart, Breslau. M. —.80 

XIII. Der Zusammenhang von Leib und Seele das Grundproblem der Psychologie. 
Von Prof. W. Schuppe in Greifswald. M. 1.60 

XIV. Die Freiheit des Willens vom Standpunkte der Psychopathologie. Von 
Professor Dr. A. Ho che in Strassburg. M. 1. — 

XV. Die Laune. Eine ärztlich-psychologische Studie. VonDr. Ernst Jentsch 

in Breslau. "" M. 1.20 

XVI. Die Energie des lebenden Organismus und ihre psycho-biologische Bedeutung. 

Von Prof. Dr. W. v. Bechterew in St. Petersburg. M. '6. — 

XVII. Ueber das Pathologische bei Nietzsche. Von Dr. med. P. J. ]Mobius. 

Leipzig. M. 2.80 

XVIII. Ueber die sogen. Moral insanity. Von Med.-Eath Dr. Naecke in 

Hubertusburg. M. l.GO 

XIX. Sadismus und Masochismus. Von Geh. Med.-Rat Professor Dr. A. Eulen- 

burg in Berlin. M. 2. — 

XX. Sinnesgenüsse und Kunstgenuss. Von Prof. Karl Lange in Kopenhagen. 

Nach seinem Tode herausgegeben von Dr. Hans Kurella in Breslau. 

M. 2. - 

XXI. Ueber die geniale Geistesthätigkeit mit besonderer Berücksiclitigiuig des 

Genic's für bildende Kunst. Von Dr. L. Loewenfeld in München. 

M. 2.80 
XXII. Psychiatrie und Dichtkunst. Von Dr. G. Wolff in Basel. M. 1.- 

XXIII. „Bewusstsein — Gefühl". Eine psycho-physiologische Untersuchung. Von 
Professor L)r. Op p c nli ei m er, Heidelberg. M. 1.80 

XXIV. Studien zur Psychologie des Pessimismus. Von Dr. A. Kowalewski 
in Königsberg. M. 2.80 

Druck von Carl Ritter in Wiesbaden. 



MBL WHOI LIBRARY